Bye Bye Besonic…

Das wars dann wohl endgültig mit Besonic: vor einigen Monaten gab es bei der alteingesessenen und zeitweise auch größten Online-Community für ungesignte Musiker und legale mp3-Downloads angeblich einen Hardware-Totalschaden. Seither wurden die letzten Getreuen mit einem Interimsforum bei der Stange gehalten. Seit ein paar Tagen liest man aber auf der Startseite, dass das mit den technischen Problemen wohl noch etwas länger dauern könne, alle Premium-Account-Besitzer ausbezahlt würden und es vielleicht irgendwann mal wieder mit einem völlig neuen Besonic losgehen werde…

Bis vor ein paar Tagen hab ich die Technikbegründung ja geglaubt, aber inzwischen klingt das alles nach einer ziemlich seltsamen Pleite – und ein wirklich ernsthaftes Interesse daran, die Seite schnellstmöglich wiederzubeleben, scheint seitens der Besonic-Betreiber auch nicht wirklich zu bestehen.

Das Interimsforum gibt es nach wie vor. Sicher nicht schwer, sich vorzustellen, was für eine Stimmung da im Moment herrscht. Eine reichlich frustrierte natürlich. Schade, Besonic schien mir immer von allen Gratis-mp3-Hobbymusiker-Online-Seiten die vernüftigste, zuverlässigste und stabilste. Aber so wie es jetzt aussieht, wird es Besonic in seiner alten Form nie wieder geben.

Bleibt zu wünschen, dass Seiten wie mp3.de und track4.de nicht ein ähnlich krudes Schicksal erleiden werden.

Besonic-Logo taken from besonic.com.

Wenn der Jason mit dem Howie John gucken geht…

Wie eine Art Klassentreffen der US-Alternative-Pop-Rock-Youngsters muss er angemutet haben, dieser Abend in der vergangenen Woche in Los Angeles. Jason Mraz ist gerade dort, um an seinem neuen Album zu basteln. Und Howie Day war gerade dort, weil er einen Auftritt gespielt hat. Und die beiden sind, nachdem sich Jason Howies Show angeschaut hat, mal eben noch gemeinsam zu einem nächtlichen Überraschungsgig ihres Kollegen John Mayer spaziert. Und waren begeistert, glaubt man den Worten des Mrazschen Online-Tagebuchs. Denn darin schreibt Jason:

I love indie rock. I like music where you feel special when you listen to it, like you?re the only one who has a copy. I had the pleasure the other night to see Howie Day at the Roxy in LA. It?s a fairly small club, perfect for an intimate evening with Howie and Cary Brothers and Suzie Suh. After the show, Howie and I went across the street for a secret midnight John Mayer show at the Viper Room. Now that was indie rock. He didn?t play no body is a wonderland or anything you?d expect. He was playing for his love of music. He was Jimi Hendrix and Buddy Guy and Stevie Vaughn all rolled up into one big reincarnation burrito. He was Mayer comes alive. He was the reminder I need. He became once again a role model.

Aber nicht nur Jason und Howie waren von Johns nächtlicher Bluesperformance mächtig beeindruckt, nein, sogar die Herren von ZZ Top, die dem Auftritt ebenfalls beiwohnten. Das berichtet der Rolling Stone:

A blues enthusiast, Mayer channeled the spirits of everybody from Albert King and Buddy Guy to Jimi Hendrix, playing both „Axis Bold as Love“ and „The Wind Cries Mary.“ Doing his best Stevie Ray Vaughan, Mayer so impressed the crowd that ZZ Top’s Billy Gibbons, a guitarist who knows something about the blues, jumped on stage and shouted repeatedly, „Give it up for my boy!“ This seemed to surprise even Mayer, who said, „I don’t know what the hell is going on. Hello, Mr. Gibbons.“ But, as Mayer later pointed out, „This is a blues jam and that means there’s no structure.“

Meine Vermutung: da hat der gute John wohl für seine bereits ausverkauften „Blues“-Shows in New York geübt. Die steigen Ende Dezember, mehr dazu auf Mayers offizieller Seite.

Photo taken from http://www.john-mayer-tickets.com

Blues Traveler: "Operation Season's Greetings" in vollem Gange

Der olle Patriot John Popper und seine Kollegen von Blues Traveler sind, wie berichtet, derzeit auf „Operation Season’s Greetings“-Tour durch Europa und spielen für US-Soldaten in europäischen Stützpunkten der US-Army. Jetzt trudeln nach und nach Berichte von diesem für unsere Ohren womöglich etwas seltsam anmutenden Spektakel ein. Auf der Seite estripes.com gibts ein paar Details:

Operation Season?s Greetings is Blues Traveler?s third tour for servicemembers in recent years, and band front man John Popper said the group keeps returning because it?s the best way the members have to personally thank troops.

?I?m just so amazed by what kids half my age can do,? Popper said. ?We don?t feel like we hold a candle to the airmen.?

Ja, da gibts nix zu rütteln: John Popper, dieses musikalische Genie, ist Patriot, Armyfan, Waffenliebhaber, Republikaner. Das passt so gar nicht zur sonst eher linken (oder wenigstens nach US-Denken demokratischen) Jamband-Szene, ist aber so. Aber was solls – ein weiser Blues Traveler-Fan schrieb unlängst in einem Fanboard den definitiven Kommentar zum unerwarteten Weltbild des John P.:

let me just say that im as sick of bush as anyone. yes, john suports the republican party. hes also a sword weilding ninja. the guys a bit of a kook. isnt that part of his appeal? johns political views affect his performance about as much as clintons was affected by his extra curriculars in the oval office. when we hold people up to such heights we are sure to be let down.
when i go see traveler, the last thing on my mind is politics. if its not about the music, why listen?

So be it. Und weil es hier nunmal zuerst um Musik geht, und nur in zweiter Linie um Politik, sei den Traveler viel Spaß bei den restlichen Army-Gigs gewünscht. Aber dann: husch husch nach Hause, und weiter an der neuen Platte arbeiten! Und dann mal wieder nach Europa kommen – dann aber bitte Konzerte für alle. Also gerne auch für US Army Members.

Rock Hard Times: Dimebag Darrell, Herbert Dreilich, James Brown

Lauter schlechte Nachrichten, die in den letzten Tagen so zu lesen waren. Aber die erschütterndste von allen ist sicherlich die Geschichte von Dimebag Darrell. Zugegeben, der Name hat mir bisher nichts gesagt. Aber wenn ein Musiker auf der Bühne von einem Amokläufer erschossen wird, dann ist das einfach traurig. Herr Darrell war früher mal Gitarrist bei Pantera und zuletzt in der Band Damageplan tätig. Und die ganze Hardcore-, Heavy Metal- und Crossoverszene ist entsetzt über das tragische Schicksal eines ihrer Idole. Nachzulesen beim Musikexpress:

Bands und Solisten wie Korn, Deftones, Ozzy Osbourne, Rob Zombie, Sepultura, Slipnot, Life Of Agony und Don Airey von Deep Purple haben über ihr Management und ihre Websiten Statements zum brutalen Tod Darrells veröffentlicht.

Vinnie Paul, Bruder und Mitmusiker des Ermordeten, steht noch Tage nach der Tat unter Schock: „Bei aller Größe und Fähigkeit an der Gitarre wird uns Dimes Persönlichkeit, sein Charisma, seine Fürsorge und Liebe und vor allem sein Herz fehlen, das doppelt so groß war wie der Bundesstaat Texas. Dime hat uns täglich alles gegeben und wird für immer eine Lücke in uns hinterlassen. Ruhe in Frieden, mein Bruder Dime.“

Weitere Stellungnahmen zum Tod von Dimebag Darell gibts hier.

Ähnlich traurig ist es, vom Tod von Herbert Dreilich zu erfahren. Nein, ich bin weiß Gott nie ein Fan von Karat gewesen. Aber mir ist bewußt, wie vielen Menschen die Musik dieser Band wirklich viel bedeutet hat. Dreilich starb am Wochenende im Alter von 62 Jahren an Leberkrebs, berichtet laut.de:

Bereits im Frühjahr hatten Ärzte Leberkrebs bei Dreilich diagnostiziert, woraufhin Karat alle noch geplanten Auftritte absagten. Vermutlich wird die Band sich nun offiziell auflösen. Eigentlich war für das kommende Jahr eine Tour zum 30. Bandjubiläum geplant.

Weitere Details findest Du hier.

Noch eine schlechte Nachricht? Leider ja. James Brown ist an Krebs erkrankt und muss sich einer Operation unterziehen. Das berichtet der Rolling Stone heute:

Brown gibt sich optimistisch: „Ich habe viele Dinge in meinem Leben überstanden, und den Krebs werde ich auch überstehen“.

Zu wünschen ist es ihm auf alle Fälle. Hoffentlich bringen die nächsten Tage bessere Neuigkeiten aus dem Musikgeschäft…

Top 5 vom 13. Dezember 2004: Die Platten des Jahres 2004

Au Backe. Es ist wirklich schwierig, aus all den wirklich guten Veröffentlichungen des letzten Jahres die fünf besten herauszufischen. Nach langem Mitmirselbstringen habe ich mich jetzt für diese hier entschieden. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl war die Frage: „Welche Platten sind mir in diesem Jahr besonders ans Herz gewachsen?“

Also los…

05 Ben Kweller – On My Way
04 The Day Traders – The Day Traders
03 Ocean Colour Scene Live – One For The Road
02 Marc Broussard – Carencro
01 Jason Mraz Live – Tonight, Not Again

Knapp, aber wirklich sauknapp an den Top 5 vorbeigeschrammt sind „The Hustle“ von G Love und Ben Harpers „There Will Be A Light“. Und jetzt veröffentliche ich diesen Beitrag mal besser ganz schnell, bevor ich mir’s noch anders überlege und eine völlig andere Top 5 baue…

Nix wie hin: s.m.h. noch einmal live – nur für eine Nacht!

Keine zwei Wochen mehr, dann ist es soweit: s.m.h. geben sich noch einmal die Ehre und spielen ein Konzert. Nur für eine Nacht! s.m.Wer? s.m.h., meine alte Band, die sich eigentlich schon vor vier Jahren mehr oder weniger aufgelöst hat. Aber irgendwie juckts uns halt doch noch mal in den Fingern – sind ja alle noch gut befreundet, sehen uns regelmäßig und haben vor zehn Jahren angefangen, Musik zu machen.

So gabs Anfang des Jahres halt die Entscheidung, noch einmal zu spielen. Ich freu mich wahnsinnig darauf, werde aber auch von Tag zu Tag nervöser. Zum Glück gehts meinen lieben Bandkollegen da nicht anders. Gemeinsam mit x ist y? spielen wir am 23. Dezember ab 19.30 Uhr im netten FabriX in Werdau (bei Zwickau). Und wer sich bis dahin schon mal ein wenig belesen und in unser Album „daheim“ reinhören möchte, der kann das jetzt gerne tun, und zwar auf www.smh2004.de!

Also: weitersagen (nicht nur die Website, auch das Konzert) und dann gerne vorbeikommen – je voller die Hütte wird, umso schöner wird sicher der Abend.

„FabriX“-Foto gefunden auf der Seite des Clubs: http://www.tuchfabrix.de.

Zehn Minuten erlesene Rockmusik gefällig? Bitteschön:

In den nächsten Tagen wirds nicht viel Neues hier im dunkelblau Weblog geben, da ein Termin den nächsten jagt. Aber bevor ich mich für zwei, drei Tage verabschiede, hier noch der Hinweis auf die andere Seite namens MoreThanMeetsTheEar: A Tribute To Spin Doctors.

Hab sie nämlich gerade mal auf den neusten Stand gebracht, die einzige aktuelle Spin Doctors-Fansite im Netz: mit allen Tourdaten, Albumnews etc., mit denen ich auch der geneigten Leserschaft dieses Weblogs gelegentlich auf den Geist gehe. Besonders erwähnenswert ist aber das neue mp3-File, das es nebenan zu holen gibt. Eine mächtig schicke Version von „Indifference > Beasts In The Wood“ aus dem Februar 1994. Meine Güte, das ist inzwischen über zehn Jahre her. Auweia, ich werd alt… Egal, hier gehts lang!

Schönes Wochenende!

Jetzt aber fix: Spin Doctors' "Below The Radar"-mp3s nur noch für 2 Tage!

Heute Nacht gabs ein Update auf der offiziellen Spin Doctors-Seite: neue „alte“ Fotos aus den Jahren 1990 bis 1994, und ein wichtiger Hinweis, was die mp3-Files auf der Seite betrifft:

Within the next 48 hours, the mp3s that are currently in the download area will be removed from the site, as they have been available for quite some time now. For those of you that have yet to download them, the time is now to get them before it is too late. The reason this is being done will be revealed shorty, so be sure to stop back soon to see what will be made available in it’s place. You won’t be disappointed!

Also, fix auf die Seite gehen und die Songs runterladen. Bleibt zu hoffen, dass es übers Wochenende frische mp3s gibt… Ach, wär das schön. Übrigens: wer mag, kann sich die mp3s auch (noch) direkt übers dunkelblau Weblog ziehen – alle (im Moment noch funktionierenden) Links zu den wirklich guten Liveaufnahmen aus dem Frühjahr 2002 finden sich hier.

Artwork (c) by Tim Vega.

Kaminer, Kant und Küstenmacher: Audible.de gestartet

Gestern ist der deutsche Ableger von audible.com gestartet, und der heißt naheliegenderweise audible.de. audible.de bietet Hörbücher zum kostenpflichtigen Download an – derzeit scheint mir das in seiner Optik stark an amazon.de erinnernde Angebot noch ziemlich dürftig und die Preise doch ziemlich hoch. Gerade mal 25 Bücher bevölkern etwa die Kategorie „Bildung und Wissen“, unter „Krimis & Thriller“ tummeln sich derzeit nur 21 Audiobooks…

Schön sind aber die Hörproben, in jedes Audiobook kann man für etwa zehn Minuten reinhören. Angenehm auch die große Auswahl an englischsprachigen Aufnahmen. Naja, und das Versprechen, die digitalen Versionen der Hörbücher in der Regel für 30 Prozent weniger anzubieten als die regulären im Handel erhältlichen CDs, klingt ja auch nicht so schlecht. Mal sehen, was ein erster Praxistest ergibt – demnächst mehr.

(c) für das audible.de-Logo bei audible.de.

Für den Grammy nominiert: John Mayer, Ben Harper, Maroon 5

Die Grammy-Nominierungen sind da – und siehe da, einige in diesem Weblog hier und da thematisierte Bekannte sind mit dabei. Gleich drei Nominierungen hat Ben Harper abgeräumt – für seine Gospelplatte „There Will Be A Light“ mit den Blind Boys Of Alabama. Harper & Co können auf Grammies in den Kategorien Best Pop Instrumental Performance (für den Track „11th Commandment“), Best Gospel Performance (für den Titeltrack des Albums) und Best Traditional Soul Gospel Album (für das ganze Album).

Maroon 5 sind Anwärter auf den Grammy als Best New Artist und mit „She Will Be Loved“ in der Kategorie Best Pop Performance By A Duo Or Group With Vocal im Rennen. John Mayer wurde ebenfalls zweimal vorgeschlagen: sein „Daugthers“ könnte Song Of The Year werden oder wenigstens Best Male Pop Vocal Performance.

Hübsch auch die Nominierungen für Bruce Hornsby, Wilco, The Roots oder auch die Dixie Chicks. Ansonsten gibts von den Black Eyed Peas über No Doubt und Usher bis hin zu Shania Twain das erwartete Nominee-Futter.

Die Grammys gelten als der wichtigste Preis der US-Musikindustrie und werden am 13. Februar 2005 im Staples Center in Los Angeles zum 47. Mal verliehen. Alle Nominiees finden sich hier.