Laut.de goes Radio…

Die sympathische Musikseite laut.de startet am Mittwoch ein Onlineradio. Sinnvollerweise soll es laut.fm heißen. Das alles meldet heute der Medien-Branchendienst kress.de*. Neben Künstler- und Konzertinfos solle es perspektivisch auch einen Downloadshop geben, so kress.de weiter.

Bin sehr gespannt – ein herzliches toi, toi, toi nach Konstanz!

* In der Meldung steht was vom 15. Juni 2004. Ich geh mal davon aus, dass es sich dabei schlicht und einfach um einen Tippfehler handelt…

Jason: Warten auf "MR. A-Z"

Am 26. Juli erscheint in den USA das neue Studioalbum von Jason Mraz. „MR. A-Z“ enthält zwölf neue Songs und ist ab sofort über Jasons Webseite vorbestellbar. Wie auch schon DMBs „Stand Up“ oder die Re-Releases von John Mayers und Howie Days letzten Alben, gibts das neue Werk in zwei Ausführungen: als normale CD und als DualDisc (auf einer Seite der Silberscheibe das Album, auf der anderen DVD-Bonusmaterial).

Ob und wann „MR. A-Z“ in Europa veröffentlicht wird, ist derzeit noch nicht klar. Die Bestellung in Übersee empfiehlt sich aber noch aus einem weiteren Grund: wer jetzt ordert, erhält eine 3-Track EP namens „Extra Credit“ zum Sofort-Download. Neben der aktuellen Single „Wordplay“ (leider eine Nummer-sicher-Single, hier im Steve Lillywhite-Mix, nicht schlecht, aber nicht herausragend) gibts ein sehr schönes Demo namens „I’m Yours“ und einen Livetrack, „Halfway Home (Live from the Eagle’s Ballroom)“ (ein bisher unveröffentlichter Outtake der „Tonight, Not Again“-Aufzeichnung). Schicke 14 Minuten neue Mraz-Musik, die Lust auf „MR. A-Z“ machen.

Die „Extra Credit EP“ kann man sich übrigens zu einer „richtigen“ Maxi-CD zusammenbasteln, wenn man denn will – das Artwork zur Vorab-Gabe findet sich hier (.pdf-Datei).

„MR. A-Z“ Tracklisting:
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NP: Robert Cray – Twenty (2005)

Robert-Cray-Platten sind wie Kaffeetrinkverabredungen mit einem alten, wirklich guten Freund: Du weißt, wie er tickt. Du magst ihn so, wie er ist. Du hast vorher in etwa eine Vorstellung davon, was Dich erwartet. Und wirst dann doch hier und da mal überrascht: weil der alte, wirklich gute Freund was Neues zu erzählen hat. Oder weil Du das Gefühl hast, dass es ihm wirklich gut geht, er nicht ganz so zerstreut und fahrig ist wie beim letzten Treffen. Oder weil Du Dich bei ihm schlicht und einfach geborgen fühlst, nicht schauspielern mußt und so.

Robert Cray hat also mal wieder eine Platte gemacht. Twenty heißt sie und macht Spaß. Da ist wieder dieser bluesschwangere Sound, da sind wieder diese mitunter ein wenig abgeklärt anmutenden, oftmals aber aus der Seele sprechenden Geschichten von unerwiderter Liebe, erfüllter Liebe, verlorener Liebe, von Liebe halt. Diese glasklaren Gitarrensounds, diese zurückhaltende und doch unverschämt funky daherkommende Band. Diese vertraute Stimme.

Schön, diesen Cray zu kennen. Schön, mal wieder was von ihm zu hören. Ja, es scheint ihm gut zu gehen. Ganz der Alte, und doch immer wieder für eine Überraschung gut. Kaffeetrinkverabredungen wie diese würde ich glatt im Monatsabo beziehen. And the rest doesn’t really matter…

Ben Folds – Live in der Columbiahalle Berlin, 4. Juni 2005

„Guten Abend, motherfuckers!“ Wenn ein Mensch wie Ben Folds mit diesen Worten sein Publikum begrüßt, dann klingt das wie das denkbar herzlichste Willkommen. Es war endlich soweit – der kleine Mann am großen Steinway-Flügel hat es doch tatsächlich geschafft, sein erstes Deutschlandkonzert in diesem Jahrzehnt zu absolvieren. Und, um es kurz zu machen: es war berauschend.

Ben ballerte denn auch einen feinen Song nach dem nächsten ins Publikum, und das fraß ihm und seinen beiden Mitmusikern (wenngleich es sich nicht um die alte BFF-Besetzung handelt, setzt Herr Folds dieser Tage wieder auf die gewohnte, aber effektive Konstellation Bass-Schlagzeug-Piano) von Anfang an aus den Händen – viel zu lange war es einfach her, dass dieser liebenswerte Nerd vor hiesigem Publikum seine großartigen Songs zum besten gab. Das meiste Material, das die Fans in der Berliner Columbiahalle zu hören bekamen, stammte von Folds neuem Album „Songs For Silverman“ oder aber von den drei EPs, die der Künstler in den letzten zwei Jahren veröffentlichte. Opulent ist wohl das Wort, das den glasklaren, mächtigen, raumfüllenden und begeisternden Sound, der da von der Bühne tönte, am besten beschreibt. Ob nun Popsongs wie „Landed“ oder „Trusted“ oder aber Balladen wie „Late“ – hier musizierte ein beneidenswert gut aufeinander eingespieltes Trio und hatte selbst sichtlich Spaß an der Sache.

Ganz groß waren natürlich auch Bens Solostücke: zu Herzen gehende ruhige Songs, aber auch – mit tatkräftiger Unterstützung des Publikums – alte Gassenhauer wie „Army“ trösteten locker darüber hinweg, dass Folds Deutschlandcomeback nicht, wie geplant, solo in der lauschigen Kreuzberger Passionskirche vonstatten ging (das für November 2004 angesetzte Konzert musste wegen Krankheit verschoben werden), sondern in einem klassischen Liveclub. Und dass Ben den Abend eben nicht komplett alleine bestritt, sondern mehrheitlich mit Band.

Wenn Ben und seine Mannen dann einen vor F-Words nur so strotzenden Dr. Dre-Rap in eine gigantischen Popsong verwandeln oder bei „Rockin‘ The Suburbs“ eine fast schon erschreckend glaubwürdige Hardcore-Distortion-Bass-Meets-Angry-White-Boy-Rap-Einlage abliefern, dann ist das Dauergrinsen beim zufriedenen Konzertbesucher eigentlich schon vorprogrammiert. Ohne Zweifel: das war ein rundum gelungener Konzertabend. Ben Folds war viel zu lange nicht bei uns zu Gast, wir haben ihn schmerzlich vermißt. Dieser Typ ist einzigartig, dieser Typ ist verrückt, dieser Typ schafft es, Dich permanent zwischen Lachen und Weinen hin- und hertaumeln zu lassen.

Ben Folds auf Platte ist an sich schon ein Vergnügen, live allerdings kann man den Mann mit der komischen Brille und den schönen Liedern getrost als einen der Besten seiner Zeit einstufen. Und nicht minder herzlich möchte man ihm nach zwei unvergeßlichen Konzertstunden zurückrufen: „Come back soon, motherfucker!“

Foto vom Berlin-Konzert gefunden auf und ganz dreist gemopst von der schönen Fanseite BenFolds.de. Dort gibts auch noch jede Menge weitere Bilder von der Show – und zwar ganz genau hier.

Brahms, Bruckner und Benefiz: Am Samstag in Leipzig!

Am Samstag abend (4. Juni) noch nix vor? Wie wäre es mit einem viel versprechenden Konzertabend in Leipzig? Musik satt von Brahms und Bruckner in einer der reizvollsten Kirchen der Messestadt:

Als Benefizveranstaltung für das Ronald McDonald Haus Leipzig (McDonald`s Kinderhilfe) musizieren der französische Pianist Thomas Chiron, die Solisten Reglint Bühler, Klaudia Zeiner, Nico Eckert und Gotthold Schwarz, die Kantorei der Evangelisch-reformierten Kirche und Musiker aus Leipziger Orchestern unter der Leitung von Christiane Bräutigam.

Auf dem Programm stehen das Erste Klavierkonzert von Johannes Brahms sowie das Te Deum von Anton Bruckner, welches der Komponist selber als den ?Stolz meines Lebens? und sein bestes Werk bezeichnet.

Karten sind erhältlich in der Musikhandlung M. Oelsner, im Gemeindebüro der Evangelisch-reformierten Kirche und im Ronald McDonald Hauses Leipzig. Sie kosten ? 10,00, ermäßigt für Schüler und Studenten ? 7,00.

Also, alle die am Samstag nicht zufällig ein Ben Folds- oder Eels-Konzert besuchen (ersterer ist der Grund, warum ich leider in Leipzig nicht dabei sein kann), sollten sich den Abend in der Reformierten Kirche zu Leipzig gönnen. 20 Uhr gehts übrigens los.

Trackliste für US-Promi-Kinderlieder-CD ist da

Die neue CD mit Liedern der US-Kinderbuchautorin Sandra Boynton (siehe Bericht Mitte April hier im dunkelblau Weblog) nimmt allmählich Gestalt an – hier der aktuelle Statusreport von Boyntons Internetseite:

You heard it here first, unless you already heard it elsewhere. Album
# 3 won out as the Gnext Big Thing, narrowly ooching out the Nose Cozy
initiative. Entitled Dog Train, this will be a renegade rock album for
children. The full-color book/CD set is scheduled for release by
Workman Publishing in October, 2005. Here’s the status report:

1. Tantrum?Spin Doctors recorded
2. Boring Song?Steve Lawrence & Eydie Gorme recorded
3. Dog Train?Blues Traveler recorded
4. Thus Quacked Zarathustra?The O.K. Chorale recorded
5. Sneakers??Mark Lanegan to record in May
6. Cow Planet?Billy J. Kramer recorded
7. Pots and Pans?Bacon Brothers & Mickey Hart recorded
8. I Need a Nap?Weird Al Yankovic & Kate Winslet recorded
9. Evermore?Alison Krauss recorded
10. (Don’t Give Me That) Broccoli [artist not yet selected}
11. Penguin Lament??John Ondrasik of Five For Fighting recorded
12. When a Hippo Can Dance [artist not yet selected}
13. Hip-Hop Potamus [artist not yet selected}
14. Dragonfire [artist not yet selected}
15. Wave Bye-Bye??Hadassah Luther recorded
16. Rock to Sleep 54??Hootie and the Blowfish recorded

Ziemlich krude Mischung, dürfte aber ein echt unterhaltsames Album werden…

NP: Weezer – Make Believe (2005)

Hmmm… Bin beim neuen Album von Weezer hin- und hergerissen. So lahm, uninspiriert und langweilig, wie einige Kritiker im Vorfeld behaupteten, find ich Make Believe gar nicht. Da sind durchaus ein paar hübsche Songs dabei („This Is Such A Pity“, „Beverly Hills“, „The Damage In Your Heart“). Andererseits ist schon was dran an der Aussage, dass sich diese Band von Album zu Album immer mehr in Richtung Mittelmaß katapultiert – „Maladroit“ und auch die neue CD haben bei weitem nicht die Größe wie Weezers Erstling oder ganz besonders „Pinkerton“.

Trotzdem finde ich es schön, aller Jubeljahre mal wieder was von diesem verschrobenen Zeitgenossen Rivers Cuomo und seiner Band zu hören – mindestens der Sound von Weezer ist einfach zeitlos und wirklich typisch: schöne Melodien, harmonietrunkene Backing-Vocals und solide Gitarrenarbeit. All das bietet „Make Believe“ ohne Zweifel. Nur sonderlich originell ist das neue Material der Band eben nicht. Und so liefern Weezer inzwischen das, was sie wahrscheinlich nie liefern wollten: perfekte Konsenshintergrundmusik für Grillabende mit Freunden.

Howie Day: Bonus-Content erhältlich!

Sie hat es tatsächlich getan: Howie Days Plattenfirma Epic hat tatsächlich Howie Days tolles 2003er Album Stop All The World Now noch einmal veröffentlicht – zum vierten oder fünften Mal, diesmal als Dualdisc. Aber um all den Käufern der alten Editionen die neuen Beigaben nicht vorzuhalten, sind diese jetzt – und das sollte man als einen fairen Schritt von Epic ansehen – online erhältlich:

With the release of the Howie Day’s Stop All The World Now DualDisc, we are making all of the DualDisc content available to fans who have already purchased the album in the past. You can now use your copy of Stop All The World Now to unlock 3 videos („Brace Yourself,“ „Ghost,“ & „Bunnies“) and 4 photo galleries online! You can use the regular version of the CD, the Special Edition or the DualDisc. Click here to get ConnecteD.

Zooma-Tour komplett abgesagt

Mehr als 30 Stops sollte sie haben, die gemeinsame Zooma-Tour von Ben Harper, Trey Anastasio und ganz vielen anderen US-Stars. Heute wurde der für den Sommer geplante musikalische Wanderzirkus komplett abgesagt:

The Zooma Tour was conceived to provide fans with an exceptional musical and entertainment experience. Due to unforeseen circumstances, it has become clear that it would not be possible to provide that experience at the level initially envisioned. Rather than go forward with a tour that falls short of what was conceived, everyone involved has mutually agreed that it is best to cancel the tour altogether.

Das ganze Statement zur Zooma-Absage steht auf der offiziellen Seite.

NP: Audioslave – Out Of Exile (2005)

Rockmusik. Ja, genau – das ist Rockmusik. Da sind keine detaillierteren Umschreibungen nötig für das, was Audioslave auf ihrem zweiten Album Out Of Exile präsentieren. Zwölf breitbeinige, rustikale Stücke – amtliche, druckvolle Gitarren; emotionaler Gesang; schräge, überraschende Wendungen und Breaks; geradlinige, treibende Grooves; erdiges Bassspiel. Und ein paar mächtig einprägsame Hooks gibts auch. Dabei klingt das aber alles keineswegs nach vergangenen Tagen, Siebzigerjahreposermucke oder Achtzigerjahreopernkreischmetal, sondern durchaus zeitgemäß, modern und frisch. Audioslave haben es verstanden, nach ihrem zu Recht viel beachteten 2002er Erstling zu einer „richtigen Band“ zusammenzuwachsen. Und sie machen hörbar leidenschaftlich das, was sie am besten können – Rockmusik eben. Oder, wie es so fast schon liebenswürdig-naiv im Booklet heißt: „All sounds made by Guitar, Bass, Drums and Vocals.“

Hier gehört jetzt eigentlich die Standard-Abhandlung über Audioslave hin, das fast schon obligatorische „Audioslave, das sind 3/4 Rage Against The Machine plus Chris Cornell von Soundgarden“, das im Audioslave-Kontext viel strapazierte Wort Supergroup, der sicher berechtigte Verweis auf die spannende Vergangenheit der Bandmitglieder und und und. Dafür bin ich aber a) gerade zu faul und b) kann man das in eigentlich jedem anderen Artikel über die Band lesen – also einfach mal Google befragen und schlau machen…