Gib mir Musik: Zwanzig mp3s "Made in Holland" geschenkt…

Holland mag ich besonders wegen der Menschen – die meisten, die ich bisher kennenlernen durfte, sind sagenhaft sympathisch, nett und gastfreundlich. Nur eines hat mich immer wieder an diesem Volk verwundert: sein Musikgeschmack. Und ganz besonders die Stars im eigenen Land. Mal ernsthaft: Golden Earring? Jantje Smit? Hermes House Band?

Jetzt muss ich, nicht ohne Reue, zugeben, dass meine Wahrnehmung der niederländischen Musiklandschaft dann doch ziemlich selektiv war. Die Leute von laut.de bieten dieser Tage ein mp3-Special zum Thema „Made In Holland“ an. 20 Tracks von Künstlern, die in unserem Nachbarland gerade angesagt sind oder aber als „das nächste große Ding“ gelten.

Sicher, da ist auch einiger Mist dabei. Aber im Großen und Ganzen hat mich dieser frei erhältliche Sampler überzeugt: Schräge, aber tanzbare Musik wie die der Band C-Mon & Kypsie oder aber hübsch schrammelige Alternative-Klänge wie von Blues Brother Castro können sich hören lassen und sind den Download allemal wert.

Die mp3-Compilation „Made In Holland“, mit vielen Infos zu den einzelnen Künstlern und einem .pdf-Cover zum Selberbasteln gibts hier.

Nice Talking To Aaron Comess

Am vergangenen Freitag hatte ich die Gelegenheit, mit Aaron Comess von der von mir aufs Höchste geschätzten Combo Spin Doctors ein Interview zu führen. Das äußerst kurzweilige Telefonat nach NYC gibts jetzt in voller Länge zum Nachlesen, natürlich im Spin Doctors Archive!

Aaron spricht über das neue Album der Band, über Setlisten, befreundete Bands, Soloprojekte und vieles mehr. Und außerdem hatte ich die Ehre, dem Guten die ein oder andere Neuigkeit mitzuteilen. Hat der doch glatt nicht gewußt, dass ein Riff auf der neuen Platte vom werten Gitarristenkollegen schon vor acht Jahren mal verwendet wurde…

Wie gesagt, ein äußerst lustiges Interview war das – und wer es lesen möchte, kann das ab sofort tun. Und zwar genau hier.

Photo by Paul LaRaia. Used by permission. All rights reserved.

Gib mir Musik: Steffen Strom – Angie (Nein, Nein)

Da gebe ich doch einfach mal aus Sympathie zum Künstler (und ja, auch zur Sache) folgenden Newsletter von Steffen Strom zur persönlichen Meinungs-, Willens- und Wahlentscheidungsbildung weiter…

Huhu Du,
Du liest gerade einen spontanen STEFFEN STROM-Neuwahl-Newsletter:
Seit heute nachmittag stellen Bündnis90/Die Grünen auf Gruene.de Steffen Stroms Song „Angie (Nein, Nein)“ zum kostenfreien Download als MP3 zur Verfügung. […] Bei Steffens Wahlkampf-Statement handelt es sich um ein Remake von „Angi (Hit)“ – also hurtig hingesurft, runtergeladen & weitergesagt.

wir hören uns – Steffen Strom & das playbe records-Team

Mehr über und von Steffen Strom gibts hier.

NP: Chico Hamilton – Foreststorn (2001)

Darf’s etwas Jazz sein? Ganz leichtfüßig und entspannt, so gar nicht hektisch oder nervend? Mit grandiosen Solisten, beseeltem Gesang und tollen Gästen? Dann unbedingt mal in Foreststorn von Schlagzeug-Legende Chico Hamilton reinhören. Das 2001er Album überzeugt durch seine Unaufgeregtheit, das präzise und gleichzeitig verträumte Drumming von Mr. Hamilton und – wie schon erwähnt – nicht zuletzt durch die Gäste. John Popper gibt sich für einen 7minütigen Barjazz-meets-Blues-Track die Ehre an der Mundharmonika, Eric Schenkman schlägt ungewohnt sanfte Töne bei „Guitar Willie“ an und ein gewisser Charlie Watts (Woher kenn ich den Namen nur? Ach ja, richtig…) guckt auch mal im Studio vorbei. Schöne Sache, genau richtig für verregnete Augustnachmittage, denen man auch locker glaubte, begrüßten sie einen mit „Angenehm, November!“

Tokio Hotel? Ähheeemmm…

Uiuiuiii, da hab ich mich doch vor ein paar Tagen auf einen Eintrag in Gabsis Blog geäußert zum Thema „Tokio Hotel“. Ganz schlimme Band, böse böse Plattenfirma, sicherlich nette Menschen und so. Konnte ja nicht ahnen, dass „Tokio Hotel“ zur Zeit DAS Thema in „Klein-Bloggersdorf“ ist… Viel Spaß beim Klicken:

Tokio Hotel bei Gabsi (1)

Tokio Hotel bei Gabsi (2)
Tokio Hotel bei Herrn Shhh…
Tokio Hotel bei Stefan
Tokio Hotel bei Medienrauschen
Tokio Hotel selbst

Blues Traveler: Zwei "Bastardos"-Tracks zum Vorhören!

Der 13. September naht, und somit drei der von mir am heißesten ersehnten Platten des Jahres: Neues von David Gray, den Spin Doctors und Blues Traveler stehen an. Letztere haben jetzt zwei Tracks ihres neuen Album Bastardos beim Online-Netzwerk MySpace.com hochgeladen. Einfach mal hier klicken und die Vorfreude noch etwas steigern. Wenn man „Amber Awaits“ und „Children Of The Night“ so hört, dann könnte stimmen, was einige glückliche, die die Platte vorab gehört haben, behaupten: „Bastardos“ könnte die „Save His Soul“ der Blues Traveler 2.0 (also nach dem Tod von Bobby Sheehan und der Neubesetzung) werden…

NP: Deena Goodman – Hard To Get To (2005)

Deena Goodman. Bitte merken, diesen Namen. Die junge Dame aus New York hat mit Hard To Get To eine wahrlich beeindruckende erste EP hingelegt. Fünf Songs, die allesamt Volltreffer sind – musikalisch schwebt das Ganze irgendwo zwischen Pop, Funk, R’n’B, garniert mit einer Prise Country und der ein oder anderen geradeausrockenden Gitarre. Ihre Stimme ist warm, selbstbewußt und sexy, ihre Songs sind eingängig, tanz- und mitsingbar. Für ihr Erstlingswerk hat sie gleich eine ganze Armada an etablierten und wohlbekannten Künstlern verpflichten können: Andy Hess (Ex-Black Crowes, heutzutage bei Gov’t Mule) spielt Bass, Kristian Ottestad (von den unvergessenen, aber leider nicht mehr existierenden Getaway People) hilft mit Percussion aus, Nir Z (lange Jahre unterwegs mit John Mayer) bearbeitet die Drums. Höhepunkte dieser leider viel zu kurzen CD sind die letzen beiden Tracks: „To Damaged To Care“ ist frech und direkt, und das mit Chris Barron geschriebene und gesungene „Your Rock“ (ein Song aus der Kategorie „Tankstelle im Wald“, man gestatte mir diese Niels Frevert-Referenz) setzt einen viel zu frühen, grandiosen Schlußpunkt… Bitte mehr davon, Deena!

„Hard To Get To“ gibts bei CD Baby.

Gib mir Musik: Maplewood – Daughters Of The Empire

Draußen vorm Fenster regnet es in Strömen, und das schon den wasweissichwievielten Tag hintereinander. Normalerweise bin ich ja kein allzu wetterfühliger Zeitgenosse, aber so langsam geht mir dieser Regen auf den Sack. Als ich heute mal wieder auf der Seite von Tapete Records rumstöberte, stieß ich aber auf ein Lied, das mich mit allem und jedem, sogar mit dem Wetter, für eine Weile versöhnt hat. Maplewoods „Daughters Of The Empire“ ist ein wunderbarer kleiner Song, melancholisch und sparsam instrumentiert. Das Goldstück (ein exklusiver Track übrigens) kann man sich auf dieser Seite runterladen – allerdings nur für kurze Zeit, also schnell!

Jason Mraz – Mr. A-Z (2005)

Jetzt ist mir endgültig völlig klar, warum Robbie Williams in den USA keinen Erfolg haben kann, auch wenn er hierzulande nach wie vor als Inbegriff eines Superstars gilt. Es ist so einfach: die Amis – brauchen ihn nicht, den Robbie. Denn sie haben Jason Mraz. Mit seinem zweiten Studioalbum Mr. A-Z katapultiert sich der wortgewaltige Sänger mit scheinbar traumwandlerischer Sicherheit in die Pop-Oberliga jenseits des Atlantiks.

Traumwandlerisch? Ist wohl nur die halbe Wahrheit. Nein, man hört „Mr. A-Z“ die harte Arbeit an, die dahinter gesteckt haben muss. Ein Dutzend neuer Songs, ein Dutzend bestechender Ideen, ein Dutzend Überraschungen – entstanden in einem etwa halbjährigen Songwriting- und Aufnahmeprozess. Sanft, geradezu verhalten beginnt die Platte mit dem programmatischen „Life Is Wonderful“. Danach zwei Damüssenwirnichdrüberdiskutierendassindbillboardtoptensongs, und alles was danach kommt, ist liebenswert, groß, bisweilen atemberaubend („Plane“ oder auch der 8-Minuten-Schlußtrack „Song For A Friend“). Und immer dieser glasklare, pointierte Gesang, manchmal beißender, aber immer origineller Wortwitz und musikalisch ein geschmackssicherer Ritt durch große Teile des Popmusik-Spektrums; vom „typischen“ Mraz-Folkpop-Song „Clockwatching“ über das schwüle, latinoeske „Bella Luna“ bis hin zu „Please Don’t Tell Her“, einer Nummer, die auch besagter Robbie Williams nur allzu gern in seinem Portfolio hätte.

Das Ganze ist warm, organisch und dennoch modern produziert – wofür maßgeblich Produzent Steve Lillywhite verantwortlich ist, der in der Vergangenheit schon Acts wie U2 oder Dave Matthews Band auf der Suche nach deren signature sounds erfolgreich unterstützte. Das Ergebnis ist eine Platte, wie sie mehr Pop kaum sein könnte bzw. dürfte, Worte wie makellos und perfekt kommen mir in den Sinn (gemeint sind aber ausschließlich die positiven Konnotationen dieser Begriffe). Die schicke DualDisc-Version setzt dem ohnehin feinen Album dann aber noch die Krone auf – die DVD-Seite der Disc besticht durch ein sympathisches „Making Of“ und einige Extras. Und überhaupt ist diese spätpubertäre Schulschreibblock-Optik der CD herrlich detailverliebt, witzig und irgendwie vertraut.

Was gibt es sonst noch zu sagen über „Mr. A-Z“? Vielleicht, dass die tolle Rachel Yamagata (man beachte bitte ihr erstklassiges 2004er Album „Happenstance“) Jasons Duettpartnerin bei „Did You Get My Message“ ist. Vielleicht, dass „Geek In The Pink“ ein schräger, funky Popsong ist, dem ich ein ähnliches Schicksal vorhersage wie vor anderthalb Jahren Maroon 5s „This Love“. Vielleicht, dass diese Platte einfach mal cool ist und „Plane“ bis jetzt noch jede(n) zum Heulen gebracht hat.

Und jetzt nehme ich leise und ein wenig melancholisch Abschied. Von der seltsam schönen Illusion, Jason Mraz würde auf immer und ewig einer von diesen Geheimtipps bleiben, die man seinen Freunden vorspielt mit den geradezu verschwörerisch anmutenden Worten: „Das ist Jason Mrrraz, kennste sicher noch nicht.“ Jede Wette: das ist vorbei. Mr. A-Z wird zum Superstar, seine Robbiewilliamsisierung (Jackjohnsonisierung triffts fast besser) ist unabwendbar, und ich gönne es ihm von Herzen. Yep. Mraz will talk and Hollywood will listen.