NP: David Gray – Life In Slow Motion (2005)

Opulent, was der Herr Gray auf seinem neuen Album Life In Slow Motion da veranstaltet. Wenn man bedenkt, dass David Gray vor gut fünf Jahren mit einer Platte berühmt wurde, die durch Minimalismus und Homerecording-Charme zum Welthit avancierte, dann hat der gute Mann eine mächtige Veränderung durchgemacht. „Life In Slow Motion“ ist üppig instrumentiert, mit Streichern, Bläsern, zahlreichen Keyboard-Tupfern… Und hier und da trifft man auf alte Bekannte, die auch schon Sinéad O’Connor- oder Ghostland-Platten veredelt haben: Marius de Vries, Caroline Dale, der große Gavyn Wright…

Die Songs sind solide, immer öfter beschleicht mich der Verdacht, dass David Gray zum Van Morrison unserer Tage wird („Lately“, „From Here You Can Almost See The Sea“). Die ruhigen Momente sind einmal mehr die stärksten, der Opener „Alibi“ etwa ist ganz hervorragend gelungen, ebenso „Ain’t No Love“. Auf „The One I Love“ erinnert er an Ocean Colour Scene, beim Titelsong „Slow Motion“ ist David Gray ganz er selbst.

Toll gesungen, bestechend produziert, clever arrangiert. Nur gegen Ende vielleicht etwas zu ideenarm. Trotzdem hat „Life In Slow Motion“ das Zeug dazu, eine der von mir am häufigsten gehörten Platten der bevorstehenden kalten Jahreshälfte zu werden – mindestens an Tagen, die auch nach musikalischer Melancholie verlangen. An Tagen, die einem vorkommen, als liefen sie in Zeitlupe ab. (7/10)

Snowflakes are falling I’ll catch them with my hands, snowflakes are falling now you’re my long lost friend.
(David Gray – Slow Motion)

So far… (1): Die Blues Traveler-Diskographie

Morgen erscheint „Bastardos!“, das achte (neunte? achteinhalbste?) Studioalbum der Blues Traveler. Bereits heute tobt im Bandforum eine leidenschaftliche Diskussion über die neue Platte. Noch habe ich die CD nicht in Gänze gehört, daher kann und will ich mir noch kein Urteil erlauben. Der Vorabend der neuen Veröffentlichung scheint mir aber ein guter Zeitpunkt zu sein, um einmal auf die bewegte Geschichte der Band zurückzuschauen, die sich auch in der Diskographie der Band wiederspiegelt…

BLUES TRAVELER (1990)
Eines dieser Alben der jüngeren Musikgeschichte, die den Titel „Klassiker“ wirklich verdienen. Vom ersten Ton („But Anyway“) bis zum letzten („Sweet Talking Hippie“) ist das Debüt der New Yorker Jamband hervorragend. Hier musizieren vier Freunde nach Herzenslust, mäandernde Jams treffen auf gnadenlos gute Hooklines; eine neuartige, wilde Spielfreude wird hier hörbar – das ist anders als alles, was in den späten Achtzigern / frühen Neunzigern sonst so aus New York kam. BLUES TRAVELER ist ein bewegendes Dokument aus der Zeit, in der sich in NYC eine völlig neuartige Musikszene entwickelte, und es ist nur konsequent, dass auf dieser CD viele Freunde aus dieser Szene vorbeischauen: Chris Barron von den Spin Doctors singt mit, Joan Osborne auch, und Saxophon-Guru Arnie Lawrence ist ebenfalls mit von der Partie. Tolles Debüt. (10/10)

TRAVELERS & THIEVES (1991)
Für viele hartgesottene Blues Traveler-Fans ist dieses Album das Nonplusultra, bei mir hat es nie wirklich so ganz „Klick“ gemacht. Ohne Frage, T&T beinhaltet großartige Momente – das launische „I Have My Moments“ etwa, die tollen Songs „All In The Groove“ und „Optimistic Thought“ ebenso. Aber alles in allem ist das zweite Album der Band für mich ein wenig überambitioniert: hier und da reichlich verkopft, bisweilen zu viel Herumgejamme und zu wenig handfestes Songwriting. Der atemberaubende Schlußtrack „Mountain Cry“ allerdings (mit Gregg Allmann von den Allman Brothers) entschädigt für alle Längen, die dieses Album aufweist – ein fantastischer Breitbild-Blues, wie man ihn besser kaum spielen kann. (7/10)

SAVE HIS SOUL (1993)
Entstanden in einer wirklich bizarren Zeit für die Band, mit einem Sänger, der nach einem Motorradunfall für ein knappes halbes Jahr an den Rollstuhl gefesselt war, ist SAVE HIS SOUL das vielleicht meistunterschätzte Album der Band. Diese Platte ist wütend, rastlos, suchend, fragend. Und genau deshalb so wichtig. Der beste Moment ist ohne Zweifel „Bullshitter’s Lament –> Conquer Me“. Was für eine Verbindung, was für Songs! Eine ganze Reihe von Kritikern unterstellt ja, dass das neue Album „Bastardos!“ sehr an „Save His Soul“ erinnern würde. Wenn das wirklich so ist, dann steht uns ein beeindruckendes neues Album der Band bevor. (9/10)

FOUR (1994)
Das Hitalbum der Blues Traveler. Schwebt bis heute wie ein Damoklesschwert über der Band. Die Singles „Run Around“ und „Hook“ katapultierten die vier in den US-Pop-Olymp. Bis heute hält „Run Around“ den Rekord als die Single, die jemals am längsten in den Billboard Top 100 vertreten war. Mal abgesehen von diesen beiden zu Recht erfolgreichen Nummern beherbert FOUR aber tatsächlich noch eine ganze Reihe weiterer famoser Songs: „The Mountains Win Again“ etwa, oder auch „Just Wait“. Das Problem an dieser Platte: alle nachfolgenden Releases mussten sich am Erfolg von FOUR messen lassen – aber so ein großer Wurf gelingt nun mal nicht alle Tage. (10/10)

LIVE FROM THE FALL (1996)
Das erste Livealbum der Band – und diese Doppel-CD ist derart episch und groß, dass man es kaum fassen kann. Im wahrsten Sinne des Wortes: Blues Traveler zeigen hier so ausführlich, was für eine gnadenlos gute Band sie sind, dass man die CD kaum am Stück hören kann – zu viele Eindrücke, zu viele schräge Ideen, zu viele grandiose Jams prasseln hier auf den Hörer ein. Die Höhepunkte: das rare „Closing Down The Park“ auf der ersten CD, das in jeder Hinsicht atemberaubende „Alone“ und die respektvolle Adaption von „Imagine“ auf CD Nummer zwei. „Wahnsinn“ ist das Wort, das wohl am besten zu dieser Veröffentlichung passt. (8/10)

STRAIGHT ON TILL MORNING (1997)
Kaum zu glauben, dass es diese CD war, die mich ursprünglich zum Fan der Blues Traveler gemacht hat. Ich habe diese Platte blind gekauft, nur wissend, dass BT eine tolle Band sein sollen. Und ja, dieses Album hielt, was die Vorschußloorbeeren versprachen. Famose Lieder, ausgefallene Ideen, tolle Produktion. Titel wie „Yours“ oder „Most Precarious“ waren mein Soundtrack dieses Jahres. Erst danach hab ich mich an die Vorgängeralben herangemacht und durfte erkennen, dass SOTM bei weitem nicht das beste ist, was diese Band zu bieten hat. So gut und gelungen das Album sein mag, so clever die Band den Druck der Nachfolgeplatte zum Hitalbum gemeistert haben mögen, STRAIGHT ON TILL MORNING verfügt eben doch nicht über die Magie von FOUR oder BLUES TRAVELER. Aus heutiger Sicht: Stagnation auf hohem, ach was, höchstem Niveau. (7/10)

DECISIONS OF THE SKY – A TRAVELER’S TALE OF SUN & STORM (2000)
Es ist viel passiert seit SOTM, sehr viel sogar. Das letzte Album konnte nicht an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen, Sänger John Popper versuchte sich erfolgreich an einem Soloalbum („Zygote“ würde in dieser Liste locker 8/10 Punkten abräumen), aber BT-Bassist Bobby Sheehan starb zur gleichen Zeit an einer Überdosis Heroin. Die Band Blues Traveler schien im Jahr 1999 am Ende zu sein. Doch die Herrschaften haben nicht die Flinte ins Korn geworfen, sondern recht schnell beschlossen, weiterzumachen. Nicht trotz, sondern wegen des schmerzlichen Verlustes von Bobby Sheehan. Tad Kinchla, der Bruder von Gitarrist Chan Kinchla, sollte Bobbys Stelle einnehmen, und ein gewisser Ben Wilson – heute kaum wegzudenken aus dem Bandgefüge – kam als Ergänzung an den Keyboards als festes Bandmitglied hinzu. Die 4-Track-EP DECISIONS OF THE SKY ist eine künstlerische Standortbestimmung – wo soll es hingehen, was können wir, was wird zukünftig geschehen… Zentrales Stück dieser kostenlos übers Internet vertriebenen Aufnahme, die immerhin 38 Minuten lang ist, ist sicher die 20minütige „Traveler’s Suite“ – ein aus mehreren Teilen bestehendes Epos, das nichts mehr mit einem klassischen Rocksong zu tun hat. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist DOTS ein willkommenes Zeichen, fünf Jahre später kann und sollte man es als gelungenes, aber weiß Gott nicht ausgegorenes Intermezzo einstufen. (6/10)

BRIGDE (2001)
Das erste „richtige“ Album der Blues Traveler 2.0, wie sie heute von den Fans liebevoll bezeichnet werden. Und dennoch eine Platte des Übergangs, eine Brücke zur Jetztzeit der Band. BRIDGE lebt durch große, emotionale Songs, der neue, deutlich modernere Sound jedoch stößt einige alte Fans vor den Kopf. „Nichts Halbes und nichts Ganzes“, sagt der Oldschoolfan. „Ein Aufbruch“, sagt der geneigte Hörer. Bis heute ist BRIDGE für mich eines der BT-Alben, die mich am stärksten berühren. (9/10)

LIVE – WHAT YOU AND I HAVE BEEN THROUGH (2002)
Wir schreiben das Jahr 2001. Gerade eben sind Flugzeuge ins New Yorker World Trade Center geflogen, und die Welt steht Kopf. In all den Wirren des Herbstes 2001 begeben sich BT 2.0 auf US-Tour, und WHAT YOU AND I HAVE BEEN THROUGH dokumentiert Teile dieser Tour. Klar, dass ein Patriot wie Sänger John Popper darauf besteht, dass diese Platte mit einer Mundharmonika-Version des „Star Sprangled Banner“ beginnt. Doch siehe da: diese ganz fürchterlich editierte CD dokumentiert eine frische, motivierte Band, die eine neue, bisher unbekannte Richtung einschlägt – und überzeugt daher trotz aller (vermarktungstechnischen, optischen, akustischen) Schwächen. (7/10)

TRUTH BE TOLD (2003)
Sen-sa-tio-nell. BT 2.0 haben sich gefunden und legen ein derart kompaktes, liebevolles, euphorisches und zugängliches Album vor, wie man es der Band, die einst „Run Around“ und „Hook“ veröffentlichte, nie wieder zugetraut hätte. Jeder Schuß ein Treffer, hier spielt eine junge, frische, performancewütige Band. Und beschert dem geneigten Hörer Perlen wie „Eventually“, „Sweet And Broken“ und „This Ache“. Ja, da ist sie wieder, diese ursprüngliche Leidenschaft, diese Lust an der Provokation, diese Spielfreude. Was auf BRIDGE nur andeutungsweise zu hören war, blüht hier so richtig auf. TRUTH BE TOLD ist das beste Album der Blues Traveler seit FOUR. Ach was, seit BLUES TRAVELER. (10/10)

LIVE – ON THE ROCKS (2004)
Der kleine Bruder der 2003er Live-DVD „Thinnest Of Air“. Was auf Doppel-DVD sehr ausführlich und fanfreundlich aufbereitet wurde, ist hier auf komprimierte, aber nichtsdestotrotz zwingende und bestechende Weise nachvollziehbar: mit dieser Band darf / muss man rechnen, sie hat Seele, ist im neuen Jahrzehnt angekommen und ist spielwütig wie nie. Vom Duett mit Bob-Sohn Ziggy Marley bis zum verschrobenen Finale mit „Thinnest Of Air“, dem heimlichen Hit von TRUTH BE TOLD – hier spielen BT 2.0, als ginge es um ihr Leben. Ganz groß. (9/10)

Soo… Jetzt kann „Bastardos!“ kommen. Die Kritik zur neuen Platte – demnächst in diesem Theater.

Neues Menü aus Dziuks Küche erhältlich

Das wäre im Stress der letzten Tage beinahe untergegangen: Danny Dziuk hat Anfang September ein neues Album von Dziuks Küche veröffentlicht. Gebet und Revolver heißt es; erschienen beim Berliner Buschfunk-Label. Hab’s selbst noch nicht gehört, aber Herr Dziuk ist immer gut für einen Blindkauf – eine ausführliche Kritik folgt aber natürlich trotzden. Demnächst hier.

Kyle Riabko – Before I Speak (2005)

Siebzehn. Der Knabe ist gerade mal siebzehn Jahre alt. Legt aber mit Before I Speak ein Album vor, das locker von einem zehn oder auch zwanzig Jahre älteren Zeitgenossen stammen könnte. Der Kanadier Kyle Riabko bewegt sich zwischen Funk, Pop und Rock und fabriziert das, was Radioleute in Amerika gemeinhin als „Adult Alternative“ kategorisieren. Seine Musik kommt derart souverän, leicht und meisterlich daher, dass es eine Freude ist, zuzuhören.

Klar, mit seinen Texten versucht Kyle Riabko nicht, die Welt zu retten oder durch tiefe Philosophierereien zu glänzen; da gehts um erste Liebe (Do You Right), ersten Sex (Miss Behavin‘), um gute und schlechte Freunde (Teach Me), die zweite Liebe (Chemistry) und so weiter – aber das wirkt aufrichtig, echt und glaubwürdig. Vorgetragen von einer unverschämt souligen, desöfteren regelrecht sexy daherkommenden Stimme in einem perfekten musikalischen Umfeld.

Diese Perfektion wird Kyle Riabkos Debüt leider dann und wann zum Verhängnis: glänzen die ersten Tracks noch durch originelle Einschübe, kleine jazzige Eskapaden und hübsche Wendungen, so wird „Before I Speak“ gegen Ende ein wenig zu gleichförmig. Liegts an der prinzipiell grandiosen, bisweilen aber arg klinischen Produktion von Matt Wallace (Maroon 5, Faith No More, Spin Doctors)? Oder an den dann doch noch nicht im Übermaß vorhandenen Songideen des spielenden und singenden Ausnahme-Teenagers? Oder doch nur daran, dass 15 Songs (16 mit Hidden Track) vielleicht einfach ein paar Tracks zu viel waren?

Egal – selbst in den schlechteren Momenten musiziert hier einer auf höchsten Niveau, und es wäre ungerecht, über diese Platte mehr Schlechtes als Gutes zu schreiben. Nein, das sei hier nochmal betont: „Before I Speak“ ist toll, und das nicht nur für so einen jungen Herrn – so mancher alteingesessene Musiker würde sich danach sehnen, eine solche CD einzuspielen. Titel wie „Half As Much“, „Miss Behavin“ oder der zu unrecht ans hinterletzte Ende der Scheibe verbannte Hidden Track sind grandiose Tracks, dieser Kerl ist funky, ein talentierter Gitarrist und ein beneidenswert guter Sänger (mal glaubt man, Prince zu hören, mal erinnert er einen an den Sänger der Getaway People). Dieser Typ wird den jungen Damen Amerikas ob seines Aussehens den Kopf verdrehen, und hoffentlich dennoch von vielen, vielen Musikliebhabern Zustimmung und Wohlwollen ob seiner unbestreitbaren künstlerischen Fähigkeiten ernten.

Für die Zukunft vielleicht dieser eine Wunsch: Kyle, Du bist 17. Etwas weniger Hochglanz, ein paar mehr Ecken und Kanten – dann wärs noch besser, noch glaubwürdiger, noch cooler. Your name is Kyle and you are funky. Das wird schon. (7/10)

Maroon 5: Live-DVD kommt…

Neues aus dem Maroon 5-Lager, eben per Sony-Newsletter ins Haus geflattert:

Maroon 5
Live – Friday The 13th (CD/DVD Combo)
Release date: 09/20/2005
The Live – Friday The 13th DVD features live performances of Maroon 5’s three #1 singles from their multi-platinum, worldwide breakthrough album – This Love, She Will Be Loved, and Harder To Breathe as well as never before released songs, Wasted Years and the Oasis cover, Hello. In addition, an audio CD is included which features live tracks from the DVD.
This audio CD/DVD combo is one release that no Maroon 5 fan should be without!

Hmmm… Ich gebe zu, dass ich eigentlich viel mehr an einer neuen Studio-Arbeit der Band interessiert bin, da ich mir bis jetzt noch nicht sicher bin, ob diese Combo nun eine Eintagsfliege mit gutem Album oder doch was „Ernsteres“ ist… Trotzdem sicher gut zu wissen – hab mich noch nicht schlau gemacht über den Vertrieb in Deutschland, aber über die gängigen Quellen sollte es eigentlich kein Problem darstellen, als Sympathisant dieser Combo an den oben erwähnten Tonträger heranzukommen.

Element Of Crime: Jetzt gehts los…

Früher als erwartet kommt Mittelpunkt der Welt – das sagt der Element Of Crime-Newsletter, der soeben in meine Mailbox geflattert ist und den ich hier sehr sehr gerne in Auszügen weitergebe:

DIE NEUE LANGSPIELPLATTE VON ELEMENT OF CRIME
erscheint als CD und LP am 30. September 2005. Nun aber endgültig. Bei diesem Termin bleibt?s. Nichts mehr mit 4. Oktober, wie manchmal gemunkelt wurde, nein, 30. September. Ihr Titel: MITTELPUNKT DER WELT.

DIE 1. SINGLE ZUR NEUEN LANGSPIELPLATTE VON ELEMENT OF CRIME
heißt DELMENHORST und erscheint als CD-Maxi und auch als Download in den entsprechenden Online-Shops am 12. September 2005. Auf der CD-Maxi werden außer dem Titelstück DELMENHORST noch 2 SONGS sein, die die Band EXKLUSIV nur für die CD-Maxi aufgenommen hat. Dazu wird es noch einen Extra-Neuigkeitenbrief am 9.9. geben, der das alles ganz genau erklärt und benennt und aufdröselt und was auch immer.

Außerdem kündigt der EoC-Newsletter ein Weblog von Sven Regener an. Das klingt alles gut, sehr gut. Mensch, das wird ein schöner Herbst – zumindest musikalisch: das ist nun schon mindestens die vierte Platte, auf die ich mich wie Bolle freue…

Nada Surf: Keine Soli, bitte…

Das neue Nada Surf-Album The Weight Is A Gift erntet dieser Tage eher durchwachsene Kritiken. Ganz interessant zu lesen ist aber in jedem Fall, was die Kollegen von gaesteliste.de aus den Herrschaften herausgekitzelt haben. Unter anderem erklären sie, warum bei Nada Surf einfach kein Platz für längere Gitarrensoli ist… Den netten Lesestoff gibts hier.

Nix wie hin: Sinéad O'Connors neue Website ist da!

Sie meint es wirklich Ernst mit ihrer Rückkehr ins aktive Musikgeschäft. Wenige Wochen vor der Veröffentlichung von Sinéad O’Connors neuntem Studioalbum Throw Down Your Arms ist jetzt auch eine neue offizielle Seite der irischen Sängerin online. Auf sineadoconnormusic.com finden sich etliche Infos zum neuen, auf Jamaica aufgenommenen Album, ein 13-minütiges Making-Of-Filmchen (im Studio mit Sly & Robbie, Burning Spear und anderen), ein paar Tracks der fantastischen neuen Platte zum Vorhören, alle Daten der wirklich ausgiebigen Europa- und US-Tour ab Herbst… Alles in allem also so ziemlich genau das, was man sich von einer aktuellen Künstlerhomepage erwünscht.

Menschen, die durchgehend flashanimierte Seiten nicht mögen, sollten es vielleicht nicht tun. Allen anderen empfehle ich aber den beherzten Klick auf diesen Link hier, um sich einzustimmen auf „Throw Down Your Arms“ von Sinéad O’Connor.

Photo by Jürgen Teller. Taken from the photo press kit on Sinéad’s official homepage.

MTV Video Music Awards 2005

Meine Güte… Habe gerade nebenher MTV laufen und sehe mit einem Auge die Wiederholung der „Video Music Awards 2005“ vom Sonntag. Und kann dem Popkulturjunkie einfach nur beipflichten. Sicher, diese Show war schon immer ziemlich belanglose selbstreferentielle Grütze, aber in diesem Jahr ist die Verleihung einfach nur erbärmlich. Unlustig, uninspiriert, peinlich.

Mir scheint, sämtliche „Celebrities“, die hier was ansagen oder verleihen dürfen, haben vorher irgendsoeine ganz fiese neue Droge aus Osteuropa verabreicht bekommen; das können die doch nicht Ernst meinen. Die auszuzeichnenden Stars langweilen sich Hornhaut an die Allerwertesten und dieses Duracell-betriebene Modelagenturaufgebot, das hier das wahnsinnig euphorische Teenager-Publikum geben muss, macht diesen ganzen surrealen Quark perfekt.

Hilfe, im Gegensatz zu diesem debil-weltvergessenen (und musikalisch erbärmlichen) Mutantenkindergeburtstag wirken die Academy Awards und Grammys dieser Welt ja an wie das „Philosophische Quartett“. Ganz schlimm, und Puff Daddy (oder wie auch immer er sich gerade nennt) geht einfach mal gar nicht. Pimp my Preisverleihung? Sorry, you’re dismissed.

Aber vielleicht bin ich heute auch einfach nicht in der Stimmung…