Trackliste für US-Promi-Kinderlieder-CD ist da

Die neue CD mit Liedern der US-Kinderbuchautorin Sandra Boynton (siehe Bericht Mitte April hier im dunkelblau Weblog) nimmt allmählich Gestalt an – hier der aktuelle Statusreport von Boyntons Internetseite:

You heard it here first, unless you already heard it elsewhere. Album
# 3 won out as the Gnext Big Thing, narrowly ooching out the Nose Cozy
initiative. Entitled Dog Train, this will be a renegade rock album for
children. The full-color book/CD set is scheduled for release by
Workman Publishing in October, 2005. Here’s the status report:

1. Tantrum?Spin Doctors recorded
2. Boring Song?Steve Lawrence & Eydie Gorme recorded
3. Dog Train?Blues Traveler recorded
4. Thus Quacked Zarathustra?The O.K. Chorale recorded
5. Sneakers??Mark Lanegan to record in May
6. Cow Planet?Billy J. Kramer recorded
7. Pots and Pans?Bacon Brothers & Mickey Hart recorded
8. I Need a Nap?Weird Al Yankovic & Kate Winslet recorded
9. Evermore?Alison Krauss recorded
10. (Don’t Give Me That) Broccoli [artist not yet selected}
11. Penguin Lament??John Ondrasik of Five For Fighting recorded
12. When a Hippo Can Dance [artist not yet selected}
13. Hip-Hop Potamus [artist not yet selected}
14. Dragonfire [artist not yet selected}
15. Wave Bye-Bye??Hadassah Luther recorded
16. Rock to Sleep 54??Hootie and the Blowfish recorded

Ziemlich krude Mischung, dürfte aber ein echt unterhaltsames Album werden…

NP: Weezer – Make Believe (2005)

Hmmm… Bin beim neuen Album von Weezer hin- und hergerissen. So lahm, uninspiriert und langweilig, wie einige Kritiker im Vorfeld behaupteten, find ich Make Believe gar nicht. Da sind durchaus ein paar hübsche Songs dabei („This Is Such A Pity“, „Beverly Hills“, „The Damage In Your Heart“). Andererseits ist schon was dran an der Aussage, dass sich diese Band von Album zu Album immer mehr in Richtung Mittelmaß katapultiert – „Maladroit“ und auch die neue CD haben bei weitem nicht die Größe wie Weezers Erstling oder ganz besonders „Pinkerton“.

Trotzdem finde ich es schön, aller Jubeljahre mal wieder was von diesem verschrobenen Zeitgenossen Rivers Cuomo und seiner Band zu hören – mindestens der Sound von Weezer ist einfach zeitlos und wirklich typisch: schöne Melodien, harmonietrunkene Backing-Vocals und solide Gitarrenarbeit. All das bietet „Make Believe“ ohne Zweifel. Nur sonderlich originell ist das neue Material der Band eben nicht. Und so liefern Weezer inzwischen das, was sie wahrscheinlich nie liefern wollten: perfekte Konsenshintergrundmusik für Grillabende mit Freunden.

Howie Day: Bonus-Content erhältlich!

Sie hat es tatsächlich getan: Howie Days Plattenfirma Epic hat tatsächlich Howie Days tolles 2003er Album Stop All The World Now noch einmal veröffentlicht – zum vierten oder fünften Mal, diesmal als Dualdisc. Aber um all den Käufern der alten Editionen die neuen Beigaben nicht vorzuhalten, sind diese jetzt – und das sollte man als einen fairen Schritt von Epic ansehen – online erhältlich:

With the release of the Howie Day’s Stop All The World Now DualDisc, we are making all of the DualDisc content available to fans who have already purchased the album in the past. You can now use your copy of Stop All The World Now to unlock 3 videos („Brace Yourself,“ „Ghost,“ & „Bunnies“) and 4 photo galleries online! You can use the regular version of the CD, the Special Edition or the DualDisc. Click here to get ConnecteD.

Zooma-Tour komplett abgesagt

Mehr als 30 Stops sollte sie haben, die gemeinsame Zooma-Tour von Ben Harper, Trey Anastasio und ganz vielen anderen US-Stars. Heute wurde der für den Sommer geplante musikalische Wanderzirkus komplett abgesagt:

The Zooma Tour was conceived to provide fans with an exceptional musical and entertainment experience. Due to unforeseen circumstances, it has become clear that it would not be possible to provide that experience at the level initially envisioned. Rather than go forward with a tour that falls short of what was conceived, everyone involved has mutually agreed that it is best to cancel the tour altogether.

Das ganze Statement zur Zooma-Absage steht auf der offiziellen Seite.

NP: Audioslave – Out Of Exile (2005)

Rockmusik. Ja, genau – das ist Rockmusik. Da sind keine detaillierteren Umschreibungen nötig für das, was Audioslave auf ihrem zweiten Album Out Of Exile präsentieren. Zwölf breitbeinige, rustikale Stücke – amtliche, druckvolle Gitarren; emotionaler Gesang; schräge, überraschende Wendungen und Breaks; geradlinige, treibende Grooves; erdiges Bassspiel. Und ein paar mächtig einprägsame Hooks gibts auch. Dabei klingt das aber alles keineswegs nach vergangenen Tagen, Siebzigerjahreposermucke oder Achtzigerjahreopernkreischmetal, sondern durchaus zeitgemäß, modern und frisch. Audioslave haben es verstanden, nach ihrem zu Recht viel beachteten 2002er Erstling zu einer „richtigen Band“ zusammenzuwachsen. Und sie machen hörbar leidenschaftlich das, was sie am besten können – Rockmusik eben. Oder, wie es so fast schon liebenswürdig-naiv im Booklet heißt: „All sounds made by Guitar, Bass, Drums and Vocals.“

Hier gehört jetzt eigentlich die Standard-Abhandlung über Audioslave hin, das fast schon obligatorische „Audioslave, das sind 3/4 Rage Against The Machine plus Chris Cornell von Soundgarden“, das im Audioslave-Kontext viel strapazierte Wort Supergroup, der sicher berechtigte Verweis auf die spannende Vergangenheit der Bandmitglieder und und und. Dafür bin ich aber a) gerade zu faul und b) kann man das in eigentlich jedem anderen Artikel über die Band lesen – also einfach mal Google befragen und schlau machen…

"F*** it, I have to go back to work": Sinéad O'Connor über ihr Comeback

Throw Down Your Arms soll es heißen, das im Februar angekündigte Reggae-Cover-Album von Sinéad O’Connor. Insgesamt zwölf Tracks wird die von Sly & Robbie produzierte CD enthalten und – wenn es nach der Künstlerin geht – bereits im August erscheinen. Neben vier Titeln der Reggae-Legende Burning Spear, mit der O’Connor unlängst die Jammys in New York aufmöbelte, erwarten die Hörer Songs wie Bob Marleys „War“ und Peter Toshs „Downpressor Man“. All diese Neuigkeiten entlockte die US-Zeitschrift Entertainment Weekly der Sängerin und widmet ihr in der aktuellen Ausgabe eine umfangreiche, online leider nicht frei zugängliche, Story.

Darin verrät Sinéad außerdem erste Details über die andere Platte, die sie zur Zeit in der Mache hat – eine Sammlung religiöser Songs und gesungener Gebete, die den selbstbewußten Titel Theology tragen und ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen soll. Das wäre dann ein Rekord für das streitlustige Goldkehlchen aus Dublin – zählt man die erst in dieser Woche veröffentlichte Sammlung Collaborations mit, ergäbe das drei Alben in einem Jahr. Nicht schlecht für eine Sängerin, die erst vor zwei Jahren durchaus glaubwürdig ankündigte, nie wieder im Popbusiness aktiv sein zu wollen.

Ansonsten ist der Artikel gespickt mit markigen Sprüchen der Sängerin – es ist diese Art von Statements, die man auch in zwei, drei Jahren noch als hübsche Zitate anführen wird, um die Schrulle mit der Engelsstimme zu charakterisieren. Die schönsten davon hier:

“Religious songs with bad words! If I were God, I’d be pretty ill listening to a lot of that boring religious music, you know? There’s room for some serious testosterone in that arena.“
Sinéad O’Connor über die Idee hinter ihrem Theology-Album mit „moderner“ religiöser Musik.

“I’m three-quarters heterosexual, a quarter gay. I lean a bit more towards the hairy blokes.“
Sinéad über ihr Sexleben.

“About six years ago I went to confession and spent a half an hour crying my face off about what a horrible monster I am. I was quite ill, literally struggling with the will to live. I’m a manic-depressive, and it took a long time for me to get diagnosed properly.“
Sinéad über persönliche Krisen.

“I [was doing] full-time mothering, which I love. But what happened is, my dishwasher broke, my plumbing went, my toilet broke, everything began to break. I started to wither away and think, No one will ever know I’m here, dogs will eat my corpse, that whole thing. So I said, F— it, I have to go back to work.“
Sinéad über den Grund für ihre Rückkehr ins Musikgeschäft.

Und schließlich: mein Lieblingszitat. Die Erklärung, warum ihr der kommerzielle Erfolg ihrer neuen Platten reichlich egal ist:
“I’m confident the records will sell enough. But it’s not about that. I’ve got six and a half million quid in the bank. I can feed my kids.‘

Update in eigener Sache: dunkelblau mal wieder im Studio!

Komme gerade von einer kleinen Aufnahme-Session in Matthis Studio zurück – ja, nach eineinhalb Jahren haben wir beide, also die Popmusikcombo dunkelblau, wieder Zeit und Muse für ein paar neue Demos. Und siehe da – zwei Stücke haben wir uns erstmal vorgeknöpft. Es liegt sicher in der Natur der Sache, dass ich die Demos klasse finde, immerhin haben wir ja auch die Musik gemacht. Schönes Gefühl zu wissen, dass es wieder losgeht und wir an neuen Tracks basteln.

Wer hören mag, was wir bisher so zustande gebracht haben, dem sei unser Album In der Zwischenzeit (2004) empfohlen, Hörproben und ein Bestellformular gibts hier. Außerdem schwirrt seit April im Netz auch eine frei erhältliche EP von uns herum – sechs mp3s zum Gratisdownload: hier gibts die REGENTROPFEN EP. Ach ja, und da kommt dann in ein paar Wochen auch noch eine Live-CD, der Mitschnitt eines Solokonzertes von mir aus dem letzten Herbst. Alle Updates dazu gibts natürlich hier im Weblog und auf der Seite zur CD.

Sinéad O'Connor – Collaborations (2005)

Das wurde aber auch Zeit: endlich ist mal ein halbwegs repräsentativer Überblick über die Zusammenarbeiten der Sinéad O’Connor mit anderen Acts, Produzenten und Projekten erschienen. EMI hat das eigentlich so nahe liegende endlich umgesetzt, und in dieser Woche Collaborations auf den Markt geworfen. Mit 17 Tracks und knapp 80 Minuten Spielzeit ist die CD rappelvoll mit guter Musik aus fast sechzehn Jahren: da gibts ein Wiederhören mit den brillianten Ghostland („Guide Me God“), Jah Wobble, The The und U2 – sie alle haben in der Vergangenheit mit der streitbaren Irin kooperiert, zum Teil mit ganz fantastischen Ergebnissen. Natürlich werden auch Sinéads Arbeiten mit Peter Gabriel („Blood Of Eden“) und Moby („Harbour“) gewürdigt, ebenso wie die mit den irischen Indiepoppern Aslan oder auch Tim Simenon, einem größeren Publikum bekannt geworden durch die Produktion des Depeche Mode-Albums „Ultra“, der Mitte der neunziger Jahre Sinéad für einen Song in sein Bomb The Bass-Projekt integrierte.

Warum all dieses Namedropping? Nun, die „Collaborations“ sind eine absolut notwendige und richtige Veröffentlichung – schon zu Beginn ihrer Karriere in den späten Achtzigern waren es häufig die von der breiteren Musiköffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommenen guest appearances und features, die genauer und besser Auskunft über die künstlerischen Qualitäten der Sängerin gaben als die eigentlichen O’Connor-Alben. Zahlreiche Künstler vertrauten darauf, dass Sinéads markante Stimme ihren Produktionen das „gewisse Etwas“ verleihen würde, etliche Produzenten erkannten das Potential der Sängerin. Insofern ist mit dieser neuen CD eine stringentere, schlüssigere und repräsentativere Werkschau gelungen als mit der recht hektisch zusammengefrickelten Doppel-CD „She Who Dwells…“ aus dem Jahr 2003.

Für eingeschworene Fans der Sinéad O’Connor, zu denen sich der Autor dieser Zeilen zählt, mag „Collaborations“ nichts wirklich Neues oder gar „Unerhörtes“ bringen. Manche werden sich gar aufregen über die Überschneidungen mit früheren Alben („Empire“ mit Bomb The Bass erschien bereits auf dem 1997-Best Of der Irin, „1000 Mirrors“ mit Asian Dub Foundation auf der eben erwähnten 2003er Doppel-CD); einzig das fast schon antike „Monkey In Winter“ (1987, mit Terry Halls Band „The Colourfield“, hier erstmals überhaupt auf CD erhältlich) besitzt für diese recht kleine Zielgruppe echten Seltenheitswert.

Alle anderen aber bekommen hier eine Compilation angeboten, die wirklich eindrucksvoll belegt, was für eine talentierte, wandlungsfähige, stilsichere, ja spektakuläre Künstlerin Sinéad O’Connor ist. Einen Sampler, der trotz des mitunter gewagten Stilmixes eine erstaunliche und angenehm durchhörbare Einheit bildet. Und – eine Sammlung, die nach einer Fortsetzung förmlich schreit. Denn da gibt es noch so einige Schätze aus dem Archiv, die es ebenfalls verdient hätten, zurück ans Tageslicht gehoben zu werden: ihre Arbeiten mit Christy Moore und Luka Bloom etwa, atemberaubende Kooperationen mit James (der UK-Band), Willie Nelson, Natacha Atlas, den Chieftains oder Rick Wright und und und… Ausreichend Stoff für „Collaborations Vol. 2 – 5“ quasi. Aber eins nach dem anderen. Für den Moment sei erstmal diese CD hier wärmstens empfohlen.

Discographie: The Lion And The Cobra (1987, 7/10); The Value Of Ignorance (1988, 7/10); I Do Not Want What I Haven’t Got (1990, 8/10); Am I Not Your Girl (1992, 7/10); Universal Mother (1994; 10/10), Gospel Oak (1997, 9/10), So Far – The Best Of (1997, 6/10); Faith And Courage (2000; 8/10); Sean-Nos Nua (2002, 7/10); Goodnight Thank You You’ve Been A Lovely Audience (2003, 10/10); She Who Dwells In The Secret Place Of The High Shall Abide Under The Shadow Of The Almighty (2003, 7/10); Collaborations (2005, 9/10).

Saul Zonana mit neuem Album

Das Jahr 2005 wird wohl ganz schön ins Geld gehen – so viele schöne neue Platten, die dieser Tage erscheinen. US-Songwriter Saul Zonana hat vor ein paar Wochen auch ein neues Album veröffentlicht, und die Hörproben von „42 Days“ klingen äußerst vielversprechend. Bei CD Baby gibts die Clips und jede Menge aktuelle Infos über Saul, und natürlich ist auch des Künstlers persönliche Internetseite einen Besuch wert. Über die Platte gern mehr, sobald ich sie gehört habe – das kann aber (leider, leider) noch ein Weilchen dauern…