NP: John Mayer – Continuum (2006)

Ach wie schön: nach einem anstrengenden Arbeitstag inklusive Dienstreise nach Berlin komme ich zu Hause an, und finde im Briefkasten nun endlich das neue Album von John Mayer vor. Continuum heißt der Nachfolger des inzwischen auch schon wieder drei Jahre alten, vielleicht etwas zu glatt geratenen Albums „Heavier Things“, danach folgte die Zeit des John Mayer Trios, und jetzt liegt also ein neues Studiowerk vor.

Von den zwölf Tracks kenne ich gerade mal die Single „Waiting On The World To Change“, und auch die nur durch einen Internet-Stream – und zwei Songs in Liveversionen. Ganz viel neue Musik also für mich, und ich lad Euch gerne ein, meiner ganz persönlichen First-Listening-Party beizuwohnen. Alsdenn: es ist 22.22 Uhr, ein leckerer Rotwein schmeichelt meinem Gaumen und die „Continuum“ kommt in den Player. Los geht’s – ich bin gespannt!
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Bilder vom 2zueins!-Konzert in Gera

Am Mittwoch hatten Heiko und ich endlich wieder einmal Gelegenheit, Musik zu machen – diesmal auf der kleinen Bühne vom Pegasus Café in der Geraer Innenstadt. Und siehe da: unser Thüringen-Debüt als Duo lief super, die zu fortgeschrittener Stunde immer zahlreicher werdenden Gäste schienen Spaß an unseren Songs zu haben, wir waren auch gut drauf – und so kam es, dass wir diesen Gig als einen sehr gelungenen in Erinnerung behalten werden.

Am Mittwoch (20.09.) gibt’s bereits die nächste Gelegenheit, 2zueins! Daniel Heinze & Heiko Dietze live zu erleben – wir spielen gemeinsam mit Jens Weise und Marius Reichardt im Alten Gasometer in Zwickau. Wird sicher auch cool – also: bitte hingehen, wir tun’s doch auch!
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Gib mir Musik: 12. September 2005

Ganz ungeordnet hier ein paar mp3 zur guten Nacht:

Blues Traveler – Amber Awaits (Live 27.7.05, official release)
Sin Embargo – Cetair
Terry Lee Hale – Take Away (live 2003)
TempEau – Mädchen aus Greifswald
Diskoklo – The Spanish Dance Explosion
Mark Taylor – Liquid Electrical Flame
The Thermals – A Pillar Of Salt
The Fewer The Better – Blue Pill
Kettcar – Hauptsache Glauben
dunkelblau – Lass mich
G.Rag y los Hermanos Patchekos – Log Train

Gute Nacht.

Willy Porter – Available Light (2006)

Alle paar Jahre veröffentlicht Willy Porter Alben, die immer ganz typisch klingen, sich aber ob ihrer Vielseitigkeit ganz schlecht beschreiben lassen. Ja, was macht er da, der Porter? Pop, irgendwie. Mit einer ausdrücklichen Vorliebe für die akustische Gitarre, seinem Leib- und Mageninstrument. Mit viel Orgel, hier und da einer Slideguitar, unüberhörbaren Anleihen bei Rock und Blues – zeitlos, schön, makellos. Porter-Platten bohren keine Hooks in Dein Hirn oder sorgen dafür, dass sich Deine Welt ändert. Sie kommen auf leisen Sohlen, schleichen sich an, sind da, sind weit mehr als nur Teppich, aber drängeln sich so gar nicht in den Vordergrund.

Und so ist es auch bei Porters sechstem Album, bei Available Light. Eine fast schon schwebende, schöne, runde Platte mit zehn absolut durchdachten Tracks. Aber doch, da ist etwas anders als sonst. Die Beliebigkeit, an der manche Passagen der letzten Alben stellenweise krankten, ist – man konnte es schon auf dem wunderbaren Live-Album von 2003 ahnen – wieder gänzlich verschwunden. Das hier ist stärker, klarer und prägnanter als alles, was nach seinem „legendären“ „Hitalbum“ „Dog Eared Dream“ Mitte der Neunziger erschienen ist. Genau wie damals, als ich erstmals auf ihn gestoßen bin, fesselt Willy Porter von der ersten Sekunde bis zur letzten. „Still Doing Time“ muss als einer der schönsten Tracks des Jahres gewürdigt werden, der Titelsong „Available Light“ ist ein Volltreffer, die letzten beiden Tracks „One More September“ (ein gar nicht mal so kitschiger Song über Porters verstorbene Mutter) und „Where Are My Keys?“ (ein filigranes Instrumentalstück) sind dennoch genau die Höhepunkte, auf die das Album die ganze Zeit hin arbeitet.

Nix mit Stadion, großer Pose oder falscher Gänsehaut. Willy Porter zieht auch diesmal die stillen den lauten Tönen vor, er kann auch diesmal keinen Hit, keine „Hookline für die Ewigkeit“ vorlegen. Aber er hat sein stimmigstes, stringentestes, klanglich und künstlerisch brilliantestes Album seit elf Jahren veröffentlicht, und dazu kann man ihm nur gratulieren. Ein Album, das ohne größere Probleme zu einem meiner Lieblinge des anstehenden Herbstes werden dürfte. (9/10)

NP: Dave Matthews Band – Live Trax Volume 5 (2006)

Meine Fresse, hat das lange gedauert. Der fünfte Teil der DMB-Live-Trax-Reihe ist bereits im Mai 2006 erschienen. Und obwohl ich die Veröffentlichung (aus guter Gewohnheit heraus) damals natürlich längst vorbestellt hatte, kam die neueste Ausgabe der bislang durchweg hörenswerten Reihe gestern bei mir an. Nachdem ich mehrfach bei musictoday nachhaken und nerven musste, schickten sie mir schließlich die CD als Ersatzlieferung. Komisch, dieses musictoday – drei Lieferungen funktionieren reibungslos, zwei Lieferungen gehen schief oder dauern ewig. Das ist zumindest der Schnitt, den ich in den letzten Jahren beobachten / erleben / durchleiden musste.

Aber egal. Jetzt ist sie ja da, die Volume 5. Es handelt sich um eine vergleichsweise alte Aufnahme – ein Konzert aus dem August 1995. Toll, toll, toll. DMB haben sich sehr verändert im Laufe der letzten Jahre, und ich gehöre zu denen, die diese Veränderungen begrüßen und mitgehen. Allerdings kann man nicht umhin festzustellen, dass diese „classic DMB shows“ eine Verspieltheit, Naivität und Herzlichkeit besitzen, die manchen aktuelleren Aufnahmen (man denke an „Live in Chicago“ oder die „Gorge“-Aufnahmen) einfach fehlt. Höhepunkte? Zum Beispiel „Proudest Monkey“ und „Exodus“, beide mit Gastgitarrist David Ryan Harris. Oder auch diese geile Version von „Pay For What You Get“, einem der besten DMB-Songs aller Zeiten.

So klang diese Ausnahmeband vor elf Jahren. Elf!! Unglaublich – das ist zeitlos, zauberhaft und unendlich vertraut. Und kein bißchen verstaubt. (9/10)

Mixtape von Jens Lekman zum freien Download

Das ist aber nett: Pop-Liebling Jens Lekman aus Göteborg bastelt seinen Freunden auch manchmal Mixtapes zusammen. Das hat er jetzt mal wieder gemacht und teilt das Vergnügen mit uns. Auf seiner Website schreibt er:

Sometimes I get stuck in the recording and writing but instead of cutting my wrists I open the window, bring out my records and put together little mixes for my friends. This one is a mix of some of my favourite songs from this summer and previous ones, some are cut up and put together into new songs, new remixes or whatever. They form a perfect response to the death of this summer.

The Death Of This Summer – Jens Lekman Mixtape mp3

Die Tracks:
But I’m a Prisoner of This Moment (short sample) /// TTA – Silly Crimes /// Arthur Russell – Lucky Cloud /// Mahlathini & Mahotella Queens – Kazet /// One , Two , Three… /// Ennio Morricone – Mon Nom Est Personne /// Simmar vi , Svävar vi , Älskar vi /// Most Valuable Players – AC in HCMC /// America – Ventura Highway /// Julien Jabre – Swimming places /// Action Biker – Farrah
(gefunden auf rollingstone.de)

Gib mir Musik: Ezio – Holding You Now (Acoustic)

Ezio sind seit kurzem bei Tapete Records unter Vertrag und haben vor wenigen Tagen dort ihr erstes Album veröffentlicht. Und weil das ein Grund zu feiern ist, verschenken Ezio und Tapete einen seltenen Track als mp3, in dem Fall das schöne Stück „Holding You Now“ in einer akustischen Version:
Ezio – Holding You Now (Acoustic Version)

Links:
Ezio bei Tapete
Ezio im Internet
Foto gefunden auf und geklaut von der Tapete-Ezio-Seite.

Sonic Reducer ain't no loser: Ausgabe #2 ist da!

Die zweite Ausgabe des .pdf-Magazins Sonic Reducer ist vor ein paar Tagen erschienen. Und auch Nummer zwei ist äußerst lesenswert*: Fans schreiben für Fans, es geht u.a. um Ray LaMontagne, Sufjan Stevens und die Yonder Mountain String Band. Und um viele andere. Auch diesmal dabei ein rundum lohnenswerter mp3-Sampler, kompiliert aus legal im Netz erhältlichen mp3s von entdeckungswürdigen Künstlern wie Wheat (bitte helft mir mal, ich hab mal ne Band namens Wheat im Vorprogramm von irgendwem gesehen. a) Sind das die Wheat, die hier singen? — b) Bei wem waren die Support? Scheiße, werd ich vergeßlich. Danke. ), Malajube, Rosie Thomas und The Diggs. Also, ab auf die Sonic Reducer-Website und lesen, hören und gut fühlen.

Sonic Reducer #2 (.pdf-Download)
Sonic Reducer mp3 Sampler #2
Sonic Reducer Blog

* Ich schreibe das übrigens nicht, weil die Leute vom Sonic Reducer mich und meine Musik unlängst lobend in ihrem Blog erwähnt haben. Das freut mich natürlich sehr, aber auch, wenn sie das nicht getan hätten, wäre es mir eine Freude gewesen, auf die oben beschriebene gelungene neue Ausgabe hingewiesen zu haben. Oder so.

Mando Diao – Ode To Ochrasy (2006)

Zu Mando Diao bedarf es nicht vieler Worte, daher fasse ich mich kurz. Wie ich die Band spät, aber heftig schätzen gelernt habe, steht hier. Ode To Ochrasy ist das neue Album der schwedischen Herren mit dem ausgeprägten Selbstbewußtsein. Und auch, wenn es inzwischen fast schon uncool ist, Mando Diao gut zu finden, muss folgendes konstatiert werden: das hier ist ihr bestes Album bisher. Hut ab – für das dritte hervorragende Album am Stück. Hut ab – für diese Extraportion Talent, mit der diese Band gesegnet ist. Hut ab – für eine wahrlich unterhaltsame Dreiviertelstunde Rock’n’Roll.

„Ode To Ochrasy“ ist ein geiles Album, vielleicht eines der besten 2006. Bleibt zu wünschen, dass Mando Diao noch viele Sommer mit uns tanzen und für uns singen mögen. Mehr muss man zu dieser Platte nicht schreiben. (9/10)

Gov't Mule – High & Mighty (2006)

Hat ein paar Jahre gedauert, aber in dieser Woche ist endlich der Groschen gefallen. Ich glaube, ich habe Gov’t Mule verstanden. Sie sind kein Salat, sie sind keine Vorspeise. Sie sind auch keine kleine Zwischenmahlzeit, und erst recht kein gesunder Obstteller. Gov’t Mule sind eine vollwertige, kalorienreiche Mahlzeit. Fett, reichlich, lecker bis sonstwohin. Kann man nicht jeden Tag essen, sonst würde man aufgehen wie ein Ballon. Aber immer mal wieder muss es einfach sein.

War „Deja Voodoo“, das 2004er Album der Band um Warren Haynes, eher eine mittelspannende Angelegenheit mit einigen unnötigen Längen, so ist High And Mighty, das siebente Studioalbum von Gov’t Mule, wieder ein Volltreffer. Breite Gitarren, selbstbewußte Riffs, nur haarscharf am Schmalz vorbeischrammende Hammerballaden. Und dann hin und wieder ein paar Experimente: in „Unring The Bell“ etwa geht’s auf einmal in Richtung Reggae. Wer hätte das gedacht.

Lang ist auch dieses Album wieder: nur ein Song unterhalb der Vier-Minuten-Marke, die meisten Tracks so etwa fünf Minuten aufwärts. Mehr als genug Platz für das beseelte Gitarrenspiel von Warren, zunehmend erspielt sich aber auch „Neu“-Keyboarder Danny Louis seinen Raum und liefert überraschende Einlagen. Die seltsame Trägheit des Vorgängers scheint überwunden, das hier ist ein sehr stimmiger und überzeugender Songzyklus.

Jawoll – ein Hauptgang, der sehr sehr glücklich, aber auch satt macht. Für den man sich ein wenig schämt, weil solche Hausmannskost einem immer noch schmeckt, wo doch leichte Küche viel angesagter ist. Eine deftige, schmackhafte, delikate Sünde, die vielleicht ein wenig schwerer im Magen liegt, als gesund ist. Aber dieses ausschließliche Salatblattkauen und Moderneküchemampfen hält doch auf die Dauer kein Mensch aus. Rülps. ‚tschuldigung. (8/10)