Johnny B Bad: John Popper hat Stress mit dem Gesetz…

Bin eh gerade mal wieder in meinem Blues Traveler / John Popper / John Popper Project-Modus und kann von Popper und seiner Musik nicht genug kriegen. Und dann kam heute diese abstruse Nachricht per Internet zu mir geflattert:

SPOKANE, Wash. – Blues Traveler singer and harmonica player John Popper was arrested after the vehicle he was riding in was clocked going 111 mph, the Washington State Patrol said Wednesday.
Popper, 39, was arrested Tuesday afternoon on Interstate 90 near the Spokane/Lincoln county line, the Washington State Patrol said.

Inside the black Mercedes SUV, officers found a cache of weapons and a small amount of marijuana, the Patrol said. A police dog searched the vehicle, finding numerous hidden compartments containing four rifles, nine handguns and a switchblade knife. Authorities also found a Taser and night vision goggles. The vehicle was seized.

Popper, who lives in Snohomish, Wash., is the owner of the vehicle, which was being driven by Brian Gourgeois, 34, of Austin, Texas, said state patrol Trooper Jeff Sevigney. The vehicle also had flashing emergency headlights, a siren and a public address system, the Patrol said.

„Popper indicated to troopers that he had installed these items in his vehicle because (in the event of a natural disaster) he didn’t want to be left behind,“ the Patrol said in a news release. He also told officers he collected weapons, the Patrol said.

The two men were booked administratively into the Adams County jail and released on their own recognizance. Authorities plan to charge them with possession of a controlled substance and possession of drug paraphernalia. Gourgeois will also face a charge of reckless driving, the Patrol said.

Popper did not immediately return an e-mail seeking comment Wednesday night. […] (Quelle)

Ja, auch bei Mr. Popper geben sich Genie und Wahnsinn ein Stelldichein mit Körperkontakt. Anyway – hier noch ein bissel Musik mit John Popper. „Lapdance“: viel Rock’n’Roll und etwas Sex. Dafür kaum Drogen und Waffen…

Und noch was zum Hören:

Blues Traveler – Go Outside And Drive ->
Blues Traveler – Run Around (beide: live, 27. 7. 2005, via bluestraveler.com)

2zueins! – Bilder von den Albumaufnahmen

So sieht es aus, wenn Heiko und ich, also die Combo 2zueins!, die meiste (Frei-)Zeit im Homestudio zubringen und eine Platte aufnehmen. Das meiste ist geschafft, viele Leute helfen uns und schon bald dürfte das Baby fertig werden – so langsam gehts mit dem Mischen und Mastern los (dazu wechseln wir ins bewährte Studio Dunkelblau). Hier ein paar Impressionen von den Gesangs- und Keyboardaufnahmen der letzten Wochen…

Blind Melon: Weiter ohne Shannon Hoon

Na Mensch, da ist aber in den letzten Monaten eine schöne Nachricht völlig an mir vorbei gegangen: Blind Melon gibt?s wieder. Elf Jahre nach dem Tod von Sänger Shannon Hoon haben sich die verbliebenen Mitglieder der amerikanischen (Jam-)Rock- und Psychedelicband wieder getroffen und beschlossen, es noch einmal zu wagen – mit neuem Sänger und neuen Stücken. Auf der MySpace-Seite der Band heißt es:

Much to everyone’s surprise, the four surviving Blind Melon members reunited in the summer of 2006, with Amarillo, TX native Travis Warren taking Hoon’s spot behind the mic. The group plans on recording a new album for release in 2007, which will also be supported by a tour (the group’s first since 1995).

Als ich das zum ersten Mal las, hatte ich gleich Bauchdrücken: kann das gut gehen? Blind Melon ohne Shannon Hoon?

Inzwischen gibt es sogar drei neue Songs, die mit Travis Warren eingespielt wurden. Und es ist schon erstaunlich: Blind Melon 2007 klingen unverkennbar nach der Band, die 1995 das sensationelle (und leider völlig unterbewertete) Album ?Soup? schufen, und der neue Sänger klingt dem alten zwar ähnlich, versucht ihn aber nicht zu kopieren: ?Make A Difference?, ?Harmful Belly? und ?For My Friends? sind drei coole Stücke ? und ich freu mich schon jetz auf alles, was da 2007 von Blind Melon kommen mag. Wer hätte das gedacht?

Blind Melon bei MySpace
Neue Blind Melon Website
Drei neue Blind Melon Songs mit Travis Warren

Ein Lebenszeichen

Die derzeitige Ruhe in diesem Blog hat einen, wie ich finde, ziemlich guten Grund: derzeit sind Heiko und ich im Studio und nehmen das erste 2zueins!-Album auf. Und wenn man „nebenher“ auch noch einen ganz regulären Bürojob hat, dann vergeht die Zeit geradezu atemberaubend schnell… In diesem Sinne: herzliche Grüße aus dem Studio, allen Lesern, Freunden, Besuchern, Gästen… ein schönes neues Jahr und alles Gute! Das Album läßt sich sehr gut an, die Songs entfalten sich, werden flügge und zu eigenen Persönlichkeiten und wir sind mehr oder minder die Kindergärtner, die die ganze Bande im Zaum halten wollen und sollen. Und das macht richtig Spaß.

Ein kleiner Hörtipp zum Schluß: John Mayer hat schon wieder eine CD veröffentlicht: „The Village Sessions“ ist eine 6-Track-EP, auf der es neben einer neuen Version von „Waiting For The World To Chance“ (mit Ben Harper) fünf Tracks von „Continuum“ als unplugged-Versionen gibt. Sehr schick, zum Teil besser als die Albumversionen. Die EP gibt’s offiziell nur in US-Indie-Plattenläden, zum Glück aber auch absolut problemlos über die einschlägigen Internet-Auktionshäuser.

Die dunkelblau Top 10 2006 im Überblick

So, geschafft. Das sind sie also, die zehn Besten des zu Ende gehenden Jahres 2006. Hier noch einmal zum schnelleren Wiederfinden und der Übersicht wegen die Top 10 im Schnelldurchlauf:

01 Chris Barron – Pancho And The Kid
02 Regina Spektor – Begin To Hope
03 Ben Kweller – Ben Kweller
04 John Popper Project featuring DJ Logic
05 Ben Harper – Both Sides Of The Gun
06 Beirut – Gulag Orkestar
07 Mando Diao – Ode To Ocrasy
08 Dendemann – Die Pfütze des Eisbergs
09 Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am…
10 Josh Rouse – Subtitulo

dunkelblau Top 10 2005
dunkelblau Top 05 2004

Top 10 2006. Platz 1: Chris Barron – Pancho And The Kid

Dass mein persönliches Album des Jahres eine CD-R wird, die in lumpiger gelber Papierhülle daherkommt, mit vom Künstler selbst gestalteter Beschriftung und einem kleinen kopierten Einlege-Zettel (siehe Foto), hatte ich Ende Juni irgendwie befürchtet. Dennoch hoffte ich, dass diese CD-R bis zum Schreiben dieser Zeilen endlich als reguläres Album vorliegen würde, eine „echte“ CD also, gepresst, mit Cover und Labelcode und so… Aber Pustekuchen. Pancho And The Kid, das neue Soloalbum von Spin Doctors-Frontmann Chris Barron liegt leider immer noch nicht als offizielle Veröffentlichung vor. Nach wie vor verkauft der Sänger selbstgemachte Kopien davon auf seinen Soloshows und vertröstet auf 2007, wenn’s um die CD geht. Insofern hat das jetzt vermutlich was von „Ällerbätsch, ich hab da ne CD, die sonst keiner hat, und die auch noch in der Erstauflage…“ und genau deshalb habe ich umso länger darüber nachgedacht, ob diese CD tatsächlich auch unter normalen Umständen meine Jahresbestenliste 2006 anführen würde.

Ja, würde sie. Selbst, wenn dieses Album in jedem ALDI-Grabbeltisch für 2 Euro 50 verschleudert würde (was mir, zugegeben, das Herz bräche), wäre diese CD mein Album des Jahres. Chris Barron war nie besser, und das schreibt einer, der diesen Mann ohnehin für den besten Songwriter unserer Zeit hält. „Pancho And The Kid“ ist eine Sammlung von elf Songs, die Barron mit seinem Freund Jeff Cohen geschrieben hat. Lieder über gebrochene Herzen, über glückliche Momente, über Träume, große Gefühle und bizarre, kleine Beziehungskisten. Das ist purer Pop, der gar nicht edgy oder indie sein will. Grandiose, perfekte Melodiebögen; weise, dabei aber so gar nicht altkluge Lyrics; Lieder, die musikalisch zwischen Rock, Country, Blues und Folk pendeln. In den heitersten Momenten möchte man einstimmen in den herrlich leichten Nanana-Chor bei „Heartbreak Boulevard“ oder sich mit Chris freuen: „If you love me, I must be the king…“. Um dann bei „Can’t Kick The Habit“ (das bereits auf dem 2005er Spin Doctors-Album „Nice Talking To Me zu hören war, hier aber in einer wesentlich dramatischeren, streicherlastigeren Version daherkommt) ob all der Melancholie feuchte Augen zu bekommen, oder aber, überrascht von der plötzlichen Tragik und unerwarteten Dramatik, bei „Shades Of Yesterday“ nur noch be- und entgeistert vor der eigenen Stereoanlage zu stehen und kaum zu begreifen, was hier großes auf einen hereinbricht.

Barron und Cohen haben sich aufgemacht, ein paar coole Songs zu schreiben. Ihnen ist mal eben das perfekte Popalbum gelungen, das mit dem Titel „Album des Jahres 2006“ eigentlich nur unzureichend gewürdigt wird. Wenn ich für 2007 drei Wünsche frei hätte, dann wünschte ich mir erstens, dass alle Welt „Pancho And The Kid“ zu hören bekäme. Zweitens, dass mindestens neun dieser elf Songs Platz 1-Singles würden. Und drittens: dass Chris Barron nie, nie, nie die Lust am Musikmachen verliert.

Top 10 2006. Platz 2: Regina Spektor – Begin To Hope

Was für ein tolles Gefühl, wenn man zum ersten Mal eine Platte hört, und wirklich alles stehen und liegen läßt und nur noch Ohren für die Musik hat. Wenn ringsumher alles unwichtig wird, und man begeistert lauscht und sich immer und immer wieder fragt, wie diese Zauberin das wohl macht. Regina Spektor hat das in diesem Jahr bei mir geschafft – und bis jetzt bin ich noch immer nicht wirklich in der Lage, viel nebenbei zu machen, wenn Begin To Hope läuft. Lesen? Fehlanzeige. Telefonieren? Keine Chance. Aufwaschen? Gerade so.

Spektors Musik ist zu kostbar, um sie nebenher zu hören. Die Mitzwanzigerin mit russischen Wurzeln, wohnhaft in New York, mit Antifolk- und Strokes-Support-Act-Hintergrund hat ein mutiges, visionäres Popalbum geschaffen. Ihr charakteristischer, lockender Gesang, dieser Humor, der in allem mitschwingt. Mal quirlig-aufgeregt, mal naiv-leidend… „Begin To Hope“ ist einfach klasse: „Fidelity“, „On The Radio“ und „Hotel Song“ sind geradezu fiese Ohrwürmer, und „Samson“ oder „Lady“ lassen mich auch nach dem x-ten Mal hören einfach nur vor Ehrfurcht den Kopf schütteln. Fantastisch, das alles.

Mein Album des Jahres, wäre da nicht…

Top 10 2006. Platz 3: Ben Kweller – Ben Kweller

Ben Kweller hat auf seinem 2006er Album die mit Abstand gelungensten Songs seiner bisherigen Karriere verewigt. Er erzählt in ihnen Geschichten, die mich berühren. Die mir Gänsehaut machen, mich zum Lachen bringen oder gelegentlich wissend lächeln lassen. Er findet originelle Bilder, er wird nie pathetisch, er nimmt sich selber auch mal nicht so ernst.

Umso ernster ist es Kweller mit seiner Musik. Unfaßbar, dass er dieses Meisterwerk von vorne bis hinten allein eingespielt hat. Und dabei klingt es nämlich nicht so wie etwa ein schlechtes Lenny Kravitz-Album. Der nimmt auch immer alles alleine auf und hinterher klingen die Platten derart uninspiriert, dass man meinen möchte, Kravitz, der gelangweilte Retrorock-Millionär, hätte sich sein einst vorhandenes Gespür für Melodien und Songwriting über die Jahre restlos weggekokst.

Von solchen peinlichen Alleingängen ist Kweller meilenweit entfernt: das hier lebt alles, atmet; man glaubt, einer gut gelaunten Band zu lauschen, die sich freut, diese herrlich leichten Songs aufnehmen zu dürfen. „Sundress“ heißt einer, „Until I Die“ ein anderer, „This Is War“ der etwas ruppigere Schlußsong.

Überhaupt: so zuckersüß die Melodien auch sein mögen, so schmeichelnd die Backround-Gesänge klingen, so bestechend logisch die Arrangements auch wirken – Kwellers Album droht nie, in mainstreamige Beliebigkeit abzudriften. Kurz und gut: dem einst zum Wunderkind stilisierten Kweller ist ein reifes, aber alles andere als langweiliges Rock’n’Roll-Album gelungen, über dass ich mich sicher auch noch in vielen Jahren freuen werde. Since I was fifteen I have ran / everywhere you can run / I’m not done with my travelin‘ / so let’s run, let’s run, let’s run.