Gib mir Musik: Radio Four – Absolute Affirmation

Seit einigen Monaten gelten Radio Four aus New York als DIE neuen Publikums- und vor allem Kritikerlieblinge. Machen aber auch schöne Musik, die Herrschaften. Ein hervorragendes Beispiel ist der Song „Absolute Affirmation“. Die Seite zur SXSW-Convention schreibt wie folgt über die Radio Four:

On Radio 4’s new release ‚Stealing Of A Nation,‘ futuristic dance beats mate with traditional punk values; dub bass lines bed down with techno keyboards and funk guitar riffs; polyrhythmic percussion breaks get busy with acoustic guitars.

„Absolute Affirmation“ gibts hier als mp3 – ganz legal und kostenlos.

NP: Blind Melon – Soup (1995)

Zeit, mal wieder einen absoluten Lieblingsklassiker aus meiner Sammlung hervorzukramen: „Soup“ war das unbeschreiblich schöne, zeit- und schwerelose zweite Album der Band Blind Melon. Die hatten 1994 (1993? Ich bin mir gerade nicht mehr sicher) einen Riesenhit mit „No Rain“ (das berühmte Video mit dem pummeligen, als kleine Biene verkleideten Mädchen) und waren berühmt für ihre exzessiven Shows.

Der viel beschworene Druck des zweiten Albums lastete schwer auf der Band, aber sie meisterten die Aufgabe mit Bravour – „Soup“, liebevoll produziert von Andy Wallace, ist eine CD wie aus einem Guß, bietet leidenschaftlichen und pointierten Rock, erlaubt sich Ausflüge in Richtung Folk und Funk und wird zusammengehalten von der magischen, mitunter an Ozzy Osbourne in jungen Jahren gemahnenden Stimme von Shannon Hoon.
Vom schrulligen ersten Song „Galaxy“ bis hin zum zum verzweifeln bittersüßen „Mouthful Of Cavities“ und zu „Lemonade“ scheint hier einfach alles zu stimmen. Und auch geschlagene zehn Jahre nach Veröffentlichung klingt das alles noch erstaunlich frisch und zeitgemäß.

Es ist wirklich eine Schande, dass es Blind Melon nicht mehr gibt – nur wenige Wochen nach Veröffentlichung von „Soup“ fand man Sänger Hoon tot auf, er starb an einer Überdosis Heroin. Der begnadete, aber zerrissene und offensichtlich verzweifelte Sänger hinterläßt im wahren Leben eine Tochter namens Nico, in der Musikwelt zwei ganz zauberhafte Alben mit seiner Band (besonders dieses hier) sowie in meinem Leben viele herrliche Erinnerungen ans Erwachsen(er)werden.

Na toll, da wollte ich einfach nur mal wieder eine meiner ewigen Lieblingsplatten hören, und jetzt hab ich auf einmal wieder feuchte Augen: When will I realize that this skin I’m in, hey, it isn’t mine…

Habemus Papam

Da plant man einen gemütlichen Nachmittag mit einem lieben Freund, um endlich seine Spin Doctors-Fanseite mal generalzuüberholen, da generalüberholt mal eben das Konklave in Rom meinen Nachmittag… Komme gerade von der Arbeit zurück, genug der Berichterstattung über den neuen Papst Benedikt XVI. für heute.

Und vielleicht endlich mal Zeit für einen kurzen persönlichen Gedanken zum Thema. Nein, ich hätte nie geglaubt, dass Ratzinger Papst werden könnte. Zu offensichtlich waren all die Vermutungen im Vorfeld, zu sehr gingen mir all die selbsternannten Vatikanexperten in den letzten Tagen auf die Ketten, zu unwahrscheinlich schien mir die Wahl eines Deutschen für das Papstamt.

Doch ach, alles sollte nun anders kommen. Ich bin verblüfft, verwundert, irgendwie dann doch begeistert und – ja, froh. Darüber, dass wir jetzt Klarheit haben. Gott segne ihn und schenke ihm Gesundheit, Geduld, Demut, Freude an seinem Tun. Auch, wenn manche das vielleicht anders sehen: heute ist nicht die Zeit für Kritik, Sorgen oder gar Häme. Heute haben die Katholiken, ganz egal, wo sie (kirchenpolitisch, ideologisch oder sonstwie) stehen, Grund zur Freude.

Alles Gute, Benedikt XVI.

Ben Harper und Trey Anastasio gehen auf "Zooma-Tour"

In den Neunzigern gabs ja einige Rock’n’Roll-Wanderzirkusse: man erinnere sich nur an Lollapollooza, die H.O.R.D.E-Tour oder Lilith Fair… Jetzt, im Jahr 2005, scheinen sich die Macher des legendären Bonnaroo-Festivals daran erinnert zu haben, dass man mit einem sehr guten Stamm-Line-Up und lokalen Gästen einen ganzen Sommer lang gemeinsam durch die USA ziehen könnte. Genau das verspricht nämlich die Zooma-Tour 2005, die heute per Pressemitteilung angekündigt wurde. Headliner der 20 bis 30 Stationen umfassenden Tour werden Ben Harper und Trey Anastasio (Ex-Phish) sein, alle weiteren Acts und die Stationen der Tour werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Hier ein Auszug aus der heute verbreiteten Pressemitteilung:

We are proud to announce the Zooma Tour! The inaugural multi-stage tour will feature headliners Ben Harper & the Innocent Criminals and Trey Anastasio. A total of 20 to 25 guest acts will rotate performances throughout the tour, with at least four guest acts playing on each date. The Zooma Tour will kick off on June 16 and stop at amphitheaters in at least 28 major North American markets, concluding on July 31. A confirmed list of dates and performers will follow in the next few weeks.

„I always knew that Ben was a great singer but after seeing him at Bonnaroo, I realized what an amazing guitarist he is,“ Trey Anastasio says. „I’m really looking forward to being on the road with him this summer.“ Ben Harper continues, „For myself and the Innocent Criminals, we can’t wait to be on the Zooma tour this summer. We’ve been looking forward to doing shows with Trey for a long time. I also look forward to seeing a lot of great music on the second stage.“

The Zooma Tour will be a multi-faceted entertainment event featuring two performance stages and a complete activity village with vendors and attractions. Inspired by the Bonnaroo tradition, the Zooma Tour will extend the festival’s spirit, presenting diverse lineups to open minded music fans in local communities. The Zooma Tour will also retain Bonnaroo’s festive atmosphere and dynamic entertainment options, not to mention its superior standard for quality live music.

In addition to full shows from Ben Harper & The Innocent Criminals and Trey Anastasio, a host of acts from a variety of genres will each join the tour for approximately one week each. With its touring format, eclectic lineup, myriad activities, and modern cultural consciousness, the Zooma Tour is certain to be a phenomenal summer music event.

(Noch nicht viel) mehr Infos gibts auf der Seite zur Tour: zoomatour.com.

NP: Stoppok – Solo live (2005)

Weil sie gerade mal wieder läuft, fällt mir ein, dass ich schon längst auf diese Doppel-CD hinweisen wollte. Stoppok, der nette Songwriter von nebenan, den ich schon so oft live sehen durfte, dass ich’s nicht mehr zählen kann, hat unlängst eine wirklich bemerkenswerte Liveaufnahme vorgelegt: Stoppok solo, Höhepunkte aus seiner letztjährigen Herbst-/Wintertour.

Kann schon sein, dass er von einigen gar zu kultisch verehrt wird (nein, nicht jeder Räusperer des Künstlers ist als Witz gemeint, nein, nicht jede Ansage dieses dauerverpeilten Kerls ist der Inbegriff filigranen Humors, merkt Euch das bitte mal, Ihr Jadasistmeinstoppokundnurichverstehewiegenialderwirklichist-Fans!!! Sorry, das musste mal sein), aber angesichts dieser CD kann man einmal mehr nicht umhin zu konstatieren, dass Stoppok in der Liga der unpeinlichen deutschen Liedermacher (blödes Wort, aber egal) ganz ganz oben mitspielt. Stücke wie „Dein Glück“, „Leise“ oder „Tanz“ sind in ihrer Einfachheit und Schönheit einfach unschlagbar.

Dass am Ende der zweiten CD Beverly Jo Scott ihre derbe-verrauchte Stimme beisteuert, ist ein willkommenes Extra in dieser ohnehin gelungenen Sammlung. Aufgenommen u.a. in Erfurt, Wuppertal, Leipzig, Hamburg und Köln. Da bin ich Fan von…

Garbage – Bleed Like Me (2005)

Version 4.0. Endlich ist es da, das vierte Album von Garbage. Überall liest man zur Zeit Schaudermärchen zur Entstehungsgeschichte von „Bleed Like Me“. Die einen wissen zu berichten, dass Sängerin Shirley zwischenzeitlich nicht mehr singen konnte, die Band kollektiv eine kreative Krise durchlebte und Mastermind Butch Vig gar kurz davor war, die Brocken hinzuwerfen und Garbage zu beerdigen. Episoden eben, die sich kurz vor Veröffentlichung einer CD einfach gut machen. Und die bei Garbage spätestens seit ihrem zweiten Album dazugehören.

Und auch beim Vorgänger zu „Bleed Like Me“, dem 2001er „Beautiful Garbage“, gab es im Vorfeld die wildesten Geschichten und Ammenmärchen zu hören – von mehr als zweihundert Tonspuren pro Track, die mehrere Dutzend Mal verworfen und dann doch wieder ausgegraben wurden, war da zu lesen und und und – diese Legendenstreuung scheint wohl Teil des Garbage-Konzeptes zu sein. Der Musik jedoch hörte man das schon vor vier Jahren nicht an, und auch diesmal ist auf der Platte von Krise und Zerissenheit kaum etwas zu spüren.

Als wäre nie etwas gewesen, spielen Garbage auch hier wieder ihren typischen Powerpop, der im ersten Moment künstlich, ja sogar kühl und viel zu perfekt anmutet, aber schon beim zweiten Durchgang spüren lässt, was für beseelte Musiker hier gearbeitet haben. „Bleed Like Me“ beginnt gigantisch – mit den Songs „Bad Boyfriend“, „Run Baby Run“ und „Right Between The Eyes“. Das sind Garbage, wie man sie kennt: eine mächtige wall of sound, originelle, aber keine allzu abgedrehten Harmonieläufe und der schnippisch-nölige, aber doch irgendwie beherzte Gesang von Shirley Manson.

Im Mittelfeld driften die vier allerdings etwas in die Beliebigkeit ab. Garbage ist halt Garbage ist halt Garbage. Das ist alles makellos produziert, ganz hervorragend gespielt, aber auf Albumlänge leider nicht so packend wie frühere Alben. „Stagnation auf höchstem Niveau“ heißt sowas in der Wirtschaftssprache wohl. Wogegen prinzipiell ja nichts einzuwenden ist; aber nach zehn Jahren, die man als geneigter Hörer die Band nun schon kennt und schätzt, wäre halt die eine oder andere Sound- oder Songwritingüberraschung nett gewesen. Doch schon bald versöhnt man sich mit der Band: im letzten Drittel Ende fangen sich Garbage dann wieder und laufen am Schluß nochmal zu Bestform auf, sie liefern mit „Why Don’t You Come Over“ und „Happy Home“ einen würdigen und schönen Showdown.

Und die Moral von der Geschicht? Wahrscheinlich benötigen Garbage Album um Album die „große Show“ vor der Veröffentlichung, und wahrscheinlich brauchen sie einfach für neue Alben immer so drei bis vier Jahre. Solange die Musik gut ist, soll das nicht stören. Allerdings sollten Shirley und ihre drei Herren aufpassen, dass sie in Zukunft ob des Nachdenkens über die gemachten Schlagzeilen vor den Releases nicht das Nachdenken über Musik und Inspiration vernachlässigen. Das wär nämlich schade.

Mon)tag: Erste Tourdaten zur "Sender"-Tour

Der 17. Mai wird ein schöner Tag. Denn da erscheint endlich „Sender“, das neue Album von Mon)tag. Auf der Seite ihres Labels Tapete gibts die ersten Tourdaten zur neuen Platte zu lesen. Ich hoffe heiß und innig, dass die Überschrift dieses Eintrages hier wahr bleibt und sich zu diesen paar Auftritten noch viele, viele hinzugesellen…:

18.05.05 Hamburg – Grüner Jäger (+Wolke)
23.05.05 Münster – Luna Bar (+Wolke)
25.05.05 Kulmbach – Desert Pinguin (+Wolke)
26.05.05 Augsburg – Kerosin
27.05.05 Witten – Werkstadt (+Wolke)

Tourdaten und Grafik gefunden bei Tapete.

DMB: Tracklist für "Stand Up" veröffentlicht

Die Trackliste zum wohl umstrittensten und dennoch am sehnsüchtigsten erwarteten Album des Frühjahres ist jetzt offiziell – das hier sind die Tracks auf „Stand Up“, dem ersten Studioalbum der Dave Matthews Band seit 2002:

Dreamgirl
Old Dirt Hill (Bring That Beat Back)
Stand Up (For It)
American Baby Intro
American Baby
Smooth Rider
Everybody Wake Up (Our Finest Hour Arrives)
Out of My Hands
Hello Again
Louisiana Bayou
Stolen Away on 55th and 3rd
You Might Die Trying
Steady As We Go
Hunger for the Great Light

Für eifrige Vorbesteller gibts eine Bonus-CD mit zwei Studio-Outtakes und drei Liveaufnahmen obendrauf; Erscheinungstermin (US) ist nach wie vor der 10. Mai.

Quelle: Billboard

Spin Doctors, Blues Traveler und andere auf neuer Kinderlieder-CD

Für die Schriftstellerin Sandra Boynton machen Amerikas Musiker im Moment fast alles – seit über zwanzig Jahren schreibt Frau Boynton lustige Bücher, darunter zahlreiche Kinderbücher. Und zu manchen Büchern gibts CDs mit Songs berühmter Musiker. Und zu manchen Büchern mit CDs gibts dann auch gern mal einen Grammy.

Im Herbst erscheint ein neues Werk, es trägt den Titel „Dog Train“. Und neben Hootie & The Blowfish, den Beacon Brothers, Weird Al Yankovic and Kate Winslet (im Duett!) sind eben auch Blues Traveler und Spin Doctors mit an Bord. Hier die heute im offiziellen Spin Doctors-Forum verbreitete Pressemitteilung:

Spin Doctors Record Song for Children’s CD!

On Thursday, March 31, 2005, the Spin Doctors gathered in NYC at Avatar Studios, formerly known as The Power Station, to record a track for the 3rd CD from the wonderful Sandra Boynton. Sandra has enjoyed great success over the past 20 years, with dozens of children’s books to her credit.

In 2002, she released her 2nd CD, Philadelphia Chickens, which was nominated for a Grammy in the „Best Musical Album for Children“ category. The accompanying book to the CD was also #1 on the New York Times Bestseller list. The Bacon Brothers, Meryl Streep and Eric Stoltz were just a few of the artists to perform a song for this very successful album.

Now, in 2005, she prepares for her newest release, Dog Train, with 18 artists recording her latest 15 songs. Though still in production, several tracks have already been recorded by the Spin Doctors, Blues Traveler, The Bacon Brothers and Hootie and the Blowfish. Many more artists will be recording their tracks over the next few months, highlighted by a strange, yet very exciting duet between Weird Al Yankovic and the beautiful Kate Winslet.

The Spin Doctors contribution to this record is Tantrum, a high energy, funky-as-hell, guitar-blazing rock track which will certainly grab the younger audience with lyrics such as „I’m a wild child, and I’m gonna make a scene. I’m a wild child. Let me show you what I mean.“

The CD is expected to be released in October 2005 in two formats…the CD itself, as well as a CD/Book combo package. With these wonderful songs from Sandra Boynton, performed by this great collection of artists, one can only assume another Grammy nomination is coming her way next February.

High Energy? Funky as hell? Kinderlied? Spin Doctors? Bin gespannt wie ein Flitzebogen und vorfreudig wie nix Gutes…

Scan of „Moo Cow Book“ by Sandra Boynton taken from Sandra Boynton’s official website.

Nix wie hin: Das VI. a capella-Festival in Leipzig

Ab Freitag wird Leipzig zum bereits sechsten Mal zur Pilgerstätte für Freunde der a capella-Musik: das a-capella-Festival 2006 beginnt, und die gastgebenden Herren des ensembles amarcord haben wieder erstklassige Acts von Gregorianik (Schola Gregoriana Pragensis am Sonntag) bis Pop (z.B. Stouxingers) in die Messestadt gebeten. Insgesamt zehn tolle Konzerte in zehn Tagen wird es geben. Alle Hintergrundinfos zu den einzelnen Auftritten gibts auf der offiziellen Seite des Festivals.

In den nächsten Tagen werden ausgewählte Acts des Festivals hier im dunkelblau Weblog genauer vorgestellt.