Todd Thibaud – Northern Skies (2004)

Künstler habens manchmal schwer: machen sie jahrelang immer die gleiche Musik, wird ihnen das von den Kritikern gerne mal vorgehalten. Machen sie dann plötzlich doch auf einmal etwas ganz anderes bisher, wird auch das ihnen oft aufs Butterbrot geschmiert. Dabei hat beides, das Konservative und das Progressive, seine Reize. Vorausgesetzt, man spricht über echte Künstler, über Menschen, in deren Werk Leidenschaft, Hingabe und Herzblut stecken.

Todd Thibaud ist ganz ohne Zweifel so ein echter Künstler. Ein nimmermüder Storyteller, ein überaus herzlicher Mensch und – ein begnadeter Musiker. Jetzt hat er endlich ein neues Soloalbum vorgelegt, das vierte nach „Favorite Waste Of Time“, „Little Mystery“ und „Squash“, letzteres datiert auf das Jahr 2000. Zwar war er in der Zwischenzeit kaum faul oder rastlos, hat mit Songwriter-Kollgen das umjubelte Projekt Hardpan verwirklicht und mehr Livemitschnitte (mal mit Band, mal solo) vorgelegt, als so manch anderer in seiner gesamten Karriere. Die Zeit war aber dennoch mehr als reif für neue Stücke, neue Geschichten, neue Melodien des sympathischen Amerikaners.

Nun ist es endlich da: „Northern Skies“ heißt Thibauds frisches Studioalbum, und darauf tummeln sich insgesamt 13 ganz wunderbare Rocksongs. Da sind sie wieder, die Gitarren, die unaufgeregt, aber punktgenau zu bezaubern wissen. Da sind sie wieder, die Melodien, die Dich nicht erst nach dem dritten oder vierten Mal Hören packen, sondern sofort, gnadenlos, unmittelbar. Da ist sie wieder, diese Stimme, die sanft, warm und doch pointiert Geschichten von den kleinen und großen Dingen des Lebens erzählt.

Du trällerst Stücke wie „Three Words“ oder „On My Own Again“ sofort mit. Du kannst die Gänsehaut bei „Where You Can’t Be Found“ nicht verleugnen. Du bist 51 Minuten lang glücklich, diesen Songwriter zu kennen und seine Musik in Deine Ohren und in Dein Herz zu lassen. Keine Frage: hier ist nichts innovativ, sensationell neu oder progressiv. Todd macht ganz kontinuierlich dort weiter, wo er vor vier Jahren mit „Squash“ aufgehört hatte: beim kleinen, direkten, herzlichen, unaufgeregten Rock-Folk-Country-Pop-Song. Immer die gleiche Musik also, könnten Kritiker jetzt lästern. Aber wenn Todd Thibaud auch weiterhin mit einer derartigen Perfektion, Geschmackssicherheit und Leidenschaft „immer das Gleiche“ macht – dann soll er das von mir aus tun. Und bitte noch viele, viele, viele Jahre lang! Denn für zeitlose Alben wie „Northern Skies“ wurde die „Repeat All“-Taste am CD-Player erfunden.

Mehr über Todd Thibaud im dunkelblau Weblog findest Du hier (mit allen Dezember-Live-Deutschland-Daten!) und hier (was zum Hören!).
Mehr auch auf der Website von Todds deutschem Plattenlabel Bluerose Records. Hier entlang, bitte!

Gib mir Musik: Adam Green – Jessica

Zwei Gründe, warum ich diesen hübschen Song des Ex-Moldy-Peaches-Mitglieds Adam Green fix verlinke: zum einen ist das ein wirklich schönes Lied, das allen Plastikpopstargenervten aus der Seele spricht (es geht schließlich um Jessica Simpson und ihre zumindest nicht in ihrer Musik auffindbare Liebe) und das ich schon lange mal vorstellen wollte. Zum anderen kann ich in den nächsten beiden Tagen nicht viel neues hier reinschreiben, und da plagt mich einfach das schlechte Gewissen, heute nur einen Beitrag zu liefern.

Hier also meine äußerst unterhaltsame Gewissensberuhigung, gefunden auf intro.de. Den Rechtsmausklick machst Du einfach hier.

Schönes Wochenende!

Rock Hard Times: Nach der US-Wahl / Ben Folds / Elliott Smith

Katerstimmung an der „Vote for Change“-Front: Natürlich haben all die engagierten Musiker in den USA darauf gehofft, dass John Kerry das Rennen machen würde, und nicht der andere, der aus Texas. Sie haben gekämpft, sich engangiert, sich für die demokratische Alternative ausgesprochen. Die ersten Reaktionen der politisch aktiven US-Musiker schwanken zwischen Schock, Resignation und Wut. Laut.de hat sich im Internet umgeschaut, und liefert unter dem Titel „Vier Jahre im Vollsuff“ eine erste kurze Bestandsaufnahme, die so beginnt:

Viele sind einfach nur sprachlos. Auf den Webseiten von Bruce Springsteen oder den Dixie Chicks stehen noch die hoffnungsfrohen letzten Wahlaufrufe vom Montag. Filmemacher Michael Moore zeigt ein Bild von George W. Bush auf seiner Webseite, das aus Irak-Kriegsopfern zusammen gesetzt ist. Herausforderer John Kerry hatte sich gestern unter Tränen geschlagen gegeben und Bush zum Wahlsieg gratuliert. Er soll dabei „sehr großmütig“ gewirkt haben, und er forderte seine Anhänger zur Versöhnung mit dem gegnerischen Lager auf.

Den vollständigen Beitrag findest Du hier.

Bands Against Bush war eines von zahlreichen Anti-Bush-Musik-Bündnissen in den Staaten. Klar, auch hier regiert eher die Enttäuschung. Und da liest sich der aktuelle Tagebucheintrag auf deren Seite denn auch so niedergeschlagen, dass man den Autoren erstmal in den Arm nehmen möchte:

I cannot tell you how much I want to quit right now.
Just give up, give up Bands Against Bush, give up believing that there is some sort of hope, give up believing the Republic can be saved, give up living in America.
Just fucking give up.
I have an excellent band, a fantastic significant other, a decent job, and plenty to be thankful for, is it pride or foolishness that compels me to ram my head against the wall like this?
I feel like i’ve been punching the wall so hard that my hands are bloody, have you ever done that before? The wall, generally speaking, does not come down, but you are left feeling just as crappy as before but with hands that ache.
As I watched the results, I felt both sick to my stomach and uncomfortable in my own skin.
The electoral college isn’t what is getting to me, it’s more then that, it’s Bush leading in the popular vote. Sure, there’s all kinds of fraud that’s gone down in Florida, New Mexico and Ohio, but I was very clearly wrong on many levels. I have many flaws, but I can admit when I was wrong, and it seems like I was wrong about a lot of things.

Weiter gehts auf dieser Seite.

Von Bush zurück zur Musik. Ben Folds, der ja Ende November nach Berlin kommt, hat einen Song aufgenommen, auf dem er Elliott Smith besingt. Schließlich geht der Tods Smiths im letzten Jahr nicht nur dessen Fans nahe, sondern auch dessen Kollegen. Der US-Rolling Stone schreibt über Fold’s Song und verrät dabei gleich noch ein paar interessante Details zum neuen Album des Songwritingwunders:

Ben Folds has recorded „Late,“ a tribute to Elliott Smith, who died last year from an apparent self-inflicted knife wound. The song will appear on Folds‘ second solo album, due in February. Smith and the piano man toured together back in 1998, when Folds was fronting Ben Folds Five.

Die ganze Nachricht findest Du hier.

A propros Elliott Smith: kurz nach dessen Tod 2003 schrieb Arne Willander vom deutschen Rolling Stone eine „Wiederhören“-Kolumne zu Smiths 1997er „Either / Or“-Album. Sehr lesenswert:

„Entweder/Oder“, das war ja auch die große Frage des Sören Kierkegaard, im Hauptwerk mit dem „Tagebuch des Verfühers“. So rigoros wie der Denker wollte
möglicherweise auch Elliott Smith leben. Kierkegaard versagte sich die eine große Liebe seines Lebens. Smith versagte sich mit 34 Jahren das Leben selbst. Es gab immer Hinweise auf seine Drogensucht , und es gibt diese schwebende Traurigkeit in seinen Liedern. Aber am Ende wird niemand erklären können, weshalb sich jemand mit einem Messer zerschneidet.

Hier gibts das ganze „Wiederhören“.

Neues von Sinéad O'Connor: Sie singt mit Mönchen…

Ja, sie hat gesagt, sie wolle kein Teil des Popbusiness mehr sein. Sie wolle keine kommerziellen Platten mehr veröffentlichen. Endlich ihre Ruhe haben. Aber sie wolle dennoch weiterhin singen – um zu beten, zu heilen und Gott zu preisen: Sinéad O’Connor, die zweifellos schönste Stimme Irlands.

Wie das mit den Gebeten klingen könnte, hat sie auf ihrem letzten Album, dem Rare-Tracks-Sammelsurium „She Who Dwells…“ schon auf ein, zwei Stücken angedeutet (z.B. „Song Of Jerusalem“). Jetzt, ein Jahr und eine Geburt (ihr drittes Kind ist da) später, setzt sie ihre Ankündigung erstmals in die Tat um und singt mit auf einer CD voller spiritueller Songs. „Biscantorat“ heißt das Projekt der Mönche von Glenstal Abbey, und auf der Gästeliste der CD erscheint der Name Marie-Bernadette O’Connor. Wer den Rummel um Sinéads „Priesterweihe“ vor ein paar Jahren verfolgt hat, weiß, dass Marie-Bernadette Sinéad ist.

Hier Auszüge aus der offiziellen Pressemitteilung zur CD, gefunden in einem der letzten aktiven Sinéad-Fan-Messageboards. Die mit Sinéad, äh, Marie-Bernadette in Bezug stehenden Sachen hab ich mal fett markiert.

BISCANTORAT – SOUND OF THE SPIRIT
THE MONKS OF GLENSTAL ABBEY
with MARIE – BERNADETTE, JOHN O?DONOHUE and NÓIRÍN NÍ RIAIN

Qui cantat, bis orat : The one who sings, prays twice

A moment of prayer at the Benedictine Abbey in Murroe, Co.Limerick, captured on this simple and beautiful recording.
Sounds, voices, music. Latin chants, Irish songs, English hymns. Voices alone. Voices together. Harmony. Plain chant. Christmas carols. Spoken word. A celebration of life, love and spirituality. The tracks trace the course of the liturgical year from Advent through Pentecost.
Whose are these voices?
They belong to no one in particular. We stand in a circle. We breathe a column of air moving upwards, formed by our singing. The song gives shape and colour to the pillar of sound. Each of us relinquishes ownership, unties the anchors from our hearts, opens the window and lets the songbird free.
Let the Sound of the Spirit take you wherever the Spirit moves.

The recordings feature singer Marie-Bernadette, Nóirín Ní Riain, world renowned theologian and musicologist, along with the spoken word of John O?Donohue, spiritual writer and philosopher and of Brother Mark Patrick Hederman, a Benedictine monk and philosopher.

Marie-Bernadette needs no introduction, one of the worlds most controversial and successful female artists. In 2003, she announced her retirement from commercial music, opting instead to devote her energies and vocal gifts to the enhancement and healing of the spirits and lives of those in need.

Nóirín Ní Riain is an internationally acclaimed Irish singer of spiritual songs from many traditions. She holds a PhD in theology and is author of three books and numerous articles on all aspects of spirituality….

Die gleiche Pressemitteilung gibt auch Auskunft über das Tracklisting der CD, auf fünf Stücken ist Sinéad dabei, nämlich auf diesen hier:

3) Veni, Veni, Emmanuel!
12th century Advent Solstice Antiphon, set to 18th century music.
Veni clavis Davidica fac iter tutum superum.
Come, O key of David, make safe our heavenward journey.

4) The Darkest Midnight
Christmas Carol from the Kilmore tradition in Co. Wexford, Ireland.
God grant us grace in all our days, a merry Christmas and a happy end.

7) Puer Natus in Bethlehem
Christmas song from a 14th century German Benedictine processional.
Benedicamus Domino!
Let us bless the Lord!

10) Regina Cæli
Marian antiphon traditionally sung after Compline, Night Prayer, during
Eastertide.

12) The Seven Rejoices of Mary
Traditional Irish numerical carol, collected in Waterford in 1901.

Die CD ist lustigerweise ganz regulär über Sinéads alte Plattenfirma Hummingbird Records zu bestellen (per Kreditkarte, in der Vergangenheit waren die Hummingbirdler immer sehr schnell, sicher und zuverlässig).

Aus dem gleichen Fanforum ist übrigens zu erfahren, dass es sich bei „Regina Caeli“ und „The Seven Rejoices..“ definitiv nicht um die Aufnahmen der Songs handelt, die Sinéad in ihrem früheren Leben als Popstar veröffentlicht hat, sondern um Neuaufnahmen. Sobald „Biscantorat“ in meinem CD-Player läuft, mehr über die neue, fromme Sinéad O’Connor.

NP: The Day Traders (2004)

Eine Extraportion Pop, bitte! Vorhang auf für eine Band, die sich in Deine Gehörgänge bohrt, gnadenlos und unwiderstehlich! Ladies and Gentlemen: The Day Traders! Noch nie waren in diesem musikalisch ja eigentlich schon sehr reichen Jahr die Refrains liebenswerter, süßer, verträumter als auf diesem Album. In der Welt der Day Traders ist einfach alles Melodie – und das ist gut so.

The Day Traders sind Mitchell Linker und Jeff Norberg, mitmusiziert und produziert hat Saul Zonana. Es ist geradezu unmöglich, aus den elf Stücken einige besonders hervorzuheben. Alle, wirklich alle sind Songs, die Du liebend gerne im Radio hören möchtest, meistens belebend und heiter („Why“, „Out Of My Head“, letzteres übrigens mit Aaron Comess am Schlagzeug), hier und da etwas melancholischer („Sorry About The Time“). Beatleske Harmonien treffen auf amerikanischen Collegerock, streifen Genres wie Funk, Rock, und sind voller Selbstbewußtsein: Pop!

Hab ich schon auf den originellen Gesang, die cleveren Harmoniegesänge und die bestechend logischen und doch warmen und herzlichen Arrangements hingewiesen? Nein? Dann wirds aber allerhöchste Zeit. Und ab hier fallen mir nur noch Sätze über diese Band ein, die wie Waschmittelwerbung klingen, aber gar nicht so gemeint sind. Kostprobe? Na gut, eine:

The Day Traders – Als wäre das ganze Jahr Frühling…

Top 5 vom 25. Oktober 2004*

05 G. Love – Back Of The Bus
04 Donavon Frankenreiter – Call Me Papa
03 Spin Doctors – Nice Talking To Me
02 Jason Mraz – Too Much Food (live)
01 Ocean Colour Scene – Oh Collector (live)

* Hab ich am Montag schlichtweg vergessen und reiche sie deshalb heute nach. Sorry und danke diversen aufmerksamen Lesern fürs Erinnern!

Gib mir Musik: Air Conditioned Gypsies (2000)

Komm mit in das New York des Jahres 2000. Wir schreiben den 25. November. Im mächtig angesagten Wetlands Preserve treffen wir uns, und lauschen einigen begnadeten Jazz-, Funk- und Rockmusikern der Stadt, wie sie eine Nacht lang jammen, als gäbe es kein Morgen. Stephan Crump spielt Bass, Teddy Kumpel Gitarre, Dan Jordan Saxophon, Aaron Comess Schlagzeug, und ein Keyboarder ist auch noch mit dabei (Name leider nicht überliefert). Die Herrschaften nennen sich für diese eine Nacht Air Conditioned Gypsies. Einen etwa achtminütigen Ausschnitt aus dieser Jamsession kannst Du Dir als mp3 per Rechtsmausklick hier runterladen.

John Mayer – As/Is (2004)

Einen regelrechten Tour-Marathon hat er in diesem Sommer hingelegt, der US-Sunnyboy mit dem virtuosen Gitarrenspiel und der honigsanften Stimme. Gemeinsam mit Maroon 5 ist John Mayer fast drei Monate lang von Amphitheater zu Amphitheater gereist, um amerikanischen Kids seine Vorstellung von Blues, Soul, Funk und Pop in die Gehörgänge zu jagen.

Nach dieser äußerst erfolgreichen Tour, die, glaubt man den zahlreichen Einträgen in den einschlägigen John Mayer-Messageboards und -Foren im Internet, auch qualitativ hervorragend war, veröffentlicht der Wunderknabe jetzt einige ausgewählte Nuggets aus vier Konzerten auf 2 CDs. „As/Is“ heißt das ganze, und ist hierzulande leider nur über einen neuen, Sony-nahen Internetshop zu haben.

Es gibt einen guten Grund für den exklusiven Vertrieb übers Internet, über die eigene Homepage und via iTunes USA: zu ähnlich sind sich die Tracklisten des neuen „As/Is“ und der erst vor knapp 20 Monaten regulär veröffentlichten Liveshow „Any Given Thursday“, als das sich eine großangelegte internationale Veröffentlichung der neuen Doppel-CD kommerziell wirklich lohnen würde.

Wirklich lohnenswert ist das Hören von „As/Is“ allemal, und der oben verlinkte Shop hat in meinem Fall sicher, seriös und vor allen Dingen zügig gearbeitet und geliefert. So rotiert sie denn auch in meinem CD-Player rauf und runter, diese Aneinanderreihung von Perlen aus dem Mayerschen Schaffen. Eines fällt sofort auf: seine Show, seine Songs , sein Auftreten – das alles ist sicherer, selbstbewußter, reifer geworden. John hat, nach einem Grammy und hunderten von Shows und bei einer stets weiter wachsenden Fangemeinde, sein Schicksal, von sehr vielen Menschen gemocht zu werden, nicht nur akzeptiert, nein, er macht sogar das beste daraus.

Sollen andere doch mit der Nase rümpfen, weil John halt auch viele Teeniebopper im Publikum hat und weil sein mitunter recht sanfter Sound auch Menschen in einschlägige Venues treibt, die sonst eher seltener bei Liveshows anzutreffen sind. Yellow Press, TRL, Starschnitte – wenn man jung, talentiert, gutaussehend und offensichtlich massenkompatibel ist, dann muß das ja nicht gleich bedeuten, dass die Musik schlecht ist.

Im Gegenteil: packende Performances sind das, und die Songs seines zweiten Majoralbums stechen durchaus auf dieser CD hervor. Ja, man freut sich auch über das Wiederhören mit Liedern wie „Your Body Is A Wonderland“, muß aber zugeben, dass Stücke wie „Clarity“ einfach die facettenreicheren, tiefgründigeren sind. Wirklich überraschend und schön ist der „Inner City Blues (You Make Me Wanna Holler)“, ein Mavin Gaye-Cover, welches John und seine Band zusammen mit dem grandiosen DJ Logic abliefern. Gänsehaut gibts in der Schlußkurve des 2-CD-Sets, wenn John alleine auf der Bühne steht, und, nur mit der Gitarre bewaffnet, mit Liedern wie „Comfortable“ oder „Homelife“ zu fesseln versteht.

Ein Manko der CDs ist für mich, dass nach jedem Song ein- und ausgefadet wird. Sicher, bei einer Zusammenstellung aus fünf verschiedenen Shows ist das letztlich nur konsequent und recht naturalistisch, das Hörvergnügen wird dadurch aber schon merklich getrübt. Wie schon auf der letzten Dave Matthews Band-Veröffentlichung „The Gorge“ bekommt man zwar haufenweise tolle Musik geliefert, hat aber nie so richtig das Gefühl, „anzukommen“, „dabeizusein“. Kann sein, dass das nur mir so geht, aber Live-CDs, die nicht ständig ein- und ausblenden, wirken auf mich einfach organischer und runder.

Aber das ist nur Kritik am Rande, die nicht überschatten soll, was auf „As/Is“ unüberhörbar ist. Dass hier nämlich ein ganz Großer am Werk ist, der vor Musikalität, Humor und Spielfreude fast übersprudelt. Achtung, der muß jetzt einfach kommen, dieser Satz: Ich habs doch schon immer gesagt, dass aus dem Jungen mal was wird!