Zurück vom Jumping MoshAir 06…

Ganz wunderbar war’s gestern beim Jumping MoshAir in Fraureuth: tolle Bands, super Organisation, cooles Publikum!! Ich bin um die Erfahrung reicher, bei strömendem Regen und Gewitter auf einer Freiluft-Bühne zu stehen. Ganz egal war mir das ja nicht, als ich dann irgendwann im Wasser schwimmende Steckdosen auf der Bühne entdeckte… Ging aber alles gut, die Leute haben sich unter die Planen vor der Bühne gedrängelt, und wurden dann von mir beschallt – ob sie nun wollten oder nicht. 🙂 Hat Spaß gemacht: ein lauthals mitsingendes Publikum, Robert als Gast an der Mundharmonika und als ich fertig war, hat sich das Gewitter verzogen. Was will man mehr!

Und die andern? Durchweg klasse! Slap: Coole Songs – macht Spaß, Euch zuzuhören! Genscher: Du bist verrückt, Du bist ein Star. Geiler Auftritt! The Opium Theatre: wunderbar schräg, mit ganz viel Orgel – und alle haben getanzt. The Audience: grandiose Musik, super Show. X ist Y?: Danke für’s Organisieren – das habt Ihr trotz gemeiner Witterung ganz hervorragend hinbekommen. Und dann mal eben noch ein feines Konzert gespielt – Hut ab und auf ein nächstes MoshAir!

Hier noch ein paar Schnappschüsse von meinem / unserem Auftritt (Danke Robby!) und die Setlist unseres kleinen Gewitter-Konzertes:
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Ocean Colour Scene – Live Acoustic At The Jam House (2006)

Als wollten sie etwas wieder gut machen. Als fragten sie ganz subtil: Du, wollen wir wieder Freunde sein? Guck mal, was wir hier für Dich haben… Als wollte sich ein alter Freund für etwas entschuldigen, was Du ihm eh längst verziehen hast. Und du freust Dich trotzdem über sein „Sorry“.

Ocean Colour Scene melden sich zurück – mit einem Livealbum: Live Acoustic At The Jam House zeigt die Band um Simon Fowler und Steve Cradock in Bestform. Meine Lieblings-Früher-Hieß-Das-Mal-Britpop-Band spielt die ruhigeren Stücke aus ihrem Katalog, legt vier wunderbare neue Tracks obendrauf und sorgt für Glücksgefühle noch und nöcher. Hier ist mal ne Geige dabei, dort gar eine irische Flöte und anderes Pfeifengezeugs, meistens aber sind es Simon, Steve, Oscar und die beiden Neuzugänge Andy und Dan, die hier ein beseeltes, rundes Konzert spielen.

Auch, wenn ich ja nie wirklich richtig sauer war, spätestens jetzt ist aber der Ausrutscher mit „A Hyperactive Workout For The Flying Squad“, diesem, milde geschrieben, etwas konfusen Übergangs-Studioalbum aus dem vergangenen Jahr, endgültig vergeben. Hier stimmt nämlich wieder alles: die Songauswahl, die Performance, die sanften Arrangements, der mitreißende Gesang von Simon… Wunderbare Scheibe, großartige Momentaufnahme. Kitsch und große Emotionen in der genau richtigen Dosis.

Und ja, es gäbe durchaus ein paar Dinge zu bekritteln: mussten die paar nachträglichen Overdubs wirklich sein? Und warum ständig diese Applaus-Fade-Outs nach den Songs? Aber das ist dann plötzlich alles egal, wenn man sich zum ichweißnichtmehrwievielten Male neu an Stücken wie „Foxy’s Folk Faced“ oder „Beautiful Thing“ kaum satt hören kann. Oder mit „The Word“ und „Still Trying“ auf einmal zwei neue OCS-All-Time-Favourites in sein Herz schließt. Ja, sie können es nach wie vor, und sind so gut wie schon länger nicht mehr. Geil.

Wie gut, dass es dieses Album gibt. Wenn irgendwas gerade nicht passt im Leben. Einem irgendwas die Laune verhagelt oder man an allem zweifelt oder gar verzweifelt – dann, ja, genau dann ist „Live Acoustic At The Jam House“ die perfekte Platte. Denn nach dem Hören fühlt man sich plötzlich wieder verstanden, umarmt, angenommen: besser eben. Und wenn gerade alles gut und wunderbar ist, dann sorgt sie dafür, dass alles noch ein wenig besser und wunderbarer wird. (9/10)

Gin Blossoms: neues Album, finally…

Endlich, endlich: die Gin Blossoms bringen in diesem Sommer ein neues Album raus. Die Band, die Mitte der neunziger Jahre mit Songs wie „Hey Jealousy“, „Allison Road“, „‚Till I Hear It From You“ und „Competition Smile“ einige veritable Hits in den USA landen konnte, fand nach einer Trennung im Jahr 2001 wieder zusammen. Seither sind Gin Blossoms wieder unermüdlich auf Tour, und jetzt gibts endlich neue Songs. Major Lodge Victory wird das Album heißen, das am 8. August auf Hybrid Recordings erscheinen wird. In die erste Single, ein Blossoms-typisches Folkpopstück namens Learing The Hard Way kann man schon jetzt reinhören – und zwar hier (Real Audio).

NP: Pohlmann – Zwischen Heimweh und Fernsucht (2006)

Da hört man irgendwann im März einen Song im Radio, der einen noch eine ganze Weile lang beschäftigt. Aber weil es tausend andere Sachen zu tun gibt, nimmt man sich nicht die Zeit, mal nachzuforschen, was das denn war. Das war ein Lied auf Deutsch, angenehme Stimme, schönes Arrangement, irgendwas über Cyborgs und so.
Da bekommt man, ein paar Wochen später nur, zum Geburtstag eine CD geschenkt von einem der wenigen Mutigen, die sich trauen, einem Musikdauerkonsumierer wie mir Musik zu schenken. Und der Mutige landet damit einen Volltreffer: Zwischen Heimweh und Fernsucht ist das Debütalbum des meines Wissens in Hamburg beheimateten Sängers und Songschreibers Ingo Pohlmann. Und der letzte Song auf dieser Platte? Richtig, das Lied mit den Cyborgs, aus dem Radio.

Aber schon lange davor jede Menge hörenswerte Stücke. Die Musik von diesem Herrn Pohlmann ist sanft, intensiv und direkt. Das ist ziemlich entspannter, unangestrengter Pop. Und mittendrin eine wirklich gute, markante Stimme, die mit ein paar glänzenden Lyrics und einer sehr guten Darbietung aufwartet. Produziert haben das ganze maßgeblich H-Blockx-Mastermind Henning Wehland und Ex-Selig-Gitarrist und Niels Frevert-Freund Christian Neander. Besonders Neanders Einfluß ist auf dieser Platte nicht zu überhören: ab und an erinnert Pohlmanns Album an ruhigere Selig-Momente, bisweilen klingt seine Stimme auch mal der des Herrn Frevert ein wenig ähnlich.

Klar, die offizielle Biographie von Mr. Pohlmann bemüht Vergleiche, die heutzutage ziemlich schick sind: Jack Johnson und Ben Harper zum Beispiel. Das ist ohne Frage übertrieben, beschreibt die Musik dann aber doch durchaus besser als manch andere verschwurbelte Formulierung. Ich versuch’s mal so: das ist durchaus konventionelle Popmusik, diese aber absolut geschmackssicher dargeboten, eingängig, unpeinlich in Text wie auch Musik und Darbietung. Persönlich, angenehm. Nicht jede Nummer ist ein Volltreffer, hier und da wirds auch mal etwas beliebig und austauschbar. Aber insgesamt ein leichter, aber deswegen noch lange nicht anspruchsloser Hörgenuß. Oder noch kürzer: Ey, Pohlmann! Coole Platte! Wann spielstn ma‘ in Leipzig? (7/10)

Gib mir Musik: Daniel Heinze – Halt unterwegs (Demo, 2006)

Das ist doch mal Dienst am Kunden: den folgenden Song habe ich heute Nachmittag eher zufällig geschrieben, dann zu Hause im Schlafzimmer aufgenommen und dann in den PC gespielt… Mal abgesehen von den sensationell schrägen Selfmade-Hintergrundgesängen is hier nix gemastert, bearbeitet oder entstellt: so klingt es, wenn ich in meiner Wohnung Lieder trällere, die ich eine Stunde vorher im Proberaum geschrieben hab. Viel Spaß also mit dieser launischen Momentaufnahme!

Daniel Heinze – Halt unterwegs (Demo 29.04.2006)
Text/Musik: Daniel Heinze

UPDATE 17.5.: Ab sofort gibts eine Demoversion dieses Songs von Heiko und mir auf >MySpace – das Schlafzimmer-mp3 is daher verschwunden… 🙂

Refrain:
Ich bin ein kleiner weißer Junge mit ner Klampfe vor dem Bauch
Ich kenn ein paar Akkorde, bißchen singen kann ich auch
Manchmal geh ich ab und mitunter auf den Keks
Keine Ahnung, wo das hinführt! Ich bin halt unterwegs…

1
Das Nest, aus dem ich stamme, ist nett, doch abgewrackt
Also hab ich mirnichtsdirnichts meine Sachen gepackt
Ein paar Lieder auf der Pfanne, ein paar Lieder in der Tasche
In der Hoffnung, dass ich ab und an offne Ohrn erhasche
Ich sing so gut ich kann und bei Gelegenheit
Über Liebe, Leben, Leiden, über Glück und Einsamkeit
Übers Saufen, übers Warten, übers Reisen und das Wetter
In German, not in English, because das kann ich better
Mammalautermammalautermamapapahörmahin
So viele sind der Meinung zu wissen, wer ich bin
Mammalauterwasndasnmammalauterimmerwieder
Ich sags: Hört auf zu wissen. Hört lieber meine Lieder:

Refrain

2
Heute hier und morgen dort ha’m die alten schon gesungen
Sind über den Wolken mit dem Fallschirm abgesprungen
Den Willi ha’ms erschlagn, es is so ohne Dich.
Und der Mensch bleibt Mensch. Sag mal, meint der Alte mich?
Den Vorschlag hammer abgelehnt, wir ha’m Flugzeuge im Bauch.
Mir gehts so gut, weil ich n Mädchen bin, ich weiß Du bist es auch.
Man sagt, das gibt’s nur einmal und man sagt, das kommt nie wieder:
Die Welt ist voller Wunder, die Welt ist voller Lieder!
Mammalautermammalautermamapapahörmahin
So viele sind der Meinung zu wissen, wer ich bin
Mammalauterwasndasnmammalauterimmerwieder
Ich sags: Hört auf zu wissen. Hört lieber meine Lieder:

Refrain

Bridge:
Mammalautermamamonomamamammastereo
Mammalautermammatürzumamamamacheerio!
Mammalauterwasndasn? Is ja Wahnsinn! Drück auf Play.
Bringmasinnrein, schaff Bedeutung. I’m gekommen um to stay…

Refrain (2x)

Blues Traveler endlich bei archive.org!

Das ist eine dieser Nachrichten, die ich voller Freude und Begeisterung weiterleite: Blues Traveler sind endlich, endlich im Live Music Archive zu haben!

For three years now, a campaign has been afoot among the fan base to have the band and management approve the hosting of their live recordings at the Live Music Archive. And earlier this week, the persistence bore fruit as the approval went out from Gina-Z. Per her messages regarding Blues Traveler and John Popper, a host of Blues Traveler and related recordings are now allowed for hosting on archive.org’s servers. Several dozen shows have already been uploaded in FLAC and SHN format, but for the bandwidth-challenged and those who like to stream at work, mp3 and ogg versions are available as well. Hundreds more recordings are still in the pipeline, so be sure to visit the Live Music Archive on a regular basis to hear the latest audio treats available from the fan base, thanks to the generosity of the band and their management!
(Quelle: bluestraveler.net)

Auf gut Deutsch: schon nach wenigen Tagen kann man via archive.org fast siebzig Shows einer der besten Bands unserer Zeit streamen, downloaden, nochmal streamen und gleich nochmal downloaden – viel im FLAC oder SHN-Format, aber auch viel als mp3s. Grandios. Wunderbar. Toll. Los geht’s.

Ein paar Kostproben:
Hook (11. Juni 2005, komplette Show hier)
Alone (6. November 1990, komplette Show hier)
Bagheera (16. Dezember 2001, komplette Show hier)
Sweet And Broken (4. September 2004, komplette Show hier)

Hintergrund: Das Live Music Archive ist Teil von archive.org, einer aus einem universitären Projekt entstandenen Seite, die zum Ziel hat, frei und legal im Netz verfügbare Inhalte ständig, dauerhaft und kostenlos zugänglich zu machen.

Daniel Heinze: neue Konzerttermine!

…und eh‘ man sich’s versieht, trudeln langsam aber sicher immer neue Konzerttermine ein. Bei folgenden Gelegenheiten kann man mich – so man mag – live erleben, mit jeder Menge Launischen Liedern und ab und an auch mit tollen Gästen und Freunden!

20.05.06: Fraureuth, MoshAir Festival 2006 (solo)
07.06.06: Dresden, t.b.a. (mit Heiko Dietze [Bass] und Markus Guffler [Saxophon])
10.06.06: Meißen, Marktplatz „Bennofest“ (solo)
07.09.06: Gera, Pegasus (mit Heiko Dietze [Bass])
23.10.06: Leipzig, Kulturcafé Alte Nikolaischule (mit Heiko Dietze [Bass])

Natürlich sind weitere Termine in Planung, sobald sie spruchreif sind, werde ich sie kundtun. Auf folgenden Seiten gibt’s regelmäßig Neues zu mir und meiner Musik:

DanielHeinze.de (jede Menge Gratis-mp3s und alles zu meinem Album „Gewinner“)
Daniel Heinze & Heiko Dietze (unsere MySpace-Seite mit allen aktuellen Terminen und drei weiteren neuen mp3-Downloads)
MoreThanMeetsTheEar – dunkelblau Weblog (hier, quasi)

Ich freue mich über Euren Besuch – real wie virtuell!

NP: Calexico – Garden Ruin (2006)

Bei allem, was man vorab über die neue Calexico-Platte lesen konnte, konnte man ja nur Angst bekommen: die Band würde sich von ihren Ursprüngen, jener legendären Americana-Musik mit Mariachis, Steel Guitars und sanften Klanglandschaften wegbewegen, hieß es. Und habe Neues ausprobiert und sich ganz bewußt weiterentwickelt. Ach je, die guten Calexico, warum nur?

Nun, die ganzen Sorgen sind mehr als unberechtigt! Garden Ruin ist drauf und dran, zu meinem Lieblingsalbum der Band zu werden. Nein, das sind 100% Calexico. Ja, da sind Veränderungen. In der Tat haben die Herrschaften etwas gewagt und haben sich teilweise von ihrem altbekannten Sound entfernt. Ich formulier’s mal so: mehr Songwriting, stärkere Sound-Orientierung, wenigere Momentaufnahmen und musikalische Intermezzi.

Was alles andere als schlecht ist: hier versammeln sich ein paar der stärksten Calexico-Stücke ever (z.B. „Bisbee Blue“, „Roka“ und „All Systems Red“), die Platte fließt ganz wunderbar dahin, hat, und das ist ja nun mal wirklich selten, nicht einen schwachen oder schlechten Song und ist ziemlich genau das, was man nach einem viel zu langen Winter in einem viel zu vorsichtig voranschreitenden Frühling hören möchte. Mir doch egal, ob das nun genau so ist wie das, was die Herren zuvor gemacht haben. Mir doch Wurscht, ob jetzt einige Hardcore-Calexico-Fans „Verrat!“ brüllen. Diese Platte gefällt mir, versüßt mir seit ein paar Wochen mein Leben und ist um so vieles besser, als das meiste, was einem so Tag für Tag in die Gehörgänge gepflanzt wird. Schönes Album – Punkt. (7/10)

Nix wie hin: Niels Frevert. Live. In Leipzig!

Ich dreh? durch! Grade durch absoluten Zufall gesehen, dass Niels Frevert im Mai in Leipzig spielt. Das ist? das ist? das ist? ganz wunderbar, ich freu mich wie Bolle und verkünde hiermit lautstark: am Freitag, dem 26. Mai werde ich in den Abenstunden im Ilses Erika anzutreffen sein. Denn da singt der großartige Niels Frevert. Und Ihr, liebe Leser, kommt bitte alle mit. Denn Niels live ist immer etwas seltsam und immer wunderschön.