Sinéad live 2005 – Große Erwartungen….

Höre gerade einen Livemitschnitt von Sinéad O’Connor, live in London vor ein paar Tagen. Sie singt die Songs Ihres aktuellen Albums, als gäbe es kein Morgen. Sie singt „Rivers Of Babylon“, als wäre es der wichtigste Song der Welt. Wenn ihr Konzert morgen in Berlin auch nur annähernd so gut wird wie diese Liveaufnahme, dann erwartet mich ein wahrlich großartiges Konzert.

Howie Day: Live-EP erscheint im Dezember

Ah, na endlich! Schön, mal wieder was von Howie Day zu hören. Nicht, dass der Herr in diesem Jahr untätig gewesen wäre – im Gegenteil: fast das ganze Jahr über war er unterwegs und hat in den USA Konzerte gegeben. Howie Day gehört halt aber zu den Künstlern, von denen man sich gerne schnell mehr wünscht – sein 2003er Wurf „Stop All The World Now“ ist ja eigentlich noch gar nicht so alt. Aber nach inzwischen vier Re-Releases von SATWN ist es mehr als an der Zeit, mal wieder was frisches zu veröffentlichen.

Ganz frisch ist sie nun auch wieder nicht nicht, die am 6. Dezember erscheinende 7-Track-EP „Live From…“, enthält sie doch mehrheitlich Aufnahmen von der diesjährigen Tour (Howie war unterwegs mit einer Liveband). Ganz viel drauf daher vom 2003er Album, dazu „Ghost“ vom Debüt „Australia“ und ein Cover, auf das ich gespannt bin: den Crowded House-Titel „Don’t Dream It’s Over“ mag ich ja so schon sehr, mal hören, wie sich das von Howie Day und Band anhört.

Hier die Trackliste der neuen EP:

1. Ghost
2. Don’t Dream It’s Over
3. Numbness For Sound
4. Sunday Morning Song
5. Brace Yourself
6. Collide
7. Trouble In Here

Also, immerhin ein kleines Livealbum erscheint noch in diesem Jahr. Doch fast noch besser als all die EP-Neuigkeiten ist ja dieser kurze Satz aus dem aktuellen Newsletter von Howie Day:

Howie is currently writing the highly anticipated follow-up to of Stop All The World Now.

Highly anticipated? Allerdings!

Keine Lieder über Liebe

Eigentlich ist ja Kino so gar nicht mein Metier, aber an dieser Stelle sei dennoch nachdrücklich auf den Film „Keine Lieder über Liebe“ hingewiesen. Jürgen Vogel, Heike Makatsch und Florian Lukas spielen absolut glaubwürdig und überzeugend, der Streifen glänzt durch viele clevere Details, bestechende Dialoge und nicht zuletzt durch gute Musik (Kompliment an Thees Uhlmann und Co!).

Ein verblüffend weiser und trotzdem so normal daherkommender Film über Liebe, Beziehungswirrungen und Livemusik. Kein prätentiöser Gefühls-Quark, sondern unaffektiertes, unterhaltsames und liebevolles Kino. Hab gehört, der Film hätte von der „Fachpresse“ eher durchwachsene Kritiken bekommen. Daher in aller Deutlichkeit hier diese Empfehlung eines Nicht-Cineasten und Gelegenheitskinogängers: Anschauen! Lohnt sich!

DMB: Red Rocks 05 – Hammerveröffentlichung

Habe gerade viel zu viel Geld ausgegeben. Habe nämlich die bislang wahnwitzigste Veröffentlichung der Dave Matthews Band vorbestellt: mit „Weekend On The Rocks“ und „The Complete Weekend On The Rocks“ veröffentlicht die US-Band Anfang Dezember nämlich eine vollständige Dokumentation ihres diesjährigen Four-Night-Stands im wunderschönen Red Rocks Amphitheater (9.-12. September 2005).

Während die „einfache“ Veröffentlichung ein Best-Of der vier Nächte auf zwei CDs und einer DVD bereit hält, gibts auf „The Complete Weekend On The Rocks“ genau das, was der Name verspricht: alle vier Konzerte in voller Länge, und das auf 8 (acht!) CDs, die DVD gibts auch noch obendrauf.

Mit „Weekend On The Rocks“ liegt demnächst nicht nur die bislang umfangreichste DMB-Veröffentlichung aller Zeiten vor, sondern auch die bereits zweite Red Rocks-Dokumentation – das Ende der Neunziger erschienene „Live At Red Rocks“ mit einer Show aus dem Jahr 1995 war die erste offizielle Live-CD der Band überhaupt. Inzwischen haben DMB eine kaum noch überschaubare Menge an Livealben unters Volk gebracht. So über’n Daumen sinds schätzungsweise 12 oder 13 Veröffentlichungen mit mindestens 35 Einzel-CDs.

Aber egal: „The Complete Weekend On The Rocks“ ist für Fans der Band sicher ein Pflichtkauf, nicht zuletzt wegen der wunderbaren Gäste (Robert Randolph, Ivan Neville) und der seltenenen Coversongs (Exodus, Blackbird, Time Of The Season etc.) Zu haben über den offiziellen Internet-Laden von DMB auf deren offizieller Seite.

Neuigkeiten von John Mayer, Ben Harper und Audioslave

Am 22. November erscheint Try!, das erste Album des John Mayer Trio – der Grammy-preisgekrönte Songwriter und Gitarrist John Mayer hat sich ja in diesem Jahr mit Schlagzeuger Steve Jordan (Bruce Springsteen, Rolling Stones) und Bassist Pino Palladino (the Who, Jeff Beck) zusammengetan und ausgiebig Konzerte in den USA gespielt. Try! wird diese Tour dokumentieren, wie es im neuesten John Mayer-Newsletter heißt:

Directly off of their first tour, the Trio wanted to capture the magic and energy of their live performances and „Try!“ does exactly that. The album includes „Who Did You Think I Was“ plus more originals, rock and blues versions of John Mayer hits and Trio’s interpretations of classic covers.

Was neues gibts auch von Ben Harper und seinen Innocent Criminals: Ben und Band haben einen Song für das Beatles-Tribute „This Bird Has Flown – A 40th Anniversary Tribute To The Beatles‘ Rubber Soul“ aufgenommen. Und zwar „Michelle“. Neben Harper sind auch zwei andere sympathische Bens auf der Tribute-CD dabei, nämlich Kweller („Wait“) und Lee („In My Life“), außerdem noch Low, Dar Williams, Cowboy Junkies, die tolle Yonder Mountain String Band u.v.a.m. Hörproben gibts auf der offiziellen Seite zum Rubber Soul-Tribut, erschienen ist „This Bird Has Flown“ gestern – zumindest in den USA.

Außerdem sei noch ganz fix auf die neue CD/DVD von Audioslave hingewiesen – die Band um Chris Cornell hat ja in diesem Jahr ein Konzert in Kuba gespielt. Genau das gibts schon bald auf diversen Medien: die „normale“ DVD-Version erscheint hierzulande am 4. November, eine „Deluxe Edition“ (offenbar im Doppel-CD-Format, wenn ich das richtig verstanden habe) liegt ab 25. November vor.

NP: New York Electric Piano – Citizen Zen (2005)

Endlich läuft es in meinem CD-Player, das neue Album von New York Electric Piano! Citizen Zen ist die dritte Veröffentlichung des Trios Pat Daugherty (Fender Rhodes), Tim Givens (Upright Bass) und Aaron Comess (Drums, Percussion). Das Debütalbum der drei vor ein paar Jahren sorgte in der New Yorker Jazzszene für großes Aufsehen: das war mehr oder weniger live gespielter Chill-Out- und/oder Acid-Jazz, surreal und unfaßbar schön.

Dann kam Ende letzten Jahres „War Oracle„, der Nachfolger. Wie auch der NYEP-Erstling aufgenommen binnen weniger Tage, war die Platte allerdings zu programmatisch und aggressiv – die funky Grundstimmung musste so einer Art Jazzpunk-Attitüde weichen. Eine ziemliche Enttäuschung, nach DEM Debüt…

Jetzt also „Citizen Zen“. Ich bin verblüfft, zufrieden, glücklich: dieses schwebende, tänzelnde, flüchtige, träumende Sentiment der ersten CD ist zurück! Mehr noch – auf „Citizen Zen“ perfektionieren die drei ihren Stil. Das sind zwölf wunderbar mäandernde Jams, mal vorsichtig-tastend, mal zwingend und fordernd. Daughertys warmer Fender Rhodes-Sound breitet sich über selbstbewußten, konsequenten Schlagzeug-Beats aus. Und Givens hält die ganze Chose mit seinem beseelten, pointierten Bassspiel zusammen. So schaffen die New Yorker Ausnahmemusiker den idealen Soundtrack für schicke (aber nicht zuuu schicke) Bars oder auch blaue Stunden daheim.

Eine gute Dreiviertelstunde Weltflucht: NYEP kreiren einen musikalischen Mikrokosmos, der stets spannend und neu, gleichzeitig aber vertraut ist und verständlich bleibt. Also im besten Sinne zeitlose Musik, die durch ihre Leichtigkeit und Unverbindlichkeit überzeugt. Welcome to Fender Rhode Island. (7/10)

Mixtape 12: Cause That's Just Life…

Hab mir mal wieder eine nette CD voller Lieblingslieder zusammenkompiliert – sehr viele Stücke aus diesem Jahr, aber auch ein paar ältere Favoriten. „You sing a song and feel alright, ‚cause that’s just life…“:

01 Josh Rouse – Life (2005)
02 Blues Traveler – Money Back Guarantee (2005)
03 David Gray – Alibi (2005)
04 Rachel Yamagata – Would You Please (2004)
05 Dieter Thomas Kuhn – Scheinwerfer Aus (2001)
06 Kyle Riabko – Miss Behavin‘ (2005)
07 Spin Doctors – Tonight You Could Steal Me Away (2005)
08 Element Of Crime – Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei (2005)
09 Blind Melon – Glitch (1996)
10 Marc Broussard – My God (2002)
11 Mon)tag – Du auch (2005)
12 Dave Matthews Band – You Might Die Trying (2005)
13 The Tender Trio – Over The Hill (2005)
14 Sinéad O’Connor – Downpressor Man (2005)
15 Texas Slim – Super Hero Morning Brew (2002)
16 Bright Eyes – First Day Of My Life (2005)
17 Nationalgalerie – Oben aufm Dach (1994)
18 The Getaway People – Every Summer Has A Song (2002)