„Junge, bleib katholisch!“ (Ökumenische Notizen, 1/3)

“Was hältst Du als Katholik eigentlich davon, dass gerade alle 500 Jahre Reformation feiern?” Diese Frage wurde mir in letzter Zeit tatsächlich häufiger gestellt. Ein guter Grund, ein paar Gedanken und Erinnerungen rund um die Themen Ökumene und Reformation aufzuschreiben, die mir da so als mögliche Antworten durch den Kopf geistern …

Meine Oma, Jahrgang 1911, erzählte immer gern von ihrer Jugendzeit. Damals, berichtet sie einmal, galt es für Katholiken als echte Sünde, eine evangelische Kirche auch nur zu betreten! So etwas ging gar nicht, das musste man beim Herrn Pfarrer beichten gehen. Als meine Oma, inzwischen hochbetagt, weit über 80 Jahre alt, mitbekam, dass ich als katholischer Teenager im Hause des evangelischen Superintendenten ein- und ausging und gelegentlich sogar mit der Familie des Pastors zu Abend aß, da war sie außer sich. Ihr sorgenvolles „Junge, bleib katholisch!“ klingt mir bis heute in den Ohren.

Dabei waren die Kinder des Superintendenten doch auf dem gleichen Gymnasium wie ich, wir waren befreundet, machten zusammen Musik und stampften im Nachwende-Trubel sogar gemeinsam einen selbstverwalteten Jugendclub aus dem Boden – katholische und evangelische und konfessionslose Jugendliche gemeinsam, weil sonst nichts los war in unserer westsächsischen Kleinstadt. Irgendwann fand sich ein Träger für diesen Jugendclub: ausgerechnet die Johanniter, also ein evangelischer Wohlfahrtsverband.

Von all dem wusste meine liebe Oma natürlich nichts, sie war einfach nur verwundert darüber, wieso ich im Hause des evangelischen Pfarrers ein- und ausging und als katholischer Bengel dort offenbar auch noch sehr willkommen war. Natürlich hatte sie mitbekommen, dass sich die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten geöffnet hatte, aber sonderlich gekümmert hat sie das nicht. Sie war eben geprägt durch ihre Jugendjahre; wie auch das Gesangbuch in der Kirche für sie bis zuletzt „Laudate“ hieß und nicht „Gotteslob“.

Ich schreibe das nicht auf, um mich über meine Großmutter lustig zu machen. Gewiss, als Teenager fand ich ihre Ansichten unglaublich altmodisch und eingestaubt. Aber hey, es war ja auch meine Oma. Heute, mehr als zwanzig Jahre nach ihrem Tod, erinnere ich mich an eine tiefgläubige Christin, liebevoll, hilfsbereit, durch und durch „katholisch“ – als Vertriebene nach dem Krieg aus Schlesien über Prag nach Sachsen gekommen. Ökumene war ihr Thema nicht, doch war sie tief verwurzelt in ihrer Kirchgemeinde, war “halt ganz normal katholisch“.

Und auch für mich als Teenager war „Ökumene“ kein bewusstes Thema. In den fünf Jahren Schule, die ich in der DDR-Zeit bis zur Friedlichen Revolution mitbekommen hatte, hatte ich gelernt, dass alle Christen in der Schule als Außenseiter galten, ganz egal, ob katholisch oder evangelisch. Das schweisste uns irgendwie zusammen, unabhängig von der Konfession.

Und nach der „Wende“? Wenn es im eigenen Nest plötzlich kein Kino mehr gibt und man als gelangweilter Teenager eben einen Jugendclub aufbauen will, freut man sich über gleichgesinnte Mitstreiter und guckt doch nicht auf den Taufschein. Aus Mitstreitern wurden Freunde; so war Ökumene eben etwas vollkommen Selbstverständliches. Herrje, selbst unser katholischer Pfarrer und sein evangelischer Kollege, besagter Superintendent, verstanden sich prächtig, warum dann nicht auch wir Kids aus beiden Gemeinden? Ich bin zutiefst dankbar, diese Erfahrungen als Kind gemacht zu haben und so auf ganz praktische Weise zu verstehen, dass uns über Konfessionsgrenzen hinweg mehr verbindet als trennt.

Morgen im zweiten Teil: Erinnerungen an das Königswalder Friedensseminar.

Besuch vom Fernsehen

Das Fernsehen war zu Gast bei uns im Radio: das Magazin „Evangelisch in Sachsen“ (läuft auf einigen sächsischen Lokalfernsehsendern) hat über konfessionellen Journalismus im Freistaat berichtet und dafür meine Kollegin Friederike Ursprung interviewt. Ich durfte auch mal kurz mit ins Bild, für eine Sprechrolle hat’s jedoch nicht gereicht. 🙂 Hier die Sendung, ab ca. 10 Minuten und 30 Sekunden hat Friederike ihren großen Auftritt:

Dankbare Bilanz, selbstbewusster Neuanfang

Diözesanrat im Bistum Dresden-Meißen wählt neuen Vorsitz, neuen Vorstand – und einen neuen Namen

RIESA (4. März 2017). Am Ende war die Entscheidung eine deutliche: mit klarer Mehrheit entschied der Diözesanrat im Bistum Dresden-Meißen auf seiner Frühjahrsvollversammlung, künftig unter dem Namen “Katholikenrat” zu firmieren. Nach einer engagierten und kontroversen internen Debatte in den vergangenen Monaten favorisiert die Vollversammlung damit den Namen, von dem sich die meisten Mitglieder mehr Transparenz und eine stärkere Wahrnehmung auch außerhalb katholischer Binnenstrukturen erhoffen.

Dies war bei Weitem nicht die einzige wichtige Entscheidung des Treffens in den Räumen der Riesaer Pfarrei St. Barbara: turnusgemäß standen die Neuwahlen aller relevanten Ämter innerhalb der Kirchenvolksvertretung an. Mit überwältigender Mehrheit wurde Martina Breyer aus Trebsen (Dekanat Leipzig) für die nächsten vier Jahre zur Vorsitzenden des Katholikenrates gewählt. Sie bildet gemeinsam mit sechs weiteren Mitgliedern den neuen Vorstand: Elke Herrmann (Einzelpersönlichkeit, Crimmitschau), Dr. Stephan Pschera (Familienbund im Bistum Dresden-Meißen, Oederan), Norbert Grellmann (Katholische Erwachsenenbildung Sachsen, Taucha), Thomas Kratzmann (Dekanat Zwickau), Raphael Ledschbor (Cyrill-Methodius-Verein, Bautzen) und Günther Fröb (Dekanat Gera). Zu den Vertretern im bundesweiten Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wurden neben Martina Breyer auch Stephanie Hauk, die Geschäftsführerin des Katholikenrates, sowie der Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (Bautzen) gewählt.

“Eine starke Truppe”, freut sich Martina Breyer über die neu gewählten Personen: “Unsere frisch besetzten Gremien bilden einen authentischen und repräsentativen Querschnitt durch unser Bistum. Ich freue mich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.” Gleichzeitig bat die neue Vorsitzende alle Mitglieder der Vollversammlung um Unterstützung: “Gemeinsam sind wir das Gesicht des Katholikenrates, jede und jeder einzelne von uns ist Multiplikator und Kontaktperson in seine Wirkungsstätten und in die Gesellschaft hinein.”

Bewegendster Moment des Tages war die Verabschiedung des bisherigen Vorsitzenden des Diözesanrates. Dr. Nikolaus Legutke aus Markkleeberg geht nach über zwei Jahrzehnten der aktiven Mitarbeit in den Ruhestand. Um das Lebenswerk des fast 80-jährigen zu würdigen – unter anderem war es seine Idee, den Katholikentag nach Leipzig zu holen – kam auch Bischof Heinrich Timmerevers als Überraschungsgast nach Riesa: “Ich wünschte, ich hätte länger mit ihnen zusammenarbeiten können als nur ein gutes dreiviertel Jahr; ich habe sie als streitbaren, verlässlichen und leidenschaftlichen Katholiken kennengelernt”, so der Bischof. Mit einem Lächeln ergänzte er: “Aber ich bin mir auch sicher, dass die gute Zusammenarbeit jetzt mit Frau Breyer und dem neuen Team weitergehen wird.”

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen ist die demokratisch gewählte und vom Bischof anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes. Er repräsentiert die katholischen Männer und Frauen aus den Pfarreien, Verbänden, geistlichen Gemeinschaften und Initiativen Sachsens und Ost-Thüringens.

Disclosure:
Dieser Text ist auf verschiedenen kirchlichen Seiten erschienen. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und kümmere mich dort u.a. um die Öffentlichkeitsarbeit.

Berichtsband zum Leipziger Katholikentag erschienen

Vor einigen Wochen ist er erschienen, der ZiegelsteinBerichtsband zum 100. Deutschen Katholikentag 2016 in Leipzig. Auf über 600 Seiten wurde das Großereignis für die Nachwelt dokumentiert: Foren, Podien, Debatten, Gottesdienste, Ausstellungen, Konzerte …
Ich habe im Vorfeld des Katholikentages im Arbeitskreis Kultur mitgearbeitet und durfte gemeinsam mit Guido Erbrich nach den tollen Tagen Ende Mai für diese Dokumentation einen Rückblick auf „unser“ Kulturprogramm verfassen. Falls jemand den Berichtsband sein Eigen nennt: los geht’s auf Seite 585.

Die letzten Christen im Nahen Osten.

Knapp - Letzte Christen

Sie feiern ihre Gottesdienste in der Sprache, die einst auch Jesus sprach: Aramäisch. Sie zählen zu den ältesten christlichen Kirchen überhaupt. Und sie sind nur noch sehr, sehr wenige: orthodoxe Christen im Nahen Osten. Viele von ihnen sind in den letzten Jahren vor dem Terror islamistischer Milizen geflohen, auch zu uns nach Deutschland. So ist der Leipziger Pater Andreas Knapp in Kontakt mit einigen dieser „letzten Christen“ gekommen und hat sie sogar in ihrer Heimat besucht.

Seine Erlebnisse und Gedanken hat er in dem Buch Die letzten Christen. Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten festgehalten, über das ich neulich mit ihm für unser Sonntagabendmagazin bei RADIO PSR gesprochen habe. Das komplette Interview (11 min) – wie auch die komprimierte Radiofassung, die meine Kollegin Friederike Ursprung daraus gebastelt hat – könnt Ihr Euch noch bis zum 5. März auf unserer Website anhören.

Mein 2016: Ein Fazit.

Lissabon 2016

Soso, die Welt hat sich also darauf verständigt, 2016 als mieses Jahr abzuhaken. Brexit, Trump, Terror, das Ableben etlicher Künstler, kleine und große Katastrophen. Doch schaue ich auf mein persönliches 2016 zurück, dann mag ich in dieses allgemeine Lamento nicht einstimmen. Da waren etliche schöne Konzerte. Spannende Reisen: Danzig, Vilnius, London, Lissabon, Breslau, Bonn, Limburg, Berlin, Sevilla, Cádiz, Schwedt, Hamburg, Dresden, Zeitz, Gibraltar, Israel. Im Schnee an der Ostsee entlang spaziert und am dritten Oktober im Atlantik geplanscht. Als Patenonkel zu Pfingsten eine wunderbare Taufe miterlebt. Gut zu tun gehabt in kirchlichen Ehrenämtern (Erkundungsprozess, Diözesanrat). Gut zu tun gehabt im Beruf (und mehr Spaß denn je). Den neuen Dresdener Bischof kennengelernt. Zwei Preise bekommen. Den Katholikentag in Leipzig mitgestaltet, begeistert er- und zufrieden überlebt. Mit 2zueins! und solo musiziert, für Heldenstadt.de und andere getextet, geredet, konzipiert. Neue Lieder geschrieben. Den einen Proberaum ausgeräumt, den anderen bezogen und lieb gewonnen. Viel Besuch empfangen. Viele Besuche bei der Familie. Und auch Phasen der Ruhe, der Stille. Und noch so viel mehr.

Mein 2016 war kunterbunt, ein wenig chaotisch, spannend und durchweg aufregend. Das schließt die großen „Aufreger“ dieser Welt mit ein, die mich natürlich auch beschäftigen. Aber schlecht? Schlecht war es nicht. Im Wissen, dass 2017 einige Veränderungen bereit hält, und mit der Ahnung, dass sich da auch ein paar Überraschungen dazu gesellen werden, blicke ich dankbar zurück und erwarte zuversichtlich, was kommen mag.

Narsdorf 2016.

Hier noch einmal meine Lieblings-Listen 2016 im Überblick:
Lieblingsalben 2016
Lieblingskonzerte 2016
Lieblingslieder 2016

Danke, werter Besucher, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2016 – ich freue mich auf 2017 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.

Ältere Jahresrückblicke:
2015 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2014 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2013 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2012 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2011 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2010 (Fazit, Alben, Konzerte, Lieder)
2009
2008
2006
2005
2004

Suche Frieden!

LVZ Kolumne DH Oktober 2016

„Seht, da ist der Mensch“. Das war das Motto des Katholikentages Ende Mai in Leipzig. Nach dem Katholikentag ist vor dem Katholikentag – im Frühjahr 2018 steigt das nächste Großtreffen dieser Art, dann in Münster. Seit ein paar Wochen steht fest, welches Leitwort dieser Katholikentag haben wird: „Suche Frieden!“ Das Motto stammt aus dem Psalm 34: „Suche Frieden und jage ihm nach“, heißt es da. Diese Psalmen im Alten Testament waren damals ja Gassenhauer, weithin bekannte und gebräuchliche Lieder der Klage, der Bitte oder des Dankes. Der Psalm 34 gehört dabei zu den Dankliedern.

Obendrein hält er gute Tipps bereit, wie das mit dem Frieden „im Himmel und auf Erden“ funktionieren könnte. Aber bereits die Form dieses Psalms ist spannend, er ist ein Akrostichon. Das heißt, seine Verse sind in alphabetischer Reihenfolge verfasst; also für jeden hebräischen Buchstaben genau eine Zeile. Das an sich ist ja bereits ein schönes Bild: ein „ganzheitliches“ Danklied auf den Herrn, aber so richtig! Quasi 360 Grad, von A bis Z, von Anfang bis Ende. Mittendrin steht dann eben diese Aufforderung an die Menschen: „Meide das Böse, tue das Gute, suche Frieden und jage ihm nach!“ — „Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen“, fragt Gott in dem Lied die Menschen. Um dann gleich die Bedienungsanleitung hinterher zu schicken: „Bewahre Deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede“.

Ja, klar, natürlich: wenn ein alter jüdischer Liedermacher solche Worte dem lieben Gott in den Mund legt, dann klingt das alles wahnsinnig einfach. Dabei ist es eine Lebensaufgabe, die ich immer wieder neu anpacken muss! Nicht Rumlästern oder Verleumden, sondern ständig prüfen: tue ich das Richtige? Nützt das, was ich mache, auch anderen, schafft es Frieden? Die Mühe, den Frieden zu suchen, mag groß sein – der Dank und die Liebe Gottes für meine Mühen sind es aber auch.

„Suche Frieden“ – ich freue mich, dass uns diese knappe, aber wichtige Formel bis zum Katholikentag 2018 in Münster begleiten wird. Denn sie liefert garantiert auch schon gute Impulse für das ökumenische Miteinander im kommenden Jahr: bei Reformationsgedenken und „Kirchentag auf dem Weg“ 2017.

Hinweis:
Diesen Text habe ich für die “Leipziger Volkszeitung” geschrieben, in der er am 15. Oktober 2016 in der Kolumnen-Reihe “Gedanken zum Wochenende” erschienen ist.

Kirchenredaktion mit frischem Internetauftritt

Neuer Auftritt RPSR Kirchenredaktion Dezember 2016

Alles neu macht bei RADIO PSR der Dezember: seit einigen Tagen ist die generalüberholte Website des Senders online – und damit auch der generalüberholte Auftritt der Kirchenredaktion. Mal abgesehen von neuen Bildern von Friederike Ursprung, meiner evangelischen Kollegin, und mir sind die Seiten auch wesentlich funktionaler geworden. Alle unsere Beiträge zum Nachhören für mindestens sieben Tage, dazu jede Menge weiterführende Links und Hintergrundinfos. Im einzelnen könnt Ihr jetzt folgende Inhalte gezielt ansteuern: Augenblick mal (Gedanken zum Tage), Themen, die Sachsen bewegen (unser wöchentliches Magazin am Sonntagabend), Christen in Sachsen – Die Kirchen-News sowie die Ratgeber- und Servicerubrik Familiensache. Ach so, und natürlich erfahrt Ihr auch steckbriefartig mehr über Friederike und mich.

Eine Auszeichung für „Zweitausend Jahre Christentum in zehn Stunden“

„Ihr könnt den Karfreitag haben – wie wär’s, wenn wir Ihr den ganzen Tag lang ein bissel Kirchen-Geschichtsunterricht macht?“ Als R.SA-Programmchef Uwe Fischer mir und meiner evangelischen Kollegin in der RADIO PSR/R.SA-Kirchenredaktion, Friederike Ursprung, Ende Februar diese Idee unterbreitete, hielt ich das für ziemlich tollkühn. Einen ganzen Tag lang Kirchenbeiträge? Im säkularen Sachsen? Zur Kirchengeschichte? Aber hey – challenge accepted!

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Das Konzept und der Titel entstanden dann fast wie von selbst: „Zweitausend Jahre Christentum in zehn Stunden – von der Kreuzigung Jesu bis zu Papst Franziskus“. Pro Sendestunde ein rund neunzigsekündiger Beitrag, der ein wenig so klingen soll, wie hochwertige Terra-X-Reportagen im Fernsehen aussehen. Dazu ein paar augenzwinkernde Promos, Moderationen und, sollte sich tatsächlich jemand melden, Hörer on air, die ihre Meinung zu dem Experiment kundtun.

Die große Herausforderung für Friederike und mich kam dann beim Texten: wie erklärt man solche Ereignisse wie die Kirchenspaltung von 1054, die Kreuzzüge, die Reformation oder das Zweite Vatikanische Konzil so, dass es einerseits unterhaltsam und spannend bleibt, andererseits aber nicht zu oberflächlich anmutet? Was muss unbedingt rein, was muss aus Zeit- und Formatgründen draußen bleiben? Diese Beiträge zu schreiben und zu bauen, hat großen Spaß gemacht; das Endergebnis erschien uns recht rund. Die durchweg positiven Rückmeldungen der R.SA-Hörer überraschten uns (wir kalkulieren ein Mindestmaß an als Hörerfeedback getarnter fundamentaler Kirchenkritik bei unseren Sendungen längst ein), freute uns aber auch.

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Vor ein paar Wochen haben wir für dieses Karfreitagsexperiment den Sonderpreis „Reformation und Eine Welt“ beim Hörfunkpreis Mitteldeutschland in Erfurt erhalten – von Kollegen und Freunden aus ganz Deutschland bekamen wir herzliche Glückwünsche und ehrliches Schulterklopfen. Schön, dass dieses Wagnis von Hörern wie Medienmachern goutiert wurde, ob sie nun mit Kirche was anfangen können oder nicht. Einen Zusammenschnitt der Sendung gibt’s übrigens hier.

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Foto oben: meine Wenigkeit und Oberlandeskirchenrat Stefan Große von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands bei der Verleihung des „Rundfunkpreises Mitteldeutschland Hörfunk“ am 19. August 2016 in Erfurt. (c) Regiocast
Foto unten: ebenda, mit den (ebenfalls an diesem Tag mit diversen Preisen ausgezeichneten) R.SA-KollegInnen (v.l.) Marcus Poschlod, Susanne Böttcher, Katja Möckel, moi, Lena Mengler. (c) Regiocast.

2. Quartal 2016

Gehört:
Matt Andersen – Honest Man
Joseph Arthur – The Family
Band Of Horses – Why Are You OK
James Blake – The Colour in Anything
Boy George – This Is What I Dub Vol. 1
Jake Bugg – On My One
Aaron Comess – Live 2016
The Coral – Distance Inbetween
DMA’s – Hills End
Fossil Collective – Flux
Garbage – Strange Little Birds
Gov’t Mule – 2016-05-19 – Huxley’s, Berlin, DE
Gov’t Mule – 2016-05-20 – Fabrik, Hamburg, DE
Ben Harper & The Innocent Criminals – Call It What It Is
Ben Harper & The Innocent Criminals – Live From Red Rocks Amphitheatre 9.15.15
Mayer Hawthorne – Man About Town
Max Jury – Max Jury
Last Shadow Puppets – Everything You’ve Come To Expect
Lukas Graham – Lukas Graham (Blue Album)
Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 37: 1992-11-11 Trax, Charlottesville, VA
Dave Matthews Band – Warehouse 10 Volume 4
M83 – Junk
My Brothers And I – Live From Mississippi Studios
Tom Odell – Wrong Crowd
Gregory Porter – Take Me To The Alley
Próxima Parada – Próxima Parada
Radiohead – A Moon Shaped Pool
Mavis Staples – Livin‘ On A High Note
Travis – Everything At Once
Various Artists – Day Of The Dead
Water And Sand (Kim Taylor & Todd Thibaud) – Early Recordings EP
Water And Sand (Kim Taylor & Todd Thibaud) – Water And Sand
Weezer – White Album
Yeasayer – Amen & Goodbye
Yeasayer – Good Evening Washington D.C., Live at 9.30 Club

Gesehen:
Gloria, Alter Schlachthof, Dresden
Gov’t Mule, Huxley’s, Berlin
Gov’t Mule, Fabrik, Hamburg
New Orleans Saxony Gospel Choir, Markt, Leipzig
Sarah & Julian, Alter Schlachthof, Dresden
Rozhinkes Duo feat. Karolina Trybala, Moritzbastei, Leipzig
Konstantin Wecker & Band, Gewandhaus, Leipzig

Gelesen:
Navid Kermani – Einbruch der Wirklichkeit. Auf dem Flüchtlingstrek durch Europa
John Popper with Dean Budnick – Suck and Blow: And Other Stories I’m Not Supposed to Tell
Rainer M. Schießler – Himmel. Herrgott. Sakrament. Eintreten statt austreten
Barbara Wenz – Das Farnese-Komplott