Ben Kweller – Changing Horses (2009)

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So, da ist es nun also, das Country-Album von Indie-Darling Ben Kweller. Vor dem Hören fällt zunächst auf, um wie vieles schöner CDs sein können, verglichen mit iTunes- oder eMusic-Käufen: liebevoll gezeichnetes Cover, Old-School-Ausfalt-Poster-Booklet mit Liner Notes und Texten – super. Genau wie die Musik auf Changing Horses: auch, wenn dieser Tage die Dobro ganz wunderhübsch jault, bleibt das dennoch unverwechselbar Kweller; die Produktion ist derart warm, organisch und bestechend klar, dass es eine Freude ist.

Nein, hier macht kein Jungsongwriter mal eben einen auf Cowboy, weil das womöglich grade hip sein könnte – vielmehr werden hier kleine, bisweilen absurde Geschichten erzählt, tolle Melodien aufgetischt und geschmackssicher alle Klischeeklippen umschifft, die das Genre schlimmstenfalls hätte bieten können. Kurz ist das Vergnügen (zehn Songs in 36 Minuten), aber dafür passt hier jeder Song, ist jede Minute wertvoll, jeder Moment gelungen. Ben Kweller hätte keinen besseren Nachfolger für sein beachtliches 2006-Album aufnehmen können als diesen melodieseligen, kitschfreien Songzyklus mit Country-Schlagseite, der mit „Ballad Of Wendy Baker“, „Hurting You“ und „Fight“ auch einige besten Kweller-Songs überhaupt beinhaltet. …oh, the world will suck you dry, aw, but I loved you right…

Luke Haines – Bad Vibes. Britpop And My Part In Its Downfall (2009)

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Luke Haines war der Kopf der Band The Auteurs, die in den Neunzigern als Vorreiter der Britpop-Welle galt und vier Alben veröffentlicht hat. In seinem Buch Bad Vibes – Britpop And My Part In Its Downfall beschreibt Haines seine Zeit als aktiver Popstar. Habe lange kein Buch mehr gelesen, dass so amüsant, garstig und zur gleichen Zeit aufrichtig ist.

Herrlich, wie Haines von einer Fehleinschätzung in die nächste schlittert; verblüffend, wie unfähig er war, mit seinem eigenen Erfolg umzugehen; hinreißend, wie er ständig Gift und Galle spuckt über seine Zeitgenossen von Suede, The Verve, Oasis, Pulp, Ocean Colour Scene, Manic Street Preachers oder Blur. Die alle immer ein wenig erfolgreicher und angesagter waren als The Auteurs.

Böse, schonungslos und derart witzig geschrieben, dass man nach 250 Seiten regelrecht bedauert, dass dieser Kerl nur von der Auteurs-Zeit berichtet und nicht auch von seiner zweiten Karriere als Solokünstler, die bis heute andauert. Dringende Empfehlung für alle, die „Britpop“ mochten und für alle, denen „Britpop“ mächtig auf den Keks ging.

Das Howie Day-Comeback?

Vieles deutet darauf hin, dass 2009 tatsächlich das Jahr des Howie Day-Comebacks werden könnte: eine neue Tour, die Ankündigung, nun endlich mal das neue Album rauszubringen und die Tatsache, dass das letzte Album satte sechs Jahre auf dem Buckel hat und sich partout nicht zum zehnten Mal re-releasen lässt, zum Beispiel. Heute kam nun die Ankündigung, dass Epic (bin ja erstaunt, dass der nach all den Jahren immer noch beim gleichen Label ist) am 14. Februar (Valentinstag) einen Song namens „Counting On Me“ von der neuen Howie Day-Platte verschenkt. Man muss sich halt nur vorher in Days Mailingliste einschreiben, dann kriegt man in einer Woche den Song. Bin gespannt – wer mag, kann sich hier registrieren.

Montag – Montag (2009)

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Vieler meiner Freunde können ja leider meinen Faible für Montag (neuerdings ist die )-Klammer wohl aus dem Namen verschwunden) nicht so ganz nachvollziehen. Ich steh‘ einfach auf diesen verschrobenen, zum Bombast neigenden Entwurf von Pop, auf diese bisweilen kryptischen Texte, auf die spröde Herzlichkeit von Band und Songmaterial. „Gefallen“ war ein Meisterstück von einem Debüt, „Sender“ war kantiger, düsterer, komplexer, nur nicht schlechter.

Jetzt, nach fast vier Jahren, also Album Nummer 3. Es ist groß, hysterisch, übertrieben, euphorisch, toll: Songs wie „Part 1“, „Was wir sagen“, „Großstadt“ oder „Nachtfahrt“ sind brillianter Pop. Könnte gut sein, dass einiger meiner eingangs erwähnten Freunde „umfallen“ und ihre Meinung ändern, wenn ich sie auch diesmal wieder mit Montag-Musik nerve: denn noch nie waren die Hamburger zugänglicher und eingänglicher als hier – ohne dass die Songs was von ihrer Wucht oder ihrem Zauber verloren hätten. Plötzlich ist der Kopf klar, ich fahr jetzt los, halt‘ Deine Briefe aus dem Fenster und ich lass sie los – und lass die Finger von mein‘ CDs…

Loney, Dear live!

Loney, Dear hab ich vor ein paar Wochen in der Leipziger Moritzbastei erlebt und fand die Schweden toll. Von der Platte, die ich danach gehört habe, war ich etwas enttäuscht, aber das Liveerlebnis hab ich in bester Erinnerung. Jetzt haben Loney, Dear ein Konzert in Washington gespielt und NPR hat das ganze mitgeschnitten. Das ganze gibt’s zum Gratis-Download, und zwar hier (mp3).

randomi7er vom 19. Januar 2009

Eels – Tiger In My Tank. Kleiner, simpler Song vom „Daisies Of The Galaxy“-Album. Die Platte mag ich sehr, nur ist das jetzt keiner der Songs, die ich herausragend finde. Geil sind auf alle Fälle die kurzen Bläser-Happen in der zweiten Hälfte.

Van Morrison, Georgie Fame, Mose Allison & Ben Sidran – Benediction. Lang lebe die zufällige Wiedergabe. „Tell Me Something“ ist ein Album mit Van Morrison und Musikern aus seinem Umfeld, auf dem sie gemeinsam Songs von Mose Allison singen. Wunderbare, soulige Platte – und Benediction ist einer der Höhepunkte.

The Killers – Leave The Burbon On The Shelf. Einer dieser typischen überkandidelten Killers-Songs halt. Sollte aufs „Hot Fuss“-Album, ist auf der Raritätensammlung „Sawdust“ gelandet. Schöne Nummer mit weißnichwievielen Gitarrenspuren.

Van Morrison – Crazy Love. Ha! Jetzt zahlt sich aus, dass ich kurz vor Weihnachten sämtliche Van Morrison-Platten auf meinen Rechner überspielt habe. Da kommt auch mal die eine oder andere Nummer mehr von Van The Man im randomi7er vor. Umso erfreulicher, dass es die Shuffle-Funktion heute sehr gut mit mir meint: Crazy Love von „Moondance“ ist ein grandioser Klassiker.

Bob Dylan – When He Returns. Huch, ein Stelldichein der alten Meister ist das ja heute. Bob Dylan in seiner tiefreligiösen Phase: When He Returns ist ein sentimentaler, leicht angeswingter, einzig durch ein Piano begleiteter Song. Zum Heulen schön.

Element Of Crime – Something Went Wrong (live). Okay, „alte Meister“ ist für Element Of Crime vielleicht noch ein wenig viel der Ehre, aber 20 Jahre hat diese Aufnahme hier auch schon auf dem Buckel. Damals hat Sven Regener noch englisch gesungen, etwas bemüht klang das alles. Aber es war schon auf Crime Pays, der Liveplatte, von der diese Aufnahme stammt, erkennbar, was für eine großartige Band EoC später, in den Neunzigern, werden sollte. Die Trompete war schon damals grandios.

The National – Daugthers Of The Soho Riots. Auch, wenn ich nicht in die Lobeshymnen derer einstimmen kann, die diese Band seit Jahren frenetisch feiern – soo brilliant finde ich sie einfach nicht, sie sind gut, sie sind sehr gut, nur verspüre ich auf Albumlänge nie so was wie Euphorie -, einen besseren Schlusssong hätte ich mir für diese verblüffend ruhige und homogene randomi7er-Runde gar nicht wünschen können. Und ja, diese Stimme, die hat schon was.

siebenSONGS 25. Mit Bon Iver, The Decemberists, Horace Andy, Vetiver u.a.

So, die ersten siebenSONGS des noch jungen Jahres – Bon Iver und Decemberists waren ja quasi ein Muss, aber auch andere angenehme Überraschungen sind dabei, von Folk über Bluegrass bis Dub.

The Decemberists – The Rake’s Song (mp3)

Dead Heart Bloom – Flash In The Bottle (mp3)

Vetiver – Everyday (mp3)

Bon Iver – Blood Bank (mp3)

Great Northern – Houses (mp3)

Missy Raines & The New Hip – Inside Out (mp3)

Horace Andy & Ashley Beedle – Babylon You Lose (mp3)