DMB ab sofort ohne Butch Taylor

Die Top 7 der Dinge, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich daran denke, dass Butch Taylor Dave Matthews Band verlassen hat.

7. Drei Tage vor dem Beginn der Tour? Da muss es Krach gegeben haben.
6. Was wird jetzt aus „Two Step“, „Grey Street“, „You Might Die Trying“, „Linus & Lucy“, „Dreaming Tree“, „Bartender“, „Rapunzel“…?
5. Laufen die aktuellen Studiosession wirklich so schlecht, wie alle unken?
4. Kann der Tim Reynolds nicht leiden? Butch kam 1998, als Tim ging. Tim kommt zurück – Butch geht…
3. Womöglich sollte DMB einfach mal ne längere Pause machen.
2. Herrje, er war doch nur der Tourkeyboarder
1. Schade. Butch Taylor wird mir fehlen.

siebenSACHEN vom 26. Mai 2008. Mit Chris Barron, Paul Weller, Jan Plewka u.a.

– Harr harr: seit Freitag habe ich ein neues „Instrument„, mit dem ich Nachbarn, Bandkollegen und kleine Kinder, die unter meinem Balkon spielen, ärgere. Nee, macht das Spaß!

Chris Barron über sein Soloalbum „Pancho And The Kid“, seinen Stimm-Verlust im Jahr 2000 und die Spin Doctors – in einem Podcast vom letzten Sommer (mp3)

– Auch, wenn ich nicht mal die Hälfte verstehe: schoedo aus Zürich sind sehr unterhaltsam, mir empfohlen von einem Landsmann der Band, der sie grade im (selbst gewählten) katalonischen Exil hört…

– Nico hat The Rocks aus London interviewt.

– Das neue Paul Weller-Album „22 Things“ kann man derzeit hier anhören.

If you were given access to my thought patterns via text messages on your cell phone, you would bury your phone after the 10th comment in 5 minutes on why I hate trumpets in rock songs or how great it is when a song is so short that you must repeat it the moment it ends. Meiner Meinung nach lesenswert…

Halt Dich an Deiner Liebe fest: Jan Plewka singt Rio Reiser:

siebenSACHEN vom 20. Mai 2008. Mit Jason Mraz, Bon Iver, Neil Young u.a.

– Die Bon Iver-Begeisterung schwappt langsam nach Deutschland – ZEIT Online hat ihn interviewt:

– Die Red Hot Chilli Peppers machen erstmal Pause, weiß intro.de.

Evan Thomas Weiss. Der Typ schreibt 52 Wochen lang jede Woche einen Song, nimmt ihn auf und stellt ihn online. Die gesammelten und bisweilen tollen Ergebnisse aus bisher 34 Wochen stehen hier. (via)

– Liste: die schlimmsten Nummer eins-Hits der „00er Jahre“ hat Popdose zusammengestellt.

– Ein lesenswertes Porträt über Beirut-Kopf Zach Condon steht bei Georgia Straight.

– Was für eine Ehre: eine Spinne trägt den Namen Neil Youngs.

– Jason Mraz bewirbt „We Sing. We Dance. We Steal Things“ in London:

siebenSONGS (13)

Die siebenSONGS 13 beginnen mit einer echten Nummer 1, zumindest heißt das Stück der Band Julie Ocean aus Washington so. Aber auch der Rest kann sich hören lassen: Verschmustes aus Idaho (The Very Most), geradezu Klassisches aus Chicago (Joe Pug) und Dramatisches aus Texas (Shearwater). Der Brite Rob Dickinson (Catherine Wheel) sorgt für den „großen Popsong“ im Set, Vetiver aus San Francisco fürs Rustikale und The Submarines aus LA schließlich für eine knallbunten Abschluß. Frühling!

Julie OceanNumber 1 Song

The Very MostGood Fight Fighting

Rob DickinsonThe End Of The World

Joe Pug Hymn #101

ShearwaterRooks

VetiverBlue Driver

The SubmarinesYou, Me And The Bourgeoisie

Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things. (2008)

Ja, natürlich ist das Pop. Selbstverständlich ist das Mainstream. Nein, von Jason Mraz liest man nix in den hippen Blogs, den Indie-Gazetten oder bei anderen angesagten Musik-Meinungsmachern. Dann eben bei mir: We Sing. We Dance. We Steal Things ist das dritte Studioalbum von Jason Mraz, und es ist ein Triumph.

Klar, die hochglanzproduzierten Songs schreien geradezu nach Radio-Airplay, und die kreischenden Mädels in den ersten Reihen der Mrazschen Shows werden nach dieser Platte mit Sicherheit nicht weniger – bei all dem, was man Abfälliges über Jason Mraz schreiben könnte, sollte man aber nicht versäumen, seine hohe musikalische Qualität, sein Songwritingtalent und nicht zuletzt seinen von modernem Minnesang bis coolem Stakkato-Rap so ziemlich alles souverän beherrschenden Gesang zu würdigen. Der neue, deutlich spürbare Soul-Einschlag mit pointierten Bläsersätzen und gelegentlichen Chören steht Mr. A-Z übrigens hervorragend, die meisten Melodien werden schnell zu Ohrwürmern, die ganze Platte strahlt eine Frische, Lebenslust und Zuversicht aus, dass man Künstler, Produzenten, Fans, Plattenfirma und Vertrieb nur beglückwünschen kann – „We Sing. We Dance We Steal Things“ ist eine Musik gewordene Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Ja, natürlich ist es uncool, so was (wie in: „so was Kommerzielles“ et al.) cool zu finden – vielleicht hat diese Platte aber gerade deswegen beste Chancen, zu meiner persönlichen Lieblingsplatte des Sommers zu werden.

Blind Melon – For My Friends (2008)

Über die neue Platte von Blind Melon zu schreiben, dass sie total nach Blind Melon klingt, ist einerseits total dämlich, andererseits das wohl schönste Kompliment, das man ihr machen kann. Die Story im Schnelldurchlauf: Neo-Hippie-Folk-Rock-Band aus den USA, Riesenerfolg mit der Single „No Rain“ (1993), das zweite Album „Soup“ (1995) gerät zum Meilenstein, Sänger Shannon Hoon stirbt wenige Wochen nach Veröffentlichung durch eine Überdosis Kokain, Band löst sich auf, elf Jahre später treffen zwei der vier hinterbliebenen Blind Melon-Jungs auf Travis Warren, statt – wie ursprünglich geplant – Demos mit dem jungen Soloact aufzunehmen, wird Warren neuer Sänger der somit wieder vereinten Blind Melon, ausführliche Tour 2007, restlos ausverkauft, neues Album „For My Friends“ soeben erschienen.

Und das hat musikalisch eben genau diese typische, schrullig-schrammelige, detailversessene Anmutung, die schon Mitte der Neunziger die Kritiker bisweilen verwirrte, weil sie nirgendwo so richtig reingepaßt hat, aber den Charme der Musik ausmacht. Nun sind Blind Melon weiß Gott nicht die einzige Band mit einem Drogen-Todesfall, aber ausgerechnet die sensible Position des Sängers nach solch einer Tragödie treffend neu zu besetzen, ist schon ein heikles Unterfangen. Das in diesem Fall hervorragend gelungen ist: Travis klingt Shannon Hoon verblüffend ähnlich, aber doch eigenständig genug, um nicht zur plumpen Kopie zu verkommen – so schmerzlich der Verlust von Shannon auch zwölf Jahre später noch ist, die Blind Melon-Fans lieben den „Neuen“ (sicherlich nicht zuletzt, weil Hoons Mutter diesem ganzen Reunion-Dingens offiziell ihren Segen gegeben hat und aktiv unterstützt).

Und so symbolisiert diese Platte gleichermaßen Kontinuität wie Neuanfang, für die Band wie für ihre Hörer. Deshalb sei dieser Satz im Falle von „For My Friends“ gestattet und als Kompliment verstanden: die neue Blind Melon klingt total nach Blind Melon.

Dave Matthews Band – Live At Piedmont Park (3CD, 2007)

Läßt man mal die elf bisherigen Live Trax-Veröffentlichungen und die zahlreichen offiziellen Bonus- und Fanclub-Alben weg, handelt es sich bei „Live At Piedmont Park“ doch tatsächlich „erst“ um das achte offizielle Livealbum der Dave Matthews Band. Das Konzert aus dem letzten Jahr muss also schon was besonderes sein, wenn die Band beschließt, es offiziell auf den Markt zu werfen. Es muss? Naja, es sollte wenigstens – warum sonst stellt sich ein Hörer denn dann noch ein Livealbum ins Regal, und noch eins, und noch eins…?

Mal abgesehen davon, dass die Band im letztjährigen Vorweihnachtsgeschäft mit dem zweieinhalbstündigen Konzert sicherlich auch den einen oder anderen Dollar machen wollte, bietet die Show neben souveräner Meterware (hurra, die 8972. Aufnahme von „Too Much“, zum 872. Mal „Stay“….) zum Glück in der Tat ein paar Leckerbissen. Die gelungene Version des Allman-Brothers-Songs „Melissa“ mit Gregg Allman himself etwa, den traumwandlerischen Viertelstünder „The Dreaming Tree“ oder „What Would You Say“ mit meinem Helden Warren Haynes (auch wenn Warrens Gastauftritt diesmal nicht so cool ist wie bei der geilen Version von „Jimi Thing“ beim Central Park Concert 2003, die für mich einer der besten Momente der gesamten DMB-Geschichte ist).

Das wirklich tolle an dieser Aufnahme sind die durchweg sehr guten neuen Songs, die nach der 2005er-„Stand Up“-Platte entstanden sind – bei „#27“, „Cornbread“ und „Eh Hee“ erlebe ich eine Band in Topform und einen Dave Matthews, der endlich mal wieder überdurchschnittliche Songs schreibt und es liebt, diese zu singen, als gäbe es kein Morgen.

siebenSACHEN vom 8. Mai 2008. Mit Kermit, Tokio Hotel, den Rolling Stones u.a.

– Nicht schlecht: eine Tokio Hotel-Kritik vom US-Rolling Stone.

– Ab morgen wird die neue Jason Mraz gestreamt: „Starting May 9th, we will stream We Sing. We Dance. We Steal Things. on Jason’s Myspace page four days before the official release! No matter where you are this weekend, know that the only way to get the party started is with the NEW Mraz jams!“ Hier.

– Fundgrube: bin gestern zufällig auf die MosaPedia gestoßen, der „Fanzyklopädie“ zu Digedags und Abrafaxen.

– Die Bon Iver-Notiz des Tages: Justin Vernon remixt The Rosebuds – Get Up, Get Out (mp3).

Okkervil River spielten live bei WOXY.com (mp3) (via)

– Schade eigentlich: doch keine Rolling Stones bei eMusic.

Kermit, der traurige Frosch, covert Elliott Smith: Needle In The Hay:

siebenSACHEN vom 6. Mai 2008. Mit Dave Matthews Band, Fettes Brot, Blind Melon u.a.

– Die schlimmsten Nummer-1-Hits der 90er listet Popdose auf.

It’s Over: My Brightest Diamond covert Roy Orbison, zu finden bei My Old Kentucky Blog.

– Großartig! Tim Reynolds spielt den ganzen Sommer über mit der Dave Matthews Band – damit wird die Band auf ihrer Sommertour gleich um drei Leute ergänzt – Butch Taylor (keys), Rashawn Ross (horns) und Tim (git). Freu‘ mich schon auf die Liveaufnahmen.

– Gleich noch mal DMB: es gibt einen neuen Fan-Podcast mit Liveraritäten etc. Hier die erste Folge (mp3).

– Das Bon Iver-Album in seiner vollen Schönheit kann man derzeit hier anhören – was ich hiermit ausdrücklich empfehle.

– Am Freitag steigt in Hamburg das letzte Konzert der aktuellen Fettes Brot-Tour, und das gibts als Livestream an mehreren Orten im Internet, u.a. auf intro.de.

Blind Melon („No Rain“) sind zurück – mit neuem Sänger und neuer Platte. Hier das Video zur ersten Single: „Wishing Well“.

siebenSONGS (12)

Die mehrtägige Pause in diesem Blog beenden wir am besten mit Musik, am allerbesten mit Ausgabe 12 der siebenSONGS. Beschwingt geht’s los mit Beau Jennings, Brendan Canning (Broken Social Scene-Connection) steuert ’nen mittelschweren Hit bei, schrägen Barblues mit super Bläsern liefern die Black Diamond Heavies, Dawn Landes – die einzige Frau im Bunde – sucht nach ihrem Bodyguard, außerdem gibts verstörend-schöne Musik von Nick Jaina und einen netten Popsong von Sleepercar. Und am Schluß gröhlen wir alle gemeinsam mit den Bitter Tears: I was murdered in the bar, that’s why I didn’t come home last night… Alles bestens, also.

Beau JenningsTulsa Sound

Black Diamond HeaviesBidin‘ My Time

SleepercarA Broken Promise

Brendan CanningHit The Wall

Nick JainaPower

Dawn LandesBodyguard

The Bitter TearsMurdered At The Bar