One year ago today…: LeRoi Moore

Heute vor einem Jahr ist LeRoi Moore gestorben. Irre, dass das schon wieder so lange her ist. Viele gute und schöne Worte sind heute schon über LeRoi geschrieben worden, so dass ich da gar nicht viel ergänzen kann. Stattdessen höre ich mir heute Abend seine letzte Performance in voller Länge an und tanze ein bißchen mit dem Groogrux King.

Alberta Cross – ATX (Video)

Wir unterbrechen die derzeitige Sommer-Blogruhe für das neue Video der Band Alberta Cross. Habe die Herren im Juli in Paris live gesehen und war begeistert – und die erste Single aus ihrem im September erscheinenden ersten „richtigen“ Album gießt Öl in dieses Feuer. Bei Gefallen sei der geschätzten Leserschaft bis zur Veröffentlichung von „Broken Side Of Time“ am 21. September die Alberta Cross-EP „The Thief & The Heartbreaker“ wärmstens empfohlen.

Warum ich Josh Rouse nicht die Freundschaft, aber das Abo kündige

Gestern bekam ich eine e-Mail von einem Mitarbeiter von JoshRouse.com, der mich sehr freundlich darauf hinwies, dass mein einjähriges Abo von Josh Rouses „Bedroom Classics Closet Archives“ ausläuft und ich mich nun neu anmelden müsse, wenn ich es verlängern möchte. Möchte ich aber nicht. Nicht, dass mir die Idee nicht gefiele – meine Güte: jeden Monat ein paar neue Live-Songs, exklusive Singles, B-Seiten und Outtakes eines Künstlers, den man mag, downloaden zu dürfen, klingt in der Theorie verlockend und ist ganz bestimmt 30 Dollar wert.

Es ist nur leider so, dass mich das Angebot im letzten Jahr einfach nicht überzeugt hat – es ging stark los, mit kompletten Shows, tollen EPs usw. – inzwischen gibt es in der Regel immer zwei Songs pro Monat und das war’s. Doch nicht nur das, der ganze Downloadprozess ist a pain in the *ss: das Einloggen funktioniert selten beim ersten Mal, das Runterladen von zip-Archiven ist mühsam und für mich als (faulen) Nutzer viel zu pflegeintensiv. Dazu kommt, dass ich die letzten paar Monate schlichtweg vergessen hatte, dass ich ja mal wieder auf der Seite nach den zwei, drei Liedern schauen könnte – und dass ich im letzten Jahr dann doch eher die regulären Josh Rouse-Veröffentlichungen angehört habe und nicht den ganzen Bonuskrams.

Kurz und gut: Herrn Rouse mag ich auch weiterhin, und seine Ideen, Fans zu unterhalten, finde ich aller Ehren wert – nur ganz praktisch hat mich das einfach nicht überzeugt, was er da in Zeiten von Spotify, iTunes, Steereo, Livedownloads.com und Live Music Archive etc. als „Bedroom Classics Closet Archives“ anbietet.

siebenSONGS 30. Mit The Avett Brothers, Forro In The Dark, Mikroboy, Melissa McLelland u.a.

Ja, schon klar, der Sommer ist wettermäßig bislang unterster Durchschnitt. Schöne Musik ist daher nötiger denn je. Hier sieben akustische Vorschläge zur Rettung der Welt, viel Spaß mit den siebenSONGS 30!

A. A. Bondy – When The Devil’s Loose (mp3)

Forro In The Dark – Light A Candle (mp3)

Melissa McLelland with Ron Sexsmith – Seasoned Lovers (mp3)

The Avett Brothers – I And Love And You (mp3)

Lightning Dust – Never Seen (mp3)

Mikroboy – Raus mit der schlechten Luft, rein mit der guten (mp3)

William Fitzsimmons – You Still Hurt Me (live) (mp3)

Neue Musik: Regina Spektor, Ben Harper, Wilco, Rachael Yamagata u.a.

Kurz vorm Monatsende hier mal wieder ein paar Kurzkritiken zu diversen Neuheiten in meinem Plattenschrank…

Ben Harper & Relentless 7 – White Lies For Dark Times (2009)
Kann ja bald nicht glauben, dass ich diese Platte hier noch nicht ausführlicher gelobt habe… Die Story zum Album kennt ja sicher mittlerweile jeder: Harper hat seinen Innocent Criminals Freigang gegönnt und die neue Band Relentless 7 um sich geschart. Mit der rockt er, dass es eine Freude ist – ein deutlicher Kontrast zu den schönen, aber schon recht betulichen Acoustic-Soul-Ausflügen auf „Lifetime“ und „Both Sides…“. „Lay Down & Hate Me“ und „Boots Like These“ waren der Soundtrack meiner Reise nach Bosnien und Kroatien, und insgesamt werde ich dieses tolle Album in diesem Sommer noch so einige Dutzend Male hören. Wunderbar.

Jack Penate – Everything Is New (2009)
Eher eine Zufallbekanntschaft, der Jack. „Everything Is New“ ist sein zweites Album, kam eben raus. Sein erstes Album kenne ich nicht, aber das Internet sagt, seine neue Platte wäre poppiger, mainstreamiger, bunter als die ältere. Auf mich wirkt sie leicht, aber nicht platt, kurzweilig, aber nicht dumm. Mal erinnert es mich an The Coral und Last Shadow Puppets, im nächsten Moment dann an Edwyn Collins und Pulp. Alles ziemlich britisch, mit ein paar echten Hits („Every Glance“, „Pull My Heart Away“) und ein paar Songs, die gerade langsam, aber sicher zu Lieblingsliedern mutieren („Body Down“, „So Near“).

Regina Spektor – Far (2009)
Endlich – das neue Regina Spektor-Album. Weiß nicht, wie oft ich seit 2006 „Begin To Hope“ und „Soviet Kitsch“ gehört habe. Damals habe ich Regina für mich entdeckt. Habe schonmal irgendwo geschrieben, dass Frau Spektor die erste Sängerin überhaupt ist, die mich mit ihrer Musik genau so heftig berührt wie Sinéad O’Connor, wenn auch auf ganz andere Weise. „Far“ ist wirklich rund, aber eine Platte, die nach und nach wächst. Hits wie „On The Radio“ oder „Hotel Song“ mögen vielleicht fehlen, die Intensität von Songs wie „Samson“ oder „Better“ erreicht sie aber dauernd. „Laughing With“, „Eet“, „Human Of The Year“, „Genius Next Door“ heißen die akustischen Zauberkunststücke, die ich seit ein paar Tagen rauf- und runterhöre. Diese Frau hat das Zeug, eine der ganz Großen zu werden.

Sometymes Why – Your Heart Is A Genius Machine (2009)
Inzwischen ziemlich typisch für mich, wie ich nun wieder diese drei selbsternannten Sirenen kennengelernt habe: von ihnen gehört und gelesen in der Juliausgabe des phänomenal guten „The Word“-Magazins aus England. Das Album dann bei Spotify gefunden und für ein paar Tage immer wieder gehört. Heute schließlich hab ich mir die mp3s bei eMusic besorgt. Die drei machen Folk, Blues, Pop – sehr minimalistisch, sehr hymnisch, sehr einnehmend. Besonders angetan haben mirs die Stücke „Joey“, „My Crazy“ und „Cold Feet Blues“. Ein bißchen wie Norah Jones, nur ohne Jones‘ seltsame Latte-Macchiato-Mainstream-Beliebigkeit.

Rachael Yamagata – Elephants… Teeth Sinking Into Heart (2008)
Ziemlich frauenlastig heute… Auch Rachael Yamagata hat eine neue Platte, bereits 2008 kam die raus. Die Frau, von der ich über Aaron Comess erfahren habe (er hat auf ihrem ersten Album Schlagzeug gespielt), und die mich dann fast schon verfolgt hat (z.B. war sie die weibliche Stimme auf Jason Mraz‘ „Did You Get My Message“). Diese 2-CD-Geschichte hier scheint eine Art Flucht vom Pop zu sein: aufgenommen mit Musikern aus dem Bright Eyes-Umfeld, sehr verschlossen anfangs, ungewohnt ruppig am Ende. Ich mag viele Sequenzen dieser Platte, zum Teil sogar sehr. Dieses Album komplett am Stück durchzuhören, habe ich allerdings bis jetzt noch nicht geschafft – dafür ist sie mir dann doch etwas zu „schwierig“.

Luke Winslow-King – Old/New Baby (2009)
Stinknormaler US-Singer-/Songwriter will auf neuer Platte alles anders machen. Dafür macht er statt stinknormalem US-Singer-/Songwriter-Zeugs eine Platte voll mit Bluegrass, Dixieland, klassischem Barjazz und Swing. Eine herrliche Hommage auf den Sound von New Orleans, und ein paar unglaublich gute Songs: das Gegenteil von stinknormal.

Wilco – Wilco (The Album) (2009)
Wilco höre ich im Grunde erst seit ein paar Wochen wirklich bewußt, auch wenn ich in den letzten zehn Jahren immer mal wieder was von Jeff Tweedy und Co. mitbekommen habe. Letzte Woche kam nun das neue Album „Wilco (The Album“) raus – mein erster Eindruck: es ist nicht so beliebig und gleichförmig wie „Sky Blue Sky“, einige Stücke finde ich sogar bemerkenswert gut (z.B. „Solitaire“ und „Country Disappeared“). Aber irgendwie will der Funke zwischen Wilco und mir auf Albumlänge nicht so recht überspringen. Ich mag, was ich höre, nur ach, ich höre nichts, was ich echt liebe. Das ist bei den älteren Platten so, und daran ändert „Wilco (The Album)“ auch nix. Wilco und ich bleiben aber Freunde.

Eels – Hombre Lobo (2009)

eelslobo

Er muss auf halber Strecke zwischen „Souljacker“ und „Shootenanny“ gekommen sein: der Moment, an dem ich begann, die Eels nicht mehr so richtig spannend zu finden. Ich habe für E gefreut, als „Blinking Lights“ vor vier Jahren von aller Welt in den Himmel gehoben wurde; und das war ja auch eine schöne Platte – nur konnte ich nie das opus magnum darin erkennen, das das Doppelalbum für andere offenbar darstellte. Das schreibt wohlgemerkt einer, der „Beautiful Freak“, „Electro-Shock Blues“ und vor allem „Daisies Of The Galaxy“ für brilliante Platten hält, letztere sogar für eine der besten, die jemals aufgenommen wurden.

Jetzt also Hombre Lobo und ich bleibe dabei: der gute E hat sich seit „Daisies…“ nicht wirklich weiterentwickelt, er bedient abwechselnd die Sanft-LoFi-Schrullig-Schön-Schiene und die Rotzig-Trotzig-Jetztabermallaut-Masche und fährt halt gut damit. Die neue CD ist gefällig, nett, und hat natürlich ein paar richtig gute Songs, sie ist aber leider auch durch und durch unüberraschend und vorhersehbar.

Mit Bedauern stelle ich fest, dass sich meine Liebe zu den Eels abgekühlt hat, es ist vielmehr eine kumpelige Freundschaft draus geworden: ja, ich kaufe Eels-Platten inzwischen eher aus alter, ehrlicher Verbundenheit heraus und vergangener Zeiten wegen, aber nicht mehr, weil ich mich wirklich auf die Musik freue. Womit die Eels aus meiner Perspektive tatsächlich was gemeinsam haben mit Mando Diao, Calexico und – ausgerechnet! – Lenny Kravitz.

Dave Matthews Band – Big Whiskey And The GrooGrux King (2009)

bigwhiskeycover

Everyday“ habe ich durchaus gemocht – weil es anders war als alles vorher, und weil es riskant und geradezu todesmutig anmutete: eine Song-Platte, produziert von einem Hit-Giganten, und das nach diesen drei tollen, phänomenalen, unerreichbaren Vorgängern! „Busted Stuff“ fand ich „so lala“… – die „Lillywhite Sessions“ fand ich frischer, aber alles in allem war die Platte schon okay, ein paar zentrale Songs, und irgendwie eine Reminiszenz an die 90er.. „Stand Up“ habe ich mir schöngeredet: bis heute mag ich viele der Songs und reibe mich eher an der Produktion und am Tracking denn am Songwriting – aber trotzdem war das nicht mehr die DMB, in die ich mich damals verliebt habe… Inzwischen ist ein Bandmitglied verstorben, sind vier Jahre vergangen, liegen die kreativen Hochzeiten mehr als zehn Jahre zurück.

Und da kommt die Dave Matthews Band mit Big Whiskey And The GrooGrux King daher, einem Album, dass jeden Zweifel wegwischt und zeigt, wozu sie in der Lage ist. Es wäre unsinnig, einzelne Tracks herauszuheben oder bestimmte Passagen gesondert zu erwähnen – seit langem habe ich kein derartiges homogenes, stimmiges, rundes Album gehört. Eine herzliche Hommage an den verstorbenen Freund, ein stolz gespreizter Mittelfinger in Richtung Kritiker und Nörgelfans, ein geradezu unverschämt starker Zyklus guter Songs; alles in allem ein Album, wie man es sich von einer Band wünscht, die sich bereits in den Neunzigern in die Unsterblichkeit musiziert hat – eine meiner Lieblingsbands ist zurück, und zwar ohne Wenn und Aber, ohne jeden Zweifel und ohne jede Relativierung: es ist derzeit ein Hochgefühl, DMB-Fan zu sein.

Chris Barron – Me Pillas En Otro Punto (2009)

Chris Barron zieht durch Madrid und macht sowas wie eine spanische Version der „Blogotheque“-Konzerte… Der Heartbreak Boulevard ist plötzlich in Spanien, die Brokenhearted Serenade und Two Princes dürfen nicht fehlen. Das einzige, was ich an diesen Videos doof finde, ist, dass ich zwei Wochen zu früh in Madrid war. Ansonsten wäre ich liebend gerne ein Groupie am Bildrand gewesen… 😉

Teil 1 (Heartbreak Boulevard)

Teil 2 (Brokenhearted Serenade)

Teil 3 (Two Princes)

Chris Barron: "Pancho And The Kid" ist endlich draußen

Sooo… Zeit für Spin Doctors-Content, ist ja mal wieder überfällig!

Was lange währt, wird endlich gut: nachdem Chris Barron im Jahr 2006 sein Album „Pancho And The Kid“ einfach mal selbst veröffentlichte, hat sich nun ein Vertrieb für diese schöne Platte gefunden. Valley Entertainment sorgt dafür, dass die 12 Songs nun endlich weltweit vergleichsweise einfach erhältlich sind.

Und Chris? Der tourt gerade durch Spanien und später in diesem Sommer auch durch den Irak („Iraq & Roll 2009“), und erhält hoffentlich endlich das Lob, das er für „Pancho“ verdient hat. Parallel gibts jetzt im Live Music Archive eine neue Chris Barron-Abteilung mit aktuellen Shows (und – das freut Fans wie mich besonders – auch zahlreichen neuen Songs, die nach „Pancho“ entstanden sind) und uralten Soloshows aus den Achtzigern.

Noch mehr Neuigkeiten rund um Chris und die anderen Spin Doctors hab ich übrigens hier zusammengetragen. Hier ein aktueller Auftritt der Time Bandits im spanischen Late-Night-TV: