Ach wie schön: endlich, endlich wieder Lieblingslistenzeit! Auch in diesem Jahr war es nicht gerade leicht, sich auf zehn Platten festzulegen, die mich in den letzten Monaten geprägt, gestärkt, begleitet und vor allen Dingen begeistert haben. Habe lange mit mir gerungen, jetzt stehen sie aber unumstößlich fest, meine Top 10 2006. In den kommenden Tagen vervollständigt sich die Liste immer ein wenig mehr – und los gehts natürlich noch heute Abend.
Kategorie: Musik
Gib mir Musik: Sinéad O'Connor – Zwei neue Songs

So, nun sind sie endlich da, die beiden neuen Sinéad O’Connor-Songs aus dem im April erscheinenden Album „Theology“. Viel Spaß:
Sinéad O’Connor – If You Had A Vineyard
Sinéad O’Connor – Jeremiah (Something Beautiful)
Beide Tracks wurden heute offiziell als Gratis-Downloads bzw. als Geschenk-CD in Irland (Cover siehe oben) durch das Label RubyWorks veröffentlicht.
Sinéad lässt zwei Songs springen
Sinéad O’Connor, die am 8. Dezember ihren 40. Geburtstag feierte und derzeit hochschwanger ist, haut zwei Songs ihres neuen Albums „Theology“ für lau raus – ab Freitag (15.12.) wird es die beiden Songs „If You Had A Vineyard“ und „Jeremiah (Something Beautiful)“ auf ihrer neuen Seite, via eMusic und MySpace zum Gratisdownload geben, zusätzlich wurden jetzt Videos von Liveperformances der beiden Stücke angekündigt.
Mit den vorweihnachtlichen Geschenken will die Sängerin ihrem Publikum die Wartezeit bis zur regulären Veröffentlichung von „Theology“ (voraussichtlich April 2007 auf Rubyworks) verkürzen. In Irland werden die beiden Songs auf einer Digipak-CD in einschlägigen Plattenläden zu haben sein, ebenfalls kostenlos.
„Theology“ wird von Fans und Kritikern sehnslichst erwartet, wird es doch das erste frische selbst geschriebene und -komponierte Material der Sängerin seit dem 2000er Album „Faith And Courage“ enthalten. Zwar war O’Connor seither alles andere als untätig, eigene Songs waren in den letzten Jahren jedoch immer rar gesät. Die neue CD erscheint quasi doppelt: sie wird als Doppel-CD mit einer „ruhigen“ Akustik-Version (produziert von Steve Cooney) und einer „lauten“, von Ron Thom (u.a. Sugarbabes) produzierten Disc veröffentlicht.
Auf „Theology“ widmet sich die Irin maßgeblich biblischen Stoffen. Über die beiden Vorabsongs verriet sie dem Musikmagazin Hotpress:
„‚If You Had A Vineyard‘ is a protest song I guess, Sinead explains. But it’s more of an anti war song. I have always been fascinated with how the books of the prophets relate to things nowadays even though they were written hundreds or thousands of years ago. I read Isaiah and took the lines from it that I liked and adapted them so they rhymed. My desire was not to use anything that perpetuated the myth of a God character being angry and aggressive. I suppose I observe a lot of violence done in the name of theologies of various religions, but when you study the actual texts of those religions you find that they don’t back up anyone who might use them to justify war or violence or anything really which is unloving of people.“
Klingt alles sperriger als es ist – das, was man auf Konzertmitschnitten bislang hören konnte, verspricht große Songs in typisch minimalistischer O’Connor-Manier, besonder „Vineyard“ hats mir bereits sehr angetan. Bin sehr auf die Studioversion gespannt.
NP: Jason Mraz – Selections For Friends (2006)

Jason Mraz hat heute ein neues Livealbum veröffentlicht. Selections For Friends ist allerdings keine CD, sondern ausschließlich als digitaler Download auf seiner Seite zu haben. Sehr schön ist das faire Preis-Leistungs-Verhältnis: 100 Minuten beste Musik für 13 Dollar, das passt schon.
Die „Selections For Friends“ sind Mitschitte von zwei Konzerten der diesjährigen Fan-Spezial-Gigs-Tour, die Herr Mraz absolviert hat – Jason gab in für seine Verhältnisse inzwischen kleinsten Clubs in den USA spezielle Acoustic-Shows, mit denen er sich bei seiner Stamm-Fan-Gefolgschaft für deren Treue und Unterstützung erkenntlich zeigen wollte. Und es ist letztlich nur konsequente Fanpflege, Teile dieser Konzerte jetzt zu fanfreundlichen Preisen als ein ganz wunderbares mp3-Album zu veröffentlichen.
Los gehts zunächst mit Mraz solo; nachdem er in einem halbstündigen Marathon eine seiner ersten EPs in Gänze darbietet, folgen nette Intermezzi mit dem Publikum und tolle Stücke wie „Childlike, Wildlike“. Der zweite Teil bietet die Höhepunkte einer Show mit Band, die auch sehr stripped down, um nicht zu sagen fast-unplugged, aufspielt und ergreifende Versionen von „Life Is Wonderful“ und „Song For A Friend“ hinlegt.
Die „Selections“ erreichen mühelos das hohe Niveau, auf dem bereits die 2004er Mraz-Live-Veröffentlichung „Tonight, Not Again“ voll und ganz überzeugte. Mraz ist ein unterhaltsamer, versierter Musiker und hat eine beneidenswert gute Band im Rücken. Und inzwischen wird mir klar: Mraz im Studio ist nett und gut und schön, aber Mraz live, das ist das Wahre. Da ist der Mr. A-Z nämlich Weltklasse. (9/10)
Selections For Friends Track Listing
1) Welcome To Schubas : The E Minor EP in F Sharp (Jason plays the E Minor EP straight through without pause!) Running, Spinning, Eyes Open, On Love In Sadness, Dead End, Galaxy, Darkest Space
2) Did You Get My Message? Audience Rehearsal
3) Did You Get My Message?
4) Snakes In Schubas
5) Childlike Wildlike
6) Welcome to Saratoga : Older Lover Undercover
7) Sleeping To Dream
8) God Rests In Reason
9) Life Is Wonderful
10) Did You Get My Message?
11) Please Don’t Tell Her
12) Song For A Friend
13) 10,000 Motherfuckers
Neu im Netz: 2zueins.com!

Tollkühne Farbgebung, unschlagbarer Premium-Content und erstklassige Gratis-mp3s – das bietet die neue Website von 2zueins! Hey, ich darf so was schreiben, ich bin schließlich 50% dieser Band und froh, dass unsere neue Seite endlich im Netz ist. Kritiken, Meinungen, Lobe und Anregungen gerne in die Kommentare, ausdrücklich verweisen möchte ich noch auf die nur auf dieser neuen Seite erhältlichen Gratis-Version (mp3) unseres albernen, aber immer wieder live sich als Favorit entpuppenden Liedleins „Angst vor Hunden“. Also, nix wie hin zu 2zueins.com!
Mon)tag covern "Last Christmas"
Eine wirklich ergreifende Version des ollen Gehtjaeigentlichgarnicht-Songs Last Christmas von Wham! haben Mon)tag eingespielt und bieten diese jetzt zum Download feil. Erstaunlich, wie viel Tiefe, Intensität und Leidenschaft die drei Herrschaften aus dem überstrapaziertesten aller Weihnachtspoplieder rausgeholt haben. Als wär’s im Original von Muse oder so… Mit Ihrer Version beteiligen sich Mon)tag am Radio Fritz-Last-Christmas-Cover-Wettbewerb. Keine Ahnung, wie da abgestimmt werden wird. Aber meine Stimme haben die Mon)tagler sicher.
Sean Giblin (1963-2006)
Traurige Nachrichten aus der Spin Doctors-Community: heute erreichte mich eine Mail von SD-Intimus Dan Levy zum Tod des engen Bandfreundes Sean Giblin. Sean war Taper, Soundingenieur und Vertrauter der Band und verstarb gestern. Hier Dan’s eMail:
Sean Giblin (1963-2006). Sean Giblin died on November 27 after suffering from cancer. Sean was my first friend in the Nightingale Bar/Wetlands scene that spawned so many great friendships and so many great times. We met as fellow music lovers across the counter at my local CD shop, Smash Compact Discs on St. Marks Place, where Sean worked in the late 1980s. After seeing Blues Traveler and Spin Doctors on two successive nights in December 1989, I told Sean about these incredible new bands. It turned out he had heard of them already. Before long, Sean and I were spending a lot of time following the bands around, and he began his life’s pursuit of live audio recording and sound engineering. Very quickly, Sean became a highly valued and sought-after engineer, a career which began and thrived strictly out of his great passion for live music. […]
I am sitting here thinking about a few memorable moments in which Sean and I acknowledged we were privileged to be part of such a powerful and inspiring musical world, among them the Blues Bake in Greenwich, Connecticut, in 1990, and a show on Sean’s 30th birthday at the Warfield in San Francisco. But there were so many. I look forward to seeing some old friends at the Art Bar this Thursday and sharing some laughs and memories. […] (Quelle)
Tim Vega, Arnie Lawrence, Frankie de la Rocka, Chris Whitley und jetzt Sean – die Trauerfälle im Umfeld der Spin Doctors- und Blues Traveler-Szene schmerzen sehr.
Ich habe mich mit Sean ein einziges Mal per eMail unterhalten und ihn als einen sehr integeren, sympathischen Freund der Band kennen gelernt. Schade, dass er nicht mehr da ist. Rest in peace, Sean.
Chris Barron feat. John Popper – Laraby’s Gang (live 2002)
Spin Doctors – Tonight You Could Steal Me Away (live 2005)
Chris Barron & The Give Daddy 5 – At The Stable (live 2000)
Blues Traveler – Sun And The Storm (studio, 1999)
'Cause you can't drink wine from a two dollar bill…
Blues Traveler performen einen ihrer liebsten Songs der befreundeten Spin Doctors. Und weil deren Sänger eh grade mit auf der Bühne ist, kann er das Stück auch gleich selber singen. Und so haben Zuschauer und Zuhörer das einmalige Vergnügen, einen ohnehin schon coolen Song in einer völlig anderen, aber nicht minder coolen Version zu hören. So geschehen am 3. Juli 2002 im Red Rocks Amphitheater in Denver, Colorado.
Blues Traveler with Chris Barron – How Could You Want Him (When You Know You Could Have Me)? (live 2002-07-03)
Salim Nourallah – Beautiful Noise (2006)

Wenn die viel zu routinierte Kopfhautmassage beim Haarewaschen im Bahnhofsfrisör das Zärtlichste ist, das Du seit längerem gespürt hast. Das „Bitte“ in „…die Fahrausweise, bitte!“ das Netteste, das jemand seit längerem zu Dir gesagt hast. Oder der Duft des Sonntagsbratens, der in der Wohneinheit unter Dir zubereitet wird, das Sinnlichste, das Du seit längerem gerochen hast. Dann könnte Beautiful Noise von Salim Nourallah Leben retten.
Zwölf Lieder eines Musikers aus Texas, die unaufdringlich, aber zielstrebig das Herz erobern. Assoziationen wie Nick Drake, Elliott Smith, Ocean Colour Scene, Eels, Josh Rouse oder auch Beatles könnte man herstellen. Muss man aber nicht, denn das hier ist durchaus eine Klasse für sich. „The World ist full of people who want to hurt you“, beobachtet Nourallah und singt’s, als wär’s ein Abzählreim für Kinder. „Never say never“, empfiehlt er. „There`s no guarantee on anything at all“, greint er im stärksten Stück dieses starken Dutzends. „Beautiful Noise“ ist ein gar nicht mal so schwermütiger Songzyklus, der Dir – allen Zweifeln zum Trotz – durch seine Unmittelbarkeit, Schönheit und lakonische Melancholie den Glauben an das halbwegs Gute im Menschen zurückgibt. Slowly, gently, softly. (9/10)
Salim bei Tapete Records
Salim bei MySpace (4 mp3-Downloads)
Salims Weblog
NP: Beirut – Gulag Orkestar
„Endlich hat das wahnsinnig gute Album ‚Gulag Orkestar‘ des 20-jährigen Musikers Zach Condon seinen Weg nach Deutschland gefunden.“ (Nico, nicorola.de)
„In dieser Musik liegen diesseits aller Erfahrung jene Gefühle für Heimat, Landschaft, Brauchtum und Religion, die in so vielen Kriegen zuschanden gingen. Mit gewitzter Naivität rekonstruiert Condon aus den Trümmern zerstörter Kulturen noch einmal den Klang von Identität, das Wispern von Namen, den Nachhall der Zeiten ? das, was man Tradition nennt. […] Es ist eine Hölle der Unschuld, in der diese manieristischen Melancholie- und Totengesänge an das Untergegangene erinnern. ‚After The Curtain‘ heißt das letzte Stück, eine Orgel dudelt zu orgiastischem Applaus und Pfeifen. Gott oder irgendwer bewahre Condon davor, der heiße Scheiß der Schlauberger zu werden.“ (Arne Willander, Rolling Stone)
„Dass Condon das ganze Brimborium alleine zu Hause einspielte, obwohl es doch wie ein ganzer Kültürverein auf Wanderschaft klingt, belegt des Weiteren die Einzigartigkeit dieses Projektes. Eine Scheibe wie ‚Gulag Orkestar‘ hat man wahrlich vorher noch nicht gehört.“ (Ullrich Maurer, gaesteliste.de)
Ungewohnt, schräg, schwermütig, wild, entrückt, einnehmend, sehr gut. 10/10. (ich)
Beirut – Postcards From Italy
Beirut – Mount Wroclai (Idle Days)
