Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That's What I'm Not (2006)

Die Arctic Monkeys sind der Hype der Stunde im Vereinigten Königreich: eine ehemalige Schülerband, die sich ausschließlich durch ins Netz gestellte mp3s und ununterbrochenes Touren im letzten Jahr eine beachtliche Fangemeinde erspielt hat. Jetzt liegt das erste „richtige“ Album der Band vor, so richtig zum Kaufen in Plattenläden und so. Die britische Musikpresse feiert die Jungs ab, wie sie es mit so vielen anderen Bands auch schon gemacht hat. Das nächste große Ding, die Retter des Rock und so weiter…

Und siehe da: Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not ist in der Tat ein schickes Album geworden. Aufmüpfig, rotzig, schnell, laut, aggressiv, energiegeladen, spannend. Die zwölf anderen Songs können locker neben dem Smash-Hit „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ bestehen, hier und da mischen sich dann auch ein paar wohltuend ruhige Töne ins hektische Getümmel. Bemerkenswert, wie erstaunlich funky dieser Gitarrenrock an einigen Stellen daher kommt. Beneidenswert, mit welcher Inbrunst die im Schnitt 19jährigen Jungs aus Sheffield ihre Musik zelebrieren.

Läßt man mal den ganzen Hype-Quatsch (Die neuen Oasis? Häh? Bestes Album der letzten fünf, sechs Jahre? Bitte, was?) außen vor, kann man das Debütalbum der Arctic Monkeys mit Fug und Recht als unterhaltsame und äußerst kurzweilige Rockplatte bezeichnen. Wild, sympathisch, frech und musikalisch hochinteressant. Bleibt zu hoffen, dass die Band an der derzeitigen Dauerumarmung der UK-Musikpresse nicht erstickt und dass von den Arctic Monkeys mehr bleiben wird als die Erinnerung daran, dass die mal zum Jahreswechsel 2005/2006 für ein paar Monate in waren. (7/10)

Niels Frevert live am Wochenende!

Allerhöchste Zeit für den Hinweis, dass der wunderbare Niels Frevert (hier, hier und hier mehr erfahren) an diesem Wochenende gleich zwei Konzerte gibt – für Frevertsche Verhältnisse ist das eine ausgedehnte Welttournee. Und die führt den Mann, dem die Welt solche Lieder wie „Alles“, „Du mußt zu Hause sein“ und „Wann kommst Du vorbei“ zu verdanken hat, hier hin:

27.1.06 (das ist übermorgen, Freitag!!)
Berlin – Volksbühne (zusammen mit Erdmöbel)
28.1.06 (das ist überübermorgen, Samstag!!)
Dresden – Bärenzwinger

Diese beiden Shows seien hiermit aufs Allerwärmste empfohlen – unbedingt hingehen!

Maroon 5 live: Friday The 13th (DVD/CD, 2005)

2004 war ihr großes Jahr: mit „This Love“ schafften Maroon 5 auch hierzulande den Durchbruch. Insgesamt drei Jahre lang tourte die Band um Sänger Adam Levine mit den Liedern ihres Debütalbums „Songs About Jane“ (2003) durch anfangs so ziemlich jede US-Live-Kaschemme und später dann durch so ziemlich jedes US-Amphitheater und durch Clubs in der ganzen Welt. Zwei Nummer 1-Hits sollten die „Songs About Jane“ abwerfen, nämlich besagtes Stück „This Love“ und „She Will Be Loved“. Friday The 13th ist ein Ende letzten Jahres erschienenes Livealbum – der letzte Gig der 2005er Tour, und allem Anschein nach auch der letzte Gig rund um die „Songs About Jane“. Nach drei Jahren Dauer-Tour und Überraschungserfolg will sich die Band jetzt dem Schreiben neuen Songmaterials widmen und „erstmal“ eine Pause einlegen.

Die Show, die man auf diesem DVD/CD-Doppelpack sehen kann, ist… hmm… grundsolide. Das Songmaterial ist nach wie vor recht spannend, die Band ist bemerkenswert aufeinander eingespielt, hier sitzt jeder Ton, jede Note, jede Nuance. Genau das mindert aber auch das Sehvergnügen merklich – Maroon 5 gehen live absolut auf Nummer sicher und beglücken so die (vornehmlich weiblichen und minderjährigen) Fans vor Ort. Auf DVD jedoch mutet das alles ziemlich routiniert und bisweilen regelrecht müde an.

Wirklich toll dagegen ist das umfangreiche Bonusmaterial, das einige Interviews und „Making-Of“-Schnipsel enthält, aber auch 20 sensationelle Minuten aus den wirklich frühen Anfängen der Band. Damals hießen die Herrschaften noch „Kara’s Flowers“ und spielten sowas wie Grunge – Teenage Angst-Musik, die an Pearl Jam, Blind Melon und Soundgarden erinnert. Was man da sehen kann, sind wacklige Homevideo-Aufnahmen von vier heftigst pubertierenden 16- oder 17jährigen, die es durchaus verstehen, auf der Bühne eine intensive Performance hinzulegen. Sieht aus, klingt und mutet an wie 1993 oder 1994, soo viel später wird’s tatsächlich auch nicht gewesen sein. Wirklich nett von Maroon 5, solche „Schätze“ zu heben und diese irgendwie peinlichen, irgendwie aber auch sympathischen Momente mit den DVD-Käufern zu teilen.

Ja, nett. Dennoch (oder gerade deswegen) wirft diese Liveveröffentlichung mehr Fragen auf als ich dachte. Was folgt dem inzwischen über drei Jahre alten Hitalbum? Noch mehr Mainstream? Oder werden Maroon 5 etwas wagen? Und: Warum nur habe ich bei „Friday the 13th“ permanent das Gefühl, dass es sich hierbei bereits um den Schwanengesang der Band handelt? (5/10)

Tapete Records jetzt mit monatlichem Podcast

Mein liebstes deutsches Plattenlabel hat mal wieder eine klasse Idee: ab sofort gibt’s von den Hamburger Tapete Records-Menschen einen monatlichen Podcast:

„hier kommt der tapete records podcast aus der stahltwiete in hamburg-altona.
ab sofort wird es jeden monat einen podcast geben mit den neusten news aus der tapete welt d.h wir stellen neu-veröffentlichungen vor , geben aktuelle live termine bekannt, … etc. etc. dazu gibt?s natürlich angespielte tracks, also was zu hören. immer am anfang des monats neu. der januar podcast ist seit heute morgen bereit zum hören+downloaden, und zwar hier: tapete.podspot.de„. (Quelle: tapeterecords.de)

Feine Sache. Hier geht’s direkt zum ersten Tapetepodcast, den Labelchef Dirk Darmstaedter (früher mal bei den Jeremy Days, falls sich jemand entsinnt) persönlich moderiert. Ach ja: bitte nicht vom schlimmen Jingle gleich am Anfang abschrecken lassen – danach gibts jede Menge gute Musik!

Grafik von der Tapete-Homepage geklaut.

NP: Diverse – New Noises Vol. 75 (2006)

Das hab ich schon länger nicht erlebt: eine Musikmagazin-Beilagen-CD, auf der mir fast jedes Stück gefällt. Der Rolling Stone hat das geschafft, und zwar mit der „New Noises Vol. 75“, die der Februar-Ausgabe des Magazins beiliegt. Stücke von Belle and Sebastian, My Morning Jacket, Jens Lekman, Clap Your Hands Say Yeah und anderen. Das absolute Goldstück der Compilation ist aber das Duett von Isobel Campbell und Mark Lanegan (Ex-Screaming Trees): „Honey Child, What Can I Do?“.

Ein rundum feiner Sampler, für den ich hiermit guten Gewissens uneingennützig Werbung mache. Jetzt am Kiosk.

Gib mir Musik: Genscher und Gäste – Ich und meine Reise (1998)

Heute gibts ein hausgemachtes Stück Geschichte: einen Probenraum-Mitschnitt aus dem Jahr 1998. Damals war ich mit meiner Band s.m.h. mächtig am rumtouren und -proben für unser erstes (und einziges) Studioalbum, das im Januar 1999 erscheinen sollte. Nebenbei haben wir mit ein paar lieben Freunden ein Pop-Hip-Hop-Spaßprojet betrieben. Genscher und Gäste eben. Genscher, das ist Nico „Genscher“ Jentsch, die Gäste, das waren drei Fünftel s.m.h. und zwei weitere Herrschaften aus unserem Freundeskreis. Einen legendären (weil unheimlich kruden) öffentlichen Auftritt konnten wir mit diesem Projekt verbuchen – aber ehrlich gesagt waren wir im Proberaum besser als auf der Bühne…
„Ich und meine Reise“ gefällt mir auch acht Jahre später noch ziemlich gut – vielleicht der schönen Erinnerungen wegen, vielleicht aber auch, weil es uns auf dieser holprigen, ehrlichen Aufnahme einfach gelungen ist, den Moment adäquat einzufangen. Ich wünsch‘ jedenfalls viel Spaß damit:

Genscher und Gäste – Ich und meine Reise (mp3 hier)
Text: Nico Jentsch, Musik: Rösner, Heinze, Kolschmann, Thomas, Kratzsch, Jentsch.
Aufgenommen live im Frühjahr 1998 im alten s.m.h.-Probenraum in Werdau von Johannes Bernstein. Nico Jentsch – Sprechgesang. Robby Rösner – Keyboards. Robert Kratzsch – Gitarre. Hendrik Thomas – Schlagzeug. Steffen Kolschmann – Bass. Daniel Heinze – Gesang, „Rhythmusgitarre“. Ein bissel bearbeitet, quasi gemastered im Januar 2006 von Daniel.

Artverwandtes: Daniel Heinze – Gewinner (Soloalbum, 2005). Daniel Heinze – Eutritzsch City Limits (EP, 5 mp3s gratis!) – s.m.h. (Die Seite zur „Reunion“ 2004) – dunkelblau (Daniel macht Popmusik, 2004).

NP: Howie Day – Live From… EP (2005)

Beim ersten Track dieser CD bin ich immer wieder irritiert: Howie Day klingt bei dieser Version von „Ghost“ mehr nach David Gray als nach Howie Day… Liegt vielleicht daran, dass ich lange nichts mehr von ihm auf CD gehört habe und Howies Stimme in der Zwischenzeit ein wenig rauher geworden ist. Aber nein, spätestens beim grandiosen Cover von „Don’t Dream It’s Over“ ist wieder alles klar – das ist ohne Zweifel dieser junge Herr Day, dessen intensive, immer leicht wehmütige Stimme einfach packend und mitreißend ist.

Auf der Live From… EP gibts sieben Stücke, alle aufgenommen auf der 2005er USA-Sommertournee. Howie mit kompletter Band, absolut runde und geschmackssichere Arrangements und – aber das ist ja nichts neues – fantastisches Songmaterial. Hier und da sind die Liveversionen wirklich überraschend, etwa wenn „Brace Yourself“ in einen psychedelischen Mini-Jam abdriftet oder wenn „Numbness Of Sound“ wesentlich geradliniger und frecher daherkommt als auf dem Studioalbum „Stop All The World Now“.

Klasse Songs, tolle Performances – aber irgendwie wirkt die ganze Veröffentlichung, als wäre sie recht hektisch zusammengezimmert worden: viel zu kurz, kein wirklich neues Material (bis auf „Don’t Dream…“) und blöderweise Fade-Outs nach jedem Titel. Das mag ich ja bei Livealben so gar nicht. Ändert aber nichts am guten Gesamteindruck – für Fans ein nettes Appetithäppchen vorm hoffentlich bald erscheinenden nächsten Album, für Gelegenheitshörer sicher ein guter Einstieg in das Thema „Howie Day live“.

Ach ja, nur um das klarzustellen: ich mag David Gray sehr. Ich war nur irritiert, wie stark sich die Stimmen bei diesem ersten Stück ähneln. Nicht, dass jemand diesen Vergleich in den falschen Hals kriegt. (6/10)

Ben Harper: Doppelalbum im März, Radioauftritt nächste Woche

UPDATE 17.1.: Bens Auftritt bei RTL2 hat sich verschoben. Der Musiker besucht den französischen Radiosender nicht, wie ursprünglich geplant, heute, sondern erst am Donnerstag, 2. Februar. Die Sendung wird am 2.2. von 22 Uhr bis 23 Uhr ausgestrahlt.

Großes vor hat Ben Harper in diesem Frühjahr: der US-Songwriter veröffentlicht am 21. März das Doppelalbum Both Sides Of The Gun. Jawoll, Doppelalbum.

Einen Vorgeschmack auf das neue Material kann man sich bereits in der nächsten Woche holen: am 17. Januar (Dienstag) ist Ben beim französischen Radiosender RTL2 zu Gast und wird dort zwei Songs von „Both Sides Of The Gun“ zum Besten geben. Erfreulicherweise gibts das Programm von RTL2 als Livestream – einfach auf RTL2.fr gehen, und dann oben links auf „RTL2 en direct“ klicken. Ach ja, die Uhrzeit: Ben wird am Dienstag von 17.45 Uhr bis 18.45 Uhr beim Pariser Radiosender zu hören sein.

(Quelle: benharper.net)

Gib mir Musik: The Horror The Horror – I Lost My Girl To Alcohol

Spannende Band aus Stockholm, die da via Tapete Records auf uns zu kommt: The Horror The Horror machen unaufgeregten, geradlinigen Gitarrenpoprock. Ende 2005 erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum (habs bislang noch nicht in Gänze gehört, aber das, was ich gehört habe, klang wirklich vielversprechend).

Die netten Menschen von Tapete stellen ja jeden Monat ein Gratis-MP3 ins Netz, und meist sind das rare und unveröffentlichte Songs der Tapete-Bands. Die Schweden von The Horror The Horror sind im Januar dran und steuern den Song „I Lost My Girl To Alcohol“ bei, der einfach mal klasse klingt und noch mehr Appetit auf das Album macht.

Hier gibts den Songdownload, hier gehts zur Tapete-Hauptseite und hier gibts mehr über The Horror The Horror.

PR-Foto geklaut bei tapeterecords.de

Le Borna: Bilder vom 9. Dezember online!

Jede Menge schöne Bilder vom Le Borna-Konzert am 9. Dezember finden sich jetzt auf der Le Borna-Internetseite: glückliche Musikanten, tanzende Menschen, fliegende BHs (okay, das war übertrieben. Es war nur einer. Aber immerhin), das bestaussehendste Publikum Europas, Polonaisen, ein Keyboarder, der erschreckend „dem einen von den Scorpions“ ähnelt, ein Bassist in einem geradezu verboten häßlichen grünen Oberteil, meine Wenigkeit, wie er Kniefälle vor den Backing-Sängerinnen macht, hoch konzentrierte Schlagzeuger und noch viel mehr.

Na? Na also! Nu klickt schon – und dann dem Link „Weihnachtsparty 2005“ folgen!