Kinder, wie die Zeit vergeht!

Seit dieser Woche weiß ich, was ich zum Jahreswechsel machen werde. Gute Freunde haben angerufen und spontan gefragt: Sag mal, hast Du Lust, dieses Jahr mit uns Silvester zu feiern? Aber klar doch, so meine Antwort. Ich musste lachen: Silvesterpläne! Im August! Andererseits: War nicht gerade erst Neujahr? 

Da kam mir meine liebe Oma in den Sinn. Sie konnte immer kaum fassen, wie schnell die Jahre verflogen. Oft rief sie: „Kinder, wie die Zeit vergeht!“. Und schob dann meist noch hinterher, gerichtet an mich, den Enkel: „Vertrödel’ Deine Zeit bloß nicht!“ 

Ich fand das immer gut. Es war Omas liebevolle Mahnung, die richtigen Prioritäten zu setzen. Oft fressen im Alltag Nichtigkeiten meine Energie. Oder ich lasse mich von Social-Media-Algorithmen einlullen und scolle einfach vor mich hin. So geht Zeit für Wesentlicheres flöten: für meine Freunde, die Familie, meinen Glauben vielleicht. Oder auch einfach für’s Spielen, Quatschen und Rumtoben. Oma wollte ja nicht, dass ich ständig produktiv und fleißig bin. Nur, dass ich zum Beispiel nicht ständig vor der Glotze hänge. 

Ja, die Zeit vergeht – eben war noch Neujahr, jetzt ist bald schon wieder Herbst und die ersten Einladungen für Silvester trudeln ein. Lebenszeit, die ich gestalten und nutzen darf. Geschenkt von Gott, wunderbar, wertvoll. Und viel zu kostbar, um sie zu vertrödeln. Danke Oma, dass Du mich immer wieder daran erinnert hast!

Hinweis:
Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 28. August 2026 in der Kolumne “Der Gedanke zum Wochenende” erschienen ist.

Autor: Daniel Heinze

radio guy, pr consultant, traveller, music enthusiast: 2% jazz & 98% funky stuff.