Neuigkeiten von John Mayer, Ben Harper und Audioslave

Am 22. November erscheint Try!, das erste Album des John Mayer Trio – der Grammy-preisgekrönte Songwriter und Gitarrist John Mayer hat sich ja in diesem Jahr mit Schlagzeuger Steve Jordan (Bruce Springsteen, Rolling Stones) und Bassist Pino Palladino (the Who, Jeff Beck) zusammengetan und ausgiebig Konzerte in den USA gespielt. Try! wird diese Tour dokumentieren, wie es im neuesten John Mayer-Newsletter heißt:

Directly off of their first tour, the Trio wanted to capture the magic and energy of their live performances and „Try!“ does exactly that. The album includes „Who Did You Think I Was“ plus more originals, rock and blues versions of John Mayer hits and Trio’s interpretations of classic covers.

Was neues gibts auch von Ben Harper und seinen Innocent Criminals: Ben und Band haben einen Song für das Beatles-Tribute „This Bird Has Flown – A 40th Anniversary Tribute To The Beatles‘ Rubber Soul“ aufgenommen. Und zwar „Michelle“. Neben Harper sind auch zwei andere sympathische Bens auf der Tribute-CD dabei, nämlich Kweller („Wait“) und Lee („In My Life“), außerdem noch Low, Dar Williams, Cowboy Junkies, die tolle Yonder Mountain String Band u.v.a.m. Hörproben gibts auf der offiziellen Seite zum Rubber Soul-Tribut, erschienen ist „This Bird Has Flown“ gestern – zumindest in den USA.

Außerdem sei noch ganz fix auf die neue CD/DVD von Audioslave hingewiesen – die Band um Chris Cornell hat ja in diesem Jahr ein Konzert in Kuba gespielt. Genau das gibts schon bald auf diversen Medien: die „normale“ DVD-Version erscheint hierzulande am 4. November, eine „Deluxe Edition“ (offenbar im Doppel-CD-Format, wenn ich das richtig verstanden habe) liegt ab 25. November vor.

NP: New York Electric Piano – Citizen Zen (2005)

Endlich läuft es in meinem CD-Player, das neue Album von New York Electric Piano! Citizen Zen ist die dritte Veröffentlichung des Trios Pat Daugherty (Fender Rhodes), Tim Givens (Upright Bass) und Aaron Comess (Drums, Percussion). Das Debütalbum der drei vor ein paar Jahren sorgte in der New Yorker Jazzszene für großes Aufsehen: das war mehr oder weniger live gespielter Chill-Out- und/oder Acid-Jazz, surreal und unfaßbar schön.

Dann kam Ende letzten Jahres „War Oracle„, der Nachfolger. Wie auch der NYEP-Erstling aufgenommen binnen weniger Tage, war die Platte allerdings zu programmatisch und aggressiv – die funky Grundstimmung musste so einer Art Jazzpunk-Attitüde weichen. Eine ziemliche Enttäuschung, nach DEM Debüt…

Jetzt also „Citizen Zen“. Ich bin verblüfft, zufrieden, glücklich: dieses schwebende, tänzelnde, flüchtige, träumende Sentiment der ersten CD ist zurück! Mehr noch – auf „Citizen Zen“ perfektionieren die drei ihren Stil. Das sind zwölf wunderbar mäandernde Jams, mal vorsichtig-tastend, mal zwingend und fordernd. Daughertys warmer Fender Rhodes-Sound breitet sich über selbstbewußten, konsequenten Schlagzeug-Beats aus. Und Givens hält die ganze Chose mit seinem beseelten, pointierten Bassspiel zusammen. So schaffen die New Yorker Ausnahmemusiker den idealen Soundtrack für schicke (aber nicht zuuu schicke) Bars oder auch blaue Stunden daheim.

Eine gute Dreiviertelstunde Weltflucht: NYEP kreiren einen musikalischen Mikrokosmos, der stets spannend und neu, gleichzeitig aber vertraut ist und verständlich bleibt. Also im besten Sinne zeitlose Musik, die durch ihre Leichtigkeit und Unverbindlichkeit überzeugt. Welcome to Fender Rhode Island. (7/10)

Mixtape 12: Cause That's Just Life…

Hab mir mal wieder eine nette CD voller Lieblingslieder zusammenkompiliert – sehr viele Stücke aus diesem Jahr, aber auch ein paar ältere Favoriten. „You sing a song and feel alright, ‚cause that’s just life…“:

01 Josh Rouse – Life (2005)
02 Blues Traveler – Money Back Guarantee (2005)
03 David Gray – Alibi (2005)
04 Rachel Yamagata – Would You Please (2004)
05 Dieter Thomas Kuhn – Scheinwerfer Aus (2001)
06 Kyle Riabko – Miss Behavin‘ (2005)
07 Spin Doctors – Tonight You Could Steal Me Away (2005)
08 Element Of Crime – Im Himmel ist kein Platz mehr für uns zwei (2005)
09 Blind Melon – Glitch (1996)
10 Marc Broussard – My God (2002)
11 Mon)tag – Du auch (2005)
12 Dave Matthews Band – You Might Die Trying (2005)
13 The Tender Trio – Over The Hill (2005)
14 Sinéad O’Connor – Downpressor Man (2005)
15 Texas Slim – Super Hero Morning Brew (2002)
16 Bright Eyes – First Day Of My Life (2005)
17 Nationalgalerie – Oben aufm Dach (1994)
18 The Getaway People – Every Summer Has A Song (2002)

Gib mir Musik: The Tender Trio

Dringende, dringende Hörempfehlung: The Tender Trio! Diese neue Band besteht aus Rogers Stevens (früher mal bei Blind Melon), Royston Langdon (früher mal bei Spacehog) und Rene Lopez (tolles Soloalbum, früher mal bei The Authority). Die drei Herren rocken ganz entzückend und haben auf ihrer Homepage gleich vier Demo-Aufnahmen zum legalen mp3-Download im Angebot! Hier entlang, bitte – mein Anspieltipp: „Over The Last Hill“.
Hoffentlich kommt da bald mehr als diese vier Tracks – wenn schon diese Demos so großartig klingen, dann kann man das erste Album ja kaum noch erwarten. Bin schwer beeindruckt.

Picture taken from The Tender Trio website.

Nix wie hin: Le Borna im Netz und auf der Bühne!

Jetzt muss ich doch endlich mal auf das wohl wichtigste kulturelle Ereignis in Leipzig im Jahr 2005 zu sprechen kommen. Die unsagbar unbeschreibliche Combo Le Borna wird am 9. Dezember wieder einmal auftreten – und zwar selbstverständlich im „Unterrock“ des Geyserhauses in Eutritzsch. Le Borna ist ein inzwischen seit mehr als sechs Jahren sein Unwesen treibendes Rock-meets-soziemlichallesandere-Schlager- Crossover-Projekt, bei dem wir zwei dunkelblauen, also Matthi und ich an Keyboard, Gitarre und Gesang mitwirken. Außerdem dabei sind u.a. solche Helden wie Steffen Lukas (aka Opa Unger) am Schlagzeug, Heiko Dietze (Klopfgeist) am Bass und der singende Schiedsrichter Axel F. Felsmann.

Die Band zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus: durch den gepflegten Dilletantismus ihrer musikalischen Darbietung, die den Unernst der Sache äußerst glaubwürdig untermauert. Und durch eine nagelneue, absolut nicht ernst gemeinte Internetseite, auf die hiermit hingewiesen sei: LeBorna.de.vu!

Auf der neuen Seite gibts ausführliche Bandinfos, jede Menge Videos und mp3s und alle Details zum Auftritt am 9. Dezember.

Alsdenn – viel Spaß mit der neuen Seite, und wer einen Abend mit preiswertem Bier und einer recht eigenen, aber sehenswerten, naja, hmm… ich nenns mal, Band verleben will, der sei zum Konzert am 9.12. hiermit aufs Herzlichste eingeladen!

Herbie Hancock – Possibilities (2005)

Eine Premiere im dunkelblau Weblog: ein Gastbeitrag. Robby Rösner, eifrigen Lesern als Kommentarschreiber indigoo bekannt, schreibt über das neue Album von und mit Herbie Hancock.

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Was haben die Worte Liebe und funk gemeinsam? Richtig! Beide Begriffe versuchen ein Gefühl zu beschreiben, das sich eigentlich jedweder Konkretisierung entzieht. Beide haben etwas mit dem Bauch zu tun, befallen ihre Opfer meist unangekündigt und sind auch nicht heilbar. Auch sind die Symptome sehr ähnlich: Erhöhter Pulsschlag, Bewegungsdrang und Gänsehaut, ein dreckiges Grinsen und die Gewissheit, dass es einen erwischt hat.

Als ich neulich das CD-Regal nach Neuerscheinungen durchstöberte, stach mir Possibilities von Herbie Hancock zunächst mal nur ins Auge. Gut, dachte ich, zehn Songs sind nicht viel, aber eine Hand voll erlesene Popgrößen wie Sting, Annie Lennox, Paul Simon oder Santana versprechen Qualität. Leider bleibt mir an dieser Stelle nicht mehr viel zu sagen zu Track 2-10. Die sind wirklich nett, durchaus hörbar, ein Stilmix eben aus Jazz und Pop, wie es ihn vor ?Possibilities? schon des Öfteren gab. Schön anzuhören, die Liaison aus Pianoläufen und markanten Stimmen, aber nichts, das die Welt verändern könnte, jedenfalls nicht meine Welt.

Aber was, bitteschön, macht Hancock da mit John Mayer? Drei Dur-Akkorde, stilgerecht angereichert mit ein paar Nonen und Septimen, darüber ein paar Worte in der für Mayer typischen, heiser-sanften Stimme. Dann setzt ein trockener Beat ein, noch mal die drei Akkorde ? Stopp! Hancock steigt mit einem Dreizehner auf drei ein, der Bass folgt lässig rollend der Bassdrum, Mayers Gitarre spielt ein tänzelndes Lick, die drei Akkorde eben ? Stopp! Mittlerweile weiß ich längst wieder, was funky ist: Rhythmus, der hauptsächlich geradeaus geht, während der Rest links und rechts des Weges ein paar Fermaten, Ghostnotes und anderes Bluesgetöne einsammelt ? Stopp! Es ist angerichtet. Hancocks Finger steigen die Molltonleiter hinunter, dann trifft man sich zum Kehrreim, und JA! Der funkt, aber Hallo! Don´t wonna be stitched up, out of my mind?

Ein Opener, wie er besser nicht seiner Rolle gerecht werden könnte.
?Stitched up? ist so ein Tritt in die Magengrube, im besten Sinne allerdings. Der Fuß klopft im Viervierteltakt auf den Boden, der Hals macht den Tauben Konkurrenz und die Finger schnippen auf Zwei und Vier. Nicht zu vergessen – das verschmitzte Grinsen. Was das alles mit Liebe zu tun hat? Davon kann Herr Mayer ein Lied singen. Und genau das tut er ja auch: It´s true, there was a women. And yes, she did advance my way?

Es ist schon ne Weile her, dass ich verliebt war. In einen Song, meine ich. Und wenn ich mich recht entsinne, war es keine Sommerliebe, es war im März. Aber das Gefühl war genauso unbeschreiblich, wie der Song eben funky war. Nun ist es für eine Sommerliebe wahrlich zu spät, aber wer sagt denn, dass ?stitched up? nichts für den Herbst ist? Im Übrigen sind die ?Möglichkeiten? 2-10 noch zu haben.

NP: Element Of Crime – Mittelpunkt der Welt (2005)

Zum ersten Mal trat diese Band in meiner Zeit als Pennäler in mein Leben. „Weißes Papier“ hieß das Album, mit dem Element Of Crime erstmals meine Aufmerksamkeit erlangten. Das war irgendwie unerhört. Und so seltsam. Grandiose Texte, die sich mit sanften, bisweilen gar ironischen Gitarrenläufen paaren, ein sanft tänzelndes Schlagzeug, die zwischen Texmex-Romantik und französischem Chanson lustwandelnde Trompete – zu Zeiten von Grunge und Eurodancetrash war der Sound von EoC eine wunderbare Alternative.

Keine Frage, sehr schnell erschloß ich mir die zurückliegenden Platten der Band – die paar englischen Alben (haben ebenfalls ihren Charme, besonders „Try To Be Mensch“), aber gerade auch „Damals hinterm Mond“, dem fast noch besseren Vorgänger von „Weißes Papier“. „Irre, warum bin ich nicht eher auf die gestoßen“, hab ich mich damals gefragt. Element Of Crime sind seither ein echter Begleiter geworden – so eine Art musikgewordener treuer Hund, der einem immer zur Seite steht. Das erstaunlich sanfte Timbre von „An einem Sonntag im April“ war Salz in eine Beziehungswunde; „Die schönen Rosen“, gekauft in Köln, kurz nach dem Abi, war der Soundtrack zum Ersten Semester. Auf der Tour zum vergleichsweise wilden „Psycho“-Album hab ich die Band erstmals live sehen dürfen, und „Romantik“ erinnert mich wohl mein Leben lang ans wunderbare Leben in einer musikverrückten Wohngemeinschaft.

Und jetzt? Jetzt führen mich Element Of Crime zum Mittelpunkt der Welt, so heißt die neue Platte. Mitten in einer schrecklich hektischen und unruhigen Zeit setzt dieses Album einen wohltuenden Kontrapunkt. Da ist sie wieder, diese melancholietrunkene Lyrik von Sven Regener, diese lakonische Musik, diese dauerngrinsende Sehnsucht. Ob „Mittelpunkt der Welt“ besser oder schlechter ist als die alten Alben? Was weiß ich?! Das ist unüberhörbar EoC, vielleicht ein wenig „trockener“, sparsamer als zuletzt. Aber unverändert gut, unverändert schön, unverändert hilfreich. Musik, die den Hörer erdet und gleichzeitig entführt und schweben lässt.

Hier müssten jetzt die üblichen Element-Assoziationen kommen: Rotwein, Herbst, Hängematte… Aber die wurden (zu Recht) schon bei so vielen anderen aufgeführt. Ich gönn‘ mir, in Ermangelung besserer Bilder (ja, ich bin gerade müde und will eigentlich nur noch die Platte zu Ende hören und dann ins Bett) das vom „Fels in der Brandung“. Genau das sind EoC für die hiesige Musiklandschaft nämlich: unkaputtbar, unverzichtbar, unverbesserlich. Ein tolles Album – ohne Wenn und Aber. „Sag, dass ich bekloppt bin, aber sag nicht, ich hätt Euch nicht gewarnt…“ (10/10)

Ziemlich ruhig hier…

Ja, es stimmt – es ist in den letzten Tagen ziemlich ruhig hier. Dieser kurze Eintrag soll nur dazu dienen, ein Lebenszeichen zu senden. Im Moment ist es stressig wie selten, da bleibt leider viel zu wenig Zeit fürs Blog. Aber das wird sich hoffentlich recht bald wieder bessern. Dann gibts frische Texte, Reviews, Links usw. Und: das Blog wird von Spam und Kommentar-Dubletten befreit. In ein paar Tagen – versprochen!!

Das sind die "Gewinner"-Gewinner!

So, zurück aus dem wunderschönen Budapest, mit wahnsinnig vielen Eindrücken, tollen Begegnungen und lustigen Begebenheiten (in dieser Stadt heißen die Bands alle entweder „Rock Band“, „The Proper Funky Band“, „The Hot Jazz Band“, „The Blues Band“ usw. oder aber tragen erquickliche Namen wie „Porno 69“ und „Hippiekiller“. Aber das nur am Rande).

In den letzten Tagen gabs ja hier ein kleines Gewinnspiel – insgesamt 3 Exemplare meiner aktuellen CD „Gewinner. Launische Lieder live“ hatte ich ausgelobt. Nun, meine Erwartungen in Sachen Beteiligung wurden deutlich überschritten – das Los musste entscheiden. Das hier sind die drei (hoffentlich glücklichen) „Gewinner“-Gewinner:

Manfred Schulz aus 24887 Silberstedt,
Oliver Müller aus 67663 Kaiserslautern und
Bärbel Riedel aus 73079 Suessen!

Herzlichen Glückwunsch Euch Dreien, die CDs gehen morgen früh an Euch raus. Allen anderen empfehle ich aufs Herzlichste nochmals die Internetseite danielheinze.de – hier könnt Ihr die CD für wirklich wenig Geld kaufen, natürlich vorher reinhören und auch Eure Meinung zur CD los werden bzw. lesen, was andere „Gewinner“-Hörer vom Album halten. Und Danke fürs Mitmachen – die Resonanz hat mich hoch erfreut und mächtig überrascht!