NP: Stoppok – Solo live (2005)

Weil sie gerade mal wieder läuft, fällt mir ein, dass ich schon längst auf diese Doppel-CD hinweisen wollte. Stoppok, der nette Songwriter von nebenan, den ich schon so oft live sehen durfte, dass ich’s nicht mehr zählen kann, hat unlängst eine wirklich bemerkenswerte Liveaufnahme vorgelegt: Stoppok solo, Höhepunkte aus seiner letztjährigen Herbst-/Wintertour.

Kann schon sein, dass er von einigen gar zu kultisch verehrt wird (nein, nicht jeder Räusperer des Künstlers ist als Witz gemeint, nein, nicht jede Ansage dieses dauerverpeilten Kerls ist der Inbegriff filigranen Humors, merkt Euch das bitte mal, Ihr Jadasistmeinstoppokundnurichverstehewiegenialderwirklichist-Fans!!! Sorry, das musste mal sein), aber angesichts dieser CD kann man einmal mehr nicht umhin zu konstatieren, dass Stoppok in der Liga der unpeinlichen deutschen Liedermacher (blödes Wort, aber egal) ganz ganz oben mitspielt. Stücke wie „Dein Glück“, „Leise“ oder „Tanz“ sind in ihrer Einfachheit und Schönheit einfach unschlagbar.

Dass am Ende der zweiten CD Beverly Jo Scott ihre derbe-verrauchte Stimme beisteuert, ist ein willkommenes Extra in dieser ohnehin gelungenen Sammlung. Aufgenommen u.a. in Erfurt, Wuppertal, Leipzig, Hamburg und Köln. Da bin ich Fan von…

Garbage – Bleed Like Me (2005)

Version 4.0. Endlich ist es da, das vierte Album von Garbage. Überall liest man zur Zeit Schaudermärchen zur Entstehungsgeschichte von „Bleed Like Me“. Die einen wissen zu berichten, dass Sängerin Shirley zwischenzeitlich nicht mehr singen konnte, die Band kollektiv eine kreative Krise durchlebte und Mastermind Butch Vig gar kurz davor war, die Brocken hinzuwerfen und Garbage zu beerdigen. Episoden eben, die sich kurz vor Veröffentlichung einer CD einfach gut machen. Und die bei Garbage spätestens seit ihrem zweiten Album dazugehören.

Und auch beim Vorgänger zu „Bleed Like Me“, dem 2001er „Beautiful Garbage“, gab es im Vorfeld die wildesten Geschichten und Ammenmärchen zu hören – von mehr als zweihundert Tonspuren pro Track, die mehrere Dutzend Mal verworfen und dann doch wieder ausgegraben wurden, war da zu lesen und und und – diese Legendenstreuung scheint wohl Teil des Garbage-Konzeptes zu sein. Der Musik jedoch hörte man das schon vor vier Jahren nicht an, und auch diesmal ist auf der Platte von Krise und Zerissenheit kaum etwas zu spüren.

Als wäre nie etwas gewesen, spielen Garbage auch hier wieder ihren typischen Powerpop, der im ersten Moment künstlich, ja sogar kühl und viel zu perfekt anmutet, aber schon beim zweiten Durchgang spüren lässt, was für beseelte Musiker hier gearbeitet haben. „Bleed Like Me“ beginnt gigantisch – mit den Songs „Bad Boyfriend“, „Run Baby Run“ und „Right Between The Eyes“. Das sind Garbage, wie man sie kennt: eine mächtige wall of sound, originelle, aber keine allzu abgedrehten Harmonieläufe und der schnippisch-nölige, aber doch irgendwie beherzte Gesang von Shirley Manson.

Im Mittelfeld driften die vier allerdings etwas in die Beliebigkeit ab. Garbage ist halt Garbage ist halt Garbage. Das ist alles makellos produziert, ganz hervorragend gespielt, aber auf Albumlänge leider nicht so packend wie frühere Alben. „Stagnation auf höchstem Niveau“ heißt sowas in der Wirtschaftssprache wohl. Wogegen prinzipiell ja nichts einzuwenden ist; aber nach zehn Jahren, die man als geneigter Hörer die Band nun schon kennt und schätzt, wäre halt die eine oder andere Sound- oder Songwritingüberraschung nett gewesen. Doch schon bald versöhnt man sich mit der Band: im letzten Drittel Ende fangen sich Garbage dann wieder und laufen am Schluß nochmal zu Bestform auf, sie liefern mit „Why Don’t You Come Over“ und „Happy Home“ einen würdigen und schönen Showdown.

Und die Moral von der Geschicht? Wahrscheinlich benötigen Garbage Album um Album die „große Show“ vor der Veröffentlichung, und wahrscheinlich brauchen sie einfach für neue Alben immer so drei bis vier Jahre. Solange die Musik gut ist, soll das nicht stören. Allerdings sollten Shirley und ihre drei Herren aufpassen, dass sie in Zukunft ob des Nachdenkens über die gemachten Schlagzeilen vor den Releases nicht das Nachdenken über Musik und Inspiration vernachlässigen. Das wär nämlich schade.

Mon)tag: Erste Tourdaten zur "Sender"-Tour

Der 17. Mai wird ein schöner Tag. Denn da erscheint endlich „Sender“, das neue Album von Mon)tag. Auf der Seite ihres Labels Tapete gibts die ersten Tourdaten zur neuen Platte zu lesen. Ich hoffe heiß und innig, dass die Überschrift dieses Eintrages hier wahr bleibt und sich zu diesen paar Auftritten noch viele, viele hinzugesellen…:

18.05.05 Hamburg – Grüner Jäger (+Wolke)
23.05.05 Münster – Luna Bar (+Wolke)
25.05.05 Kulmbach – Desert Pinguin (+Wolke)
26.05.05 Augsburg – Kerosin
27.05.05 Witten – Werkstadt (+Wolke)

Tourdaten und Grafik gefunden bei Tapete.

DMB: Tracklist für "Stand Up" veröffentlicht

Die Trackliste zum wohl umstrittensten und dennoch am sehnsüchtigsten erwarteten Album des Frühjahres ist jetzt offiziell – das hier sind die Tracks auf „Stand Up“, dem ersten Studioalbum der Dave Matthews Band seit 2002:

Dreamgirl
Old Dirt Hill (Bring That Beat Back)
Stand Up (For It)
American Baby Intro
American Baby
Smooth Rider
Everybody Wake Up (Our Finest Hour Arrives)
Out of My Hands
Hello Again
Louisiana Bayou
Stolen Away on 55th and 3rd
You Might Die Trying
Steady As We Go
Hunger for the Great Light

Für eifrige Vorbesteller gibts eine Bonus-CD mit zwei Studio-Outtakes und drei Liveaufnahmen obendrauf; Erscheinungstermin (US) ist nach wie vor der 10. Mai.

Quelle: Billboard

Spin Doctors, Blues Traveler und andere auf neuer Kinderlieder-CD

Für die Schriftstellerin Sandra Boynton machen Amerikas Musiker im Moment fast alles – seit über zwanzig Jahren schreibt Frau Boynton lustige Bücher, darunter zahlreiche Kinderbücher. Und zu manchen Büchern gibts CDs mit Songs berühmter Musiker. Und zu manchen Büchern mit CDs gibts dann auch gern mal einen Grammy.

Im Herbst erscheint ein neues Werk, es trägt den Titel „Dog Train“. Und neben Hootie & The Blowfish, den Beacon Brothers, Weird Al Yankovic and Kate Winslet (im Duett!) sind eben auch Blues Traveler und Spin Doctors mit an Bord. Hier die heute im offiziellen Spin Doctors-Forum verbreitete Pressemitteilung:

Spin Doctors Record Song for Children’s CD!

On Thursday, March 31, 2005, the Spin Doctors gathered in NYC at Avatar Studios, formerly known as The Power Station, to record a track for the 3rd CD from the wonderful Sandra Boynton. Sandra has enjoyed great success over the past 20 years, with dozens of children’s books to her credit.

In 2002, she released her 2nd CD, Philadelphia Chickens, which was nominated for a Grammy in the „Best Musical Album for Children“ category. The accompanying book to the CD was also #1 on the New York Times Bestseller list. The Bacon Brothers, Meryl Streep and Eric Stoltz were just a few of the artists to perform a song for this very successful album.

Now, in 2005, she prepares for her newest release, Dog Train, with 18 artists recording her latest 15 songs. Though still in production, several tracks have already been recorded by the Spin Doctors, Blues Traveler, The Bacon Brothers and Hootie and the Blowfish. Many more artists will be recording their tracks over the next few months, highlighted by a strange, yet very exciting duet between Weird Al Yankovic and the beautiful Kate Winslet.

The Spin Doctors contribution to this record is Tantrum, a high energy, funky-as-hell, guitar-blazing rock track which will certainly grab the younger audience with lyrics such as „I’m a wild child, and I’m gonna make a scene. I’m a wild child. Let me show you what I mean.“

The CD is expected to be released in October 2005 in two formats…the CD itself, as well as a CD/Book combo package. With these wonderful songs from Sandra Boynton, performed by this great collection of artists, one can only assume another Grammy nomination is coming her way next February.

High Energy? Funky as hell? Kinderlied? Spin Doctors? Bin gespannt wie ein Flitzebogen und vorfreudig wie nix Gutes…

Scan of „Moo Cow Book“ by Sandra Boynton taken from Sandra Boynton’s official website.

Nix wie hin: Das VI. a capella-Festival in Leipzig

Ab Freitag wird Leipzig zum bereits sechsten Mal zur Pilgerstätte für Freunde der a capella-Musik: das a-capella-Festival 2006 beginnt, und die gastgebenden Herren des ensembles amarcord haben wieder erstklassige Acts von Gregorianik (Schola Gregoriana Pragensis am Sonntag) bis Pop (z.B. Stouxingers) in die Messestadt gebeten. Insgesamt zehn tolle Konzerte in zehn Tagen wird es geben. Alle Hintergrundinfos zu den einzelnen Auftritten gibts auf der offiziellen Seite des Festivals.

In den nächsten Tagen werden ausgewählte Acts des Festivals hier im dunkelblau Weblog genauer vorgestellt.

I finally see the light…


I finally see the light
after forty nights of rain…

Ohne hier viel orakeln zu wollen: sechs wirklich seltsame, aufschlußreiche, im Großen und Ganzen auch schöne Tage, in denen ich eine ganze Menge gelernt habe (vor allen Dingen über mich), gehen gerade zu Ende. Das schreib ich nur, um die vorübergehende Ruhe hier im Weblog zu legitimieren. Um Musik und alle anderen schönen Nebensächlichkeiten drehts sichs hier künftig wieder öfter und regelmäßiger, versprochen!

Gib mir Musik: Nicorola – Bitstick EP (2005)

Der geschätzte Weblog-Kollege Nicorola macht Musik und hat dieser Tage seine erste EP auf dem Leipziger Label 1bit Wonder veröffentlicht. Die „Bitstick EP“ enthält fünf wahrlich interessante und gute Songs. Musik aus der Electronic-Ecke, die durch ihre Klarheit und Intensität besticht. Ich bin ja normalerweise für derartige Musik nur begrenzt zugänglich, aber das, was Nicorola hier präsentiert, ist schlicht und einfach mal gut. Ach was, sehr gut und empfehlenswert. Hier gibts die EP zum legalen und kostenfreien Download. Mein Anspieltipp: das sphärische, leicht mobyeske Stück „Hijseenpipo“.

Jack Johnson kanns kaum fassen

Da ist er selber baff, der singende Ex-Surfer aus Hawaii: sein drittes Album „In Between Dreams“ verkauft sich derzeit wie geschnitten Brot. Der US-Rolling Stone berichtet online über das Phänomen Jack Johnson:

With little play from mainstream radio and zero presence on MTV, Jack Johnson’s In Between Dreams has somehow sold more than 540,000 copies in its first four weeks. „It trips me out,“ Johnson says. „My last record [Brushfire Fairytales] debuted at Number Three, but it disappeared from the top of the charts pretty quickly. The weird part is that this time my album is sticking around.“

Mal abgesehen davon, dass Jacks letztes Album mitnichten „Brushfire Fairytales“, sondern vielmehr „On And On“ war, ist der Artikel durchaus lesenswert. Hier gehts lang.

Ben Folds über sein neues Album

Sehr bald kommt das neue Ben Folds-Album. Bereits jetzt hat der Künstler höchstpersönlich den Brief zur Platte geschrieben:

’songs for silverman‘ is the recording of eleven events in the studio. they’re fairly pure and recorded pretty quickly. i think that shows through on first listen. there is overdubbing and arranging as well, but these things happened quickly, almost in a frenzy sometimes so that we could walk out of the studio with a representation… a finished recording rather than a theory. jared and lindsay and i locked ourselves in the studio each day, taking breaks for a soy chai or lens testing or even beard trimming, learning songs that i’d already demo’d, interpretting them whichever direction the wind blew that day. thus, a fairly country version of ‚give judy my notice‘ – since bucky baxter, legendary pedal steel player dropped by that day. the recording of ’songs for silverman‘ is very stark and flat, not often very compressed or hyped, unless i got a sudden hankerin‘ for some tasty EQ and some aural excitement.

Den ganzen „Ich erklär Euch meine neue Platte“-Brief gibts hier.