Heute nochmal Video-Content. Das muss einfach auf meine Seite: Jono Manson & Friends (als da u.a. wären: Bobby Sheehan am Bass, Chris Barron am Gesang und Craig Dryer am Saxophon). Januar 1996, Nightingale Bar, New York City.
siebenSONGS 25. Mit Bon Iver, The Decemberists, Horace Andy, Vetiver u.a.
So, die ersten siebenSONGS des noch jungen Jahres – Bon Iver und Decemberists waren ja quasi ein Muss, aber auch andere angenehme Überraschungen sind dabei, von Folk über Bluegrass bis Dub.
The Decemberists – The Rake’s Song (mp3)
Dead Heart Bloom – Flash In The Bottle (mp3)
Great Northern – Houses (mp3)
Missy Raines & The New Hip – Inside Out (mp3)
Horace Andy & Ashley Beedle – Babylon You Lose (mp3)
Ein wenig Unterhaltung zum Wochenende: Sedaris bei Letterman
David Sedaris liest seine „Stadium Pal“-Geschichte live bei Namensvetter Letterman…
Schau in den Morgen? Die Selig-Reunion

Hm, eine Selig-Reunion also. Dass die Band Selig am 18. März im Beatpol Dresden ihr erstes offizielles Konzert seit über einer Dekade spielt, ist schon eine Riesensache.
Die ersten Töne, die man von der später im Jahr erscheinenden Selig-Platte vernehmen kann, lassen vermuten, dass hier sehr viel Vertrautes auf uns zurollt: das klingt nach „Hier“, nach „Bruderlos“, nach „Sie hat geschrien“; diese neunzig Sekunden „Schau Schau“ aus dem Jahr 2009 erinnern an eine Zeit aus dem letzten Jahrtausend, an Rauchen in der großen Pause, Abifahrt, ersten Bandprobenraum, erste Studioerfahrungen, erste Liebe, an 1994, 1995, 1996. Selig, so corporate und gemacht sie aus heutiger Sicht auch gewesen sein mögen, waren damals für uns die einzige relevante deutsche Band neben Nationalgalerie: nicht so verkopft wie die Hamburger Schule, tanzbar, reudig, retro, versponnen, Rock statt Diskurs und – vor allen Dingen – mit unverschämt viel Groove.
Nein, es ist mir auch ein paar tausend Tage später absolut nicht peinlich, mich einen Selig-Fan zu nennen. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, was ich von der Reunion halte, denn Musik ausschließlich aus nostalgischen Gründen zu hören, ist mir schon immer suspekt gewesen – wie wird es sein, Selig zu erleben, ohne der gleiche weltvergessene, flausenimkopfige Abiturient von damals zu sein?
So viel ist mal klar: ich wünsche der Band für alles, was da kommt, maximales Gelingen – und freu‘ mich erstmal drauf like it’s 1995.
(Foto geklaut von der Selig-Myspace-Seite)
Blind Pilot, DMB, Keller Williams & Co: Neuigkeiten aus dem Plattenschrank…
Jede Menge neue Musik hat sich über die letzten Wochen angesammelt. Hier eine kleine Auswahl…
Keller Williams – Laugh (2002). Keller Williams, diese Name kam mir schon öfter mal unter. Jetzt hab ich endlich mal reingehört in sein Oevre, und siehe da: ich bin recht angetan. Verspielter Jam-Rock-Pop, sympathisch.
Terra Firma – Music To Live By (2008). Hmm.. Australischer HipHop. Schwer zu verstehen, aber durchaus hörenswert. HipHop und ich, wir werden sicher nie die dicksten Freunde. Aber das hier ist eine willkommene Abwechslung.
[dunkelbunt] – Morgenlandfahrt (2008). Deutsch-österreichisches DJ-Projekt mit jeder Menge illustren Gästen wie z.B. The Cat Empire. Tja, was ist das? Klezmer-Latin-Dub-Pop. Oder so. Ungewöhlich, aber schön.
Blind Pilot – 3 Rounds And A Sound (2008). Ein, wenn ich mich korrekt erinnere, Duo aus den USA. Sparsam arrangierter Folkpop. Ich wünschte mir, der Funke würde öfter überspringen und ich könnte diese Platte mehr als nur „nett“ finden. Ich mag, was ich höre, nur ach, es haut mich nicht um.
BLK JKS – Mystery EP (2008). Menschen, die die Yeasayer-Platte gut finden, sollten das hier mal probieren. Etwas weitläufiger, schriller als die Kollegen, aber eine ganz ähnliche Grundstimmung. Mir gefällts.
Dave Matthews Band – Live At Mile High Music Festival (2008). Jedes Jahr kurz vor Weihnachten bringen DMB ein Livealbum raus. In diesem Jahr ist das insofern was besonderes, als das das hier die erste offizielle Aufnahme ohne LeRoi Moore ist. Insgesamt keine spektakuläre Show, und ich kann gut ohne dieses Sledgehammer-Cover leben. Aber Tim Reynolds ist hier (wie auch schon auf der Live Trax 13, die ich dieser VÖ vorziehe) einfach grandios und macht aus DMB tatsächlich eine ROCKband.
Ensemble Amarcord – Album francais (2008). Meine lieben Freunde von Amarcord. Fantastische Musik, unglaublich viel Talent, herrlich stimmige Platte. Camille Saint-Saens is the new Rock’n’Roll.
Facebook und Känguruhoden
Muss mich heute dringend zu Wort melden. Zweier Dinge wegen. Erstens: meine Band 2zueins!, die grade angefangen hat, eine neue Platte aufzunehmen, hat jetzt bei Facebook, dem studiVZ der Herzen, eine eigene Bandseite. Und zweitens: ich habe eine Meinung zum Dschungelcamp, everyblogger’s Lieblingsshow. Die da wäre: mir ist diese Veranstaltung sagenhaft egal!! Ja, das musste mal raus.
Jono Manson jetzt im Live Music Archive
Die angenehmste Nachricht der Woche: ab jetzt ist Musik von Jono Manson im Live Music Archive zu finden. Musik von wem? Jono Manson galt vielen New Yorker Bands, die sich Ende der 80er in der dortigen Jambandszene gründeten, als Vorbild und Inspiration. Eine Rampensau, die auch noch tolle Songs schreibt und über eine beachtliche Bühnenpräsenz verfügt. Jetzt sind Liveshows des bis heute unermüdlich tourenden und schreibenden Jono auf archive.org zu finden. Und sie sind alle mit dabei, wenn Manson auf die Bühne geht: die Kinchlas, Barrons, Poppers, Haynes‘ oder Schenkmans dieser Welt. Spitzenmusik, wärmstens empfohlen.
Wie, Du auch? Ja.
Ich twittere neuerdings. Lange hab ich Twitter ignoriert, aber letztlich hat die Neugier gesiegt.
Das Twittern, die Arbeit und auch das Leben erfordern Zeit, und das Hierreinschreiben auch. Letzterers kommt grad etwas kurz. Aber ich bin zuversichtlich, dass a) davon die Welt nicht untergehen wird und b) sich das ja auch wieder ändert.
Ob mich dieses Twitter begeistert? Noch fremdle ich, taste mich ran und weiß absolut nicht, was ich davon halten soll – aber genau das bereitet mir grade verblüffend viel Vergnügen.
2009 schon wieder…
Der dritte Tag 2009 ist auch schon wieder fast rum. Allerhöchste Zeit, meiner hochverehrten Leserschaft ein schönes, gutes, spannendes, friedliches und gutes neues Jahr zu wünschen.
Now playing: Blues Traveler live at the House Of Blues, Chicago, IL, 2008-12-30
Meine Top 7 2008: Alben
7 Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things.
2008 hat Jason Mraz den Durchbruch in Europa beschert. Auch, wenn einige Fans der ersten Stunde über den Massenappeal dieser Platte klagen, gab es doch kaum eingängigere, klarere und schönere Popmusik in diesem Jahr.
6 Josh Fix – Free At Last
Meine persönliche Entdeckung des Jahres – Josh Fix, talentierter Multiinstrumentalist von der amerikanischen Westküste, haut hier ein Album raus, das alles hat: große Songs, fantastische Arrangements und diese herrlich größenwahnsinnige Queen-Attitüde, die den meisten anderen „Indie“-Produktionen 2008 leider abging. Ein hysterisches Vergnügen.
5 MGMT – Oracular Spectacular
Der Hype um diese Band ist einfach nur berechtigt – „Oracular Spectacular“, diese Mischung aus Pop, Electro, Rock und Folk ist ein großer Wurf und eine äußerst kurzweilige Platte mit mindestens acht echten Hits.
4 Brett Dennen – Hope For The Hopeless
Spät im Jahr hat sich Brett Dennen in meine Jahresbestenliste gemogelt – der Nachfolger zu „So Much More“ ist fetter produziert, das sagt aber nichts über die Musik aus. Die ist nämlich mindestens genauso unmittelbar, einmalig, herrlich usw. wie alles andere, was ich bis jetzt von Herrn Dennen hören durfte.
3 Niels Frevert – Du kannst mich an der Ecke rauslassen
Für ein paar Wochen sah es ja so aus, als sei Herrn Frevert vergleichsweise später zweiter Ruhm beschieden – Anfang des Jahres liebte jeder diese Platte, und natürlich waren alle schon immer Fans und so. Niels‘ Konzerte (endlich wieder mit Band!) waren wesentlich besser besucht also noch vor drei, vier Jahren. Inzwischen ist der Hype vorbei. Was bleibt: die dritte großartige Soloplatte von Niels Frevert und die Hoffnung, dass ich bis zu Nummer vier nicht wieder fünf Jahre warten muss…
2 Blues Traveler – North Atlantic Shootout
2008 war MEIN Blues Traveler-Jahr. Zwar bin ich Fan seit 1993, aber erst in diesem Sommer war es mir vergönnt, die Band endlich einmal live zu erleben. Und das war schlichtweg großartig. Mit umso offeneren Armen habe ich natürlich das neue Album der Band um John Popper empfangen. „North Atlantic Shootout“ ist ein kompaktes, mit sehr guten Songs vollgepacktes Werk, das ich inzwischen ichweißnichtwieoft gehört habe, und das mich noch immer begeistert.
1 Bon Iver – For Emma, Forever Ago
Ach je, an Lobeshymnen auf diese Platte ist dieses Blog ja nun nicht gerade arm. Hier tippe ich und kann nicht anders: keine andere CD hat mich 2008 mehr berührt, euphorisiert, „gekriegt“ wie diese. Absolut und ohne Zweifel mein Album des Jahres.