Was Sie jetzt gleich lesen, könnte dazu fĂŒhren, dass Sie mich fĂŒr naiv halten. Oder fĂŒr einen unverbesserlichen Optimisten. Aber damit kann ich leben. Nun denn: Ich wĂŒnsche mir, dass sich nach der Bundestagswahl tatsĂ€chlich etwas verĂ€ndert in Deutschland â nĂ€mlich die Art, wie wir miteinander umgehen!
Denn ich bin mĂŒde vom stĂ€ndigen Gepoltere gegen das, was einem selbst nicht in den Kram passt. Das geht los bei SĂ€tzen wie âDie da oben kĂŒmmern sich doch eh nur um sichâ und hört bei âMein Nachbar, dieser Depp, hat seit Wochen den Rasen nicht gemĂ€ht!â noch lange nicht auf. SpĂŒren Sie auch, dass der Umgangston in unserer Gesellschaft deutlich rauer geworden ist? Klar kann man da schön auf andere zeigen â auf âdie Medienâ oder âdie Regierendenâ. Aber auch und gerade die ganz normalen GesprĂ€che bei Familienfeiern, nach Gottesdiensten oder bei zufĂ€lligen Treffen driften oft ab in gegenseitige Belehrungen und Debatten, bei denen man den anderen von der eigenen, viel richtigeren Meinung zu ĂŒberzeugen versucht.
Ganz gleich, wie die Bundestagswahl morgen ausgeht und wer da kĂŒnftig Verantwortung ĂŒbernimmt: Ich wĂŒnsche mir, dass diese Menschen eine faire Chance bekommen. Dass man nicht geradezu darauf wartet, wer wann endlich den ersten Fauxpas liefert, ĂŒber den man sich genĂŒsslich echauffieren kann.
Ja, ich wĂŒnsche mir mehr MitgefĂŒhl, Fairness und Freundlichkeit. Denn das gefĂ€llt nicht nur naiven Menschen und unverbesserlichen Optimisten.
Hinweis: Diesen Text habe ich fĂŒr die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 25. September 2021 in der Kolumnen-Reihe âGedanken zum Wochenendeâ erschienen ist.
Vor einem Jahr, im Sommer 2020, verstarb in MĂŒnchen der Jesuitenpater Bernd KnĂŒfer. Seit den frĂŒhen Neunzigern wirkte der gebĂŒrtige OberpfĂ€lzer in Leipzig â erst als Studentenpfarrer, bald als einer, der sich ganz aktiv den 85 Prozent Religionslosen der Stadt zuwenden wollte â als MitgrĂŒnder der „Orientierung“, der Kontaktstelle der katholischen Kirche in der Leipziger Innenstadt. Predigten in der Nikolaikirche machten ihn ebenso bekannt wie die Tatsache, dass er im „Raum der Stille“ der „Kontaktstelle Orientierung“ regelmĂ€Ăig auch Yoga und Zen-Meditation unterrichtete.
Im Jahr 2019, der Umzug des inzwischen ĂŒber 80-jĂ€hrigen von Leipzig nach MĂŒnchen war beschlossene Sache, gelang es der in Leipzig lebenden Schriftstellerin und Autorin Diana Feuerbach, KnĂŒfer zur Produktion eines Hörbuches ĂŒber sein Leben zu ĂŒberreden. Nach anfĂ€nglichem Zögern lieĂ sich der Jesuit auf das Projekt ein, Anfang 2021 ist das Werk erschienen. Im Rahmen des Podcasts „Mit Herz und Haltung“ habe ich mit Diana Feuerbach darĂŒber gesprochen, wie sie Pater KnĂŒfer kennengelernt hat und welche Rolle er in ihrem Leben spielte. AuĂerdem gibt es spannende Einblicke in den Entstehungsprozess des Hörbuches, oder, wie KnĂŒfer es lieber bezeichnete, Hör-Bildes. Zu hören u.a. bei Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music oder auch gleich hier:
Neu strukturierter Katholikenrat Dresden-MeiĂen bestĂ€tigt Vorsitzende Martina Breyer im Amt und lĂ€dt zu Bistumsumwelttag 2022 ein
Der neu gewĂ€hlte Vorstand (v.l.n.r.: Andreas Bayer, Martina Breyer (Vorsitzende), Katharina Giesder, Angelika Pohler, Stephanie Hauk (GeschĂ€ftsfĂŒhrerin), Elisa Vogginger und Rafael Ledschbor. Nicht im Bild. Norbert Grellmann.
ZWOCHAU. âEs gibt auch ein christliches sapere aude: die Aufforderung âHabe Mut, Dich Deines Verstandes zu bedienenâ, gilt auch und gerade fĂŒr Getaufte und Gefirmte!â An diesen Gedanken des frĂŒheren bayrischen Kultusministers und ZdK-PrĂ€sidenten Hans Maier erinnerte die bisherige und kĂŒnftige Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Dresden-MeiĂen, Martina Breyer, in ihrem Bericht zur Lage von Kirche und Gesellschaft. Dieser stand am Beginn des zweiten Sitzungstages der katholischen Kirchenvolksvertretung, die ihr FrĂŒhjahrstreffen coronabedingt erst jetzt im Sommer durchfĂŒhren konnte.
Breyer verwies auf die vielfĂ€ltigen Aufgabenfelder, die sich Christinnen und Christen im Bistum stellten â Ăkumene, interreligiöser Dialog, das Mitgestalten der Gesellschaft, Aufarbeitung und PrĂ€vention von Missbrauch, das Neu-Denken von Gemeindeleben nach PfarreineugrĂŒndungen und Corona, der Synodale Weg der deutschen Kirche und die Sorge um die Zukunft des Planeten. Die in Trebsen lebende 57jĂ€hrige griff eine Idee des Naturschutzbundes (NABU) zur bevorstehenden Bundestagswahl auf: âWas wĂ€re unser Wahlversprechen, das wir der Natur und unseren Kindern geben könnten,â fragt die Organisation. Eine Frage, die man sich auch als Christinnen und Christen stellen könne, so Breyer: âWem fĂŒhlen wir uns verpflichtet mit unserer Stimme? Wem wĂŒrden wir so ein Wahlversprechen geben? Die Frohe Botschaft, Jesu Worte und die katholischen Soziallehre sind fĂŒr uns leitend.â
Eine Ansprache, die wachrĂŒtteln wollte und beeindruckte: in den turnusgemÀà anstehenden Wahlen wurde Martina Breyer, die im Rat die Pfarrei St. Franziskus Wurzen vertritt, von einer deutlichen Mehrheit der Katholikenratsmitglieder erneut zur Vorsitzenden gewĂ€hlt; es ist ihre zweite Amtsperiode.
Die gesamte Vollversammlung war geprĂ€gt von Neuem und BewĂ€hrtem â nach der Reform der RĂ€teordnungen im Bistum kamen erstmals zu den Delegierten der VerbĂ€nde und geistlichen Gemeinschaften sowie den gewĂ€hlten Einzelpersönlichkeiten auch die Vertreterinnen und Vertreter aus den frisch konstituierten PfarreirĂ€ten der neugegrĂŒndeten Pfarreien im Bistum hinzu.
KontinuitĂ€t und VerĂ€nderung â zwei Aspekte, die sich auch in der Wahl des neuen Ratsvorstandes niederschlugen: neben drei wiedergewĂ€hlten entschied sich die Vollversammlung auch fĂŒr drei neue Vorstandmitglieder. BestĂ€tigt wurden Rafael Ledschbor (Cyrill-Methodius-Verein, Ralbitz), Angelika Pohler (Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands kfd, Leipzig) und Norbert Grellmann (Kath. Erwachsenenbildung Sachsen KEBS, Taucha); neu in den Vorstand gewĂ€hlt wurden Elisa Vogginger (Fokolarbewegung, Dresden), Katharina Giesder (Pfarrei Hl. Mutter Theresa, Chemnitz) und Andreas Bayer (Arbeitsgemeinschaft junge Musik im Bistum Dresden-MeiĂen, AGJM, Crimmitschau). Ebenfalls wĂ€hlte der Katholikenrat seine Vertreterinnen und Vertreter ins Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und in den Diözesanpastoralrat.
Ganz im Sinne des sapere aude-Gedankens arbeitete der Rat auf seiner Vollversammlung auch inhaltlich: wichtigstes Projekt ist hierbei der fĂŒr den 9. Juli 2022 auf der Zentraldeponie Cröbern im SĂŒden Leipzigs geplante Bistumsumwelttag âWERT.VOLL.LEBENâ, zu dem Katholikenrat und Bistum gemeinsam einladen und bereits fĂŒr die jetzt anlaufende Vorbereitungsphase um rege UnterstĂŒtzung aus dem ganzen Bistum werben. Auf Grundlage der Papstenzyklika âLaudato siâ gehe es an diesem Aktionstag um das Nachdenken ĂŒber das eigene Verhalten in Sachen Umwelt, aber auch um ganz konkrete Ideen und Projekte fĂŒr eine nachhaltigere und fairere Zukunft.
In GesprĂ€chsrunden mit Bischof Heinrich Timmerevers und Silke Meemken, seit 2020 Hauptabteilungsleiterin Pastoral im Bischöflichen Ordinariat, diskutierten die Ratsmitglieder auĂerdem u.a. ĂŒber âheiĂe Eisenâ wie den gerade anlaufenden Strategieprozess im Bistum, der die kommenden drastischen Defizite in den kĂŒnftigen Bistumshaushalten abbauen soll. Auch zeigte sich, dass der geplante Ordinariatsneubau in Dresden ein Reizthema im Kirchenvolk bleibt, bei dem die Delegierten von den Verantwortlichen höhere Transparenz und ein wahrnehmbares andauerndes Nachdenken ĂŒber VerhĂ€ltnismĂ€Ăigkeiten erwarten. Ăber die Herausforderungen, die die Kirchen wĂ€hrend und nach der Corona-Krise in Seelsorge und Kommunikation zu bewĂ€ltigen haben, referierte Tobias KlĂ€den von der Katholischen Arbeitsstelle fĂŒr missionarische Pastoral (KAMP) aus Erfurt â auch zu diesen Fragen kamen die Delegierten in engagierten GruppengesprĂ€chen miteinander ins GesprĂ€ch.
Der Katholikenrat im Bistum Dresden-MeiĂen (frĂŒher: Diözesanrat) ist die demokratisch gewĂ€hlte und anerkannte Vertretung des Kirchenvolkes und reprĂ€sentiert die katholischen Frauen und MĂ€nner aus den Pfarreien, VerbĂ€nden und Initiativen Sachsens und OstthĂŒringens. Die nĂ€chste Vollversammlung des Gremiums ist fĂŒr den 6. November 2021 in Dresden geplant.
Disclosure: Dieser Text ist von mir im Auftrag des Katholikenrates im Bistum Dresden-MeiĂen fĂŒr verschiedene kirchliche Medien verfasst worden. Ich bin selbst Mitglied des Katholikenrates und unterstĂŒtze den Vorstand in Fragen der Ăffentlichkeitsarbeit.
Eigentlich wĂŒrde unsere Familie an diesem Wochenende ein groĂes Fest feiern: den 80. meines Onkels. Normalerweise reist da die ganze Sippe aus allen Ecken des Landes an â Neffen und Nichten, Kind und Kegel, Enkel und Urenkel. Wir wĂŒrden gut essen und trinken, es gĂ€be ein selbstgebautes Kulturprogramm und nachts, bevor das Taxi einen nach Hause kutschiert, lĂ€gen wir uns in den Armen, um uns gegenseitig zu versichern: Das sollten wir viel, viel hĂ€ufiger machen, nicht wahr?
Eigentlich. Normalerweise.
WĂŒrde, hĂ€tte, könnte. Das ist jetzt schon der dritte oder vierte groĂe Anlass, den unsere Familie wegen Corona nicht feiern kann wie ĂŒblich â Sie merken, wir feiern gern und viel! Ein weiterer Plan also, durchkreuzt durch diese Pandemie. NatĂŒrlich verstehen wir das. Halten wir uns an die Regeln. Sind vernĂŒnftig. Trotzdem fĂŒhlt es sich doof an, wenn das, worauf man sich freut und was man sich erhofft, dann nicht stattfinden kann. Ja, Corona ist von Anfang an auch eine Ăbung in Demut und Geduld. Bei vielen geht es dabei um deutlich Wichtigeres als um Geburtstagspartys: um Existenzen, die Gesundheit und mehr.
Als Christ darf ich aber nach wie vor auf Gott vertrauen: âGott, viele meiner PlĂ€ne werden gerade durchkreuzt. Hilf mir, trotzdem geduldig und zuversichtlich zu bleiben.â Ja, ich baue darauf, dass ich trotz PlanĂ€nderungen, Krisen und Sorgen auch weiter voller Hoffnung in die Zukunft schauen darf: die nĂ€chste zĂŒnftige Familienfete kommt bestimmt.
Hinweis: Diesen Text habe ich fĂŒr die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 8. Mai 2021 in der Kolumnen-Reihe âGedanken zum Wochenendeâ erschienen ist.
Spannend auch das GesprĂ€ch, das ich neulich mit Dr. Joachim Klose von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Dresden fĂŒhren konnte. Wir haben uns ausgerechnet ĂŒber „Das Unsagbare“ unterhalten – hier könnt Ihr Euch das anhören.
Gesehen: Chris Barron, Rockwood Music Hall, New York (webcast) Chris Barron, Thirsty Thursday Happy Hours (siehe oben) Lee Pardini, ETA, Los Angeles (Album Release Show, Webcast) John Popper & Ben Wilson – 2021-02-13 – Vilar Performing Arts Center, Beaver Creak, CO (webcast) Selig, 2021-03-13 – Club 100, Bremen (Myriaden Release Show)
Gelesen: Stefan Maria Alof – Do legst di nieda! Von SĂ€rgen, Schnitzeln und der Schockstarre der Kirche. Timo Platte – Nicht mehr schweigen. Der lange Weg queerer Christinnen und Christen zu einem authentischen Leben
KlagezeitheiĂt eine neue ökumenische Gottesdienstreihe in Leipzig: „Hören, Schweigen und Beten in Zeiten der Pandemie“, so der Untertitel. Jeden Freitag 17 Uhr treffen sich Christ*innen in der Peters- oder der Propsteikirche (und im Livestream), um zu klagen. Also, um vor Gott zu bringen, was sie jetzt, in der Corona-Krise, belastet und bewegt. Hier soll es keinen Instant-Trost von der Kanzel regnen. Vielmehr ist die Idee, Gott die Klage, die Sorge erstmal klar und deutlich hinzuhalten. Wie einst in den Klagepsalmen …
Zu diesem Projekt und zum Wert von Klage durfte ich ein spannendes Interview mit Dr. Kerstin Menzel und Propst Gregor Giele fĂŒhren, die beide das Klagezeit-Projekt in Leipzig mitinitiiert haben. Ihr könnt das GesprĂ€ch anhören – in der aktuellen Folge des Podcasts „Mit Herz und Haltung“ der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-MeiĂen in Kooperation mit der RADIO PSR-Kirchenredaktion. Die gibt’s zum Beispiel hierund ĂŒberall, wo’s Podcasts gibt.
Wie war das doch gleich, in diesem Lied von Niels Frevert, in meinen Lieblingsliedern 2019? „So lebe wohl, du rettungslos verlorânes Jahr, ziehâ dahin mit dem FlĂŒstern des Flusses, Strömung tief und klar.“ Geradezu prophetisch, wenn ich so auf 2020 zurĂŒckschaue. Corona hat natĂŒrlich auch meinen Alltag geprĂ€gt: Home Office, Masken, Sorgen um Mitmenschen, mehr Zeit in Zoom verbracht als im Wald, you name it. Ganz fĂŒr den Arsch war 2020 aber trotzdem nicht: bin unheimlich stolz auf’s Handgemenge, mein Album mit Robert. GlĂŒcklich ĂŒber die eine Woche EP-Aufnahmen mit den 2zueins!-Jungs (mehr dazu 2021, versprochen). Begeistert von neuen Projekten wie dem Podcast Mit Herz und Haltung, froh ĂŒber Konstanten im Leben wie den Heldenstadt-Podcast mit Guido oder die Arbeit im Katholikenrat und im TrĂ€gerverein. Erleichtert, dass wir allen EinschrĂ€nkungen zum Trotz Woche fĂŒr Woche möglichstabwechslungsreicheRadiosendungen basteln konnten. Dass ich kurz vor der Pandemie in diesem Jahr noch Tirana und Albanien entdecken und im Sommer ein paar Tage in Potsdam Urlaub machen konnte, empfinde ich angesichts des aktuellen Lockdowns zum Jahreswechsel regelrecht als Privileg. Und doch: so viele durchkreuzte PlĂ€ne, so viele Menschen, denen ich nicht begegnen konnte, so viele Unsicherheiten, so viel Ungewohntes. Ich hoffe und bete, dass 2021 da wieder anders wird, dass wir mit Zuversicht und RĂŒcksicht die Pandemie in den Griff kriegen und so viel wie möglich von dem zurĂŒck bekommen, was uns gerade an Zwischenmenschlichem, NĂ€he und Kultur fehlt. So, Niels, jetzt Du nochmal, bitte. „Was vergangen ist, ist vergangen und lange her, irgendwann nur noch Rost an den HĂ€nden vom BrĂŒckengelĂ€nder.„
Danke, werter Besucher, fĂŒrâs Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2020 â ich freue mich auf 2021 und viele neue Lieder, BĂŒcher, Reisen, EindrĂŒcke, Momente und BlogeintrĂ€ge.
Gehört: Trey Anastasio – Lonely Trip Trey Anastasio Band – Burn It Down (Live) The Avett Brothers – The Third Gleam Chris Barron – 2020-06-11 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-06-18 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-06-25 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-07-02 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-07-09 – Camp Bacuda, Freedom, NH Chris Barron – 2020-07-16 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-07-23 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-07-30 – Chris‘ apartment, New York, NY Chris Barron – 2020-08-06 – Chris‘ apartment, New York, NY Bright Eyes – Down In The Weeds Where The World Once Was Joe Caro & The Met Band – Every Dog Has Its Day Dawes – 2019-07-05 – High Sierra Music Festival, Quincy, CA (FM broadcast) Dawes – 2020-08-28 – Rooftop, Los Angeles, CA Dawes – Demos (Instagram) Delta Spirit – What Is There DMA’s – The Glow Green Leaf Rustlers – From Within Marin Hey, King! – Be Still Joshua Hyslop – Ash & Stone Die Höchste Eisenbahn – StadtWaldKirche EP Hans Ludvigsson – Brooklyn James Maddock – No Time to Cry Dave Matthews – 2020-07-03 – Live From Home By Request (SiriusXM) Dave Matthews & Tim Reynolds – 1996-02-16 – Pepin Gymnasium, Middlebury, VT Dave Matthews Band – 2008-08-19 – Staples Center, Los Angeles, CA Dave Matthews Band – 2019-07-02 – Riverbend Music Center, Cincinnati, OH Dave Matthews Band – 2019-07-27 – Coral Sky Amphitheatre, West Palm Beach, FL Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 52: 2014-06-06 – Darling’s Waterfront Pavilion, Bangor, ME Declan McKenna – Zeros moe. – This Is Not, We Are Nick Mulvey – Begin Again EP Carli Munoz – Follow Me My Morning Jacket – The Waterfall II Joan Osborne – Trouble and Strife Provinz – Wir bauten uns Amerika Josh Ritter – See Here, I Have Built You a Mansion Split Second Meltdown – Split Second Meltdown Vampire Weekend – Live in Florida Various Artists Working to Avert the Collapse of American Democracy – Good Music to Avert the Collapse of American Democracy Wiser Time – Worlds Collide
Gesehen: Calmus Ensemble, Propstei, Leipzig Chris Barron, Thirsty Thursday Happy Hours: 2., 9., 16, 23. und 30. Juli sowie 6. August (Stream) Dawes – L.A. Rooftop Show (Stream) The Tawdrys – 5. und 10. September (Stream)
Gelesen: Jonas Eika – Nach der Sonne Christiane Florin – Trotzdem. Wie ich versuche, katholisch zu bleiben
FĂŒr manche ist die Urlaubszeit die Zeit im Jahr, in der sie âmal so richtig abschaltenâ wollen. Mal gar nichts machen, nix anschauen oder lesen, den Kopf einfach auf Durchzug schalten. Diese Idee von Urlaub ist mir persönlich ja ein wenig suspekt. Ăhnlich wie Leute, die nach einer erfolgreichen AbschlussprĂŒfung jubeln: Hurra, nie wieder lernen mĂŒssen! Ist es nicht toll, den eigenen Kopf auch nach Ausbildung, Schulzeit, Uni immer wieder neu mit frischem âStoffâ zu fĂŒttern? Aber gut, da ist jeder anders.
NatĂŒrlich, Urlaub ist dafĂŒr da, auszuspannen, aus der Hektik des Alltags auszubrechen. Es ist auch vollkommen richtig, einfach mal nichts zu tun. Gleichzeitig ist diese Zeit jetzt im Sommer fĂŒr mich aber immer auch die ideale Gelegenheit, um meinen Horizont zu erweitern: zu erkennen, wie groĂ, spannend und bunt die Welt, Gottes wunderbare Schöpfung, doch ist â und sie ein wenig besser kennenzulernen.
Das geht zum Beispiel durch Reisen â in diesem Jahr coronabedingt natĂŒrlich wesentlich eingeschrĂ€nkter als sonst. Doch das geht eben auch durch BĂŒcher, Filme, Podcasts. Ich kann eintauchen in mir bisher unbekannte Geschichten, Biografien, Zeiten. Ich habe Zeit fĂŒr Neues und gönne mir neuen, anderen Input, der mir im Alltag sonst vielleicht nicht begegnet. Das ist fĂŒr mich ein groĂer Segen in der Urlaubszeit.
Aber zum GlĂŒck gibtâs weder fĂŒr das Ausspannen noch fĂŒr das Dazulernen im Urlaub irgendeine Pflicht. Wie so oft gilt wohl: âDie Mischung machtâs!â Allen, die gerade ihren Urlaub genieĂen, wĂŒnsche ich die fĂŒr sie passende Mischung, damit es eine gute, gesegnete, erfĂŒllte Zeit wird. Frohe Ferien!
* â Hinweis:
Diesen Text habe ich fĂŒr die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 1. August 2020 in der Kolumnen-Reihe âGedanken zum Wochenendeâ erschienen ist.