Neue Musik: Yeasayer, Robert Graham, Mighty Kate, Crooked Still, The Strange Boys, Midlake, Joy Kills Sorrow

Yeasayer – Odd Blood (2010)
War ihr Debütalbum noch ein ziemlich intensiver Worldmusic-Rock-Alternative-Trip, ist „Odd Blood“ jetzt wesentlich songorientierter, poplastiger geworden. Und das ist gut so. Statt sich zu kopieren, setzen die Herrschaften auf Veränderung. Zehn Songs, kein einziger Füller. Die Ersten unter Gleichen: „Ambling Alp“, „O.N.E.“ und „Madder Red“.

Robert Graham – Storm In A Teacup (2009)
Graham ist ein kanadischer Musiker, der sein Album im Eigenvertrieb veröffentlicht hat. Charmanter, unkomplizierter Pop mit zahlreichen hörbaren Einflüssen: Rock, Funk, Blues, Reggae. Produziert hat Chris Brown (der von Chris & Kate) und ich wäre nie auf diese schöne CD gestoßen, wenn nicht Eric Schenkman und Teddy Kumpel auf einem Track als Gäste dabeigewesen wären. Womit sich mal wieder zeigt: ein nerdiger Sammler zu sein, sorgt immer wieder für angenehme Überraschungen.

Mighty Kate – Mighty Kate (2010)
Das gilt ebenso für Mighty Kate. Die Sängerin Katy Pfaffl erfindet sich neu als „Mighty Kate“ und legt ein vor Optimismus, Kraft und Lebensfreude nur so strotzendes Debüt vor. Erhebende, glücklich machende Popmusik, die immer haarscharf am Kitsch vorbeischrammt – ich liebe es. Was das mit meinem Jäger- und Sammlertum zu tun hat? Auch hier hat ein Spin Doctor seine Hände im Spiel: Aaron Comess spielt alle Drums auf diesem liebenswerten, gelungenen Album.

Crooked Still – Shaken By A Low Sound (2006)
„Country“ steht da ganz nüchtern in der Genre-Spalte meiner Musikabspielsoftware. Ja, stimmt auch, natürlich. Aber eben mal wieder nicht dieser Garth Brooks-Lonesome-Cowboy-Quark, sondern etwas viel leichteres, intensiveres. „Alternative Country“ würde dem auch bloß nicht gerecht, weil da jeder gleich an Soul Asylum denkt. Nein, Crooked Still ist gerade so noch Country, aber irgendwie auch Folk. Und manchmal Bluegrass. Ach, egal…: eine wunderbare, warme Frauenstimme, vier Saiteninstrumente (darunter keine Gitarre, übrigens), eingängige Melodien. Ein Vergnügen halt.

The Strange Boys – Be Brave (2010)
Ich weiß nichts über diese Band, außer, dass ich in irgendeinem Spotify-Blog zufällig auf ihr Album gestoßen bin. Es war der Titelsong, der mich neugierig auf mehr gemacht hat. Diese Band klingt so dermaßen nach den Sechzigern, dass man kaum glauben kann, dass diese Platte eben erst erschienen ist. Räudiger, dreckiger Pop ist das, mit scheppernden Gitarren, schrägen Saxophonen, grandiosem Gesang – was für den Frühling.

Midlake – The Courage Of Others (2009)
Stimme ich ein in den Chor der Midlake-Preiser? Ja, ich stimme ein. „The Courage Of Others“ ist ein beachtliches Stück Musik: meistens warm und melancholisch, gelegentlich fast schon schüchtern, dann aber wieder im richtigen Moment laut und fordernd.

Joy Kills Sorrow – Darkness Sure Becomes This City (2010)
Und auch die letzte Veröffentlichung, über die ich heute schreiben möchte, ist eine eher sanfte Angelegenheit. Folk mit Banjos, Gitarren, Frauenstimmen und tollen lyrischen Momentaufnahmen. Durchweg schön anzuhören, wenn auch bisweilen etwas beliebig. Doch der Showdown ist dann wieder sensationell: „Darling I don’t understand what it is in you that makes such a bad man, the only thing I know is that you make me feel drunk“. Bam.

Spin Doctors Sunday: Neueste News & alte Schätze…

Heute war mal wieder ein Update im Spin Doctors Archive fällig, dem kuscheligen virtuellen Spa für alle, die bei den Worten „Mow’b’jow“ selig grinsen und die Frage „What time is it?“ geradezu zwanghaft mit „4:30“ beantworten. Neben einem News-Rundumschlag hab ich die Konzert-Datenbank und den Downloadbereich überarbeitet. Somit sind jetzt nicht nur sämtliche im Netz kursierenden Spin Doctors-Livekonzert-Downloads auffindbar, sondern auch alle im Umlauf befindlichen Aufnahmen der relevanten Nebenprojekte und -bands. Im eigenen CD-Archiv hab ich auch gewühlt und vier Shows hochgeladen, die bislang nicht verfügbaren waren:

– Spin Doctors – 1997-06-27, Jack Frost Ski Ressort
Legendäres, ziemlich schräges Konzert aus dem Sommer 1997 mit Eran Tabib an der Gitarre und Ivan Neville an den Keyboards. Und dem besten „Prey To Bears“ aller Zeiten.

– Spin Doctors – 1997-07-19, Gurtenfestival, Bern, Schweiz
Gleiches Line-up, anderer Kontinent: eines der letzten Europakonzerte der Band für lange, lange Zeit. Erst 2005 kamen sie wieder mal rüber, dann bekanntlich wieder im Original-Line-up mit Eric Schenkman.

– Chris Barron & The Give Daddy 5 – 2000-03-01, Baby Jupiter, NYC
Die erste Show nach Chris‘ Zwangs-Gesangspause wegen einer akuten Stimmbanderkrankung.

– Chris Barron & The Give Daddy 5 – 2001-04-06, Lion’s Den, NYC
GD5 ein Jahr später…: großartiges Kurzkonzert inkl. „The Faded Tattoo“.

Und den allerersten, den isst er immer noch sofort…: hier ist „Cleopatra’s Cat“ vom Gurtenfestival 1997:

Let's try again

Da bin ich wieder. Eigentlich wollte ich ja so schnell nicht wieder bloggen, aus Zeitgründen und so. Nun ist es nicht eben so, dass ich mich zur Zeit den lieben langen Tag langweilen würde. Aber gelegentlich kribbelts dann doch in den Fingern und ich habe das Bedürfnis, über die eine oder andere Musik was zu schreiben, ein schönes Lied zu verlinken oder mich öffentlich über ein Buch zu ärgern, das ich gerade gelesen habe. Dann mach ich das eben ab sofort hier. Ich bin immer noch der wahrscheinlich anstrengendste Spin Doctors-Fan der Welt (für meine Umwelt), ich mache nach wie vor leidenschaftlich gerne selber Musik (zur Zeit mit meiner Band 2zueins!) und mich können auch im Jahr 2008 noch schöne Songs und Alben zu Jubelstürmen hinreißen. Alles wie immer also, nur ab sofort eben in diesem kleinen Blog.

'Cause you can't drink wine from a two dollar bill…

Blues Traveler performen einen ihrer liebsten Songs der befreundeten Spin Doctors. Und weil deren Sänger eh grade mit auf der Bühne ist, kann er das Stück auch gleich selber singen. Und so haben Zuschauer und Zuhörer das einmalige Vergnügen, einen ohnehin schon coolen Song in einer völlig anderen, aber nicht minder coolen Version zu hören. So geschehen am 3. Juli 2002 im Red Rocks Amphitheater in Denver, Colorado.

Blues Traveler with Chris Barron – How Could You Want Him (When You Know You Could Have Me)? (live 2002-07-03)

New York Electric Piano

New York Electric Piano, das sind Aaron Comess (drums), Tim Givens (bass) und vor allen Dingen Pat Daugherty am, naja, Electric Piano. Auf drei Alben kann man bereits bestaunen, was dieses Trio so besonders macht – diese wilde Mischung aus Jazz und Funk, warme, sphärische Sounds, mal herrlich fragile Melodien, mal kühne Impro-Eskapaden. Besonders die Platten „Citizen Zen“ und der selbstbenannte Erstling der Band seien hiermit empfohlen.

Platte Nummer vier ist bereits in fertig, aufgenommen Anfang dieses Jahres. Anfang 2007 soll „Blues In Full Moon“ endlich erscheinen. Eine erste Kostprobe findet sich auf der generalüberholten Internetseite der Band.

NYEP – Blues In Full Moon (vom 2007 erscheinenden Album)
NYEP – Hidden Path (vom 2003er Album „NYEP„)
NYEP – Thunderbolt (vom 2004er Album „War Oracle„)
NYEP – Blues In Orbit (vom 2003er Album „NYEP„)
NYEP Website
NYEP Myspace

I Don't Know Why

Spin Doctors feat. Erik Lawrence – I Don’t Know Why (I Love You Baby)

14. Februar 1994. New York City. Wetlands. Spin Doctors ohne Chris Barron (war krank), dafür mit Eric Schenkman als Leadsänger, Erik Lawrence am Saxophon und einem coolen Stevie Wonder-Cover.

Siehe auch:
„I’m Doin‘ That Cannonball Jive Again…“ – A Spin Doctors Live Sampler

Mixtape von Jens Lekman zum freien Download

Das ist aber nett: Pop-Liebling Jens Lekman aus Göteborg bastelt seinen Freunden auch manchmal Mixtapes zusammen. Das hat er jetzt mal wieder gemacht und teilt das Vergnügen mit uns. Auf seiner Website schreibt er:

Sometimes I get stuck in the recording and writing but instead of cutting my wrists I open the window, bring out my records and put together little mixes for my friends. This one is a mix of some of my favourite songs from this summer and previous ones, some are cut up and put together into new songs, new remixes or whatever. They form a perfect response to the death of this summer.

The Death Of This Summer – Jens Lekman Mixtape mp3

Die Tracks:
But I’m a Prisoner of This Moment (short sample) /// TTA – Silly Crimes /// Arthur Russell – Lucky Cloud /// Mahlathini & Mahotella Queens – Kazet /// One , Two , Three… /// Ennio Morricone – Mon Nom Est Personne /// Simmar vi , Svävar vi , Älskar vi /// Most Valuable Players – AC in HCMC /// America – Ventura Highway /// Julien Jabre – Swimming places /// Action Biker – Farrah
(gefunden auf rollingstone.de)

Chris Barron live: Dublin-Show zum mp3-Download + zwei Videos

Ja, schon klar: recht viel SD und Barron in letzter Zeit hier im Weblog. Aber das alles hier ist zu gut, um es unerwähnt zu lassen!! Chris Barron hat am 10. Juni in Dublin eine wunderbare Show mit Stücken aus seinen beiden Soloalben ?Shag? (1998) und ?Pancho And The Kid? (erscheint demnächst), aber auch mit alten Spin Doctors-Klassikern gespielt. Ein Freund von mir war dabei und hat die Show mitgeschnitten, und nun steht der vom Künstler autorisierte Mitschnitt zum Gratis-Download im Spin Doctors Archive.

Kostprobe: Chris Barron – At The Stable (live in Dublin, 10. Juni 2006)
Hier geht?s zum völlig legalen Rundumglücklich-Komplette-Show-mp3-Download.

Außerdem hat Adam Rivera, selbst ein cooler Songwriter und ähnlich begeisterter Barron-Fan wie ich, zwei Videos mit Songs eines Chris Barron-NYC-Solo-Konzertes bei YouTube hochgeladen. Zum einen einer meiner All-Time-Favorites: ?Teddy?, zum anderen der inoffizielle Sommerhit 2006: ?Heartbreak Boulevard? von Chris? neuem Album. Am Bass: Tim Givens. Viel Spaß:

Chris Barron ? Teddy (3. März 2006, Sidewalk Café, New York City)

(Originalversion auf dem Album ?Shag?, 1998)

Chris Barron ? Heartbreak Boulevard (3. März 2006, Sidewalk Café, New York City)

(Originalversion auf dem Album ?Pancho And The Kid?, erscheint in der zweiten Jahreshälfte 2006)

"I'm Doin' That Cannonball Jive Again…" – A Spin Doctors Live Sampler

Interessanterweise erreichen mich desöfteren Mails von Menschen, die meine Hingabe und mein Fansein in Sachen Spin Doctors nicht so richtig verstehen. Deshalb hab ich einfach mal die mp3s zusammengestellt, die ich in den letzten Tagen so von der Band gehört habe. Alles Liveaufnahmen, und keine Sorge: alles legal – an die 90 Konzerte der Band kann man sich hier ganz offiziell und ganz kostenfrei runterladen. Ein paar Nuggets seien hier aufgeführt – nicht die „Hits“ der Band, sondern vielmehr unvergeßliche, verträumte Jams und rockende Improvisationen. Eben die Spin Doctors, die ich so sehr mag…:

01 Homebelly Groove (1993-02-05)
02 Sweet Widow (2001-09-07)
03 Scotch & Water Blues / Stormy Monday (with Nils Lofgrin) (1996-06-27)
04 Rosetta Stone (1990-06-23)
05 So Bad (1994-06-13)
06 Wow* (1999-04-24)
07 Indifference (2001-09-07)
08 Prey To Bears (1997-11-04)
09 Hard To Exist (with Blues Traveler) (1990-05-26)
10 Can’t Kick The Habit (2005-03-10)
11 More Than Meets The Ear (1994-06-12)
12 Cannonball Jive (1991-06-28)
13 Chip Of Blue (1995-04-04)
14 Freeway Of The Plains –> Lady Kerosene (2002-04-26)
15 Safety Pin (2005-03-11)
16 She Used To Be Mine –> Jam (1997-11-04)