siebenSACHEN vom 2. Juni 2008. Mit den Fratellis, North Mississippi Allstars, Paul Weller u.a.
– Heute komische MySpace-Mail gekriegt: „Verkehrssicherheitstag möchte dein Freund werden!“
– Am Freitag erscheint das neue Fratellis-Album, reinhören kann man beim Musikexpress.
– Paul Weller-Special von der BBC. Graham Coxon und Noel Gallagher preisen den Obermod. (mp3)
– Sehr schön: die North Mississippi Allstars sind jetzt auch im Live Music Archive verteten.
– Auftakt mit Pink Floyd- und Beatles-Covern, viel Gitarre und Songs aus dem Solo-Repertoire: die ersten zwei Konzerte der DMB-Sommertour sind Geschichte und hinterlassen gemischte Gefühle bei den Fans…
– Bon Iver beste Platte 2008? „As of now, yes. By a mile„, schreibt Chad und ich unterschreib das glatt.
– Weil ich’s neulich angeteast habe: The Real Tuesday Weld – The Day Before You Came.
siebenSONGS (14)
Die bestens aufgelegten siebenSONGS 14 beginnen mit Ex-Phish-Häuptling Trey Anastasio und einem Song seiner neuer Live-CD. Über den Beitrag von The Young Sinclairs schreibtdas Blog No Dessert For You: „Certainly a track for the ‚puff, puff, give‘ sessions of summer.“ Gazillion aus Minneapolis bieten dann einen feinen Song, der mich irgendwie an Blind Melon erinnert, die Gazillion-Kumpels von Sonicate (gemeinsame Split-EP, immerhin) glänzen mit dem Ohrwurm „Paint It Gold“ und Hercules & Love Affair sorgen für ausreichend Funk und Soul in der Runde. Dann auch noch The Real Tuesday Weld aus London. Mit ihrer Version des ABBA-Songs „The Day Before You Came“ haben sie mein 2007 umgekrempelt, die hier vertretene neue Liveaufnahme ist nicht minder geil: Over The Hillsides. Das großartige Finale bestreitet diesmal der Früher-mal-Südafrikaner-jetzt-San-Franciscoer Josh Fix, der neue Ben Folds der Herzen, der von „Whiskey And Speed“ singt. Ob das die tollsten siebenSONGS seit Bestehen dieser Reihe sind? Aber sicher doch!!!
Trey Anastasio – Shine (mp3)
The Young Sinclairs – Cancelled Flight (mp3)
Sonicate – Paint It Gold (mp3)
Hercules & Love Affair – Hercules‘ Theme (mp3)
The Real Tuesday Weld – Over The Hillsides (mp3)
Irving Plaza, New York City. 27. Mai 2008. Wow.
Ein Benefizkonzert. Für die Bill Graham Foundation. Mit diversen Grateful Dead-Coverbands. Und mit Chan und John von Blues Traveler und den Spin Doctors. Und mit Gästen. Und sensationellen Jams. Und einem Besucher namens Marc Millman, der mit seiner Handykamera mitgefilmt hat – Gott sei Dank!! Hier sechs ergreifende Momente vom 27. Mai, die mir auf YouTube untergekommen sind. Und, for sieben’s sake: die Doctors in voller Länge. Mann, wär ich da gerne dabei gewesen.
Chan und John singen Alone. Kommentar marcmillman: After a set by Moonalice, Popper & Chan took the stage to play a few acoustic tunes at the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza. This was the first time Popper had played guitar in a year. This is how they did it in NYC back in the late 80s/early 90s at the likes of Nightingale, Mondo Perso, Mondo Cane, Wetlands and a few other venues that no longer exist. The third set would have a room dripping with sweat as Popper sang the sweet tunes like this one until the band kicked back in to rock it on out.
Spin Doctors mit Erik Lawrence, „How Could You Want Him (When You Know You Could Have Me)“. Ehrfurcht. Kommentar marcmillman: A real treat from the Doctors of Spin. They brought out the son of their mentor, Arnie Lawrence to play sax on this song from their 1st album at the Bill Graham Memorial fund raiser which took place @ Irving Plaza (or The Fillmore).
John und Chan und das Publikum singen Blues Traveler-Hymne Hook. Kommentar marcmillman: As part of the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza, John Popper & Chan Kinchala took the stage to run thru a few acoustic versions of some old classics. This hit was the first of the nite.
Spin Doctors spielen den Grateful Dead/Jerry Garcia-Klassiker Ripple, Chris hat mit den Lyrics auf dem Boden zu kämpfen. Kommentar marcmillman: It was a nite to celebrate Bill Graham’s legacy at the First Graham Memorial fund raiser. So what could be better than the funky Doctors breaking into a sweet Jerry tune?!?!
John und Chan singen 100 Years, unterstützt von Chris Barron und einem Perkussionisten. Kommentar marcmillman: During their acoustic set at the Bill Graham Memorial fund raiser Concert @ Irving Plaza, Popper & Chan brought out their old friend Chris From the Spin Doctors & a percussion player to run thru this favorite from the first Blues Traveler album.
Schließlich mein Highlight: John Popper zu Besuch bei den Spin Doctors – Shinbone Alley. Kommentar marcmillman: As part of the Bill Graham Memorial Fund raiser Concert @ Irving Plaza, the Spin Doctors brought their old friend John Popper on stage to blaze through a version of a song they used to do when the Doctors & Blues Traveler used to segue into each other on double bills.
This is how we did it in NYC back in the late 80s/early 90s at the likes of Nightingale, Mondo Perso, Mondo Cane, Wetlands and a few other venues that no longer exist.
Und schließlich: das komplette Spin Doctors-Set als mp3.
DMB ab sofort ohne Butch Taylor
Die Top 7 der Dinge, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich daran denke, dass Butch Taylor Dave Matthews Band verlassen hat.
7. Drei Tage vor dem Beginn der Tour? Da muss es Krach gegeben haben.
6. Was wird jetzt aus „Two Step“, „Grey Street“, „You Might Die Trying“, „Linus & Lucy“, „Dreaming Tree“, „Bartender“, „Rapunzel“…?
5. Laufen die aktuellen Studiosession wirklich so schlecht, wie alle unken?
4. Kann der Tim Reynolds nicht leiden? Butch kam 1998, als Tim ging. Tim kommt zurück – Butch geht…
3. Womöglich sollte DMB einfach mal ne längere Pause machen.
2. Herrje, er war doch nur der Tourkeyboarder…
1. Schade. Butch Taylor wird mir fehlen.
siebenSACHEN vom 26. Mai 2008. Mit Chris Barron, Paul Weller, Jan Plewka u.a.
– Harr harr: seit Freitag habe ich ein neues „Instrument„, mit dem ich Nachbarn, Bandkollegen und kleine Kinder, die unter meinem Balkon spielen, ärgere. Nee, macht das Spaß!
– Chris Barron über sein Soloalbum „Pancho And The Kid“, seinen Stimm-Verlust im Jahr 2000 und die Spin Doctors – in einem Podcast vom letzten Sommer (mp3)
– Auch, wenn ich nicht mal die Hälfte verstehe: schoedo aus Zürich sind sehr unterhaltsam, mir empfohlen von einem Landsmann der Band, der sie grade im (selbst gewählten) katalonischen Exil hört…
– Nico hat The Rocks aus London interviewt.
– Das neue Paul Weller-Album „22 Things“ kann man derzeit hier anhören.
– If you were given access to my thought patterns via text messages on your cell phone, you would bury your phone after the 10th comment in 5 minutes on why I hate trumpets in rock songs or how great it is when a song is so short that you must repeat it the moment it ends. Meiner Meinung nach lesenswert…
– Halt Dich an Deiner Liebe fest: Jan Plewka singt Rio Reiser:
siebenSACHEN vom 20. Mai 2008. Mit Jason Mraz, Bon Iver, Neil Young u.a.
– Die Bon Iver-Begeisterung schwappt langsam nach Deutschland – ZEIT Online hat ihn interviewt:
– Die Red Hot Chilli Peppers machen erstmal Pause, weiß intro.de.
– Evan Thomas Weiss. Der Typ schreibt 52 Wochen lang jede Woche einen Song, nimmt ihn auf und stellt ihn online. Die gesammelten und bisweilen tollen Ergebnisse aus bisher 34 Wochen stehen hier. (via)
– Liste: die schlimmsten Nummer eins-Hits der „00er Jahre“ hat Popdose zusammengestellt.
– Ein lesenswertes Porträt über Beirut-Kopf Zach Condon steht bei Georgia Straight.
– Was für eine Ehre: eine Spinne trägt den Namen Neil Youngs.
– Jason Mraz bewirbt „We Sing. We Dance. We Steal Things“ in London:
siebenSONGS (13)
Die siebenSONGS 13 beginnen mit einer echten Nummer 1, zumindest heißt das Stück der Band Julie Ocean aus Washington so. Aber auch der Rest kann sich hören lassen: Verschmustes aus Idaho (The Very Most), geradezu Klassisches aus Chicago (Joe Pug) und Dramatisches aus Texas (Shearwater). Der Brite Rob Dickinson (Catherine Wheel) sorgt für den „großen Popsong“ im Set, Vetiver aus San Francisco fürs Rustikale und The Submarines aus LA schließlich für eine knallbunten Abschluß. Frühling!
The Very Most – Good Fight Fighting
Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things. (2008)

Ja, natürlich ist das Pop. Selbstverständlich ist das Mainstream. Nein, von Jason Mraz liest man nix in den hippen Blogs, den Indie-Gazetten oder bei anderen angesagten Musik-Meinungsmachern. Dann eben bei mir: We Sing. We Dance. We Steal Things ist das dritte Studioalbum von Jason Mraz, und es ist ein Triumph.
Klar, die hochglanzproduzierten Songs schreien geradezu nach Radio-Airplay, und die kreischenden Mädels in den ersten Reihen der Mrazschen Shows werden nach dieser Platte mit Sicherheit nicht weniger – bei all dem, was man Abfälliges über Jason Mraz schreiben könnte, sollte man aber nicht versäumen, seine hohe musikalische Qualität, sein Songwritingtalent und nicht zuletzt seinen von modernem Minnesang bis coolem Stakkato-Rap so ziemlich alles souverän beherrschenden Gesang zu würdigen. Der neue, deutlich spürbare Soul-Einschlag mit pointierten Bläsersätzen und gelegentlichen Chören steht Mr. A-Z übrigens hervorragend, die meisten Melodien werden schnell zu Ohrwürmern, die ganze Platte strahlt eine Frische, Lebenslust und Zuversicht aus, dass man Künstler, Produzenten, Fans, Plattenfirma und Vertrieb nur beglückwünschen kann – „We Sing. We Dance We Steal Things“ ist eine Musik gewordene Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Ja, natürlich ist es uncool, so was (wie in: „so was Kommerzielles“ et al.) cool zu finden – vielleicht hat diese Platte aber gerade deswegen beste Chancen, zu meiner persönlichen Lieblingsplatte des Sommers zu werden.
Blind Melon – For My Friends (2008)

Über die neue Platte von Blind Melon zu schreiben, dass sie total nach Blind Melon klingt, ist einerseits total dämlich, andererseits das wohl schönste Kompliment, das man ihr machen kann. Die Story im Schnelldurchlauf: Neo-Hippie-Folk-Rock-Band aus den USA, Riesenerfolg mit der Single „No Rain“ (1993), das zweite Album „Soup“ (1995) gerät zum Meilenstein, Sänger Shannon Hoon stirbt wenige Wochen nach Veröffentlichung durch eine Überdosis Kokain, Band löst sich auf, elf Jahre später treffen zwei der vier hinterbliebenen Blind Melon-Jungs auf Travis Warren, statt – wie ursprünglich geplant – Demos mit dem jungen Soloact aufzunehmen, wird Warren neuer Sänger der somit wieder vereinten Blind Melon, ausführliche Tour 2007, restlos ausverkauft, neues Album „For My Friends“ soeben erschienen.
Und das hat musikalisch eben genau diese typische, schrullig-schrammelige, detailversessene Anmutung, die schon Mitte der Neunziger die Kritiker bisweilen verwirrte, weil sie nirgendwo so richtig reingepaßt hat, aber den Charme der Musik ausmacht. Nun sind Blind Melon weiß Gott nicht die einzige Band mit einem Drogen-Todesfall, aber ausgerechnet die sensible Position des Sängers nach solch einer Tragödie treffend neu zu besetzen, ist schon ein heikles Unterfangen. Das in diesem Fall hervorragend gelungen ist: Travis klingt Shannon Hoon verblüffend ähnlich, aber doch eigenständig genug, um nicht zur plumpen Kopie zu verkommen – so schmerzlich der Verlust von Shannon auch zwölf Jahre später noch ist, die Blind Melon-Fans lieben den „Neuen“ (sicherlich nicht zuletzt, weil Hoons Mutter diesem ganzen Reunion-Dingens offiziell ihren Segen gegeben hat und aktiv unterstützt).
Und so symbolisiert diese Platte gleichermaßen Kontinuität wie Neuanfang, für die Band wie für ihre Hörer. Deshalb sei dieser Satz im Falle von „For My Friends“ gestattet und als Kompliment verstanden: die neue Blind Melon klingt total nach Blind Melon.