Montag – Montag (2009)

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Vieler meiner Freunde können ja leider meinen Faible für Montag (neuerdings ist die )-Klammer wohl aus dem Namen verschwunden) nicht so ganz nachvollziehen. Ich steh‘ einfach auf diesen verschrobenen, zum Bombast neigenden Entwurf von Pop, auf diese bisweilen kryptischen Texte, auf die spröde Herzlichkeit von Band und Songmaterial. „Gefallen“ war ein Meisterstück von einem Debüt, „Sender“ war kantiger, düsterer, komplexer, nur nicht schlechter.

Jetzt, nach fast vier Jahren, also Album Nummer 3. Es ist groß, hysterisch, übertrieben, euphorisch, toll: Songs wie „Part 1“, „Was wir sagen“, „Großstadt“ oder „Nachtfahrt“ sind brillianter Pop. Könnte gut sein, dass einiger meiner eingangs erwähnten Freunde „umfallen“ und ihre Meinung ändern, wenn ich sie auch diesmal wieder mit Montag-Musik nerve: denn noch nie waren die Hamburger zugänglicher und eingänglicher als hier – ohne dass die Songs was von ihrer Wucht oder ihrem Zauber verloren hätten. Plötzlich ist der Kopf klar, ich fahr jetzt los, halt‘ Deine Briefe aus dem Fenster und ich lass sie los – und lass die Finger von mein‘ CDs…

Loney, Dear live!

Loney, Dear hab ich vor ein paar Wochen in der Leipziger Moritzbastei erlebt und fand die Schweden toll. Von der Platte, die ich danach gehört habe, war ich etwas enttäuscht, aber das Liveerlebnis hab ich in bester Erinnerung. Jetzt haben Loney, Dear ein Konzert in Washington gespielt und NPR hat das ganze mitgeschnitten. Das ganze gibt’s zum Gratis-Download, und zwar hier (mp3).

randomi7er vom 19. Januar 2009

Eels – Tiger In My Tank. Kleiner, simpler Song vom „Daisies Of The Galaxy“-Album. Die Platte mag ich sehr, nur ist das jetzt keiner der Songs, die ich herausragend finde. Geil sind auf alle Fälle die kurzen Bläser-Happen in der zweiten Hälfte.

Van Morrison, Georgie Fame, Mose Allison & Ben Sidran – Benediction. Lang lebe die zufällige Wiedergabe. „Tell Me Something“ ist ein Album mit Van Morrison und Musikern aus seinem Umfeld, auf dem sie gemeinsam Songs von Mose Allison singen. Wunderbare, soulige Platte – und Benediction ist einer der Höhepunkte.

The Killers – Leave The Burbon On The Shelf. Einer dieser typischen überkandidelten Killers-Songs halt. Sollte aufs „Hot Fuss“-Album, ist auf der Raritätensammlung „Sawdust“ gelandet. Schöne Nummer mit weißnichwievielen Gitarrenspuren.

Van Morrison – Crazy Love. Ha! Jetzt zahlt sich aus, dass ich kurz vor Weihnachten sämtliche Van Morrison-Platten auf meinen Rechner überspielt habe. Da kommt auch mal die eine oder andere Nummer mehr von Van The Man im randomi7er vor. Umso erfreulicher, dass es die Shuffle-Funktion heute sehr gut mit mir meint: Crazy Love von „Moondance“ ist ein grandioser Klassiker.

Bob Dylan – When He Returns. Huch, ein Stelldichein der alten Meister ist das ja heute. Bob Dylan in seiner tiefreligiösen Phase: When He Returns ist ein sentimentaler, leicht angeswingter, einzig durch ein Piano begleiteter Song. Zum Heulen schön.

Element Of Crime – Something Went Wrong (live). Okay, „alte Meister“ ist für Element Of Crime vielleicht noch ein wenig viel der Ehre, aber 20 Jahre hat diese Aufnahme hier auch schon auf dem Buckel. Damals hat Sven Regener noch englisch gesungen, etwas bemüht klang das alles. Aber es war schon auf Crime Pays, der Liveplatte, von der diese Aufnahme stammt, erkennbar, was für eine großartige Band EoC später, in den Neunzigern, werden sollte. Die Trompete war schon damals grandios.

The National – Daugthers Of The Soho Riots. Auch, wenn ich nicht in die Lobeshymnen derer einstimmen kann, die diese Band seit Jahren frenetisch feiern – soo brilliant finde ich sie einfach nicht, sie sind gut, sie sind sehr gut, nur verspüre ich auf Albumlänge nie so was wie Euphorie -, einen besseren Schlusssong hätte ich mir für diese verblüffend ruhige und homogene randomi7er-Runde gar nicht wünschen können. Und ja, diese Stimme, die hat schon was.

siebenSONGS 25. Mit Bon Iver, The Decemberists, Horace Andy, Vetiver u.a.

So, die ersten siebenSONGS des noch jungen Jahres – Bon Iver und Decemberists waren ja quasi ein Muss, aber auch andere angenehme Überraschungen sind dabei, von Folk über Bluegrass bis Dub.

The Decemberists – The Rake’s Song (mp3)

Dead Heart Bloom – Flash In The Bottle (mp3)

Vetiver – Everyday (mp3)

Bon Iver – Blood Bank (mp3)

Great Northern – Houses (mp3)

Missy Raines & The New Hip – Inside Out (mp3)

Horace Andy & Ashley Beedle – Babylon You Lose (mp3)

Schau in den Morgen? Die Selig-Reunion

selig2009

Hm, eine Selig-Reunion also. Dass die Band Selig am 18. März im Beatpol Dresden ihr erstes offizielles Konzert seit über einer Dekade spielt, ist schon eine Riesensache.

Die ersten Töne, die man von der später im Jahr erscheinenden Selig-Platte vernehmen kann, lassen vermuten, dass hier sehr viel Vertrautes auf uns zurollt: das klingt nach „Hier“, nach „Bruderlos“, nach „Sie hat geschrien“; diese neunzig Sekunden „Schau Schau“ aus dem Jahr 2009 erinnern an eine Zeit aus dem letzten Jahrtausend, an Rauchen in der großen Pause, Abifahrt, ersten Bandprobenraum, erste Studioerfahrungen, erste Liebe, an 1994, 1995, 1996. Selig, so corporate und gemacht sie aus heutiger Sicht auch gewesen sein mögen, waren damals für uns die einzige relevante deutsche Band neben Nationalgalerie: nicht so verkopft wie die Hamburger Schule, tanzbar, reudig, retro, versponnen, Rock statt Diskurs und – vor allen Dingen – mit unverschämt viel Groove.

Nein, es ist mir auch ein paar tausend Tage später absolut nicht peinlich, mich einen Selig-Fan zu nennen. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, was ich von der Reunion halte, denn Musik ausschließlich aus nostalgischen Gründen zu hören, ist mir schon immer suspekt gewesen – wie wird es sein, Selig zu erleben, ohne der gleiche weltvergessene, flausenimkopfige Abiturient von damals zu sein?

So viel ist mal klar: ich wünsche der Band für alles, was da kommt, maximales Gelingen – und freu‘ mich erstmal drauf like it’s 1995.

(Foto geklaut von der Selig-Myspace-Seite)

Blind Pilot, DMB, Keller Williams & Co: Neuigkeiten aus dem Plattenschrank…

Jede Menge neue Musik hat sich über die letzten Wochen angesammelt. Hier eine kleine Auswahl…

Keller Williams – Laugh (2002). Keller Williams, diese Name kam mir schon öfter mal unter. Jetzt hab ich endlich mal reingehört in sein Oevre, und siehe da: ich bin recht angetan. Verspielter Jam-Rock-Pop, sympathisch.

Terra Firma – Music To Live By (2008). Hmm.. Australischer HipHop. Schwer zu verstehen, aber durchaus hörenswert. HipHop und ich, wir werden sicher nie die dicksten Freunde. Aber das hier ist eine willkommene Abwechslung.

[dunkelbunt] – Morgenlandfahrt (2008). Deutsch-österreichisches DJ-Projekt mit jeder Menge illustren Gästen wie z.B. The Cat Empire. Tja, was ist das? Klezmer-Latin-Dub-Pop. Oder so. Ungewöhlich, aber schön.

Blind Pilot – 3 Rounds And A Sound (2008). Ein, wenn ich mich korrekt erinnere, Duo aus den USA. Sparsam arrangierter Folkpop. Ich wünschte mir, der Funke würde öfter überspringen und ich könnte diese Platte mehr als nur „nett“ finden. Ich mag, was ich höre, nur ach, es haut mich nicht um.

BLK JKS – Mystery EP (2008). Menschen, die die Yeasayer-Platte gut finden, sollten das hier mal probieren. Etwas weitläufiger, schriller als die Kollegen, aber eine ganz ähnliche Grundstimmung. Mir gefällts.

Dave Matthews Band – Live At Mile High Music Festival (2008). Jedes Jahr kurz vor Weihnachten bringen DMB ein Livealbum raus. In diesem Jahr ist das insofern was besonderes, als das das hier die erste offizielle Aufnahme ohne LeRoi Moore ist. Insgesamt keine spektakuläre Show, und ich kann gut ohne dieses Sledgehammer-Cover leben. Aber Tim Reynolds ist hier (wie auch schon auf der Live Trax 13, die ich dieser VÖ vorziehe) einfach grandios und macht aus DMB tatsächlich eine ROCKband.

Ensemble Amarcord – Album francais (2008). Meine lieben Freunde von Amarcord. Fantastische Musik, unglaublich viel Talent, herrlich stimmige Platte. Camille Saint-Saens is the new Rock’n’Roll.

Facebook und Känguruhoden

Muss mich heute dringend zu Wort melden. Zweier Dinge wegen. Erstens: meine Band 2zueins!, die grade angefangen hat, eine neue Platte aufzunehmen, hat jetzt bei Facebook, dem studiVZ der Herzen, eine eigene Bandseite. Und zweitens: ich habe eine Meinung zum Dschungelcamp, everyblogger’s Lieblingsshow. Die da wäre: mir ist diese Veranstaltung sagenhaft egal!! Ja, das musste mal raus.

Jono Manson jetzt im Live Music Archive

Die angenehmste Nachricht der Woche: ab jetzt ist Musik von Jono Manson im Live Music Archive zu finden. Musik von wem? Jono Manson galt vielen New Yorker Bands, die sich Ende der 80er in der dortigen Jambandszene gründeten, als Vorbild und Inspiration. Eine Rampensau, die auch noch tolle Songs schreibt und über eine beachtliche Bühnenpräsenz verfügt. Jetzt sind Liveshows des bis heute unermüdlich tourenden und schreibenden Jono auf archive.org zu finden. Und sie sind alle mit dabei, wenn Manson auf die Bühne geht: die Kinchlas, Barrons, Poppers, Haynes‘ oder Schenkmans dieser Welt. Spitzenmusik, wärmstens empfohlen.