Praktisch irrelevant? Kirche in den sozialen Medien

Im Vergleich mit Marken und Influencern ist der Absender „katholische Kirche“ in sozialen Medien nahezu chancenlos. Und das, obwohl die Sehnsucht nach Sinn, Orientierung, Haltung so groß ist wie nie. Woran liegt`s? Was machen Prada und Kim Kardashian besser als Papst Franziskus?

DarĂŒber habe ich mit dem Kommunikationsexperten Sebastian Kemmler gesprochen. Und der hat ernĂŒchternde Fakten und ein paar gewagte Thesen und AnsĂ€tze im GepĂ€ck, was „die Kirche“ anders machen sollte. Dringende Hörempfehlung fĂŒr alle, die mit Kirche, Medien und Öffentlichkeit zu tun haben, auch ĂŒber Social Media hinaus: hier anhören (oder bei Spotify, oder bei Google, oder bei Apple…).

Aber ich frage! – Pater Bernd KnĂŒfer SJ erzĂ€hlt aus seinem Leben

Vor einem Jahr, im Sommer 2020, verstarb in MĂŒnchen der Jesuitenpater Bernd KnĂŒfer. Seit den frĂŒhen Neunzigern wirkte der gebĂŒrtige OberpfĂ€lzer in Leipzig – erst als Studentenpfarrer, bald als einer, der sich ganz aktiv den 85 Prozent Religionslosen der Stadt zuwenden wollte – als MitgrĂŒnder der „Orientierung“, der Kontaktstelle der katholischen Kirche in der Leipziger Innenstadt. Predigten in der Nikolaikirche machten ihn ebenso bekannt wie die Tatsache, dass er im „Raum der Stille“ der „Kontaktstelle Orientierung“ regelmĂ€ĂŸig auch Yoga und Zen-Meditation unterrichtete.

Im Jahr 2019, der Umzug des inzwischen ĂŒber 80-jĂ€hrigen von Leipzig nach MĂŒnchen war beschlossene Sache, gelang es der in Leipzig lebenden Schriftstellerin und Autorin Diana Feuerbach, KnĂŒfer zur Produktion eines Hörbuches ĂŒber sein Leben zu ĂŒberreden. Nach anfĂ€nglichem Zögern ließ sich der Jesuit auf das Projekt ein, Anfang 2021 ist das Werk erschienen. Im Rahmen des Podcasts „Mit Herz und Haltung“ habe ich mit Diana Feuerbach darĂŒber gesprochen, wie sie Pater KnĂŒfer kennengelernt hat und welche Rolle er in ihrem Leben spielte. Außerdem gibt es spannende Einblicke in den Entstehungsprozess des Hörbuches, oder, wie KnĂŒfer es lieber bezeichnete, Hör-Bildes. Zu hören u.a. bei Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music oder auch gleich hier:

Mit Herz und Verstand Kirche und Welt erneuern

Neu strukturierter Katholikenrat Dresden-Meißen bestĂ€tigt Vorsitzende Martina Breyer im Amt und lĂ€dt zu Bistumsumwelttag 2022 ein

Der neu gewĂ€hlte Vorstand (v.l.n.r.: Andreas Bayer, Martina Breyer (Vorsitzende), Katharina Giesder, Angelika Pohler, Stephanie Hauk (GeschĂ€ftsfĂŒhrerin), Elisa Vogginger und Rafael Ledschbor. Nicht im Bild. Norbert Grellmann.

ZWOCHAU. “Es gibt auch ein christliches sapere aude: die Aufforderung ‘Habe Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienen’, gilt auch und gerade fĂŒr Getaufte und Gefirmte!” An diesen Gedanken des frĂŒheren bayrischen Kultusministers und ZdK-PrĂ€sidenten Hans Maier erinnerte die bisherige und kĂŒnftige Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen, Martina Breyer, in ihrem Bericht zur Lage von Kirche und Gesellschaft. Dieser stand am Beginn des zweiten Sitzungstages der katholischen Kirchenvolksvertretung, die ihr FrĂŒhjahrstreffen coronabedingt erst jetzt im Sommer durchfĂŒhren konnte.

Breyer verwies auf die vielfĂ€ltigen Aufgabenfelder, die sich Christinnen und Christen im Bistum stellten – Ökumene, interreligiöser Dialog, das Mitgestalten der Gesellschaft, Aufarbeitung und PrĂ€vention von Missbrauch, das Neu-Denken von Gemeindeleben nach PfarreineugrĂŒndungen und Corona, der Synodale Weg der deutschen Kirche und die Sorge um die Zukunft des Planeten. Die in Trebsen lebende 57jĂ€hrige griff eine Idee des Naturschutzbundes (NABU) zur bevorstehenden Bundestagswahl auf: “Was wĂ€re unser Wahlversprechen, das wir der Natur und unseren Kindern geben könnten,” fragt die Organisation. Eine Frage, die man sich auch als Christinnen und Christen stellen könne, so Breyer: “Wem fĂŒhlen wir uns verpflichtet mit unserer Stimme? Wem wĂŒrden wir so ein Wahlversprechen geben? Die Frohe Botschaft, Jesu Worte und die katholischen Soziallehre sind fĂŒr uns leitend.”

Eine Ansprache, die wachrĂŒtteln wollte und beeindruckte: in den turnusgemĂ€ĂŸ anstehenden Wahlen wurde Martina Breyer, die im Rat die Pfarrei St. Franziskus Wurzen vertritt, von einer deutlichen Mehrheit der Katholikenratsmitglieder erneut zur Vorsitzenden gewĂ€hlt; es ist ihre zweite Amtsperiode. 

Die gesamte Vollversammlung war geprĂ€gt von Neuem und BewĂ€hrtem – nach der Reform der RĂ€teordnungen im Bistum kamen erstmals zu den Delegierten der VerbĂ€nde und geistlichen Gemeinschaften sowie den gewĂ€hlten Einzelpersönlichkeiten auch die Vertreterinnen und Vertreter aus den frisch konstituierten PfarreirĂ€ten der neugegrĂŒndeten Pfarreien im Bistum hinzu. 

KontinuitĂ€t und VerĂ€nderung – zwei Aspekte, die sich auch in der Wahl des neuen Ratsvorstandes niederschlugen: neben drei wiedergewĂ€hlten entschied sich die Vollversammlung auch fĂŒr drei neue Vorstandmitglieder. BestĂ€tigt wurden Rafael Ledschbor (Cyrill-Methodius-Verein, Ralbitz), Angelika Pohler (Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands kfd, Leipzig) und Norbert Grellmann (Kath. Erwachsenenbildung Sachsen KEBS, Taucha); neu in den Vorstand gewĂ€hlt wurden Elisa Vogginger (Fokolarbewegung, Dresden), Katharina Giesder (Pfarrei Hl. Mutter Theresa, Chemnitz) und Andreas Bayer (Arbeitsgemeinschaft junge Musik im Bistum Dresden-Meißen, AGJM, Crimmitschau). Ebenfalls wĂ€hlte der Katholikenrat seine Vertreterinnen und Vertreter ins Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und in den Diözesanpastoralrat. 

Ganz im Sinne des sapere aude-Gedankens arbeitete der Rat auf seiner Vollversammlung auch inhaltlich: wichtigstes Projekt ist hierbei der fĂŒr den 9. Juli 2022 auf der Zentraldeponie Cröbern im SĂŒden Leipzigs geplante Bistumsumwelttag “WERT.VOLL.LEBEN”, zu dem Katholikenrat und Bistum gemeinsam einladen und bereits fĂŒr die jetzt anlaufende Vorbereitungsphase um rege UnterstĂŒtzung aus dem ganzen Bistum werben. Auf Grundlage der Papstenzyklika “Laudato si” gehe es an diesem Aktionstag um das Nachdenken ĂŒber das eigene Verhalten in Sachen Umwelt, aber auch um ganz konkrete Ideen und Projekte fĂŒr eine nachhaltigere und fairere Zukunft. 

In GesprĂ€chsrunden mit Bischof Heinrich Timmerevers und Silke Meemken, seit 2020 Hauptabteilungsleiterin Pastoral im Bischöflichen Ordinariat, diskutierten die Ratsmitglieder außerdem u.a. ĂŒber “heiße Eisen” wie den gerade anlaufenden Strategieprozess im Bistum, der die kommenden drastischen Defizite in den kĂŒnftigen Bistumshaushalten abbauen soll. Auch zeigte sich, dass der geplante Ordinariatsneubau in Dresden ein Reizthema im Kirchenvolk bleibt, bei dem die Delegierten von den Verantwortlichen höhere Transparenz und ein wahrnehmbares andauerndes Nachdenken ĂŒber VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeiten erwarten.  Ăœber die Herausforderungen, die die Kirchen wĂ€hrend und nach der Corona-Krise in Seelsorge und Kommunikation zu bewĂ€ltigen haben, referierte Tobias KlĂ€den von der Katholischen Arbeitsstelle fĂŒr missionarische Pastoral (KAMP) aus Erfurt – auch zu diesen Fragen kamen die Delegierten in engagierten GruppengesprĂ€chen miteinander ins GesprĂ€ch.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (frĂŒher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewĂ€hlte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und reprĂ€sentiert die katholischen Frauen und MĂ€nner aus den Pfarreien, VerbĂ€nden und Initiativen Sachsens und OstthĂŒringens. Die nĂ€chste Vollversammlung des Gremiums ist fĂŒr den 6. November 2021 in Dresden geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen fĂŒr verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstĂŒtze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Hörfutter: ein paar Podcast-Tipps

Viel los gerade in Sachen Podcasts: zum einen ist da die aktuelle Folge von Heldenstadt, der Show, die ich zusammen mit meinem Kumpel Guido inzwischen im siebenten oder achten Jahr mache. Diesmal reden wir u.a. ĂŒber nervige Singvögel und Sauce Hollandaise.

Spannend auch das GesprĂ€ch, das ich neulich mit Dr. Joachim Klose von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Dresden fĂŒhren konnte. Wir haben uns ausgerechnet ĂŒber „Das Unsagbare“ unterhalten – hier könnt Ihr Euch das anhören.

Ebenfalls fĂŒr Mit Herz und Haltung, den Podcast der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen, entstanden ist eine Folge in Erinnerung an die schrecklichen Bilder und Nachrichten, die uns vor einem Jahr aus Bergamo in Italien erreichten. Darin sprechen wir u.a. mit dem einzigen der sechs an der Leipziger Uniklinik behandelten italienischen Corona-Patienten, der lebend nach Hause kehren konnte.

Lichtgestalt Sinéad

HĂ€tt‘ ich mir auch nicht trĂ€umen lassen… Dass ich mal in einer katholischen Wochenzeitung ĂŒber meine Begeisterung fĂŒr SinĂ©ad O’Connor schreiben darf! Der Tag des Herrn hat fĂŒr sein Advents-Spezial ein paar Leute nach deren „Lichtgestalten“ im Leben befragt. Diese Gelegenheit konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. 😉 Bei Interesse: das Spezial gibt’s auf der Seite des TdH als PDF zum Gratisdownload.

„Bewahrung der Schöpfung: das drĂ€ngendste Thema unserer Zeit!“

######## UPDATE 31.03.2020 ########
Wegen der aktuellen Corona-Situation wurde der Bistumsumwelttag verschoben, er findet also NICHT am 20. Juni 2020 statt. Neuer Termin steht noch nicht fest.
######## UPDATE 31.03.2020 ########

GesprĂ€ch mit Martina Breyer, der Vorsitzenden des Katholikenrates Dresden-Meißen, zum Bistumsumwelttag am 20. Juni 2020

Frau Breyer, fĂŒr diesen Juni bereitet der Katholikenrat zusammen mit Bischof Heinrich Timmerevers und dem Bistum Dresden-Meißen einen Bistumsumwelttag vor – am 20. Juni geht’s auf die Zentraldeponie Cröbern am Störmthaler See. Springen die Katholiken jetzt auf den “Fridays for Future”-Klimazug auf?

Martina Breyer: Wir springen auf keinen Zug auf, sondern wir beackern das drĂ€ngendste Thema unserer Tage! Es geht um die Bewahrung der Schöpfung und um Fragen der Gerechtigkeit, die damit direkt verbunden sind. Das zu bewahren und zu erhalten, was Gott uns Menschen geschenkt hat, ist ein Grundauftrag fĂŒr alle Christen. Auch haben wir dafĂŒr zu sorgen, dass die Gaben, die uns diese Schöpfung schenkt, gerecht verteilt werden und so allen dienen – Hunger, soziales Elend und rĂŒcksichtslose Ausbeutung sind Problemfelder, denen sich keiner verschließen darf. Ja, durch Bewegungen wie “Fridays for Future” sind diese Themen im Moment prĂ€senter denn je – aber das ist auch gut so. Es ist nur richtig und gut, dass Umwelt- und Klimafragen keine Nebensachen sind, sondern im Fokus des gesellschaftlichen Bewusstseins angekommen sind.

Warum darf ich den Bistumsumwelttag am 20. Juni nicht verpassen?

Martina Breyer: Weil schon ein Tag einen großen Unterschied machen kann! Wir laden alle ein, sich ein paar Stunden ganz konkret mit Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit zu beschĂ€ftigen. Was passiert mit all dem MĂŒll, den wir jeden Tag produzieren? Wie kann ich ganz praktisch MĂŒll vermeiden, zu Hause, in meinem Verein, im Pfarrhaus oder im Garten? Wie halte ich es mit meinem Konsum? Was brauche ich wirklich? Welche Auswirkungen hat mein Handeln auf den Rest der Welt? Das sind alles Themen, die zur Sprache kommen werden: in Workshops, bei FĂŒhrungen ĂŒber das GelĂ€nde, in Diskussionen, VortrĂ€gen. Ein Markt der Möglichkeiten zeigt auf, auf wie vielen Feldern man sich engagieren kann. Jeder bringt seine Erfahrungen und Ideen mit, und geht spĂ€ter hoffentlich mit neuen, konkreten Ideen zurĂŒck in seinen Alltag.

Das klingt ja fast nach 
 Spaß?!

Martina Breyer: Naja, wir hoffen auf alle FĂ€lle, dass der Bistumsumwelttag ein fröhlicher Tag, auch ein Fest wird. Gott hat uns diese Schöpfung geschenkt, anvertraut – und wir dĂŒrfen sie gestalten. Das ist doch toll! Jammern nĂŒtzt nichts, den Kopf in den Sand stecken aber eben auch nicht. Deshalb sagen wir gemeinsam mit Bischof Heinrich: voller Gottvertrauen packen wir die Probleme an, suchen nach Lösungen, bringen uns ein und gehen gestĂ€rkt nach Hause. NatĂŒrlich sind die Themen ernst und wichtig – trotzdem können wir sie mit Optimismus und Empathie angehen! Auch wollen wir die spirituelle Dimension nicht außer Acht lassen: so wird es am 20. Juni bei Gebetszeiten oder auf einem Klageweg Gelegenheit geben, unsere Sorge um die Umwelt vor Gott zu bringen.

Eine wichtige Rolle spielt an dem Tag auch “Laudato Si”, die Enzyklika von Papst Franziskus, die 2015 erschienen ist 


Martina Breyer: 
 und die heute aktueller denn je ist! Ganz genau. Franziskus zeigt schonungslos auf, in welcher Schieflage die Welt derzeit ist. Dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen gehören. Dass der Schutz von Natur und Umwelt und die Sorge um die Menschen zwei Seiten einer Medaille sind. Etwa die Menschen auf der SĂŒdhalbkugel, die unter unserem Wohlstand hier auf der Nordhalbkugel zutiefst leiden mĂŒssen. Der Papst ist da unmissverstĂ€ndlich und nimmt da keinen aus. Wir als Christen haben uns darum zu kĂŒmmern. Nicht in großen Sonntagsreden, oder durch kurzatmigen Aktionismus, sondern dauerhaft und nachhaltig. Jede und jeder an ihrem und seinem Platz im Leben.

Zum Bistumsumwelttag sind demnach nicht nur Katholik*innen aus Sachsen und OstthĂŒringen willkommen?

Martina Breyer: Ganz im Gegenteil. Dieser Tag ist offen fĂŒr alle, denen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit am Herzen liegen. Die etwas Konkretes bewegen und verĂ€ndern wollen. Die schlauer werden wollen, die in ihrem Umfeld etwas probieren möchten. Ich lade Sie alle ein, am Samstag, 20. Juni in Cröbern dabei zu sein! Mehr noch: bitte bringen Sie Ihre interessierten Freund*innen, Nachbarn, Kolleg*innen mit – alle, die etwas zum Guten hin bewegen, Ă€ndern wollen, sind herzlich willkommen.

Frau Breyer, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen fĂŒr verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstĂŒtze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Beruflich BrĂŒcken bauen

In der Rubrik „Abenteuer im Beruf“ der gkp-Informationen, der Mitgliederzeitschrift der Gesellschaft katholischer Publizisten Deutschlands e.V., berichten Monat fĂŒr Monat Mitglieder ĂŒber ihren Arbeitsalltag in den verschiedensten publizistischen Berufen. In diesem Sommer (Ausgabe 7/2019) sollte ich Auskunft geben ĂŒber das Abenteuerliche an dem, was ich Tag fĂŒr Tag als katholischer Kirchenredakteur und Radio-Texter so verzapfe. Warum ich mein Tun mit dem eines BrĂŒckenbauers vergleiche, könnt Ihr hier auf der Website der gkp nachlesen (pdf).

Aus 3 wird 1: Interview zur PfarreineugrĂŒndung im Leipziger Norden

Seit Ende 2013 begleiten Martina Breyer, die Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen, und ich den pastoralen Erkundungsprozess im Leipziger Norden als Moderatoren und zusĂ€tzlich in prozessberatender Funktion. Drei Gemeinden und viele kirchliche Orte bilden seit dieser Zeit eine sogenannte „Verantwortungsgemeinschaft“. Nun ist der Prozess an einem entscheidenden Punkt angekommen: am Sonntag (27.10.) wird die Pfarrei „St. Georg Leipzig-Nord“ durch Bischof Heinrich Timmerevers offiziell neu gegrĂŒndet, in der die bislang eigenstĂ€ndigen katholischen Gemeinden der Leipziger Stadtteile Wiederitzsch, Wahren und Gohlis zusammengefĂŒhrt werden.

Schon zu Beginn des Prozesses hat mich Hubert Sievert vom Gemeindebrief „Georgsbote“ zu dem befragt, was da an Reformen und VerĂ€nderungen auf die Katholiken im Leipziger Norden zukommt. Nun hat mich Hubert erneut befragt, in einer Art Bilanz-Interview zum bisher Geschafften. Das komplette Interview könnt Ihr in der aktuellen Ausgabe des Georgsboten (pdf) lesen (Seiten 4-6).

Das war „die pastorale!“ 2019

Nun ist sie schon wieder Geschichte, die Fachmesse und Ideenbörse die pastorale!, letzte Woche in Magdeburg. Als Teil des Vorbereitungs- und Leitungsteams klingen die vier Tage natĂŒrlich noch nach. Noch immer kann ich kaum glauben, wie geschmeidig und rund alles lief – es hat riesigen Spaß gemacht, in einem Team zu arbeiten, in dem wirklich allen daran gelegen ist, trotz ĂŒberschaubarer Ressourcen eine bestmögliche Veranstaltung zu zaubern. Von den Workshops ĂŒber die Keynotes und die Pressearbeit bis hin zum Kulturprogramm, ĂŒberall gab es ĂŒberraschende Momente, inspirierende Gedanken und konstruktive GesprĂ€che. NatĂŒrlich freut es mich/uns sehr, dass die RĂŒckmeldungen der rund 1.300 Teilnehmenden so positiv waren.

Und natĂŒrlich machen wir uns in den nĂ€chsten Wochen daran, die pastorale! ausfĂŒhrlich nachzubereiten und auszuwerten. Zum einen werden die Keynotes als Videos veröffentlicht, zum anderen besprechen wir im November mit etwas Abstand die ganze Tagung noch einmal intensiv. Bis dahin freu ich aber einfach noch ein wenig weiter ĂŒber diese unkonventionelle Kirchen-Convention, die wir da hingelegt haben. Die Collage oben zeigt ĂŒbrigens Tobias Petzoldt von Zwischenfall und mich bei unserem Musik- und Texte-Programm wĂ€hrend der pastorale! Auch so ein Experiment, uns beide zusammen auf eine BĂŒhne zu stellen. Schnell war klar: Versuch geglĂŒckt, das machen wir mal wieder!

Zum RĂŒckblick hier nun Links zu einigen Berichten rund um die pastorale! 2019:

Da wĂ€re zunĂ€chst mal unsere eigene Pressearbeit – etwa die Bilanz-Pressemitteilung und natĂŒrlich die tĂ€glichen Fotoschauen von Walter Wetzler, unsrem Veranstaltungfotografen.

Domradio.de hat zahlreiche KNA-BeitrĂ€ge ĂŒbernommen: z.B. 1, 2, 3, 4, 5

Das Bonifatiuswerk war Mitveranstalter und hat natĂŒrlich ebenfalls berichtet. Auch der Tag des Herrn fungierte als Mitveranstalter und hat bereits im Vorfeld ausgiebig fĂŒr die Veranstaltung getrommelt, etwa mit einer Sonderausgabe zum Thema Kirche in der Diaspora (pdf). AusfĂŒhrliche Berichte wird es in der Ausgabe vom 29. September geben (wird ggf. nachgereicht).

Sehr lesenswert sind auch die Artikel von Elisabeth Meuser von der Pressestelle des Bistums Dresden-Meißen: hier, hier, hier und hier. Auch Susanne Sperling vom Bistum Magdeburg hat natĂŒrlich berichtet: 1, 2, 3, 4, 5.

Schließlich sind da noch die beiden kurzen Nachberichte, die am 22. September in unserer Sendung „Themen, die Sachsen bewegen“ bei RADIO PSR gelaufen sind: 1, 2.

Ach so. Und das passiert, wenn man als Presse-Mitverantwortlicher der KNA-Kollegin exklusive Insider-Zahlen zuspielt:

Das war sie also, die pastorale! 2019. Gott sei Dank, dass es sie gab.

Fotos oben: (c) Walter Wetzler (2), ich (1).

Bewahrung der Schöpfung: Pflichtaufgabe fĂŒr jeden Christen

Katholikenrat beschÀftigt sich mit Umweltenzyklika des Papstes und plant bistumsweiten Aktionstag

SCHMOCHTITZ. FĂŒr einen bistumsweiten Intitativ- und Aktionstag zu “Laudato Si”, der Umweltenzyklika von Papst Franziskus, hat sich der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen ausgesprochen. “Dieses wegweisende Schreiben zur Bewahrung der Schöpfung ist – wenngleich es so dringend ist – leider noch lange nicht in den Köpfen und Herzen aller Katholiken unseres Bistum angekommen,” erlĂ€utert die Ratsvorsitzende Martina Breyer. “Deshalb planen wir fĂŒr Juni 2020 einen Tag fĂŒr alle, die tiefer in ‘Laudato Si’ einsteigen wollen und sich ganz konkret in ihrer Gemeinde fĂŒr mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein stark machen.”

Die Herbstvollversammlung des Katholikenrates am letzten Oktoberwochenende im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz stellte den Auftakt fĂŒr die Vorbereitungen dieses Bistumstages dar. Als Referent konnte Gregor Henckel-Donnersmarck gewonnen werden. Der Altabt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz im Wienerwald (Niederösterreich), der vor seiner Zeit als Priestermönch GeschĂ€ftsfĂŒhrer eines Speditionsunternehmens war, verstand es, seine Begeisterung fĂŒr die Enzyklika an die rund 35 Ratsmitglieder weiterzugeben: “‘Laudato Si’ steht klar in einer Reihe mit den anderen großen Schreiben der PĂ€pste zu Themen der katholischen Soziallehre. RevolutionĂ€r ist diesmal, dass Franziskus Wirtschaft und Ökonomie in direkten Zusammenhang mit Ökologie, Klimawandel und soziale Fragen stellt. Der Papst ist dabei unmissverstĂ€ndlich: die Bewahrung der Schöpfung ist kein Kann, sondern ein Muss fĂŒr jeden Christen.” In Kleingruppen tauschten die Frauen und MĂ€nner aus allen Teilen des Bistums daraufhin ihre ersten Ideen fĂŒr die Ziele und Inhalte des Aktionstages aus.

Auch weitere aktuelle Fragen standen auf der Tagesordnung des Rates: so ging es in einer intensiven Diskussion mit Stephan von Spies, Justiziar und PrĂ€ventionsbeauftragter des Bistums Dresden-Meißen, um die Aufarbeitung der hiesigen FĂ€lle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche und um die Auswirkungen der jĂŒngst durch die Bischofskonferenz vorgestellten bundesweiten Studie zum gleichen Thema.

In ihrem Bericht des Vorstands mahnte die Vorsitzende Breyer eine konstruktive GesprĂ€chs- und Debattenkultur an – innerhalb des Rates, aber auch innerhalb der sich im Wandel befindlichen Verantwortungsgemeinschaften und Neu-Gemeinden im Bistum: “Es braucht die Vielfalt der Sichtweisen in unseren Versammlungen, sie gehört ins Wort gehoben, ausgesprochen”, so Martina Breyer. “Wir stehen auf einem gemeinsamen starken Fundament. In unserer Verschiedenheit haben wir auch unterschiedliche ZugĂ€nge zu unserem Glauben und unserer Kirche. Das gilt es wertfrei festzustellen – hier gibt es kein besser oder schlechter, kein mehr oder weniger katholisch.”

SpĂŒrbar von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen geprĂ€gt waren schließlich die zahlreichen Kleingruppen-TischgesprĂ€che zu aktuellen Themen und Projekten im Bistum, die am Samstagnachmittag den Schlusspunkt der Herbstvollversammlung darstellten – ob am Tisch “Was ich schon immer mal dem Katholikenrats-Vorstand sagen wollte”, am Tisch der Katholischen Akademie des Bistums, an dem neue Reihen und Ideen fĂŒr 2019 vorgestellt wurden, oder auch am Tisch von Engagiert-katholisch.de, dem TrĂ€gerverein fĂŒr Ehrenamt im Bistum, wo Herausforderungen und Probleme Ehrenamtlicher diskutiert wurden.

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen (frĂŒher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewĂ€hlte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und reprĂ€sentiert die katholischen Frauen und MĂ€nner aus den Pfarreien, VerbĂ€nden und Initiativen Sachsens und OstthĂŒringens. Die nĂ€chste Vollversammlung des Gremiums ist fĂŒr den 16. MĂ€rz 2019 in Plauen/Vogtland geplant.

Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-Meißen fĂŒr verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstĂŒtze den Vorstand in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit.

Fotos: Stephanie Hauk, Rafael Ledschbor.