One Night Only – Started A Fire (2008)

onenightonly-startedafire.jpg

Was ich machen würde, wenn mir eine Plattenfirma anböte, meine Band könnte ein Album mit Steve Lillywhite produzieren? Ich würde keine Sekunde nachdenken, sondern sofort begeistert „Ja“ schreien und für den Rest des Tages mein Glück kaum fassen. Vielleicht ist es den blutjungen Herren von One Night Only so oder so ähnlich gegangen. Klar, das Ergebnis ist eine Hochglanzplatte, aber was für eine! Die Jungs haben ein paar geile Ohrwürmer, der Produzent hat das Händchen, daraus veritable Hits zu machen – und schon summt ganz England Songs wie „You And Me“ und „It’s About Time“. „Started A Fire“ ist eine herrlich unkomplizierte Platte geworden, gegen die ich mich nicht wehren kann oder will. Und mit „Just For Tonight“ ist One Night Only das beste „Time To Wonder“-Cover aller Zeiten gelungen.

Marc Broussard – Must Be The Water EP (2008)

Marc Broussar - Must Be The Water EP

Keine Ahnung, warum Marc Broussard sich so schwer mit Alben tut. Bislang kann er nur einen einzigen Longplayer mit eigenem Material vorweisen: das großartige Album „Carancro“ von 2004. Das 2006er Soul-Coveralbum „S.O.S.“ deutete dann schon an, was dem Mittzwanziger mit der Endfünfziger-Stimme wichtig ist. Bloß nicht in die Teenie-Senations-Ecke geraten, die peinliche Kommerzfalle um jeden Preis auslassen. Lieber weniger, dafür richtig gute Sachen rausbringen. Das ist ihm jedenfalls mit dieser 5-Track-EP bestens gelungen – starke Songs, starke Stimme, 20 Minuten kitschfreie Kurzweil. Carencro, Louisiana kann stolz sein auf diesen Typen.

Reinhören bei Myspace

Van Morrison – Keep It Simple (2008)

Van Morrison Keep It Simple

Van Morrison hat mal wieder eine neue Platte und macht das gleiche wie immer. Er holt sich Weltklasse-Sessionmusiker ins Boot und schmettert elf Songs ein, die zwischen Northern Soul, Blues und Pop wandern. Absolut überraschungsfrei, und das ist auch gut so. Die Hammondorgel pumpt, die Gitarren spielen knorztrockene Licks, die Backings sind irgendwas zwischen betörend und gaga. Über allem trohnt Van der Erhabene und kriegt mich wieder mal. „Don’t go to nightclubs anymore“, stellt er in einem Stück fest. Muss er auch gar nicht, solange er nur hin und wieder in ein Studio geht, um Platten wie diese aufzunehmen.

Let's try again

Da bin ich wieder. Eigentlich wollte ich ja so schnell nicht wieder bloggen, aus Zeitgründen und so. Nun ist es nicht eben so, dass ich mich zur Zeit den lieben langen Tag langweilen würde. Aber gelegentlich kribbelts dann doch in den Fingern und ich habe das Bedürfnis, über die eine oder andere Musik was zu schreiben, ein schönes Lied zu verlinken oder mich öffentlich über ein Buch zu ärgern, das ich gerade gelesen habe. Dann mach ich das eben ab sofort hier. Ich bin immer noch der wahrscheinlich anstrengendste Spin Doctors-Fan der Welt (für meine Umwelt), ich mache nach wie vor leidenschaftlich gerne selber Musik (zur Zeit mit meiner Band 2zueins!) und mich können auch im Jahr 2008 noch schöne Songs und Alben zu Jubelstürmen hinreißen. Alles wie immer also, nur ab sofort eben in diesem kleinen Blog.

Neue 2zueins!-Single ab sofort erhältlich

Mann, bin ich aufgeregt… Eben haben wir die ersten beiden Songs aus unserem Album der Weltöffentlichkeit preisgegeben. „ALL DIE ALTEN MEISTER“ und „NUR EIN SCHATTEN DEINER SELBST“ heißen sie, und sie sind die Vorboten zu dem in wenigen Wochen erscheinenden 2zueins!-Album „CLOCKWORK UTAN“.

Und weil wir ja nette Zeitgenossen sind, verschenken wir diese beiden Songs, als erste Single aus dem Album quasi. Die Stücke gibts ab sofort auf der 2zueins!-MySpace-Seite zum Anhören und/oder Runterladen.

Bin auf alle Reaktionen gespannt – wem’s gefällt, der möge doch bitte allen seinen Freunden, Nachbarn, Schwiegereltern und jüngeren Geschwistern Bescheid geben und uns und unsere Songs weiterempfehlen.

2zueins-Single bei MySpace gratis runterladen

(Wem das mit dem Downloaden zu kompliziert ist: kein Problem. Einfach am nächsten Wochenende bei unseren Shows in Leipzig und Fraureuth vorbei kommen und die Single als CD abstauben!)

Sinéad O'Connor: Live nach Babypause…

Sinéad O?Connor weiß, was Fanherzen mögen ? gestern gab die irische Sängerin ihre erste Live-Show seit Jahren, und das im Dublin Castle. Neben Songs aus ihrem Album ?Theology? gab es ein Greatest-Hits-Set, das sich gewaschen hat: zum ersten Mal seit über zehn Jahren sang Sinéad auch Songs aus ihrem Debütalbum (?The Lion And The Cobra? von 1987), dazu eine echt gelungene Auswahl aus späteren Platten (My Lagan Love, The Lamb?s Book Of Life). Und das alles auch noch dargeboten mit ihren Leib- und Magenbandmitgliedern John Reynolds (Drums), Caroline Dale (Cello) und Clare Kenny (Bass) und anderen.

Die Show war quasi die Generalprobe für die im Sommer geplante Tour (Deutschland-Daten sind bislang noch keine bekannt). Wenn diese Setliste repräsentativ ist für die Tour, dann nehm ich auch gerne lange Anfahrtswege in Kauf:

The Emperor`s New Clothes
I Am Stretched On Your Grave
You Made Me The Thief Of Your Heart
Jump In The River (!)
Never Get Old (!!)
The Lamb`s Book Of Life (!!!)
My Lagan Love
Something Beautiful
If You Had a Vineyard
Nothing Compares 2 U
Thank You For Hearing Me
Mandinka (!)
In This Heart
Fire On Babylon
The Last Day Of Our Aquaintance

ENC:
(Out Of The Depths)
Glory Of Jah
Rivers Of Babylon
(Quelle Photo und Setlist: Mini @ Sinead O?Connor Forum)

Top 5 vom 4. Mai 2007: Neues im CD-Regal

Nachdem ich in den letzten Wochen hier so gar nix reingeschrieben habe, schnell mal eine Top 5 mit Alben, die mich in den letzten Monaten beschäftigt haben…

5 – Endless Highway – The music of The Band
Eigentlich gehen Tribute-Alben ja fast immer schief, und auch das hier ist eine recht zweischneidige Angelegenheit: übliche US-Musikszene-Verdächtige wie Guster, Bruce Hornsby, Jack Johnson, Widespread Panic oder auch Jakob Dylan interpretieren hier Songs von Bob Dylans langjähriger Backingband, die auch ohne Bob zu Ruhm und Ehre kam. Das ist insgesamt recht kurzweilig, manchmal etwas beliebig, musikalisch stets sehr hochwertig. Die Dichte der echten Höhepunkte lässt allerdings zu wünschen übrig, so richtig umhauen können mich nur Blues Traveler (Rag Mama Rag) und – ich kann’s selber kaum glauben – Death Cab For Cutie (Rockin‘ Chair).

4 – The Fratellis – Costello Music
War ein Geburtstagsgeschenk, und zwar ein echt gelungenes. Von den Fratellis hatte ich nur durch diverse Blogs und diese Apple-Werbung gehört, aber die Platte hat mehr zu bieten als nur „Flathead“. Die drei vermeintlichen Brüder liefern schön rotzige Popnummern, die im Ohr bleiben und was sonderbar Unmittelbares, Direktes haben. Super Platte, Danke nochmal fürs Schenken.

3 – Sinéad O’Connor – Theology
Was ich auf der Vorab-Version von Sinéads im Juni erscheinenden Doppelalbum hören durfte, ist wahrlich keine leichte Kost. Ein Album in zwei Versionen, eine fast nur mit Gesang und Akustikgitarren auskommende „Dublin“-Seite, eine mit verfremdeten Beats, lauten E-Gitarren und Chören aufgemotzte „London“-Seite. Letztere sagt mir auf Anhieb mehr zu, Sinéad singt zum ersten Mal seit 2000 wieder neue eigene Songs (meist Lieder, die auf alttestamentarischen Psalmen basieren). Obendrauf gibts eine Wahnsinnsversion von Curtis Mayfield’s „We People Who Are Darker Than Blue“ und, nun ja, sehr spezielle Interpretationen von „I Don’t Know How To Love Him“ (Webber) und „Rivers Of Babylon“ (ja genau. Aber mit zusätzlichen neuen Lyrics). Abgedroschen, stimmt hier aber wirklich: „Theology“ wächst mit jedem Hören. War ich letzte Woche noch überfordert, bin ich heute völlig verknallt, zumindest in die London-Version. Mehr zu der CD, wenn sie dann im Juni regulär im Handel ist.

2 – Bright Eyes – Cassadaga
Komisch, dass in der Blogosphäre so wenig über diese Platte geschrieben wurde. Wahrscheinlich sind Bright Eyes in Blogostan längst wieder völlig out und viel zu sehr Mainstream, als das man ihnen Beachtung schenken müsste / dürfte. Vielleicht hab ich die Blogs nicht aufmerksam genug verfolgt. Etwa seit „Lifted“ hör‘ ich mir gerne und genau an, was Conor Oberst und Freunde so machen. Und mit jeder Platte wuchs meine Begeisterung. Hätte ja selber kaum geglaubt, dass nach „Digital Ash“ so bald etwas Ebenbürtiges kommt, aber „Cassadaga“ ist tatsächlich toll geworden. Große Gesten, überschwängliche Arrangements, geile Songs. Ich mag die neue Bright Eyes sehr und kann sie nur wärmstens empfehlen.

1 – James Maddock – Strategies For Life EP
Aaron Comess, der Dummer der Spin Doctors, hat mir diese EP ans Herz gelegt, und trifft damit sehr genau meinen Geschmack. James Maddock ist gebürtiger Brite, lebt jetzt in den USA und schreibt und performt seit Jahren sehr schöne, einfache Songs, die sehr schnell zum Punkt kommen, eine angenehme Melancholie verbreiten und dennoch recht humorvoll sind – zartbitter, das ganze. Erinnert manchmal an David Gray und öfter an E von den Eels. Die sieben Songs gibts bei iTunes zum Download – das Geld ist gut angelegt, glaubt mir. Und dass Aaron – was für ein Zufall – auf einigen der Stücke auch noch trommelt, ist für Freaks wie mich zwar schön, aber dann doch nebensächlich. Die Songs sind toll und klasse dargeboten, und das zählt. James Maddock rules.

Ach so, natürlich gibt es da noch eine Platte, die mich in den letzten Wochen beschäftigt hat – die von 2zueins!, meiner Band, natürlich. Was soll ich sagen: sie ist so gut wie fertig, die erste „Single“ kommt in wenigen Tagen und das Album dann in ein paar Wochen. Bin stolz wie Bolle und kann den Tag der Veröffentlichung kaum erwarten. Mehr dazu in Kürze.

Salim Nourallah – 1978

In einer anderen Welt, in der ich viel mehr Zeit zum Blog-Schreiben hätte, wäre dieses Weblog hier schon heftig vollgekritzelt mit Lobliedern auf Salim Nourallah, einen Musiker aus dem Tapete-Stall, den ich wärmstens ans Herz legen möchte.

So kommt denn auch der aktuelle Download des Monats auf der Tapete-Seite von Mr. Nourallah, und der ist hörens- und downloadwert, nicht nur für Menschen wie mich, die im Jahr 1978 geboren wurden…

Salim Nourallah – 1978*

* – Die Tapete-Downloads sind immer exklusiv (keine Tracks von regulären Alben)und nur für begrenzte Zeit (ca. 4 Wochen) im Netz´. Keine Ahnung, wie lange „1978“ schon online ist, also: Beeilung!