Die Top 7 der besten Konzerte meines Sommerurlaubs 08

7 – Kara Suzanne, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine mir bis dahin unbekannte Frau mit Wahnsinnsstimme, angenehm scheuer Bühnenpräsenz, einem super Pianisten und einer Handvoll geiler Songs verzaubert in einem New Yorker Mini-Schuppen anderthalb Dutzend gebannt lauschender Samstagabendgäste.

6 – Live, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die eigentlich totgeglaubte Postgrunge-Band Live überrascht mit einem druckvollen und ganz und gar unpeinlichen (Achtung!!) Live-Set (hihihi, höhöhö, der musste jetzt mal sein) und liefert so den erstaunlich angenehmen Auftakt zum persönlichen Konzert-Highlight des Sommers (siehe Platz 1).

5 – Under The Influence Of Giants, Spaceland, Los Angeles, CA, 14. Juli 2008: seltsamer Scissor Sisters-Verschnitt bringt hippe L.A.-Szene-Twens zum Tanzen, hat grandiosen Groove, nur leider nicht so pralle Songs, gefeiert wird aber dennoch aufs Heftigste – und ich schwöre, da war der Bassist von Blind Melon im Publikum (file under: „Und, haste in den L.A. irgendwelche Promis gesehen? – Ja, den Basser von Blind Melon! Wahnsinn, oder?? – Wen bitteschön? – Ach, vergiss es…“).

4 – Spin Doctors, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Ehrenpreis für den seltsamsten Konzertmoment des Sommers – da spielt die Lieblingsband als Vorband (!) für Poison (!!) in einer Rodeoarena (!!!) in der konservativsten Ecke, die man um Denver herum nur erwischen kann (!!!!) – 45 Minuten geile Musik, aber auch 45 Minuten, in denen mir deutlich vorgeführt wurde, dass 2008 andere Bands als Spin Doctors echt angesagt sind… Nämlich:

3 – Poison, Greeley Stampede, Greeley, CO, 5. Juli 2008: Freunde, das war so schlecht, dass es schon wieder gut war – die Colorado-Cowboys und -girls im Publikum rasten aus, vergessen ihre gute Kinderstube und feiern 90 Minuten lang, als wäre das da vorne nicht eine Klischee-Hardrock-80s-Poserband, deren Sänger dank VH1 und MTV mal wieder im Gerede ist, sondern Bon Jovi feat. Aerosmith and The Liebe Gott persönlich – die vielleicht surrealste Liveshow meines Lebens, unvergeßlich.

2 – Leslie Mendelson & Band, Rockwood Music Hall, New York City, NY, 19. Juli 2008: eine kleine Frau und ihre saucoole Band brennen innerhalb von 50 Minuten mit ihrem punktgenauen, detailversessenen und dennoch wahnsinnig entspannten Rootsrock den inzwischen rappelvollen New Yorker Laden (vergleiche Platz 8, das war ne Stunde vorher) ab – traumhaft schöner Auftritt.

Und auf Platz eins bei den Top 7 der besten Konzerte, die ich in meinem Sommerurlaub sehen konnte…:

1 – Blues Traveler, Red Rocks Amphitheatre, Morrison, CO, 4. Juli 2008: die Erfüllung eines Traumes, den ich seit 12 oder 13 Jahren hatte – EINMAL bei einem der jährlichen 4th Of July-Red Rocks-Shows der Blues Traveler dabei sein…! Dieses Jahr war es also soweit, und die Show hat meine ohnehin schon hohen Erwartungen lässigst übertroffen – was für eine Nacht, was für ein Konzert.

Hello again…

Guido hat es mal wieder schön auf den Punkt gebracht. Er schrieb gestern, nach seiner Online-Rückkehr aus dem blog-abstinenten Urlaub: „Das Internet und ich, wir müssen erst noch eine Weile kuscheln, bevor es wieder richtig zur Sache geht.“ Nun ist mein Urlaub zwar bereits seit stolzen drei Wochen Vergangenheit, aber mir gings seither ganz ähnlich. Wieder was ins Blog schreiben – das ist doch Alltag… Ein Alltag, für den nun wieder ausreichend Motivation vorhanden ist und der deshalb jetzt langsam wieder los geht. Also, ich bin wieder da, mir gehts bestens und hier passiert ab sofort auch wieder was. Ehrenwort.

siebenSONGS (16)

Schon wieder?? Schon wieder!! Willkommen zu neuen Free-Download-Perlen aus dem Internet, zu weiteren siebenSONGS, bei denen mal wieder alles zusammenkommt: Soul, Rap, Folk, Rock und Pop – von Herbaliser über die Felice Brothers bis hin den Saturday Knights. Bitteschön:

The Herbaliser feat. Jessica Darling – You’re Not All That (mp3)

Chase Pagan – Waltzing In The Sky (mp3)

E.S.L. – Prove Me Wrong (mp3)

Hymns – I Can’t Be What U Want (mp3)

Felice Brothers – Frankie’s Gun (mp3)

James Jackson Toth – Look In On Me (mp3)

The Saturday Knights – Dog Park (mp3)

Weezer – Red Album (2008)

Was mir an Weezer gefällt, ist, dass sie schon lange nicht mehr jene geradezu kultisch verehrte Band aus den Neunzigern sind, die mit zwei Alben Musikgeschichte geschrieben hat und als unantastbar gilt. Seit dem „grünen Album“, dem Comeback von 2001, sind sie eine ganz normale Rockband. Eine sehr gute, wohlgemerkt. Ich verstehe bis heute nicht, warum „Maladroit“ und „Make Believe“, die letzten beiden Alben, als „Totalausfälle“ bezeichnet werden. Freilich, stilprägend und unerhört wie die ersten Weezer-Werke waren sie nicht, und auch das neue, „rote Album“, ist das keineswegs.

Aber Schrott geht trotzdem anders: diese selbstverständliche, hörbare Lust am Musikmachen, am Songschreiben, am Arrangieren, am gelegentlichen Übertreiben (The Greatest Man That Ever Lived) ist doch nicht zu überhören – Rivers Cuomo und Kollegen versuchen gar nicht, neue „Meilensteine“ herbeizuzwingen, sondern bringen stattdessen nach Lust und Laune einfach aller paar Jahre ’ne satte, unterhaltsame Platte raus. Wenn all die miesepetrigen Kritiker, die von Weezer jedesmal dummdreist erwarten, doch bitteschön mindestens ein neues „Pinkerton“ hinzulegen, das mal akzeptieren würden, dann hätten sie ja womöglich genau so viel Spaß am „Red Album“ wie ich.

siebenSONGS (15)

Mit Benji Cossas „The Show Is Over Everywhere“ beginnt die 15. siebenSONGS-Show. Desweiteren besingen The Uglysuit aus Oklahoma City „Chicago“, David Vandervelde (im Juli in Deutschland!) ist total entspannt und auch Strokes-Klampfer Albert Hammond Jr. hat was Neues auf Lager. Einen kleinen Sommerhit haben Nada Surf mitgebracht, da will sich auch Joshua James aus Nebraska sich nicht lumpen lassen und hat für uns das Lied mit dem simpelsten Strophen-B-Teil (oder isses doch schon der Refrain?) des Monats in petto. Irgendwie an ABBA erinnert schließlich die Dame von Music Go Music aus Los Angeles, die mit dem federleichten „Light Of Love“ die glorreichen Sieben abrundet.

Benji Cossa – The Show Is Over Everywhere (mp3)

The Uglysuit – Chicago (mp3)

Nada Surf – I Like What You Say (mp3)

Albert Hammond Jr. – GfC (mp3)

David Vandervelde – I Will Be Fine (mp3)

Joshua James – The New Love Song (mp3)

Music Go Music – Light Of Love (mp3)

Na eben, inzwischen "darf" ich ja mitsingen: "30 and confused…"

Es ist gut und gerne 12 Jahre her, da hab ich diesen Song rauf und runter gehört, weil ich ihn so klasse fand: „30 and confused“ von Ezio. Damals war „30 sein“ eine weeeeit entfernte Angelegenheit. Tja, inzwischen bin ich auch schon zwei Monate dreißig, und da ich grade nebenher ein neueres Ezio-Album hörte, fiel mir die alte Nummer wieder ein. Und huch, plötzlich gruselt man sich fast vor dem Text – insgesamt ist „30 And Confused“ jedenfalls immer noch ein schönes Stück Musik. Da ich leider kein passendes Video von den Originalkünstlern gefunden hab, muss dieser Herr hier eben ran. Aber der macht das ja ganz hervorragend. Und jetzt alle: …it’s so easy to be lost, so easy to feel so used, it’s so easy to be lost, when you’re thirty and confused…

Josh Fix – Free At Last (2008)

It’s so good it’s breaking my heart, singt er im bittersüßen Titelsong „Free At Last“. Damit trifft Josh Fix den Nagel auf den Kopf – und mit allem anderen auch.

Das Internet ist ne coole Sau, weil man ganz zufällig solche Sensationsalben wie dieses hier entdeckt: letzte Woche hab ich einen Track aus diesem Debüt im Netz gefunden und in meiner siebenSONGS-Reihe verlinkt. Noch am selben Abend habe ich mir das ganze Ding runterladen und bin seither hin und weg. Dieser Alles-Könner aus San Francisco hat ein derart übermütiges, pralles Album gemacht, dass ich aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskomme – er klaut bei den Beatles und bei Queen, er tickt manchmal wie Ben Folds und manchmal wie die seligen Jellyfish, er schreibt Traumsongs und weiß in jeder Sekunde, was er tut.

Happy Ruhestand, Elton John; hau ab, Mika – Josh Fix macht jetzt Eure Jobs, und er macht sie besser als Ihr. Sommer, jetzt kannste kommen!

VIDEO 1: Making Of „Free At Last“

VIDEO 2: Don’t Call Me In The Morning