Habemus Papam

Da plant man einen gemütlichen Nachmittag mit einem lieben Freund, um endlich seine Spin Doctors-Fanseite mal generalzuüberholen, da generalüberholt mal eben das Konklave in Rom meinen Nachmittag… Komme gerade von der Arbeit zurück, genug der Berichterstattung über den neuen Papst Benedikt XVI. für heute.

Und vielleicht endlich mal Zeit für einen kurzen persönlichen Gedanken zum Thema. Nein, ich hätte nie geglaubt, dass Ratzinger Papst werden könnte. Zu offensichtlich waren all die Vermutungen im Vorfeld, zu sehr gingen mir all die selbsternannten Vatikanexperten in den letzten Tagen auf die Ketten, zu unwahrscheinlich schien mir die Wahl eines Deutschen für das Papstamt.

Doch ach, alles sollte nun anders kommen. Ich bin verblüfft, verwundert, irgendwie dann doch begeistert und – ja, froh. Darüber, dass wir jetzt Klarheit haben. Gott segne ihn und schenke ihm Gesundheit, Geduld, Demut, Freude an seinem Tun. Auch, wenn manche das vielleicht anders sehen: heute ist nicht die Zeit für Kritik, Sorgen oder gar Häme. Heute haben die Katholiken, ganz egal, wo sie (kirchenpolitisch, ideologisch oder sonstwie) stehen, Grund zur Freude.

Alles Gute, Benedikt XVI.

Ben Harper und Trey Anastasio gehen auf "Zooma-Tour"

In den Neunzigern gabs ja einige Rock’n’Roll-Wanderzirkusse: man erinnere sich nur an Lollapollooza, die H.O.R.D.E-Tour oder Lilith Fair… Jetzt, im Jahr 2005, scheinen sich die Macher des legendären Bonnaroo-Festivals daran erinnert zu haben, dass man mit einem sehr guten Stamm-Line-Up und lokalen Gästen einen ganzen Sommer lang gemeinsam durch die USA ziehen könnte. Genau das verspricht nämlich die Zooma-Tour 2005, die heute per Pressemitteilung angekündigt wurde. Headliner der 20 bis 30 Stationen umfassenden Tour werden Ben Harper und Trey Anastasio (Ex-Phish) sein, alle weiteren Acts und die Stationen der Tour werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Hier ein Auszug aus der heute verbreiteten Pressemitteilung:

We are proud to announce the Zooma Tour! The inaugural multi-stage tour will feature headliners Ben Harper & the Innocent Criminals and Trey Anastasio. A total of 20 to 25 guest acts will rotate performances throughout the tour, with at least four guest acts playing on each date. The Zooma Tour will kick off on June 16 and stop at amphitheaters in at least 28 major North American markets, concluding on July 31. A confirmed list of dates and performers will follow in the next few weeks.

„I always knew that Ben was a great singer but after seeing him at Bonnaroo, I realized what an amazing guitarist he is,“ Trey Anastasio says. „I’m really looking forward to being on the road with him this summer.“ Ben Harper continues, „For myself and the Innocent Criminals, we can’t wait to be on the Zooma tour this summer. We’ve been looking forward to doing shows with Trey for a long time. I also look forward to seeing a lot of great music on the second stage.“

The Zooma Tour will be a multi-faceted entertainment event featuring two performance stages and a complete activity village with vendors and attractions. Inspired by the Bonnaroo tradition, the Zooma Tour will extend the festival’s spirit, presenting diverse lineups to open minded music fans in local communities. The Zooma Tour will also retain Bonnaroo’s festive atmosphere and dynamic entertainment options, not to mention its superior standard for quality live music.

In addition to full shows from Ben Harper & The Innocent Criminals and Trey Anastasio, a host of acts from a variety of genres will each join the tour for approximately one week each. With its touring format, eclectic lineup, myriad activities, and modern cultural consciousness, the Zooma Tour is certain to be a phenomenal summer music event.

(Noch nicht viel) mehr Infos gibts auf der Seite zur Tour: zoomatour.com.

NP: Stoppok – Solo live (2005)

Weil sie gerade mal wieder läuft, fällt mir ein, dass ich schon längst auf diese Doppel-CD hinweisen wollte. Stoppok, der nette Songwriter von nebenan, den ich schon so oft live sehen durfte, dass ich’s nicht mehr zählen kann, hat unlängst eine wirklich bemerkenswerte Liveaufnahme vorgelegt: Stoppok solo, Höhepunkte aus seiner letztjährigen Herbst-/Wintertour.

Kann schon sein, dass er von einigen gar zu kultisch verehrt wird (nein, nicht jeder Räusperer des Künstlers ist als Witz gemeint, nein, nicht jede Ansage dieses dauerverpeilten Kerls ist der Inbegriff filigranen Humors, merkt Euch das bitte mal, Ihr Jadasistmeinstoppokundnurichverstehewiegenialderwirklichist-Fans!!! Sorry, das musste mal sein), aber angesichts dieser CD kann man einmal mehr nicht umhin zu konstatieren, dass Stoppok in der Liga der unpeinlichen deutschen Liedermacher (blödes Wort, aber egal) ganz ganz oben mitspielt. Stücke wie „Dein Glück“, „Leise“ oder „Tanz“ sind in ihrer Einfachheit und Schönheit einfach unschlagbar.

Dass am Ende der zweiten CD Beverly Jo Scott ihre derbe-verrauchte Stimme beisteuert, ist ein willkommenes Extra in dieser ohnehin gelungenen Sammlung. Aufgenommen u.a. in Erfurt, Wuppertal, Leipzig, Hamburg und Köln. Da bin ich Fan von…

Garbage – Bleed Like Me (2005)

Version 4.0. Endlich ist es da, das vierte Album von Garbage. Überall liest man zur Zeit Schaudermärchen zur Entstehungsgeschichte von „Bleed Like Me“. Die einen wissen zu berichten, dass Sängerin Shirley zwischenzeitlich nicht mehr singen konnte, die Band kollektiv eine kreative Krise durchlebte und Mastermind Butch Vig gar kurz davor war, die Brocken hinzuwerfen und Garbage zu beerdigen. Episoden eben, die sich kurz vor Veröffentlichung einer CD einfach gut machen. Und die bei Garbage spätestens seit ihrem zweiten Album dazugehören.

Und auch beim Vorgänger zu „Bleed Like Me“, dem 2001er „Beautiful Garbage“, gab es im Vorfeld die wildesten Geschichten und Ammenmärchen zu hören – von mehr als zweihundert Tonspuren pro Track, die mehrere Dutzend Mal verworfen und dann doch wieder ausgegraben wurden, war da zu lesen und und und – diese Legendenstreuung scheint wohl Teil des Garbage-Konzeptes zu sein. Der Musik jedoch hörte man das schon vor vier Jahren nicht an, und auch diesmal ist auf der Platte von Krise und Zerissenheit kaum etwas zu spüren.

Als wäre nie etwas gewesen, spielen Garbage auch hier wieder ihren typischen Powerpop, der im ersten Moment künstlich, ja sogar kühl und viel zu perfekt anmutet, aber schon beim zweiten Durchgang spüren lässt, was für beseelte Musiker hier gearbeitet haben. „Bleed Like Me“ beginnt gigantisch – mit den Songs „Bad Boyfriend“, „Run Baby Run“ und „Right Between The Eyes“. Das sind Garbage, wie man sie kennt: eine mächtige wall of sound, originelle, aber keine allzu abgedrehten Harmonieläufe und der schnippisch-nölige, aber doch irgendwie beherzte Gesang von Shirley Manson.

Im Mittelfeld driften die vier allerdings etwas in die Beliebigkeit ab. Garbage ist halt Garbage ist halt Garbage. Das ist alles makellos produziert, ganz hervorragend gespielt, aber auf Albumlänge leider nicht so packend wie frühere Alben. „Stagnation auf höchstem Niveau“ heißt sowas in der Wirtschaftssprache wohl. Wogegen prinzipiell ja nichts einzuwenden ist; aber nach zehn Jahren, die man als geneigter Hörer die Band nun schon kennt und schätzt, wäre halt die eine oder andere Sound- oder Songwritingüberraschung nett gewesen. Doch schon bald versöhnt man sich mit der Band: im letzten Drittel Ende fangen sich Garbage dann wieder und laufen am Schluß nochmal zu Bestform auf, sie liefern mit „Why Don’t You Come Over“ und „Happy Home“ einen würdigen und schönen Showdown.

Und die Moral von der Geschicht? Wahrscheinlich benötigen Garbage Album um Album die „große Show“ vor der Veröffentlichung, und wahrscheinlich brauchen sie einfach für neue Alben immer so drei bis vier Jahre. Solange die Musik gut ist, soll das nicht stören. Allerdings sollten Shirley und ihre drei Herren aufpassen, dass sie in Zukunft ob des Nachdenkens über die gemachten Schlagzeilen vor den Releases nicht das Nachdenken über Musik und Inspiration vernachlässigen. Das wär nämlich schade.

Mon)tag: Erste Tourdaten zur "Sender"-Tour

Der 17. Mai wird ein schöner Tag. Denn da erscheint endlich „Sender“, das neue Album von Mon)tag. Auf der Seite ihres Labels Tapete gibts die ersten Tourdaten zur neuen Platte zu lesen. Ich hoffe heiß und innig, dass die Überschrift dieses Eintrages hier wahr bleibt und sich zu diesen paar Auftritten noch viele, viele hinzugesellen…:

18.05.05 Hamburg – Grüner Jäger (+Wolke)
23.05.05 Münster – Luna Bar (+Wolke)
25.05.05 Kulmbach – Desert Pinguin (+Wolke)
26.05.05 Augsburg – Kerosin
27.05.05 Witten – Werkstadt (+Wolke)

Tourdaten und Grafik gefunden bei Tapete.

DMB: Tracklist für "Stand Up" veröffentlicht

Die Trackliste zum wohl umstrittensten und dennoch am sehnsüchtigsten erwarteten Album des Frühjahres ist jetzt offiziell – das hier sind die Tracks auf „Stand Up“, dem ersten Studioalbum der Dave Matthews Band seit 2002:

Dreamgirl
Old Dirt Hill (Bring That Beat Back)
Stand Up (For It)
American Baby Intro
American Baby
Smooth Rider
Everybody Wake Up (Our Finest Hour Arrives)
Out of My Hands
Hello Again
Louisiana Bayou
Stolen Away on 55th and 3rd
You Might Die Trying
Steady As We Go
Hunger for the Great Light

Für eifrige Vorbesteller gibts eine Bonus-CD mit zwei Studio-Outtakes und drei Liveaufnahmen obendrauf; Erscheinungstermin (US) ist nach wie vor der 10. Mai.

Quelle: Billboard

Nix wie hin: Das VI. a capella-Festival in Leipzig

Ab Freitag wird Leipzig zum bereits sechsten Mal zur Pilgerstätte für Freunde der a capella-Musik: das a-capella-Festival 2006 beginnt, und die gastgebenden Herren des ensembles amarcord haben wieder erstklassige Acts von Gregorianik (Schola Gregoriana Pragensis am Sonntag) bis Pop (z.B. Stouxingers) in die Messestadt gebeten. Insgesamt zehn tolle Konzerte in zehn Tagen wird es geben. Alle Hintergrundinfos zu den einzelnen Auftritten gibts auf der offiziellen Seite des Festivals.

In den nächsten Tagen werden ausgewählte Acts des Festivals hier im dunkelblau Weblog genauer vorgestellt.

I finally see the light…


I finally see the light
after forty nights of rain…

Ohne hier viel orakeln zu wollen: sechs wirklich seltsame, aufschlußreiche, im Großen und Ganzen auch schöne Tage, in denen ich eine ganze Menge gelernt habe (vor allen Dingen über mich), gehen gerade zu Ende. Das schreib ich nur, um die vorübergehende Ruhe hier im Weblog zu legitimieren. Um Musik und alle anderen schönen Nebensächlichkeiten drehts sichs hier künftig wieder öfter und regelmäßiger, versprochen!

Gib mir Musik: Nicorola – Bitstick EP (2005)

Der geschätzte Weblog-Kollege Nicorola macht Musik und hat dieser Tage seine erste EP auf dem Leipziger Label 1bit Wonder veröffentlicht. Die „Bitstick EP“ enthält fünf wahrlich interessante und gute Songs. Musik aus der Electronic-Ecke, die durch ihre Klarheit und Intensität besticht. Ich bin ja normalerweise für derartige Musik nur begrenzt zugänglich, aber das, was Nicorola hier präsentiert, ist schlicht und einfach mal gut. Ach was, sehr gut und empfehlenswert. Hier gibts die EP zum legalen und kostenfreien Download. Mein Anspieltipp: das sphärische, leicht mobyeske Stück „Hijseenpipo“.

Jack Johnson kanns kaum fassen

Da ist er selber baff, der singende Ex-Surfer aus Hawaii: sein drittes Album „In Between Dreams“ verkauft sich derzeit wie geschnitten Brot. Der US-Rolling Stone berichtet online über das Phänomen Jack Johnson:

With little play from mainstream radio and zero presence on MTV, Jack Johnson’s In Between Dreams has somehow sold more than 540,000 copies in its first four weeks. „It trips me out,“ Johnson says. „My last record [Brushfire Fairytales] debuted at Number Three, but it disappeared from the top of the charts pretty quickly. The weird part is that this time my album is sticking around.“

Mal abgesehen davon, dass Jacks letztes Album mitnichten „Brushfire Fairytales“, sondern vielmehr „On And On“ war, ist der Artikel durchaus lesenswert. Hier gehts lang.