Volles Programm: Flying Pickets und Sooshee

Endlich geht sie für mich los, die Konzertsaison 2005. An diesem Wochenende, und erstmal ganz gemütlich hier in Leipzig. Heute (Freitag) kann ich jedem, der auch nur ansatzweise in der Nähe ist, herzlichst empfehlen, ab 21.00 Uhr die Moritzbastei in Leipzig aufzusuchen: das zehnköpfige Musikerkollektiv Sooshee feiert dort Geburtstagsparty. Und aufgrund meiner Sooshee-Erfahrungen der letzten Jahre freue ich mich auf eine Nacht voller Funk und Soul, ganz viel Improvisation und Spielfreude.

Morgen gehts dann wahrscheinlich etwas gediegener zu – in der Peterskirche treten die Flying Pickets auf (jene A-Capella-Band, die 1983 den Hit „Only You“ hatte. Naja, zumindest eine Reinkarnation dieser Band, nur noch ein Mitglied von damals ist heute noch dabei). Im Vorfeld hab ich sowohl Lobeshymnen als auch derbe Verisse über die Briten gelesen und gehört – morgen Abend bilde ich mir einfach mal mein eigenes Urteil…

Wie es war und obs gefiel – demnächst dazu mehr hier im dunkelblau Weblog.

Sinéad O'Connor: Zwei Alben für 2005 geplant

Der US-Rolling Stone thematisiert jetzt auch das Comeback von Sinéad O’Connor und berichtet, dass die irische Sängerin in diesem Jahr gleich mit zwei Alben rausrücken will:

According to her new manager, Danny Heaps, O’Connor will likely team with Jamaican producers Sly and Robbie for the reggae album, while the second album will be „more of a Sinead record.“ O’Connor has said that at least some of the new material will combine her punk roots with her more newfound spirituality. „I want to at least aim my records at a more spiritualized market,“ the thirty-eight-year-old singer told Irish music magazine Hotpress, blasting mainstream music as having „all the sincerity of a whore’s kiss.“ While a record deal has yet to be finalized, Heaps is confident that this „will be resolved imminently.“

Große Worte – wie immer… Den ganzen Artikel gibts hier.

Unterdessen ist auch bekannt geworden, wie der neue Song heißt, den Sinéad bei Ihrem Comeback-Auftritt im irischen Fernsehen am vergangenen Freitag performt hat: „Dark Am I, Yet Lovely“.

Mon)tag: Zweites Album ist im Kasten

Eine schöne Nachricht, die ich soeben dem Mon)tag-Newsletter entnehmen durfte: die Arbeiten zum neuen Album der Band sind so gut wie abgeschlossen:

Zweieinhalb Monate härtester Arbeit in unserem durcheisten und Petroleum-lastigen Studio und bei uns zu Hause (nicht eisig, aber grippal hoch infektiös!!!) haben wir nun hinter uns lassen können und halten nun das Master unseres zweiten Albums in unseren geschundenen Händen! 10 Nummern und eine kleine auditive Überraschung machen das gute Stück zu einem Zeugnis wahrer Schwerstarbeit!

Die Veröffentlichung wird sich noch bis zum Mai hinziehen, da erstmal unsere Freunde der Presse mit dem guten Stück bemustert werden müssen und Julian auch noch das grafische Gesicht der Platte fertig stellen muss!

Doch der Mai wird uns alle nicht nur mit unserem zweiten Album ins musikalische Jericho katapultieren, sondern uns Euch auf einer ausgedehnten Frühjahrs-Tour näher bringen…

Tolle Neuigkeiten von Jan, Julian und Dominik also – bin sehr gespannt auf die neue Platte. Schon im März ist die (ich bleib dabei) beste deutsche Band unserer Zeit übrigens ein paar Mal live zu erleben (Berlin, Augsburg u.a.). Alle aktuellen Tourdaten gibts auf der immer wieder sehenswerten Website der Band, und bis die neue CD da ist, empfehle ich das regelmäßige Hören des ersten Albums „Gefallen“ (siehe Foto). Komm lieber Mai und mache…

Grammy-Regen für Ray Charles, John Mayer und Ben Harper

Heute Nacht wurden in Los Angeles die 47. Grammy-Awards verliehen. Der große Abräumer – posthum – war Ray Charles, der gleich in sieben Kategorien mit dem wichtigsten Preis der US-Musikindustrie geehrt wurde. Aber auch eine ganze Reihe MoreThanMeetsTheEar-Heroes wurde ausgezeichnet, allen voran die Herren Harper und Mayer:

Song Of The Year
(A Songwriter(s) Award. A song is eligible if it was first released or if it first achieved prominence during the Eligibility Year. (Artist names appear in parenthesis.) Singles or Tracks only.)
· Daughters
John Mayer, songwriter (John Mayer)
Track from: Heavier Things
[Aware Records/Columbia; Publishers: Sony/ATV Tunes/Specific Harm Music.]

Best New Artist
(For a new artist who releases, during the Eligibility Year, the first recording which establishes the public identity of that artist.)
· Maroon5

Best Female Pop Vocal Performance
(For a solo vocal performance. Singles or Tracks only.)
· Sunrise
Norah Jones
Track from: Feels Like Home

Best Male Pop Vocal Performance
(For a solo vocal performance. Singles or Tracks only.)
· Daughters
John Mayer
Track from: Heavier Things
Weiterlesen „Grammy-Regen für Ray Charles, John Mayer und Ben Harper“

NP: Bright Eyes – I'm Wide Awake It's Morning (2005)

Ach, sie sind doch eigentlich längst alle geschrieben. Die Lobeshymnen auf das neue Bright Eyes – Album „I’m Wide Awake It’s Morning“, erschienen im Januar 2005. Dennoch seien all den Preisungen der Musikpresse ein paar persönliche Anmerkungen hinzugefügt.

Zunächst mal: die Euphorie ist berechtigt, „I’m Wide Awake“ ist ein erstaunliches und – in all seiner Brüchigkeit und Zerrissenheit – berührendes Album. Conor Oberst wird nie zu meinen Lieblingssängern zählen, zu den –songwritern gehört er längst. Diese kleinen, unbekümmerten Melodien! Diese fröhlichen Arrangements! Das klingt nach purer Alternativ-Country-Folk-Musik, möchte man meinen.

Das ist es aber absolut nicht. Denn da ist der wohltuende Schönheitsfehler: in Gesang und Text liegt so unglaublich viel Tiefe, schimmern Schmerz und Zweifel – es ist mir einfach unmöglich, dieses Album „nebenbei“ zu hören. Selbst jetzt nicht – ich schreibe gerade über diese CD, die im Hintergrund läuft und ertappe mich, wie ich mich nach jedem Satz zurücklehne und einfach nur genauer zuhören will. Zum fünften, sechsten, zehnten Mal. Was treibt diesen Frühzwanziger an? Wie kann ein Mensch so fast schon schwülstige Melodiebögen und Arrangements tupfen und gleichzeitig mit zitternder Stimme so traurige Texte singen, ach was, ausspucken? „I got no plans and too much time. I feel too restless to unwind. I’m always lost in thoughts as I walk the block to my favorite neon sign.“ Wenn dann, gegen Ende dieser hypnotisierenden Reise durch den Oberstschen Mikrokosmos, auch noch die olle Countrydiva Emmilou Harris mit Conor im Duet leidet, verschlägts mir endgültig die Sprache.

Ohne Frage eine große und zeitlose Platte. Sorgte „Lifted“, eine ältere Bright Eyes-Platte, bei mir mehrheitlich dafür, so etwas wie Angst vor dem fanatisch wirkenden Jungspund zu bekommen, so will ich nach dem Genuß (?? Doch, zweifelsohne. Irgendwie.) von „I’m Wide Awake“ dieses traurige Genie nur noch in den Arm nehmen, ihm irgendwas Nettes sagen oder ihm wenigstens die nächsten drei, vier Biere ausgeben. Melancholie, Resignation, Hoffnung, Zweifel, und ja, auch Glück, all das vereint sich hier. Das ist wunderbar und intensiv. Aber nichts für schwache Nerven.

Nix wie hin: Die neue Josh Rouse-Homepage ist online

Dreimal werden wir noch wach, heißa, dann ist „Nashville“-Tag! Das neue (fünfte) Album von Josh Rouse erscheint am Montag und schon wurde die Homepage des grandiosen Songwriters frisch renoviert. Jetzt erscheint sie in schickem Blau, hat ein süßes Flash-Intro und steigert die Vorfreude auf die neue CD enorm.

Neben einer auf den neusten Stand gebrachten Diskographie gibts alle aktuellen Tourdaten, neue Fotos und ein Tagebuch des Künstlers, in das er künftig reinschreiben will, wo er sich so rumtreibt und warum. Auszug gefällig? Hier:

hey everyone, i’m in belgium right now in the middle of a promotional tour thru europe. getting ready to play on t.v. anyway i’m exhausted from the interviews, and i can’t wait to start playing some actual shows. looks like this record is really getting alot of attention over here, so the demands to be in 5 places at once are a bit overwhelming at times. i’m already thinking about the next record after „nashville“, and wondering if i shouldn’t do any interviews at all. just bitching…..been listening to some rare french tracks that my friend xavier from tahiti 80 gave me. make sure you check out the music playing before the shows this tour? i actually make the mixes myself. thanks for all the wonderful comments about the website, i’m digging it myself.

Wie schön: Josh mag seine neue Seite, ich mag seine neue Seite… Dann kann „Nasville“ ja kommen. Hier gehts zu Josh Rouse!

Übrigens: einen Vorgeschmack auf die neuen Songs gibts in einer Rykodisc-eCard zur neuen CD. Eigentlich finde ich solche eCards ja immer eher doof, aber der Zweck (in vier Songs reinhören und die Single „Winter In The Hamptons“ komplett abspielen) heiligt die Mittel. Die eCard gibts hier.

Promotional photo taken from joshrouse.com.

Gib mir Musik: Audrey – Box And Fights

Audrey sind vier ziemlich unkonventionell daherkommende Damen aus Schweden, die entrückte und verträumte Musik machen, die manchmal an Björk, manchmal an Lambchop erinnert. „Box And Fights“ ist der Opener einer unlängst auf dem Berliner Label Sinnbusrecords veröffentlichten EP der Band. Mehr über Audrey gibts hier, die CD kannst Du hier bestellen, und das mp3-File zu „Box And Fights“ kannst Du mit einem beherzten Klick auf die rechte Maustaste hier runterladen.

The Return Of Sinéad O'Connor!!

Irgendwie haben wirs doch geahnt, in jedem Fall aber gehofft. Sinéad O’Connor, die vor ziemlich genau zwei Jahren ankündigte, sich komplett aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen, kanns nicht lassen und wird wohl recht bald wieder Platten aufnehmen – für Sanctuary Records. Das hat sie zumindest in einem heute veröffentlichten Hot Press-Interview angekündigt. RTE berichtet wie folgt:

Singer Sinéad O’Connor has announced that she is returning to her music career.(…) O’Connor, who retired two years ago, said that she is signing a management and record deal with Sanctuary Records. Hot Press says that O’Connor is working on three records concurrently, though no decision has been made on the projects‘ sequencing. „I want to at least aim my records at a more spiritualised market,“ O’Connor told Hot Press. „Not religious records strictly speaking, but in the spirit of roots/gospel/chant.“

Wenn das mal keine gute Nachricht ist! Bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nicht um eine Ente oder aber um eine der bizarren Launen von Frau O’Connor handelt…

Promotional foto found at hotpress.com.

Mando Diao – Hurricane Bar

Da ist diese Band, über die Du im letzten Jahr immer mal wieder etwas in den einschlägigen Musikmagazinen gelesen hast. Euphorische Artikel über vier angeblich coole Beaus aus Schweden, die mit jeder Menge Selbstbewußsein und einer Handvoll guter Songs die Rock-Welt erobern wollen. Du denkst Dir: aha, die 10.000ste Garagenband, die in den Himmel geschrieben wird. Die nächsten Strokes oder Hives oder The Irgendwasses. Not your cup of tea.

Doch dann taucht Monate später im Musikfernsehen (oder dem, was davon noch übrig ist) zwischen Sweety-Gewimmer und Pimp My Schrotthaufen dieses Video auf. Schwarz-weiß. Große Rock’n’Roll-Pose. Pointierte Gitarren. Nöliger, aber harmonieseliger Gesang. Klassische Songstruktur, aber voller Stolz dargeboten. Und dann eine Hookline, der Du noch Stunden später nachhängst. Du genießt jede Sekunde und wartest auf die Bauchbinde, die Dir Auskunft über Songtitel und Künstler gibt. „Down In The Past“? Notiert. „Mando Diao„? Da war doch was… Ach, na eben.

Schnell die alten Magazine rausgekramt (goldene Regel: nie, nie, nie die zwei jeweils letzten Jahrgänge Deiner Musikzeitschriften wegwerfen!) und nochmal nachgelesen. Dann wirst Du Dich ein wenig im Netz umschauen, erfahren, dass das wohl die erste Single des zweiten Albums ist und dann das – zumindest für Menschen wie uns – Unvermeidliche tun: einfach mal fix die Platte zur Single kaufen.

Das war Anfang dieser Woche. Inzwischen war der Postbote da (Wie? CDs kann man auch im Laden kaufen? Ach na eben, da war doch was…) und jetzt gibts in meinem CD-Player nur eines: „Hurricane Bar“ von Mando Diao.

„Down In The Past“ ist – welch angenehme Überraschung – im Vergleich zu den anderen 13 Stücken der Platte nicht herausragend, sondern ein wundervoller Song von vielen. Diese Jungs wissen ganz genau, was sie tun. Haben kräftig, aber geschmackvoll im Zitateladen eingekauft und daraus ein äußerst bekömmliches Süppchen geköchelt. Hammermelodien, Leidenschaft, Coolness. Zum Glück nicht überproduziert. Und, fast noch wichtiger, auch nicht absichtlich lo-fi-schrammelig. Nein, „Hurricane Bar“ ist ein toller Zeitvertreib, Musik für Parties, fürs Launeheben beim Wohnungputzen, fürs Autofahren, fürs Knutschen sicher auch (noch nicht getestet).

Dabei ist mir absolut egal, dass die Herren arrogant sein sollen. Sich für besser als die Stones oder Beatles halten (und wenn sie tatsächlich sowas jemals gesagt haben, dann sind sie einfach nur coole Säue, weil die Musikpresse der nördlichen Hemisphäre gar nicht anders kann als über diese Großmäuler zu berichten. Clever, clever). In ein, zwei Jahren wieder vergessen sein könnten. Für dieses Album verdienen sich Mando Diao erstmal jede Menge Respekt, Wohlwollen und Beifall.