Jason Mraz podcastet!

Prädikat: sehr unterhaltsam! US-Sangesbarde und next big thing Jason Mraz ist unter die Podcaster gegangen. Bereits zwei Podcasts hat Mr. A-Z bereits abgeliefert und beide sind herrlich komisch, und durchweg unterhaltsam. In der ersten Episode kann man u.a. einer clever jazzigen Version seines Songs „Mister Curiosity“ lauschen und Ausgabe zwei liefert einen improvisierten kleinen Song namens „I Want My F**king House Back“. Jason Mraz ist der geborene Entertainer – und das stellt er auch bei seinen Podcasts unter Beweis. Hier geht’s zu den Mraz Casts, hier zu Jasons Homepage.

Gib mir Musik: David R Black – Shot To Pieces

David R Black sind ein extrem spannendes Trio aus Manchester. Die beiden Herren und die eine Dame sind seit Jahren unermüdlich auf Tour, auf sie aufmerksam geworden bin ich im vergangenen März. Da spielten sie als Support bei der Spin Doctors-Europatour. Was das für Musik ist, die David R Black machen? Hmm… das ist Rock im besten Sinne: kantig, mit einer ordentlichen Portion Pathos, hymnisch und doch aggressiv und treibend. Ihre beiden „Trinity“-EPs sind angenehm zu hören, und derzeit basteln sie mit Produzent Joe Gibb (der u.a. schon für Jane’s Addiction gearbeitet hat) an einem neuen Album.

Als kleinen Vorboten gibt es seit ein paar Wochen den neuen Song Shot To Pieces als Gratis-Download. Und den gibts hier. Mehr über David R Black findet sich hier.

Photo of David R Black by Gary Wolstenholme taken from davidrblack.net.

Rückblick: Seeed, Soulstreet, David Gray live

Mir tut immer noch der Nacken weh vom vielen Ananderenleutenvorbei- und Überandereleutedrüber-Gucken in der letzten Woche. Ja, drei Konzerte an drei aufeinanderfolgenden Tagen zollen jetzt ihren Tribut in Form von Muskelkater im Nacken. Aber hey, das war’s wert – drei völlig unterschiedliche Shows, nicht alle gleich gut, aber trotzdem freue ich mich, dass jede einzelne von ihnen erleben durfte.

Donnerstag, 2. Februar 2006: Seeed im Haus Auensee, Leipzig

Meine Herren, so voll war das aber beim letzten Seeed-Konzert im gleichen Saal vor zwei Jahren oder so aber nicht! Außerdem schien das gesamte Publikum – außer mir – jünger zu werden und nicht älter. So viele Sechszehnjährige hab ich lange nicht mehr bei einem Konzert um mich rum gehabt. Seeed sind offenbar endgültig Stars und haben verdientermaßen volle Häuser und blutjunges Publikum. Nur leider hielt die Show nicht, was meine Erinnerung versprach: als ich Seeed zum letzten Mal sah, spielten sie ein unglaublich energiegeladenes, aufgekratztes Set und hatten sichtlich Spaß – an der Interaktion mit dem Publikum als auch am Musizieren.

Diesmal war das aber deutlich anders. Als wären sie gar nicht richtig da, spulten Seeed ihr Set runter – kaum wirkliche Höhepunkte, das neue Material vom letzten Album erwies sich auch live als deutlich schwächer als das der ersten beiden Platten. Das war alles ganz nett und natürlich auch tanzbar, und man kann nicht behaupten, dass hier irgendwas schlecht war. Aber die Show war größtenteils einfallslos, seltsam satt und ohne nennenswerte Höhepunkte. Was dann aber auch wieder egal war, wenn man sich ansah, welch großen Spaß den Kids im Publikum das Ganze gemacht hat. Dieses Konglomerat aus Dancehall, Downbeat, Dub und Reaggae, das Seeed da abliefern, ist musikalisch immer noch reizvoll. Die inhaltliche Substanzlosigkeit und die eigenartig lähmende Bühnen-Routine der Band sind allerdings bedauerlich. Ein schöner Abend war’s trotzdem. Irgendwie.

Freitag, 3. Februar 2006: Soulstreet im Kosmoshaus, Leipzig

Geradezu familiär ging es dagegen am nächsten Abend im Kosmoshaus am Kopfe der Leipziger Gottschedtstraße zu. Soulstreet, so eine Art Leipziger Allstar-Soul-Band, spielte mal wieder zum Tanz auf, diesmal allerdings aus besonderem Anlaß. Es war das Examenskonzert von Schlagzeuger Frank König, der sich an dem Abend auch dementsprechend ins Zeug legte und ganz und gar entzückend trommelte (soweit meine nichtstudierten Ohren das überhaupt beurteilen können). So gabs denn auch handverlesene Soulklassiker von dieser überragend gut aufeinander eingespielten Zehnpersonen-Combo; und die Stimme von Sängerin Jane Maturell muß hier einfach mal in den höchsten Tönen gelobt werden: großartig! Alles in allem eine schon merklich angespannte Show, jedoch mit über jeden Zweifel erhabener Musik. Ich hoffe doch sehr, dass die Prüfer dem Herrn König wohl gesonnen waren – das zweite Set hab ich nicht mehr erlebt, weil mich die Müdigkeit und die Vorfreude auf den nächsten Tag recht schnell gen Heimat ziehen ließen.

Samstag, 4. Februar 2006: David Gray in Huxleys Neuer Welt, Berlin

Schließlich stand dann am Samstag ein Trip nach Berlin auf dem Programm. Endlich würde ich David Gray mal live zu Gesicht bekommen. Und ja, die lange Reise hat sich mehr als gelohnt. David Gray live, das war der krönende Abschluß dieses dreitägigen Konzertreigens. Vom ersten Ton des Openers „Alibi“ bis zum herrlich kruden Schluß mit dem The Cure-Cover „Friday I’m In Love“ zwei Stunden später war das ein sensationelles Konzert. Okay, ich könnte mich jetzt genüßlich auslassen über die blöde zugedröhnte Schrulle, die meiner Begleitung und mir das erste Drittel der Show durch ihren Kampftanz (mit ganz viel Gefühl, äh, Ellenbogen) verlitten hat. Sicher, ich könnte meiner Verwunderung Ausdruck verleihen, warum jemand zu einem David Gray-Konzert geht und sich nicht ein einziges Mal bewegt (der Kerl vor mir. Dir widme ich übrigens meine aktuellen Nackenschmerzen). Herrje, und ich könnte bemängeln, dass einige Songs, die ich gerne von Herrn Gray live gehört hätte, nicht Teil der Setlist waren.

Aber das alles wird unsagbar nebensächlich, wenn ich mir dieses Konzert in Erinnerung rufe: glasklarer, brillianter Sound. Wunderbare Songs, tolle Arrangements. Ein ausgelassener, gut gelaunter und stimmlich in Höchstform befindlicher David Gray. Clune, dieser unendlich sympathische Freak an den Drums, der immer so aussieht, als entdeckte der Glöckner von Notre Dame gerade das Schlagzeugspiel für sich. Die großartige Caroline Dale am Cello – eine alte Bekannte von vielen Sinéad O’Connor-Konzerten, die jetzt mit Herrn Gray umherzieht (schade, dass ich sie kaum gesehen habe – Davids Klavier und der sich nicht bewegende Schrank von einem Mann vor mir im Publikum waren schuld). Sail Away. Lately. Alibi. Please Forgive Me, natürlich. Babylon. Und und und – das war ein großes, anrührendes Konzert. Eines mit erstaunlich vielen Momenten, in denen die Augen so komisch feucht werden. Und Du für ein paar Augenblicke einfach nicht weißt, was Du zuerst machen sollst: vor Freude lachen oder vor Glück weinen.

Bilder geklaut von den Websiten der jeweiligen Künstler.

Robert Randolph trumpft auf: neues Album mit Matthews und Clapton

Steel Guitar-Held Robert Randolph veröffentlicht in diesem Jahr endlich den lange erwarteten Nachfolger zum 2003er Album „Unclassified“. Und für dieses neue Album hat er u.a. mit Dave Matthews und Eric Clapton Songs aufgenommen, und auch Produzenten-Ikone Rick Rubin soll seine Hände mit im Spiel gehabt haben. Noch hat das Kind, also das Album, keinen Namen und ein Veröffentlichungsdatum gibts auch noch nicht – im Februar gehts für Herrn Randolph aber schonmal auf Tournee, und das Album kommt dann wohl im Laufe der ersten Jahreshälfte (via Billboard.com).

Bonnaroo 2006: u.a. mit Beck, Blues Traveler, Bright Eyes

Das Line-Up des inzwischen sehr populären jährlichen Bonnaroo-Festivals in den USA liest sich auch in diesem Jahr wirklich hervorragend. Hier eine Meldung zum Thema der Nachrichtenagentur AP, wie sie in der Black-Cat-Mailingliste (Blues Traveler) zitiert wurde:

Radiohead, Petty to headline Bonnaroo
Death Cab for Cutie, Beck, Bright Eyes also to appear at June festival

NEW YORK – Radiohead and Tom Petty and the Heartbreakers are among the artists set to perform at the fifth annual Bonnaroo Music & Arts Festival this summer. The alternative rock band […] will headline the three-day camping and music festival, which will be held June 16-18 on a 700-acre farm in Manchester, Tenn., festival promoters said Tuesday. Other artists include Beck, Elvis Costello and the Imposters, Bonnie Raitt, Death Cab for Cutie, Bright Eyes, Damian Marley, Buddy Guy, The Neville Brothers and Blues Traveler. […]
Bonnaroo began mainly as a roots-rock festival in 2002 but has gained respect in the music industry for its commitment to diversity in presenting established artists and newcomers of all eras and genres. […](via mscnbc.com)

Ebenfalls mit dabei: Ben Folds, G Love & Special Sauce, Medeski Martin & Wood, Buddy Guy, Soulive, Robert Randolph und viele andere.

Gib mir Musik: Josh Rouse – Quiet Town (Video)

Subtitulo, das neue Album von Josh Rouse, erscheint, wie bereits berichtet, im März. Es soll musikalisch und inhaltlich stark beeinflußt sein von Joshs Umzug von Nashville nach Spanien, wo er dieser Tage lebt und arbeitet. Einen ersten Vorboten zum nächsten Longplayer des Ausnahmemusikers gibt es bereits jetzt. Und was für einen. „Quiet Town“ ist die erste Single aus „Subtitulo“, und zu diesem niedlichen Song gibt es ein schönes Schwarz-Weiß-Video – veröffentlicht auf der Seite von Joshs neuem Vertriebspartner Nettwerk. Hier gibt’s das Video (Quicktime), hier geht’s zur Nettwerk-Rouse-Seite.

Picture of Josh Rouse taken from nettwerk.com

Niels Frevert live im Bärenzwinger, Dresden (28. Januar 2005)

Der Abend beginnt mit so einer Art Déjà vu-Erlebnis: gemeinsam mit zwei Freunden fahre ich in eine fremde Stadt. Das Ziel ist ein mir bis dato unbekannter Club, in dem Niels Frevert ein Konzert geben soll. Nach ein wenig Herumgesuche ist der Club gefunden, wir drei sind natürlich viel zu früh da, und der erste, der uns im Laden über den Weg läuft – ist der Künstler persönlich: schüchtern, zurückhaltend, irgendwie unsicher wirkend. In Berlin, wo all das vor etwas mehr als zwei Jahren schon einmal so ähnlich geschah, ernteten wir fast Gelächter, als wir dann am Tresen schonmal prophylaktisch unsere Karten kaufen wollten, nur, um sicherzugehen, dass wir später dann auch wirklich rein kämen. Damals ahnten wir nicht, dass die Gefahr, nicht rein zu kommen, weil der Andrang zu groß sein könnte, ziemlich gering war. Diesmal, in Dresden, haben wir uns die Nachfrage am Tresen daher gleich gespart – nein, überfüllt würde es nicht sein, das war recht früh klar. Aber dass Niels Frevert in einer Stadt wie Dresden vor gerade mal 25 zahlenden Gästen spielen sollte, haben wir so auch nicht geahnt.

Gute zwei Stunden später: Niels betritt die Bühne. Sieht aus wie ein Häufchen Elend. Die Besucher sitzen auf den Stühlen, die an den vier Wänden des Mini-Schuppens rumstehen. In der Mitte, vor der Bühne: niemand (ja, okay, wir auch nicht. Aber immerhin standen wir). Das Konzert beginnt, mit diesem vertrauten, warmen E-Gitarren-Sound, mit „Seltsam Öffne Mich“, mit zaghaftem Applaus danach. „Weil Du anders bist“ folgt, und kurz darauf ein deutlich stärkerer Applaus. Ein ganz langsames Ankommen – für den auf der Bühne wie auch für die anderen im Raum. Dann „Tag ohne Namen“, grandios. Danach traut sich Frevert, das Publikum in die Mitte zu bitten. Und – wir alle nehmen diese Einladung an, als hätten wir die ganze Zeit nur darauf gewartet. Von da an – war der Abend im Dresdener Bärenzwinger tatsächlich ein Konzert.

Und was für eines. Niels spielt die stärksten Songs seiner beiden Soloalben, spart nicht mit Udo Lindenberg-Stücken, plaudert, wird ausgelassen beklatscht, ist willkommen. Es mutet geheimbündlerisch an, als dieses gerade mal schulklassengroße Publikum beginnt, mitzusingen. Nicht in Stadionrockmanier, eher sanft und dankbar klingt es aus auffallend vielen Kehlen: „Du musst zu Hause sein…“ und „Wann kommst Du vorbei“. Ja, das ist ein mickrig besuchtes Konzert. Aber die, die da sind, haben sich nicht in den Bärenzwinger verirrt. Sie sind hier, um Niels Frevert zu sehen und zu hören. Diese vertrauten, wunderbaren Melodien. Diese lyrischen Momentaufnahmen, die nicht immer schön, aber immer gut sind. Dieses markante Gitarrenspiel. Was noch vor ein paar Minuten in einem Debakel zu enden drohte, entpuppt sich als Wohltat, als Segen, als kleines Wunder. Niels verläßt die Bühne. Und lächelt verlegen.

Wir bedanken uns später noch kurz bei Niels für diesen seltsam schönen Abend, freuen uns über die Nachricht, dass es im Herbst vielleicht ein neues Album geben wird und verlassen die fremde Stadt, fahren die hundertnochwas Kilometer nach Hause. Ich werde nie verstehen, warum dem Mann nicht mehr Ruhm für seine Musik zuteil wird. Er nicht vor einem mindestens zehn Mal so großen Publikum auftreten kann. Aber ich werde auch beim nächsten Mal da sein. Zuhören. Hier und da mal schüchtern mitsingen. Und mich freuen, dass es Niels Frevert gibt.

Fotos: Robby Rösner (1&2), Sebastian Höhne (3) – Danke!

Ben Harper traut sich was: "Better Way" Song-Preview

Wie unlängst schon angekündigt, veröffentlicht Ben Harper in wenigen Monaten sein neues (Doppel)-Album „Both Sides Of The Gun“. Die erste Single kann man jetzt bereits probehören. Wer hier klickt, hört einen 90-sekündigen Schnipsel im Real Audio-Format. Wer da nicht klicken mag, dem sei gesagt: „Better Way“ (so der Name des Songs) ist schick – eine Harper-typische, soulige Melodie, diesmal aber spannenderweise in einen indisch anmutenden, sitar-lastigen Mantel gepackt. Schön zu hören, dass Ben Harper sich nach (unbestritten guten, aber trotzdem…) Nummer-Sicher-Singles wie „Diamonds On The Inside“ mal wieder was traut.

Ach ja, noch ne Harper-Neuigkeit. Der Knabe spielt im Juni mal eben fünf (5!) Nächte am Stück im legendären Pariser Venue Olympia. Wer zwischen dem 26. und dem 30. Juni in Paris ist, sollte sich Karten besorgen und unbedingt eine der Shows mitnehmen. Harper live ist nämlich einfach nur… ja, geil.