Marc Broussard – Keep Coming Back (2008)

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Zeit hat er sich gelassen. Nach seinem 2004er Major-Debüt „Carencro“ (vgl. meine euphorische Kritik damals) hätte Marc Broussard eine ganze Menge Wege einschlagen können. Zum Beispiel den naheliegendsten: die ersten Chartserfolge nutzen, um die ohnehin an lärmenden kleinen Mädchen nicht gerade armen Konzertreihen weiter aufzufüllen mit noch mehr Teeniebopper-Publikum, das durch weitere Pop-Songs in seine Konzerte gerannt wäre. Oder den Ruhm der ersten US-weiten Aufmerksamkeit exzessiv auskosten, um dann später als „Celebrity“ in einer „Rehab“ zu landen (vgl. – leider – Alters- und Berufsgenossen Howie Day).

Erfreulicherweise entschied sich Broussard für eine andere Alternative: spielen, spielen, spielen – und dabei die „alten Meister“ studieren. So kam es, dass er vor zwei Jahren eine viel beachtete Cover-Sammlung mit Soul- und R’n’B-Standards veröffentlichte (vgl. „S.O.S. – Save Our Soul“), um sich mehr Zeit zu verschaffen bis zu seinem nächsten Album mit „eigenen Sachen“. Jetzt ist es da – und Keep Coming Back hat das Zeug, in ein paar Jahren selbst als R’n’B-Standard durchzugehen; eine zwingende, beseelte Platte eines grandiosen Sängers und Gitarristen, der so dermaßen den Soul hat, dass man ihn nur darum beneiden kann.

Brett Dennen – Hope For The Hopeless (2008)

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Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie das losging, mit dem Brett Dennen und mir. Es war ein für mich arbeitsfreier Werktag, und im Radio wurde dieser neue junge Songwriter vorgestellt, der ein bißchen wie ne Frau klang, und unverschämt einnehmend wirkte in seiner Art zu sprechen, zu singen, zu musizieren. Das muss so vor knapp zwei Jahren gewesen sein. Seither gehört „So Much More“, eben jenes Album von eben jenem Brett Dennen, um den es damals in der Radiosendung ging, zu den von mir meistgehörten Singer-/Songwriter-Platten überhaupt.

Umso erfreuter bin ich, dass Hope For The Hopeless, der Nachfolger, eine nicht minder schöne Angelegenheit geworden ist. Sicher, manches ist anders: die Arrangements sind diesmal üppiger, und man hört, dass hier kein Künstler aufgenommen hat, der „kurz vor dem Durchbruch“ steht, sondern inzwischen verdientermaßen kurz dahinter. Aber die Songs, die Performances, die Melodien sind mal wieder Weltklasse und deshalb würde es mich kein bißchen wundern, wenn dieses Album im Dezember in vielen der obligatorischen Jahresbestenlisten auftaucht.

siebenSONGS 21. Mit Matisyahu, Gnarls Barkley, Jai Agnish u.a.

Weil es in diesen Tagen auf dieser Seite recht wortkarg zugeht, sei allen, die das hier lesen, versichert: es geht mir gut und bald schreib ich hier auch wieder einen ganzen Satz rein. Oder auch mal sieben. Bis dahin aber erstmal wieder ’ne Ladung Musik – die siebenSONGS 21 gehen laut und schnell los und enden leise und zart. Viel Spaß!

Matisyahu – Smash Lies (mp3)

Fol Chen – Cable TV (mp3)

Chad VanGaalen – City Of Electric Light (mp3)

Phil And The Osophers – High Art (mp3)

Gnarls Barkley – Who’s Gonna Save My Soul (Demo Version) (mp3)

McCarthy Trenching – Cassette Tape Massacre (mp3)

Jai Agnish – Farview (mp3)

siebenSONGS 20. Mit Travis, Vic Chestnutt & Elf Power, Tom Fuller u.a.

The Sand Band – The Secret Chord (mp3)

Travis – J. Smith (mp3)

The Layaways – All Around The World (mp3)

The Pica Beats – Poor Old Ra (mp3)

Tom Fuller – Only In America (mp3)

Vic Chesnutt, Elf Power, and The Amorphous Strums – Teddy Bear (mp3)

The Loom – Song For The Winter Sun (mp3)

I’m gonna take the trash out; I’ll be right back…

A 12-bar blues is […] generally three statements: […] take any situation – “Honey, I’m gonna take the trash out; I’ll be right back.” And she goes, “What?” And you have to repeat yourself: “Honey, I’m taking the trash out; I’ll be right back.” There’s a little more frustration in having to repeat yourself. She says, “I didn’t hear you.” And you go, “Look—I’m taking the trash outside; I don’t like it, but I’ve gotta take it out.” So, there’s a third phrase that’s different than the other two. That’s basically how a 12-bar blues is: “I woke up this morning, and I was feeling no pain…I said, I woke up this morning, and I was feeling no pain…I woke up this morning, and I don’t ever want to go back to sleep, again.” The frustration of having to say it again builds to a conclusion, and that’s basically how a lot of 12-bar blues narratives work.

aus: John Popper – Visions Of A Traveler (dringende Leseempfehlung, übrigens).

siebenSONGS 19. Mit Bob Dylan, Paul McCartney, Phish, Brett Dennen u.a.

Die 19. Ausgabe der siebenSONGS ist nichts weniger als episch: gleich zwei Gratis-mp3s rückt His Bobness Dylan anläßlich seiner neuen Raritätensammlung „Tell Tale Signs“ raus und Paul McCartney rockt wie lange nicht mehr als „The Fireman“ im Netz herum. Außerdem feiern wir die wunderbare Wiedervereinigung der großartigen Phish gebührend mit einem 15-Minuten-Brett aus den späten 90ern. Aber auch die „jungen“ Acts wie Heligoats oder Brett Dennen liefern alles andere als Standardkost… Bitteschön:

Bob Dylan – Dreamin‘ Of You (mp3)

Brett Dennen feat. Femi Kuti – Make You Crazy (mp3)

The Fireman (Paul McCartney & Youth) – Nothing Too Much Just Out Of Sight (mp3)

Brass Bed – BBC Midnight Broadcast (mp3)

Phish – Ghost (Live @ Lucerna Theatre, Prag, 06.07.1998) (mp3)

The Heligoats – Been A Drill (mp3)

Bob Dylan – Mississippi (mp3)