Sonic Reducer ain't no loser: Ausgabe #2 ist da!

Die zweite Ausgabe des .pdf-Magazins Sonic Reducer ist vor ein paar Tagen erschienen. Und auch Nummer zwei ist äußerst lesenswert*: Fans schreiben für Fans, es geht u.a. um Ray LaMontagne, Sufjan Stevens und die Yonder Mountain String Band. Und um viele andere. Auch diesmal dabei ein rundum lohnenswerter mp3-Sampler, kompiliert aus legal im Netz erhältlichen mp3s von entdeckungswürdigen Künstlern wie Wheat (bitte helft mir mal, ich hab mal ne Band namens Wheat im Vorprogramm von irgendwem gesehen. a) Sind das die Wheat, die hier singen? — b) Bei wem waren die Support? Scheiße, werd ich vergeßlich. Danke. ), Malajube, Rosie Thomas und The Diggs. Also, ab auf die Sonic Reducer-Website und lesen, hören und gut fühlen.

Sonic Reducer #2 (.pdf-Download)
Sonic Reducer mp3 Sampler #2
Sonic Reducer Blog

* Ich schreibe das übrigens nicht, weil die Leute vom Sonic Reducer mich und meine Musik unlängst lobend in ihrem Blog erwähnt haben. Das freut mich natürlich sehr, aber auch, wenn sie das nicht getan hätten, wäre es mir eine Freude gewesen, auf die oben beschriebene gelungene neue Ausgabe hingewiesen zu haben. Oder so.

Mando Diao – Ode To Ochrasy (2006)

Zu Mando Diao bedarf es nicht vieler Worte, daher fasse ich mich kurz. Wie ich die Band spät, aber heftig schätzen gelernt habe, steht hier. Ode To Ochrasy ist das neue Album der schwedischen Herren mit dem ausgeprägten Selbstbewußtsein. Und auch, wenn es inzwischen fast schon uncool ist, Mando Diao gut zu finden, muss folgendes konstatiert werden: das hier ist ihr bestes Album bisher. Hut ab – für das dritte hervorragende Album am Stück. Hut ab – für diese Extraportion Talent, mit der diese Band gesegnet ist. Hut ab – für eine wahrlich unterhaltsame Dreiviertelstunde Rock’n’Roll.

„Ode To Ochrasy“ ist ein geiles Album, vielleicht eines der besten 2006. Bleibt zu wünschen, dass Mando Diao noch viele Sommer mit uns tanzen und für uns singen mögen. Mehr muss man zu dieser Platte nicht schreiben. (9/10)

Gov't Mule – High & Mighty (2006)

Hat ein paar Jahre gedauert, aber in dieser Woche ist endlich der Groschen gefallen. Ich glaube, ich habe Gov’t Mule verstanden. Sie sind kein Salat, sie sind keine Vorspeise. Sie sind auch keine kleine Zwischenmahlzeit, und erst recht kein gesunder Obstteller. Gov’t Mule sind eine vollwertige, kalorienreiche Mahlzeit. Fett, reichlich, lecker bis sonstwohin. Kann man nicht jeden Tag essen, sonst würde man aufgehen wie ein Ballon. Aber immer mal wieder muss es einfach sein.

War „Deja Voodoo“, das 2004er Album der Band um Warren Haynes, eher eine mittelspannende Angelegenheit mit einigen unnötigen Längen, so ist High And Mighty, das siebente Studioalbum von Gov’t Mule, wieder ein Volltreffer. Breite Gitarren, selbstbewußte Riffs, nur haarscharf am Schmalz vorbeischrammende Hammerballaden. Und dann hin und wieder ein paar Experimente: in „Unring The Bell“ etwa geht’s auf einmal in Richtung Reggae. Wer hätte das gedacht.

Lang ist auch dieses Album wieder: nur ein Song unterhalb der Vier-Minuten-Marke, die meisten Tracks so etwa fünf Minuten aufwärts. Mehr als genug Platz für das beseelte Gitarrenspiel von Warren, zunehmend erspielt sich aber auch „Neu“-Keyboarder Danny Louis seinen Raum und liefert überraschende Einlagen. Die seltsame Trägheit des Vorgängers scheint überwunden, das hier ist ein sehr stimmiger und überzeugender Songzyklus.

Jawoll – ein Hauptgang, der sehr sehr glücklich, aber auch satt macht. Für den man sich ein wenig schämt, weil solche Hausmannskost einem immer noch schmeckt, wo doch leichte Küche viel angesagter ist. Eine deftige, schmackhafte, delikate Sünde, die vielleicht ein wenig schwerer im Magen liegt, als gesund ist. Aber dieses ausschließliche Salatblattkauen und Moderneküchemampfen hält doch auf die Dauer kein Mensch aus. Rülps. ‚tschuldigung. (8/10)

Niels Frevert-Konzerte im Herbst

Der wunderbare Niels Frevert gibt im Herbst einige Konzerte und das darf nicht unerwähnt bleiben:

19.10.06 Düsseldorf – Pretty Vacant
20.10.06 Rüsselsheim – Das Rind
08.11.06 Neu-Ulm – Cafe D`Art
09.11.06 A-Linz – Posthof
10.11.06 A-Wien – Einbaumöbel
11.11.06 A-Innsbruck – Wäscherei P (noch nicht bestaetigt)
24.11.06 Münster – Cubanova
25.11.06 Hannover – Spandau
06.12.06 Augsburg – Kerosin
(Quelle: Niels‘ Website)

Ihr Glückspilze in den aufgelisteten Orten – gehet hin und genießt, denn Herr Frevert solo und live ist immer wieder ein Erlebnis!
Niels im Netz: hier, hier und hier, mehr Niels im dunkelblau Weblog hier. Foto geklaut von Niels‘ Website.

Chris Barron live @ Mo Pitkin's, NYC, 2006-08-25

Der Beste von allen hat mal wieder gesungen. Und es war grandios. Und ein netter Zeitgenosse hat’s mit seinem Handy gefilmt (alles .avi-Files also), und es ist ein Fest. Nur für kurze Zeit downloadbar und hiermit wärmstens ans Herz gelegt: Chris Barron feat. Tim Givens (Kontrabass) live im New Yorker „Mo Pitkin’s“ Club, vorgestern Abend. Grab it while it’s hot und say Dankeschön to me and that JasonNYCguywhotapedit later:

Chris Barron – Mo Pitkin`s, NYC, 2006-08-25
feat. Tim Givens (bass)

To You
Medley: Why Must The Show Go On / Stars / I Must Be The King

I Know You Know
Louisiana Holiday
All I Know (Is I Love You)
Heartbreak Boulevard
Catfish Blues
I Love You, I Love You, Goodbye
Chris talking
Teddy (incl. Walk The Line, Stir It Up, Wannabe, Michelle and so much more Medley)

Calexico & Goldrush live in Leipzig, 24. August 2006

Meeensch, ich muss doch noch Danke sagen!!! Und zwar Calexico und Goldrush! Beide Bands haben nämlich dafür gesorgt, dass ich einen super Donnerstagabend hatte. Beide Bands haben die Leipziger Parkbühne im Zetkinpark erklommen und für einen rundum angenehmen Konzertabend gesorgt.

Letztgenannten, also Goldrush, danke ich für die Überraschung und die eingängige Musik, die ein mehr als willkommenes Begrüßungsgeschenk war, als wir ankamen und die Herrschaften bereits spielten. Herrlich unaufgeregter und gerade dadurch seltsam großer Pop aus England: Wären Bright Eyes ’ne Popband aus England, sie klängen vielleicht ein wenig wie Goldrush. Über deren Album „Ozona“ wird in Bälde noch zu schreiben sein. Hochinteressant und äußerst empfehlenswert.

Und erstgenannten danke ich für diese tollen 90 Minuten Weltflucht, die sie uns ermöglichten. Ein fantastisches Konzert: trotz Regen haben Band wie Publikum einen wirklich gemütlichen Abend miteinander verbracht – feine Musik, schöne Location und ein wahrlich offenes und musikdurstiges Publikum. Ich bin so froh, dass sie noch lange nicht eingesetzt hat, die Coldplayisierung dieser Band (aka Morbus Jack Johnson)!! Nee, das ist noch hunderte Meilen entfernt von jedweder unnützen Anbiederei, von dieser seltsam müffelnden Hausfrauenüber40kompatibilität. Das hier, das war laut, wo es laut sein musste, mutig, wo es überraschen wollte und zum Heulen schön, sobald man sich richtig darauf einließ.

Calexico sind für mich bis auf Weiteres erstmal die Konzerte-2006-Weltmeister der Herzen. Schön war’s. Richtig schön.

G. Love – Lemonade (2006)

Garrett Dutton. Er ist und bleibt – mit Verlaub – eine geile Sau. Seit mehr als einem Jahrzehnt versüßt uns dieser stets auf einfacher Arbeiter im Weinberg des Rock’n’Roll machende Superstar das Leben mit abwechslungsreichen, schwer in jedwede Kategorie pressbaren Alben. Als G. Love zieht er durch die Lande, und Lemonade ist das zweite Album auf Brushfire Records, dem Label von Jack Johnson.

Klar, dass der natürlich auf „Lemonade“ mit von der Partie ist. Aber nicht nur der olle tolle Ex-Surfer, sondern auch HipHop-Größen wie Jasper und Blackalicious, US-Alternative-Darlings wie Ben Harper und Marc Broussard und Pop-Chanteuse Tristan Prettyman schauen im Studio vorbei, um mit dem guten Garrett rumzujammen.

Rumjammen – das ist überhaupt DAS Stichwort bei dem Knilch. G. Love schafft es einmal mehr, ein entspanntes, sommerliches Album voller cooler Jams, kleiner Einfälle und einprägsamer Licks zu bauen. Wieder einmal beweist er, dass er einer der wenigen ist, die den Drahtseilakt, HipHop, Blues, Rock, Funk und Soul miteinander elegant und stimmig zu verbinden, perfekt beherrschen. Nein, der „große Wurf“, die Hookline für die Ewigkeit, der meisterliche Über-Song – all das wird man auch auf dem gefühlt dreiundachtzigsten Release von G. Love nicht finden. Braucht’s auch nicht – das Album ist der Star, die ganze Chose ist amtlich, rund, funky, sexy, insert your Lieblingsadverb here.

Absolute Höhepunkte dieser schönen Platte: das ob seiner unerwarteten musikalischen Dramaturgie etwas aus dem Rahmen fallende „Let The Music Play“, einer Art Gipfeltreffen zwischen G. Love, dem Mustereleven Marc Broussard und dem ewigen Ben Harper sowie das wunderbare Duett mit Frau Prettyman namens „Beautiful“.

Danke, G. Love. Für die wohl bekömmlichste Limonade des Sommers 2006. (8/10)

Mon)tag: Herbsttournee und jede Menge Gratis-mp3s!

Erfreulich viel los ist derzeit im Hause Mon)tag. Die beste Nachricht zuerst: die geilste Band des Landes geht auf ausgiebige Herbst-Tournee:

21.09.06 Hamburg – Mandarin Kasino
02.10.06 Bonn – Mausefalle
03.10.06 Düsseldorf – Pretty Vacant
04.10.06 Frankfurt – Das Bett
05.10.06 Konstanz – Klimperkasten
06.10.06 Köln – Blue Shell ( + Justin Balk)
30.10.06 Augsburg – Kerosin
31.10.06 Nürnberg – Klüpfel
02.11.06 Neu Ulm – Cafe D’art
03.11.06 A-Feldkirch – Graf Hugo
04.11.06 Wiesbaden – Kulturpalast
06.11.06 Kiel – Nachtcafe ( + Syd Berliner)
07.11.06 Hamburg – Kulturhaus 73 ( + Syd Berliner)
08.11.06 Emden – Cafe Grusewsky ( + Syd Berliner)
09.11.06 Vechta – Gulf Haus ( + Syd Berliner)
10.11.06 Uelzen – Cafe Mephisto ( + Syd Berliner)
11.11.06 Dortmund – Bakuda ( + Syd Berliner)

(Quelle: tapete Homepage)

Mal abgesehen davon, dass sie Ecken wie Brandenburg oder Sachsen völlig ignorieren (ach was, den ganzen Osten…), ist das doch wirklich schön. Außerdem zeigen sich die Herrschaften auch noch sehr spendabel und verschenken sechs mp3s mit tollen Songs aus ihren beiden Alben! Einfach mal auf load.montag-musik.de gehen – dort gibt’s nach kostenloser und unverbindlicher Anmeldung den geradezu perfekten Mon)tag-Kennenlern-Sampler für umsonst:

Für Bitte – Wofür – Super Relaxt – Ich Du Er Sie Es – Warum sind wir so laut – Wie der Tag bricht

Durch die Bank Songs, die zu meinen Lieblings-Mon)tag-Liedern zählen. Den recht raren Song „Winter“ kann man auch noch abgrasen – diesen bislang nur auf einer EP veröffentlichten Titel verschleudert die Band als Bonus obendrauf. Also, hier klicken und sich selbst ne Freude machen. Grandiose Musik, für die ich meinem Weblog sehr gerne Werbung mache.

Und last but not least bitten die Herren Mon)tag ihre Fans um einen Gefallen: das Hamburger Abendblatt kompiliert zur Zeit eine CD mit guten Bands aus der Hansestadt und läßt seine Online-Leser mitbestimmen. Wer also der Band seine Stimme geben möchte, kann das tun, nachdem er hier geklickt hat.