
######## UPDATE 31.03.2020 ########
Wegen der aktuellen Corona-Situation wurde der Bistumsumwelttag verschoben, er findet also NICHT am 20. Juni 2020 statt. Neuer Termin steht noch nicht fest.
######## UPDATE 31.03.2020 ########
GesprĂ€ch mit Martina Breyer, der Vorsitzenden des Katholikenrates Dresden-MeiĂen, zum Bistumsumwelttag am 20. Juni 2020
Frau Breyer, fĂŒr diesen Juni bereitet der Katholikenrat zusammen mit Bischof Heinrich Timmerevers und dem Bistum Dresden-MeiĂen einen Bistumsumwelttag vor – am 20. Juni gehtâs auf die Zentraldeponie Cröbern am Störmthaler See. Springen die Katholiken jetzt auf den âFridays for Futureâ-Klimazug auf?
Martina Breyer: Wir springen auf keinen Zug auf, sondern wir beackern das drĂ€ngendste Thema unserer Tage! Es geht um die Bewahrung der Schöpfung und um Fragen der Gerechtigkeit, die damit direkt verbunden sind. Das zu bewahren und zu erhalten, was Gott uns Menschen geschenkt hat, ist ein Grundauftrag fĂŒr alle Christen. Auch haben wir dafĂŒr zu sorgen, dass die Gaben, die uns diese Schöpfung schenkt, gerecht verteilt werden und so allen dienen – Hunger, soziales Elend und rĂŒcksichtslose Ausbeutung sind Problemfelder, denen sich keiner verschlieĂen darf. Ja, durch Bewegungen wie âFridays for Futureâ sind diese Themen im Moment prĂ€senter denn je – aber das ist auch gut so. Es ist nur richtig und gut, dass Umwelt- und Klimafragen keine Nebensachen sind, sondern im Fokus des gesellschaftlichen Bewusstseins angekommen sind.
Warum darf ich den Bistumsumwelttag am 20. Juni nicht verpassen?
Martina Breyer: Weil schon ein Tag einen groĂen Unterschied machen kann! Wir laden alle ein, sich ein paar Stunden ganz konkret mit Fragen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit zu beschĂ€ftigen. Was passiert mit all dem MĂŒll, den wir jeden Tag produzieren? Wie kann ich ganz praktisch MĂŒll vermeiden, zu Hause, in meinem Verein, im Pfarrhaus oder im Garten? Wie halte ich es mit meinem Konsum? Was brauche ich wirklich? Welche Auswirkungen hat mein Handeln auf den Rest der Welt? Das sind alles Themen, die zur Sprache kommen werden: in Workshops, bei FĂŒhrungen ĂŒber das GelĂ€nde, in Diskussionen, VortrĂ€gen. Ein Markt der Möglichkeiten zeigt auf, auf wie vielen Feldern man sich engagieren kann. Jeder bringt seine Erfahrungen und Ideen mit, und geht spĂ€ter hoffentlich mit neuen, konkreten Ideen zurĂŒck in seinen Alltag.
Das klingt ja fast nach ⊠Spa�!
Martina Breyer: Naja, wir hoffen auf alle FĂ€lle, dass der Bistumsumwelttag ein fröhlicher Tag, auch ein Fest wird. Gott hat uns diese Schöpfung geschenkt, anvertraut – und wir dĂŒrfen sie gestalten. Das ist doch toll! Jammern nĂŒtzt nichts, den Kopf in den Sand stecken aber eben auch nicht. Deshalb sagen wir gemeinsam mit Bischof Heinrich: voller Gottvertrauen packen wir die Probleme an, suchen nach Lösungen, bringen uns ein und gehen gestĂ€rkt nach Hause. NatĂŒrlich sind die Themen ernst und wichtig – trotzdem können wir sie mit Optimismus und Empathie angehen! Auch wollen wir die spirituelle Dimension nicht auĂer Acht lassen: so wird es am 20. Juni bei Gebetszeiten oder auf einem Klageweg Gelegenheit geben, unsere Sorge um die Umwelt vor Gott zu bringen.

Eine wichtige Rolle spielt an dem Tag auch âLaudato Siâ, die Enzyklika von Papst Franziskus, die 2015 erschienen ist âŠ
Martina Breyer: ⊠und die heute aktueller denn je ist! Ganz genau. Franziskus zeigt schonungslos auf, in welcher Schieflage die Welt derzeit ist. Dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen gehören. Dass der Schutz von Natur und Umwelt und die Sorge um die Menschen zwei Seiten einer Medaille sind. Etwa die Menschen auf der SĂŒdhalbkugel, die unter unserem Wohlstand hier auf der Nordhalbkugel zutiefst leiden mĂŒssen. Der Papst ist da unmissverstĂ€ndlich und nimmt da keinen aus. Wir als Christen haben uns darum zu kĂŒmmern. Nicht in groĂen Sonntagsreden, oder durch kurzatmigen Aktionismus, sondern dauerhaft und nachhaltig. Jede und jeder an ihrem und seinem Platz im Leben.
Zum Bistumsumwelttag sind demnach nicht nur Katholik*innen aus Sachsen und OstthĂŒringen willkommen?
Martina Breyer: Ganz im Gegenteil. Dieser Tag ist offen fĂŒr alle, denen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit am Herzen liegen. Die etwas Konkretes bewegen und verĂ€ndern wollen. Die schlauer werden wollen, die in ihrem Umfeld etwas probieren möchten. Ich lade Sie alle ein, am Samstag, 20. Juni in Cröbern dabei zu sein! Mehr noch: bitte bringen Sie Ihre interessierten Freund*innen, Nachbarn, Kolleg*innen mit – alle, die etwas zum Guten hin bewegen, Ă€ndern wollen, sind herzlich willkommen.
Frau Breyer, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!
Disclosure:
Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-MeiĂen fĂŒr verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstĂŒtze den Vorstand in Fragen der Ăffentlichkeitsarbeit.