NP: The Robert Cray Band – Live From Across The Pond (2006)

Sein erstes Album erschien vor gut 30 Jahren. Vierzehn Studioalben, fünf Grammys und unzählige Touren später legt Robert Cray nun sein erstes Livealbum vor, ein gut neunzigminutiger Konzermitschnitt aus der Londoner Royal Albert Hall. Nur der Herr Cray mit seiner gut eingespielten Band, nur das Nötigste: Drums, Bass, Keyboards – und natürlich Robert Cray am Gesang und der Gitarre.

Soweit die Fakten. Was man da hören kann, ist ein sehr organischer, edler, bisweilen gemütlicher Mitschnitt. In den schwächsten Momenten wirkt das ganze etwas selbsgefällig und bieder, insgesamt ist dem Herrn Cray aber ein stolzes, gutes und unterhaltsames Modern Blues-Album geglückt. Sein Gitarrenspiel ist auch dreißig Jahre nach „Who’s Been Talkin'“ noch innovativ und hochgradig wiedererkennbar, sein Gesang ist warm und pointiert und – und das merkt man anhand der gelungenen Trackauswahl – er hat eine Vielzahl an guten Songs, um die andere ihn mächtig beneiden dürften.

Also, nicht vom häßlichen Cover abschrecken lassen – das Doppelalbum Live From Across The Pond kann ich aufgeschlossenen Blues- und Soulkonzertgängern und -hörern wirklich ans Herz legen. (7/10)

Robert Cray – Twenty
(Video zum Titelsong seines letzten Studioalbums)

Nix wie hin: Mindmoon, Julius und 2zueins! live in Röbel und Leipzig

Mindmoon alias Oliver Lehne (Foto) aus in der Nähe von Göttingen ist gerade unterwegs durch Deutschland, um Euch mit seiner zauberhaften Musik zu erfreuen. Mit im Gepäck hat er seinen Kollegen Julius aus unter anderem Berlin. Und für zwei Abende sind auch wir, Heiko und ich alias 2zueins! aus zur Zeit in Leipzig dabei. Von mächtig melancholisch bis reichlich schräg erwartet Euch eine Singer-Songwriter-Revue, die sich gewaschen hat: am Samstag, 7. Oktober im Kugellager in Röbel (an der Müritz) und am Dienstag, 10. Oktober im Starclub in Leipzig (an der Pleiße). Bitte kommt zahlreich, bringt viele Freunde mit und genießt selbstgemachte und selbstgeschriebene Musik von drei Acts, die ziemlich unterschiedlich sind, aber dann doch irgendwie zueinander passen – wir alle sind sehr gespannt und wild darauf, für Euch zu spielen…

Julius bei myspace
2zueins! bei myspace
MINDMOON bei myspace inkl. Hörproben
Julius – Wie Du
Julius – So Familiar
2zueins! – Das Rätsel
2zueins! – Halt unterwegs
Julius Website
2zueins! / Daniel Heinze Website
Mindmoon Website

So, und jetzt bitte einfach hinkommen und anhören!!! Samstag (7.10.) im Kugellager in Röbel und/oder Dienstag (10.10., 21 Uhr) im Starclub in Leipzig!

John Popper content II: The John Popper Project with DJ Logic (2006)

Es darf getanzt werden! Endlich ist es erschienen, das lange ersehnte Album vom John Popper Project with DJ Logic. Wer noch nichts davon gehört hat, dem sei hier in aller Kürze die Geschichte erzählt: Blues Traveler-Frontmann John Popper (Gesang, Mundharmonika) und sein Bandkollege Tad Kinchla (Bass) spielen seit ein paar Jahren immer mal wieder zum Zeitvertreib und als Ausgleich zum BT-Alltag äußerst tanzbare Improvisationsshows mit Marcus Bleeker (Mosaic, Drums) und DJ Logic (Turntables). Diese Shows sind inzwischen echt legendär, die Band verbindet DJing mit Jamband-Elementen, oft kommen Gäste vorbei und jammen einfach ein wenig mit.

Aber: trotz aller Freiheiten und der „Drauf-los“-Mentalität der vier Herrschaften, die unter dem Namen „John Popper Project“ auftreten, sind über die Jahre ein paar Standard-Jams entstanden, die sich zu Songs weiterentwicket haben. Und genau die haben Popper, Kinchla, Bleecker und Logic jetzt in ein paar wahrlich beseelten Studiosessions aufgenommen und auf eine möchtig coole CD gebannt. Meine Güte, dieses Album groovt. DJ und Drums, die völlig verrückten Harp-Soli von Popper, coole Hooks und jede Menge Spielwut zeichnen das Album aus. Wem die letzten BT-Alben zu „brav“ für eine Jamband waren, der wird hier seine helle Freude haben. Auch ist die Platte nicht so wirklich vergleichbar mit dem letzten Popper-„Solo“-Album „Zygote“, da hier doch deutlich mehr auf Improvisation und Tanzbarkeit wert gelegt wird als auf episches Songwriting.

Mehr als eine Stunde Party-Musik, die sich aber nie aufs dauergrinsende „Are you ready to party“-Level herab begibt. Jawoll, hier darf, soll und kann eigentlich nur getanzt werden. Dabei muss man aber weder auf clevere, bisweilen kritische Texte („Louisiana Sky“) noch auf musikalischen Feinsinn (Gov’t Mule-Chef Warren Haynes hat auch mitgespielt) oder popperschen Witz & Schärfe („As if Lucifer himself had lent the pen / I’m the kind to sign on the dotted line and I’ll worry ‚bout it then / You know I Do the best tha I can / I’m an educated man / But you just don’t know what the old boy is offering / Oh, everything…“) verzichten. Geile Platte.

Das letzte Wort hat John Popper selbst. Über die neue Platte sagte er: „Whether you want to fuck to it, eat to it, drink to it or smoke to it, I think it meets all that criteria. It’s good, cool, just fun music.“ (9/10)

Hörproben bei MySpace oder auf der Seite von Relix Records

John Popper content I: Blues Traveler – Bastardos En Vivo! (2006)

Die Live-EP zum letztjährigen Blues Traveler-Album Bastardos. Nachdem ja schon mehrere Blues Traveler-Live-Alben auf dem Markt sind, haben sich die Herrschaften um John Popper diesmal dazu entschieden, nur Songs der aktuellen Platte in Liveversionen vorzustellen. Das ergebnis ist eine viel zu kurze, aber hübsche status quo-Beschreibung der amerikanischen Band. Sie haben tolle Songs, die live bisweilen noch geradliniger („Can’t Win True Love“) oder anrührender („She Isn’t Mine“) rüberkommen als in den Studiofassungen, sie sind brilliante Musiker und John Popper ist ein beneidenswert guter Frontmann und Showmann. (7/10)

(Hinweis: die EP ist derzeit leider nur in diversen Indie-Plattenläden in den USA erhältlich).

Die BT-Version von „Devil Went Down To Georgia“ von der neuen Live-EP kann man sich, zusammen mit zwei Tracks des Bastardos!-Albums, auf MySpace anhören.

Regina Spektor for president!

Das mag jetzt unglaublich abgegriffen klingen, aber: zum ersten Mal seit weit mehr als zehn Jahren bewegt mich eine Frauenstimme genau so stark wie die der Sinéad O’Connor. Und dabei ist sie so völlig anders: Regina Spektor ist strange und nicht im Ansatz so klar und engelsgleich wie Sinéad, aber sagenhaft einfühlsam, unnahbar und doch so zerbrechlich und direkt.

Regina Spektor hat mit Begin To Hope ein Album gemacht, dass mich seit Juli ständig nachfragen lässt, wo denn nun oben und wo unten ist. Schön, dass mir Frau Spektor „begegnet“ ist – ein Leben ohne sie will ich mir inzwischen nicht mehr denken.

Regina @ MySpace
Reginas Website

Regina Spektor – Us
Regina Spektor – Chelsea Hotel (L. Cohen cover)
sound files via flegblog

I Don't Know Why

Spin Doctors feat. Erik Lawrence – I Don’t Know Why (I Love You Baby)

14. Februar 1994. New York City. Wetlands. Spin Doctors ohne Chris Barron (war krank), dafür mit Eric Schenkman als Leadsänger, Erik Lawrence am Saxophon und einem coolen Stevie Wonder-Cover.

Siehe auch:
„I’m Doin‘ That Cannonball Jive Again…“ – A Spin Doctors Live Sampler

Gib mir Musik: 27. September 2006

Will da jemand gute Musik hören? Dann mal los – frohes Runterladen!

Doveman – Honey
The Citadels – If You’re Who I Think You Are
Okkervil River – The President’s Dead
Sly & Robby feat. Wyclef Jean & Bounty Killer – Bounce
Ben Lee ? The Serious Mythology Of The Yeah Yeah Yeahs
Ollisixtynine – Wenn Du sie küsst
Okkervil River – A Favour
Doveman – Teacup
Ingsteph & Co – Der Ohrwurm
Tinfoil Hats – Rocky Votolato
Lift – Black Coffee
Damien Rice – 9 Crimes (live @ KFOG)
Mundy – By Her Side

Rock’n’Roll!

2zueins! in Zwickau, 20. September

Dieser nette Mensch hier oben geht sicherlich als unser jüngster Fan durch – er war auch zu Gast bei unserem Konzert letzten Mittwoch im Zwickauer Gasometer. War ein schöner Abend (ein paar mehr Gäste hätten’s schon sein können, aber was nicht ist, kann ja noch werden…) – Danke an die Herrschaften vom Gasometer (besonders Andreas), die sich auf das Wagnis „Songwriter“-Nacht eingelassen haben. Und viele Grüße auch an die Kollegen Jens Weise und Marius Reichard, der neben uns da ebenfalls letzte Woche in Zwickau aufgetreten sind.

Nächster Gig von 2zueins! Daniel Heinze & Heiko Dietze ist am 7. Oktober im Kugellager in Röbel an der Müritz, gemeinsam mit den sensationellen Kollegen Mindmoon und Julius. In gleicher Besetzung (Mindmoo, 2zueins! und Julius) treten wir dann am 10. Oktober im Leipziger Starclub auf – bitte unbedingt hinkommen, das werden schöne Shows!
Weiterlesen „2zueins! in Zwickau, 20. September“

David R Black: Neue Single, neues Album

Lange hat’s gedauert, aber jetzt kommt das neue Album der britischen Band David R Black endgültig in die Läden: „Hearts And Stars“ erscheint am 9. Dezember, bereits eine Woche vorher wird die Single „Empire Building“ erhältlich sein.

Das Video zu „Empire Building“ ist ziemlich gut (siehe unten), und jetzt kann man nur hoffen, dass die Band mit dem neuen Album endlich mal die Aufmerksamkeit erhalten wird, die sie tatsächlich verdient.

Mehr Musik von David R Black gibts auf MySpace, mehr über die Band im dunkelblau Weblog steht hier.

Ben Kweller – Ben Kweller (2006)

Ach, und da war doch noch die Platte, die mich seit ein paar Tagen dauergrinsend durch die Welt stolpern lässt. Ben Kweller hat ein neues Album gemacht. Damals, als dieses Weblog niegelnagelneu war, hat er eine CD herausgebracht, die mir bis heute viel bedeutet. Jetzt, zwei Jahre und 487 Einträge später (ach Du schei*e, zwei Jahre mach ich dieses Blogdings jetzt schon? Huch..) erscheint das Nachfolgealbum zu „On My Way“. Und es ist gut möglich, dass mir auch dieses Album wieder sehr lange sehr viel bedeuten wird.

Ach was, Bullshit! Ganz klar und unverschwurbelt: Ben Kweller hat sein bisheriges Meisterwerk abgeliefert!! Das selbstbetitelte Album ist brilliant, der 25jährige Nerd stolpert von einem großen Songwurf in den nächsten, bringt uns Melodien, für die wir ihn knuddeln könnten, er spielt alle Instrumente selbst und läßt seine neue CD dabei nicht wie einen einzigen Ego-Trip klingen. Und er rettet Dir selbst den miesesten Tag. Er hat sich ganz genau angehört, was beispielsweise sein Buddy und Namensvetter Ben Folds so den lieben langen Tag treibt, er hat die besten Tricks und Kniffe von ihm abgeschaut und sie mit seinem eigenen Können verbunden. Er hat den rauhen Charme seiner letzten Platten bewahrt und wagt dennoch einen mutigen, aber sinnvollen Schritt in Richtung Mainstream. „I Gotta Move“ fräst sich ins Ohr und will da nicht mehr raus, „Sundress“ ist eine wundervolle Ballade, „Until I Die“ geht mir auch nach dem zwanzigsten Mal mächtig an die Nieren, „Penny On The Train Track“ ist einfach groß.

Ich könnte jetzt so weitermachen und alle anderen Tracks einzeln würdigen. Mach ich aber nicht. Stattdessen empfehle ich dem geneigten Leser, sich dieses Album zuzulegen. Es ist aufrichtig, frech, grandios. Es wird Dich packen, beeindrucken und letztlich… ziemlich glücklich machen. (10/10)