New York Electric Piano – King Mystery (2008)

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Tastengenie Pat Daugherty hat aufgerüstet. Bestritt er die ersten vier Alben seines Urban-Jazz-Projektes New York Electric Piano nahezu exklusiv mit seinen Partnern Tim Givens (Bass) und Aaron Comess (Drums), sind NYEP auf King Mystery vom Trio zum Septett gewachsen. Und das erweitert den musikalischen Kosmos der New Yorker Jazzer enorm: Saxophone, Flöten, Gesänge, sogar Klänge eines selbskreierten Instruments namens Samchillian sind zu vernehmen. Die zusätzlichen Mitglieder machen den Gesamtsound farbiger und abwechslungsreicher, ohne dass das charakteristische des NYEP-Sounds verloren geht. Zappeliger, unruhiger, behaarlich groovender Großstadtjazz ist das, mit unerwarteten Wendungen und – im nächsten Augenblick – nahezu klassischen Improvisationen. Zusammengehalten wird das nach wie vor von Daughertys Ausnahme-E-Piano und dem durchdringenden Comess-schem Schlagzeugspiel. Fünf Alben in sechs Jahren – beim Einfallsreichstum und der Spielfreude von NYEP kann man nur hoffen, dass mindestens noch mal so viele gute Alben folgen.

Hörprobe aus King Mystery:
New York Electric Piano – Legend Of Baj (mp3)

Marc Broussard – Keep Coming Back (2008)

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Zeit hat er sich gelassen. Nach seinem 2004er Major-Debüt „Carencro“ (vgl. meine euphorische Kritik damals) hätte Marc Broussard eine ganze Menge Wege einschlagen können. Zum Beispiel den naheliegendsten: die ersten Chartserfolge nutzen, um die ohnehin an lärmenden kleinen Mädchen nicht gerade armen Konzertreihen weiter aufzufüllen mit noch mehr Teeniebopper-Publikum, das durch weitere Pop-Songs in seine Konzerte gerannt wäre. Oder den Ruhm der ersten US-weiten Aufmerksamkeit exzessiv auskosten, um dann später als „Celebrity“ in einer „Rehab“ zu landen (vgl. – leider – Alters- und Berufsgenossen Howie Day).

Erfreulicherweise entschied sich Broussard für eine andere Alternative: spielen, spielen, spielen – und dabei die „alten Meister“ studieren. So kam es, dass er vor zwei Jahren eine viel beachtete Cover-Sammlung mit Soul- und R’n’B-Standards veröffentlichte (vgl. „S.O.S. – Save Our Soul“), um sich mehr Zeit zu verschaffen bis zu seinem nächsten Album mit „eigenen Sachen“. Jetzt ist es da – und Keep Coming Back hat das Zeug, in ein paar Jahren selbst als R’n’B-Standard durchzugehen; eine zwingende, beseelte Platte eines grandiosen Sängers und Gitarristen, der so dermaßen den Soul hat, dass man ihn nur darum beneiden kann.

Kleine Neuerung: siebenSÄTZE jetzt mit delicious-Feed

Zur freundlichen Beachtung und Nutzung: delicious sei Dank, gibts auch bei mir jetzt einen „Linkdump“ mit aktuellen Links zu empfehlenswerten Artikeln/Seiten/Angeboten, die mir so auf meinen Streifzügen durchs Internet begegnen. Rechts zwischen der Artikelübersicht und den Kommentaren – angenehme Lektüre wünsch‘ ich.

Ein paar zusammenhanglose Notizen zu David Sedaris…

Letzten Donnerstag war David Sedaris in Leipzig zu Gast. Die Lesung war kurz, aber heftig und ungemein lustig. Und das anschließende Signierstundenplaudergespräch mit dem Meister brachte ans Licht, dass der Herr Künstler mich auf 23 schätzt. 23. Mich! Unnötig zu erwähnen, dass ich das seither jedem erzähle, der das eigentlich gar nicht wissen will. Aber auch ohne dieses – vermutlich, unter Umständen, womöglich sogar ernst gemeinte – Kompliment wär’s ein schöner Abend gewesen.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: heute früh hat ihn seine Deutschlandtour ins Radio geführt – David Sedaris zu Gast bei Deutschlandradio Kultur. In den nächsten sieben Tagen kann man sich das hier noch mal anhören:

…und nachlesen kann man das Gespräch hier.

Und dass Schöner wirds nicht, Sedaris‘ aktuelles Buch, eine super Lektüre ist, erwähne ich nur zur Sicherheit, falls noch nicht klar genug geworden ist, dass ich ihn mag, diesen Mann, der mich auf 23 schätzt. Wo er mit seinen Fuffzig selber noch aussieht wie – nun ja… – 40.

Brett Dennen – Hope For The Hopeless (2008)

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Ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie das losging, mit dem Brett Dennen und mir. Es war ein für mich arbeitsfreier Werktag, und im Radio wurde dieser neue junge Songwriter vorgestellt, der ein bißchen wie ne Frau klang, und unverschämt einnehmend wirkte in seiner Art zu sprechen, zu singen, zu musizieren. Das muss so vor knapp zwei Jahren gewesen sein. Seither gehört „So Much More“, eben jenes Album von eben jenem Brett Dennen, um den es damals in der Radiosendung ging, zu den von mir meistgehörten Singer-/Songwriter-Platten überhaupt.

Umso erfreuter bin ich, dass Hope For The Hopeless, der Nachfolger, eine nicht minder schöne Angelegenheit geworden ist. Sicher, manches ist anders: die Arrangements sind diesmal üppiger, und man hört, dass hier kein Künstler aufgenommen hat, der „kurz vor dem Durchbruch“ steht, sondern inzwischen verdientermaßen kurz dahinter. Aber die Songs, die Performances, die Melodien sind mal wieder Weltklasse und deshalb würde es mich kein bißchen wundern, wenn dieses Album im Dezember in vielen der obligatorischen Jahresbestenlisten auftaucht.

siebenSONGS 21. Mit Matisyahu, Gnarls Barkley, Jai Agnish u.a.

Weil es in diesen Tagen auf dieser Seite recht wortkarg zugeht, sei allen, die das hier lesen, versichert: es geht mir gut und bald schreib ich hier auch wieder einen ganzen Satz rein. Oder auch mal sieben. Bis dahin aber erstmal wieder ’ne Ladung Musik – die siebenSONGS 21 gehen laut und schnell los und enden leise und zart. Viel Spaß!

Matisyahu – Smash Lies (mp3)

Fol Chen – Cable TV (mp3)

Chad VanGaalen – City Of Electric Light (mp3)

Phil And The Osophers – High Art (mp3)

Gnarls Barkley – Who’s Gonna Save My Soul (Demo Version) (mp3)

McCarthy Trenching – Cassette Tape Massacre (mp3)

Jai Agnish – Farview (mp3)

siebenSONGS 20. Mit Travis, Vic Chestnutt & Elf Power, Tom Fuller u.a.

The Sand Band – The Secret Chord (mp3)

Travis – J. Smith (mp3)

The Layaways – All Around The World (mp3)

The Pica Beats – Poor Old Ra (mp3)

Tom Fuller – Only In America (mp3)

Vic Chesnutt, Elf Power, and The Amorphous Strums – Teddy Bear (mp3)

The Loom – Song For The Winter Sun (mp3)