Yeasayer – All Hour Cymbals (2007)

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Auch so eine Band, die ich nie und nimmer ohne das Internet kennengelernt hätte. Die Fakten: vierköpfige Band aus Brooklyn, bei „All Hour Cymbals“ handelt es sich um das im Oktober veröffentlichte Debütalbum, die Musik wird von der Kritik in etwa als Pop mit Ethno-Anleihen oder World Music im Indierock-Kostüm bezeichnet. Bloß, weil hier und da ein paar afrikanisch anmutende Gitarren und Gesänge zu ahnen sind, würde ich sie jedoch nicht unbedingt in eine Reihe mit Vampire Weekend stellen, um wegen dieser beiden Bands gleich einen Afro-Trend in der Rockmusik auszurufen. Während letztere nämlich dezidiert songorientierten Rock machen und sich dabei gerne mal paulsimonpetergabrielesker Elemente bedienen, vernehme ich bei den Yeasayer einen eher flächig-atmosphärischen Ansatz, der auf den Gesamteindruck abzielt und weniger auf das einzelne Stück. Ja, tatsächlich ist die Musik gerade anfänglich recht einnehmend, ich fühlte mich beim ersten Hören regelrecht von ihr „umhüllt“ (ein besseres Wort will mir gerade nicht einfallen). Zum Ende hin ist mir das Album dann allerdings zu monoton, die 46 Minuten Spielzeit wirken länger, weil der Effekt des „Fremden“, „Geheimnisvollen“ spätestens ab dem sechsten, siebenten Lied verpufft. Insgesamt ist „All Hour Cymbals“ ein angenehmer musikalischer Begleiter für jene Gemütslagen, in denen man sich auch ganz gerne Sachen von Beirut, Joseph Arthur oder Manu Chao anhört.

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Yeasayer – Sunrise (mp3)

Yeasayer – 2080 (mp3)

siebenSONGS (3)

Adam Green – Morning After Midnight

The Electric Pop Group – I Could See The Lights

Mohanski – Sadeness

Northern Portrait – Crazy

Stars In Coma – Invisibility Trick

Case Hardin – Paper The Cracks

The Black Crowes – Goodbye Daugthers Of The Revolution

Notizen vom 23. März 2008

– Das Wichtigste zuerst: Frohe Ostern!

– Zu seinem 70. interviewt die Süddeutsche Can-Man Holger Czukay

– 9 Fehler, die man bei der Aufnahme seines eigenen Albums vermeiden sollte

– Foals covern Gwen Stefanis „Hollaback Girl“ beim BBC-Radio 1.

– DWDL hat bei der RTL 2-Show Big Brother hinter die Kulissen geschaut.

– Musik, gemacht mit iPhones und iPods: die iBand aus Österreich mit „Life Is Greater Than The Internet“ (Download) (via)

– Ohrwürmer wider Willen. Heute: Fotos – Nach dem Goldrausch

The Black Crowes – Warpaint (2008)

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Was war das für eine Aufregung neulich, als die Black Crowes eine vermeintliche Plattenkritik zum neuen Album „Warpaint“ in der US-Zeitschrift Maxim als Schwindel entlarvten, der Kritiker der Zeitschrift konnte die Platte unmöglich schon gehört haben! Mal abgesehen davon, dass ich in der Berichterstattung darüber die Vokabel „educated guess“ gelernt habe, musste ich mir sagen lassen, dass es wohl gängige Praxis bei manchen Publikationen ist, anhand vom Vorwissen über frühere Veröffentlichungen, einer Vorabsingle und eigener Prognosen Plattenkritiken zu schreiben, ohne das Album jemals wirklich gehört zu haben. Nicht die feine Art, zur Ehrenrettung der Kritiker-Kaste sei aber angemerkt: die Black Crowes machen es einem da aber auch nicht schwer, haben sie sich in den letzten knapp 20 Jahren nun wirklich nicht als große Innovatoren und Soundtüftler einen Namen gemacht. Hier trotzdem die Meinung Einschätzung eines Black Crowes-Fans, der die CD tatsächlich gehört hat. „Warpaint“, das erste Album seit 2001, ist absolut runder Rock mit tollen Gesänge, wummernden Orgeln, präziser und trotzdem bisweilen verträumter Gitarrenarbeit – stellenweise ist mir das etwas zu vorhersehbar und behäbig, letztlich fühle ich mich aber durchweg gut unterhalten. Mit „Oh Josephine“, „Evergreen“ und „Whoa Mule“ sind einige der besten Crowes-Songs überhaupt entstanden. Nichts Neues, aber schön.

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Notizen vom 22. März 2008

– In Billy Braggs Internet-Laden gibts drei Songs zum kostenlosen Download.

– Bloggers Lieblingsschwedin Lykke Li war beim SXSW Festival in Austin. Von einem ihrer Auftritte existiert eine sehr gute Soundboard-Aufnahme. Hier.

– Think indie rock for jazzheads, jazz for soul people, and soul for rockers. Das klingt dann so und kommt von Cassorla. Hier noch Ben Cassorla und Krystle Warren live (NPR Podcast, mp3):

– Dave Matthews Band: neues Album wird produziert von Rob Cavallo (Green Day, Jewel, Chris Isaak), Tim Reynolds ist erstmals seit 1998 auch wieder dabei (via)

– Suzanne Vega spricht im NPR über ihre Karriere (A Musician’s Life Podcast, mp3)

– Über Nicole Scherzingers Solo-Flop berichtet heute die Süddeutsche.

– Das perfekte Familienvideo? Kurz, prägnant und mit guter Musik unterlegt (hier: The Zombies). Herrlich! (via)

siebenSONGS (2)

Freddie Stevenson – If You Don’t Kiss Me

Teitur – Catherine The Waitress

Nick Schillace – A Mighty Fink

She & Him – Why Do You Let Me Stay Here?

Cranes & Crows – So It Goes

Bing Ji Ling – June Degrees In September

El Guincho – Antillas

Bon Iver – For Emma, Forever Ago (2008)

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Genau dreidreiviertel Lieder dauert es, bis ich endgültig nur noch gebannt ins Nichts starre und in diese Musik versinke. Dabei weiß ich gar nicht viel über Justin Vernon alias Bon Iver („bohn eevair; French for ‚good winter‘ and spelled wrong on purpose“), außer, dass er neulich beim SXSW Festival auf viele Menschen mächtig Eindruck gemacht haben muss. Dann habe ich von ebenjenem Festival einen Konzertmitschnitt angehört, war angetan und habe mir das Album besorgt. Jetzt hör ich es ständig: irgendwie Folk, aber auch Pop, unverschämt zwingend, groß durch seine behutsamen Arrangements, erhaben die Stimme, rotzig im richtigen Moment, um nicht in die Kitschfalle zu tapsen. „For Emma, Forever Ago“ ist absolut ungeeignet zum Nebenbeihören, und das ist als Kompliment gemeint. Bei jedem Hördurchgang passiert es, an dieser einen Stelle von „The Wolves“ – ich starre ich nur noch vor mich hin. Nach genau dreidreiviertel Liedern.

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Bon Iver live beim SXSW Festival (NPR All Songs Considered Podcast, mp3):

Niels Frevert – Du kannst mich an der Ecke rauslassen (2008)

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Das Internet quillt dieser Tage über vor Lobeshymnen auf Niels Freverts neues Album „Du kannst mich an der Ecke rauslassen“. Völlig zu Recht, ist Freverts drittes Soloalbum in Instrumentierung, Texten und Melodien doch das sanfteste, nahbarste Stück Musik, das er bisher veröffentlicht hat. Ich kenne keinen besseren Texter als ihn, und ich kenne keinen, der derart lakonisch und doch so auf den Punkt singt und spielt. Diese neun Songs, diese dreißig Minuten reißen mich immer und immer wieder mit. Kaum bin ich „Aufgewacht auf Sand“, will ich schon wieder „Baukran“ hören. Ob mir die E-Gitarre fehlt, zwischen all den Akustikgitarren, Streichern und Vibraphonen? Nur ein ganz ganz kleines bißchen, aber irgendwas zu meckern braucht man schließlich, um eine so schöne Platte überhaupt verdauen zu können.

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The Moog – Sold For Tomorrow (2008)

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The Moog sind eine fünfköpfige Rockband aus Ungarn. Irgendwie haben die es geschafft, in den USA jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Was dazu führte, dass sie ihr Debütalbum „Sold For Tomorrow“ in Teilen sogar in Seattle aufnehmen und mit Jack Endino einen Mixexperten mit Nirvana- und Hot Hot Heat-Vergangenheit verpflichten konnten. Die Platte enthält ein paar sehr zwingende Songs, Lieder wie „Everybody Wants“, „I Like You“ oder „If I Died“ sind ohne Frage Ohrwürmer. Insgesamt klingen die Jungs aber seltsam nach Schülerband und verschießen schnell ihr Pulver, eine gewisse Langeweile stellt sich spätestens beim achten der zehn Songs ein. Und wenn ich sie jetzt noch als „die ungarischen Mando Diao“ bezeichne, dann wird das momentane Dilemma dieser Band deutlich: trotz all der hübschen Liedchen fehlt ihr ein eigenständiges Profil. Noch klingen sie zu auffällig nach all den anderen, nach Weezer und nach Phantom Planet und nach xyz.

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Notizen vom 21. März 2008

– Eben im Radio gehört: Alela Diana – The Pirate’s Gospel. Bisschen anstrengend, aber irgendwie schön.

– Do The Panic: Phantom Planet bringen demnächst ihr viertes Album raus und haben offenbar die Melodien wieder entdeckt. Die erste Single jedenfalls klingt vielversprechend.

– Ostern im KZ: Prälat Hermann Scheipers erinnert sich an Ostern im Konzentrationslager Dachau

– Liam Finn, Sohn vom Crowded House-Sänger, musiziert bei KCRWs Morning Becomes Eclectic-Show.

– laut.de versucht jetzt User Generated Radio

– Wolke covern „Sunday Bloody Sunday“ bei KenFM. Tapete Records stellt das mp3 zum Download auf seine Seite.

– Lisa Bonet ate no basil: Weird Al Yankovics grandiose Hommage an Bob Dylan ist eine Subterranean Homesick Blues-Parodie, die vollständig aus Palindromen besteht (gefunden in der TheWord-Aprilausgabe).