
Peinlicher Pubertär-Humor? Fehlanzeige. Sinnfrei-debiles Gängstah-Getue? Bullshit. Olipetzokateske Hausfrauen-Raps? Bäh. Zu HipHop habe ich ein eigentümliches Verhältnis, es gibt da viel, was ich ziemlich gut finde, noch viel leichter fällt es mir aber zu beschreiben, was ich in Sachen HipHop so richtig grottenschlecht finde – besonders, wenn’s aus Deutschland kommt.
Wie erfreulich, dem jetzt mal wieder etwas entgegensetzen zu können. Denn das hier, das finde ich grandios und möchte es lautstark preisen und empfehlen: „Die Pfütze des Eisbergs“, das Solo-Debüt des bereits zu Eins, Zwo-Zeiten bemerkenswerten Rappers Dendemann ist richtig gut. Tracks wie „Endlich Nichtschwimmer“, „Das Erste Mal“ oder auch der bemerkenswerte Schlußtrack „Dende 74“ sind unterhaltsam, geistreich, tanzbar, witzig, authentisch – und so entspannt dargeboten, als wäre es das leichteste der Welt, derartig präzise Reime und Beats abzuliefern. Bemerkenswert, das alles.
2006 war mit Blick auf CD-Veröffentlichungen deutschsprachiger Künstler und Bands, allerhöchstens mittelmäßig – kaum etwas, das mich da vom Hocker gerissen hat. Die Dendemann-Platte ist dabei nicht etwa „der Einäugige unter den Blinden“, sondern tatsächlich mit Abstand das originellste, souveränste und zugleich überraschendste, was auf Deutsch 2006 an meine Ohren gedrungen ist.




