Wenn das mein 16jähriges Ich wüsste, es wäre vor Aufregung und Begeisterung vom Stuhl gekippt … Vor einigen Tagen habe ich eine Podcast-Episode mit Chris Barron aufgenommen. Der Sänger und Hauptsongwriter der Band Spin Doctors und ich haben ausführlich über die Geschichte der Band gesprochen, über Chris‘ unlängst verstorbenen Bruder Jeremy und dessen Einflüsse auf die Spins, über Songwriting im Allgemeinen und die Entstehung des neuen Albums „Face Full Of Cake“ im Speziellen. Es hat Riesenspaß gemacht und nun könnt Ihr das Ergebnis hören. „Spin Doctors Archive – The Podcast“ findet Ihr überall, wo’s Podcasts gibt.
Ende Januar 2025 wagte Bertram Wolf, Pfarrer in Gera, das Experiment, mit seinem Kollegen aus dem westböhmischen Stribro für zehn Tage Gemeinde und Pfarrhaus zu tauschen. Dort feierte er Gottesdienste, sprach mit Gläubigen, besuchte Rathaus, Kloster und Ordinariat und kümmerte sich um den Pfarrhauskater Bertik. Was er beim Blick über den Tellerrand gelernt hat, wie in der tschechischen Diaspora Synodalität gelebt wird und warum er das Experiment zur Nachahmung empfiehlt, hat er mir im Podcast „Mit Herz und Haltung“ erzählt. Jetzt anhören – überall, wo es Podcasts gibt.
Biblische Vornamen stehen bei Leipziger Eltern gerade hoch im Kurs. Laut Statistik der Stadt haben letztes Jahr 42 Babys den Namen Noah bekommen; ein Favorit übrigens in ganz Deutschland. 31 Mal fiel die Entscheidung auf Adam, 32 Mal auf Levi. Noah, das ist laut Bibel der, der die Arche mit allen Tieren durch die Sintflut navigiert hat. Adam war der allererste Mensch und auf Levi geht einer der zwölf Stämme Israels zurück, aus dem die Priester kamen, die Leviten.
Ob die Eltern sich bewusst für diese Namen entschieden haben, weil sie auf Bibelstars zurückgehen, wissen wir nicht. Vermutlich eher nicht. Und natürlich finden sich auch nicht-biblische Namen in den Leipziger Charts; Ida, Oskar, Emil, Mia und Emma etwa.
Alle Namen haben was gemeinsam: Die Eltern haben intensiv überlegt, wie ihr Kind heißen soll. Schließlich wird der Vorname zu einem Teil der Persönlichkeit und des ganzen Lebens. Er soll nicht nur schön klingen und gut zum Familiennamen passen, sondern auch ein Zuspruch sein, eine Art Segen.
In der Bibel ist eine wunderschöne Zusage Gottes an die Menschen überliefert: “Ich habe dich bei deinem Namen gerufen”, heißt es da. Eben nicht: Hey, Ihr Menschlein! Sondern: Du, Mia! Du, Oskar! Mir tut dieser Gedanke gut: Gott will mit seiner Liebe ganz konkret für mich da sein. Er ruft mich bei meinem Namen. Welchen auch immer meine Eltern mir einst gegeben haben.
Hinweis: Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 31. Januar 2025 in der Kolumne “Der Gedanke zum Wochenende” erschienen ist.
Über bevorstehende Veränderungen habe ich hier vor einem Jahr gemutmaßt. Wie sehr sich Dinge in meinem Leben ändern würden und an welcher Stelle, war mir da natürlich noch nicht klar. Nur wenige Tage später, am 5. Januar, starb mein Vater – nicht gänzlich unerwartet, aber doch überraschend. Gut zehn Jahre nach meiner Mutter.
Ich hätte nie gedacht, wie anders sich das Leben anfühlt, wenn die Eltern gegangen sind. “Waise mit 45 Jahren.“ Das ganze Jahr über hat mich dieser Gedanke beschäftigt, begleitet, umgetrieben. Ja, ich vermisse meinen Vater sehr. Bei aller Traurigkeit wäre es töricht, 2024 als verloren oder schlecht abzustempeln und wegzuheften. Ich bin auch diesmal wieder dankbar für viele schöne Momente mit Freund*innen und der Familie, für berufliche Erfolge und Herausforderungen, für spannende Reisen und jede Menge Musik – was für ein Segen, das schreiben zu dürfen. Und doch war und ist da eine gewisse Schwere, die mir dieses Jahr nicht von der Seite gewichen ist.
Am treffendsten ist es wohl, dieses Jahr als zu viel zu bezeichnen. So gesellen sich zur dankbar-demütigen Rückschau auf 2024 diese Wünsche für 2025: etwas mehr in mir selbst ruhen zu können und Zeit zum Luftholen zu haben.
Danke, werte Besucher*innen, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2024 – ich freue mich auf 2025 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.
Gehört: Alberta Cross – The Thief & The Heartbreaker (Reimagined) Apsilon – Haut wie Pelz Bilderbuch – Softpower (Deluxe) Blues Traveler – Live at the Print Shop Bon Iver – SABLE, Jake Bugg – A Modern Day Distraction Certainly So – Probably Not Dawes – Oh Brother Dawes – 2024-10-10 – Ryman Auditorium, Nashville, TN Dawes – 2024-11-16 – The Salt Shed, Chicago, IL Dawes – 2024-11-19 – Carnegie Music Hall of Homestead, Pittsburgh, PA Damien Dempsey – Hold Your Joy Brett Dennen – It Takes Forever Dogs In A Pile – Doggie Bag: Volume 2 Kelly Finnigan – A Lover Was Born Fortuna Ehrenfeld – Universum Goose – Live at the Greek Theatre Goose – Rehearsal Recordings 2024 Goose – 2024-10-01 – The Troubadour, West Hollywood, CA Goose – 2024-10-04 – Memphis Botanical Gardens, Memphis, TN Goose – 2024-10-24 – Ascend Amphitheater, Nashville, TN Goose – 2024-10-25 – Lawrence Joel Veterans Memorial Coliseum, Winston-Salem, NC Goose – 2024-10-26 – Avondale Brewing Company, Birmingham, AL Goose – 2024-10-29 – The Fillmore Miami Beach, Miami, FL Goose – 2024-10-30 – The Fillmore Miami Beach, Miami, FL Goose – 2024-10-31 – The St. Pete Pier, St. Petersburg, FL Goose – 2024-11-01 – The St. Augustine Amphitheatre, St. Augustine, FL Goose – 2024-11-02 – The St. Augustine Amphitheatre, St. Augustine, FL Goose – 2024-11-07 – Petersen Events Center, Pittsburgh, PA Goose – 2024-11-08 – Andrew J Brady Music Center, Cincinnati, OH, USA Goose – 2024-11-24 – Madison Square Garden, New York, NY (feat. Dave Matthews, Derek Trucks, Susan Tedeschi & Robert Randolph) Goose – 2024-12-13 – Goosemas, North Charleston Coliseum, SC Goose – 2024-12-14 – Goosemas, North Charleston Coliseum, SC Isaac Gracie – Waste Of Shame Warren Haynes – Million Voices Whisper Lawrence – acoustic-ish: an album…ish MJ Lenderman – Manning Fireworks Dave Matthews Band – Live Trax, Vol, 67: 2010-07-13 – Bethel Woods Center For The Arts, Bethel, NY Dave Matthews Band – Live Trax, Vol. 68: 2015-10-11 – MEO Arena, Lisbon, Portugal Shawn Mendes – Shawn Christy Moore – A Terrible Beauty Van Morrison – New Arrangements And Duets Quinn Oulton – Lead You To Water John Popper & Jono Manson – Back Alley Amusers Josh Ritter – Heaven, Or Someplace As Nice Josh Rouse – Live in Utrecht Spin Doctors – 1990-10-06 – The Front, Burlington, VT Spin Doctors – 2024-09-28 – City Springs Stage – Sandy Springs, GA Spin Doctors – 2024-10-05 – L’Auberge Casino & Hotel, Baton Rouge, LA Various Artists – Cardinals At The Window. A Benefit For Flood Relief in Western North Carolina W4RHORS3 – And The Horse They Rode On Paul Weber – Es könnte schön sein Matthew Logan Vasquez – Frank’s Full Moon Saloon, Pt. 2 Wilson Arms – Heroes And Hangman
Gesehen: Fortuna Ehrenfeld, Kupfersaal, Leipzig Niels Frevert, Columbia Theater, Berlin Juli Gilde, Columbia Theater, Berlin Marlena Käthe, Kupfersaal, Leipzig Klänge der Hoffnung, Haus der Kirche, Dresden Vocalconsort, Propstei, Leipzig Hannes Wittmer, Naumanns, Leipzig
Gelesen: Annette Jantzen – Das Kind in der Krippe. Die Weihnachtsbotschaft – entstaubt, durchgelüftet, neuentdeckt Ariane Sherine – The Real Sinéad O’Connor Benjamin von Stuckrad-Barre & Martin Suter – Kein Grund, gleich so rumzuschreiben
Childish Gambino – Lithonia Don’t you know that this is the moment you’re watching us throw it away?
Olive Jones – Nobody Knows Voices inside me silent once more, closing my eyes, float with the tide
W4RHORS3 – Struck By Lightning Need a sweet kiss of inspiration, it will come, I’m not complaining
Phish – Monsters The wreckage of the past und the fear of tomorrow haunts my mind, I’m searching for a way to make it all rewind
Shawn Mendes – Isn’t That Enough Sweet is the sun, warm is the rain, June is the month, free is the day
Stoppok – Nicht das was ich brauch In deine Seele eingeklinkt halt ich Dich, so lang ich kann und es geht weiter
Eggy – Come Up Slow In the morning you must go, sun please come up slow
The Avett Brothers – We Are Loved If we are spirit or we are human, crossing the river or harboring change. If we deny it or if we face it, may we embrace it: we are loved
Lawrence – Watcha Want Headline reads fine, oh, but at this rate it’s sort of looking like clickbait, deepfake
The Decemberists – Long White Veil I married her. I carried her. On the very same day I buried her
Royel Otis – Merry Mary Marry Me Dig in this mess, there’s a line that I should keep. It’s drawn out a light I’m yet to see.
Bright Eyes & Cat Power – All Threes I was dressed in a costume, a cosplay escape room, this puzzle makes no sense
The Whips – Emily She never learned her lesson but got her degree
Orebolo – Amongster Fire burning down at monastery road, why’d you do it lover throwing matches in my home
Medium Build – You Can’t Be Cool Forever You can’t be cool forever but you can learn to stay alive
Meine Lieblingslieder 2024 gibt’s hier als Spotify-Playlist.
Wie singt Niels Frevert doch gleich? Wenn die Sache dir zu nahe geht / Und dein Herz in Schutt und Asche liegt / Ist da immer noch die Musik: Wie gut, dass ich mich darauf auch in diesem recht anstrengenden Jahr verlassen konnte und einige tolle Konzerte erleben durfte.
Mit der Dave Matthews Band habe ich in Köln in meinen Geburtstag reingefeiert und sie am Tag darauf gleich nochmal in Hannover genossen (und wenig später erneut in Berlin). Bei den Jazz Open in Stuttgart haben uns erst Lawrence und dann The Cat Empire umgehauen – letztere habe ich zum ersten Mal in neuer Besetzung gesehen.
Auch zuhause in Leipzig gab’s wunderbare Abende, etwa bei Dota an der Geyserhaus-Parkbühne, Hannes Wittmer im Naumanns oder Stoppok mit Band im Anker. Der bestmögliche Abschluss dieses Livemusikjahres? Niels Frevert im Columbia Theater in Berlin. Und wenn sie merkt: Du gehst zu nah am Abgrund / Und wenn sie sieht: Du stehst zu dicht an den Klippen / Begleitet sie Dich mit einem Lied / Auf deinen Lippen …
10 Bright Eyes – Five Dice, All Threes Selbsthass, Suizidgedanken, die verrinnende Lebenszeit … die Themen, die Conor Oberst auf dem neuen Bright-Eyes-Album verhandelt, sind alles andere als leichte Kost. Manche der Songs sind dafür musikalisch fast schon übertrieben eingängig geraten. Insgesamt ein intensives, schwer verdauliches Werk, dass mich wochenlang beschäftigt hat und mir mit der Zeit ans Herz gewachsen ist.
9 The Black Crowes – Happiness Bastards Völlig anders dagegen die Grundstimmung auf dem Black-Crowes-Comeback. Fünfzehn Jahre nach “Before The Frost … Until The Freeze” gelingt den Gebrüdern Robinson ein unerwartet starkes, druckvolles Album. So sehr ich die halbherzige Reunion mit Hired Guns statt Originalmitgliedern und Debütalbum-Jubiläums-Getoure als Geldmacherei abgetan habe, so sehr muss ich konstatieren: “Happiness Bastards” macht großen Spaß und ist viel besser als erwartet.
8 Kyshona – Legacy Eine Künstlerin auf Reise zu ihren Wurzeln: Für “Legacy” hat sich Kyshona aus Nashville mit einem Genealogen zusammengetan und die Geschichte ihrer Familie bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt, wo ihre Vorfahren in Sklavenlisten einer Volkszählung von 1860 auftauchen. Fünf Generationen, deren Leben, Denken, Fühlen sich in der Musik dieses Albums widerspiegelt. Beeindruckend, ergreifend, groß.
7 Orebolo – The Chateau Was Dave-&-Tim-Shows für Fans der Dave Matthews Band sind, sind Konzerte von Orebolo für Goose-Aficionados: die auf Akustikgitarren reduzierte Essenz dessen, was in den Hauptbands vom “vollen Orchester” dargeboten wird. Nur, dass bei Orebolo noch Goose-Allzweckwaffe Jeff Arevalo das Klangbild um den Kontrabass erweitert. “The Chateau” ist das Studiodebüt des Trios, auf dem sich Stücke aus dem Goose-eigenen Songuniversum (“Rockdale”, “Tumble”) und clevere Cover mischen (“Amongster”, “Christmas Card From A Hooker in Minneapolis”).
6 Lenny Kravitz – Blue Electric Light Die letzten paar Lenny-Alben (Raise Vibration, Strut) haben mir zwar ganz gut gefallen, kamen mir aber immer etwas sperrig, unsortiert oder überfrachtet vor. So war es bei den ersten paar Durchläufen auch bei “Blue Electric Light”. Doch die Qualität und Konsistenz dieses Albums offenbart sich erst mit der Zeit. Starke Hooks, hohe Spielfreude, gute Stimmung. So deutlich hat Lenny dem Prince der 1980er Jahre noch nie gehuldigt. Doch die Hommage gelingt und macht tatsächlich mit jedem Hören mehr Spaß.
5 Medium Build – Country Besser spät zur Party dazustoßen als gar nicht: Nicholas Carpenter macht schon seit etwa zehn Jahren tolle Musik, ich habe ihn erst in diesem Jahr für mich entdeckt. “Country” besticht durch gekonntes Songwriting, eine beneidenswerte Treffsicherheit in Sachen Hooks und lakonische Lyrics. Musik zum Laut-Hören.
4 Dawes – Oh Brother Dauergäste in meinen Jahreslisten, ich weiß. Wie den Brüdern Taylor und Griffin Goldsmith die Neuerfindung ihrer Band gelungen ist, beeindruckt mich sehr: Nachdem den beiden 2023 recht überraschend (aber in aller Freundschaft) Bassist und Keyboarder abhanden kamen, gingen sie ins Studio, um neue Musik aufzunehmen, statt in Trübsal zu verfallen. Das Ergebnis ist ein gewohnt starker Songzyklus in einem veränderten Klanggewand – noch nie standen Griffins Drums und Taylors Gitarren derart im Mittelpunkt. Funktioniert!
3 Hannes Wittmer – Sag es allen Leuten Den Künstlernamen Spaceman Spiff hat er lange abgelegt, “Sag es allen Leuten” ist die zweite Platte unter seinem bürgerlichen Namen. Hannes Wittmer bezeichnet sie als “das Ende einer Reise” und “ein Album über Festgefahrenheit, Depression, Resilienz und zuletzt übers Loslassen”. Wie er scheinbar ohne Mühe ins Mark treffende Worte und Bilder für vermeintlich schwer zu Beschreibendes aneinanderreiht, ist begnadet. Dass er diese auch noch exzellent performt, macht das Glück für uns Zuhörende perfekt.
2 Lawrence – Family Business Huch, die dritte Geschwisterband in dieser Jahresbilanz! Für Gracie und Clyde Lawrence und ihre Kumpels hätte es dieses Jahr kaum besser laufen können – ausverkaufte Headlineshows in den USA, Auftritte im US-Late-Night-TV, eine umjubelte Europatour und vor allem ein saustarkes viertes Album. Damit ist die Band mit ihrem souligen Pop-Funk endgültig kein Geheimtipp mehr. Gut so.
1 Bill Ryder-Jones – Iechyd Da Manchmal kommt Musik genau im richtigen Moment zu einem. So wie “Iechyd Da” im Januar zu mir. In einer Zeit der intensiven Trauer – mein Vater war wenige Tage zuvor verstorben – spendete diese Platte Trost und Ablenkung. Weil die Songs toll sind. Weil Bills Stimme an Mark Oliver Everett erinnert. Weil die Kinderchöre und Streicher für eine geisterhafte, neblige Grundstimmung sorgen. Und wohl auch, weil diese Musik so schwer zu fassen ist und ich gar nicht genau sagen kann, warum sie mir so zu Herzen geht; zum Ende des Jahres noch genauso sehr wie zu Beginn.
Meine Lieblingsalben 2024 gibt’s hier als Spotify-Playlist.
Ist etwas wirklich wichtig und bedeutend, dann gibt es mit Sicherheit Lieder darüber. Das beste Beispiel ist die Liebe – wie schön ist es, geliebt zu sein und andere zu lieben. Deshalb singen Menschen auch so viel davon. Nicht zu vergessen all die Songs über Liebeskummer und Beziehungsstress! Es gibt Lieder über das Feiern, Balladen über den Sinn des Lebens, ironische Songs, die die Welt beschreiben oder auch unbeschwerte, alberne Gassenhauer, weil Spaß zu haben eben auch zum Leben gehört.
Ist etwas wirklich wichtig und bedeutend, dann gibt es Lieder darüber – das gilt ganz besonders für die Advents- und Weihnachtszeit. Von “Last Christmas” im Radio bis zu Bachs Weihnachtsoratorium in den Kirchen, von „In der Weihnachtsbäckerei“ bis „Stille Nacht“: Weihnachten ist die meistbesungene Zeit des Jahres.
Weil sie uns so am Herzen liegt. Eine Zeit, in der wir Kerzen gegen die Dunkelheit anzünden und uns mit Geschenken und gutem Essen versichern, wie gern wir uns haben. Für Christinnen und Christen ist der Kern dieser Zeit die Geburt von Jesus. Gott wird Mensch, lautet die frohe Weihnachtsbotschaft.Das fällt definitiv in die Kategorie “wichtig und bedeutend” und es ist wunderbar, dass wir so viele Lieder, Choräle, Oratorien und Superhits rund um das Fest von Jesu Geburt kennen und sie immer wieder singen. Jauchzet! Frohlocket! Eine Weihnachtszeit voller Musik wünsche ich Ihnen und mir.
Hinweis: Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 13. Dezember 2024 in der Kolumne “Der Gedanke zum Wochenende” erschienen ist.
Daniel Heinze fragt sich, wie authentisch wir auf Instagram und Facebook sind
Liebe vor Leuten hat nix zu bedeuten. An den Spruch musste ich bei dieser paradox klingenden Meldung denken: Ein US-Psychologe hat beobachtet, dass glückliche Paare kaum Beziehungsfotos in soziale Netzwerke stellen. Dieses eine Pärchen allerdings, das immer und immer wieder Bilder von Wochenendtrips und Barbesuchen postet und ständig verliebt lächelt – gut möglich, dass es bei dem in Wahrheit gerade kriselt. Die These des Psychologen: Paare mit Beziehungsstress veröffentlichen sowas häufig, um sich selbst zu beruhigen.
Wer Dinge aus dem Privatleben postet, präsentiert damit meistens ein „Best Of“; Ängste und Sorgen sind seltener Thema. Nun muss ich nicht hinter jedem Instagram-Pärchenbild gleich eine handfeste Beziehungskrise vermuten. Doch bei Leuten, die permanent ihr nices Couple-Life zur Schau stellen, frage ich mich schon: Wenn bei Euch alles so toll ist, warum ist es Euch dann so wichtig, dass das auch ja alle sehen?
Ich teile auch gern mal Momente aus meinem Leben in sozialen Netzwerken. Ganz intensive, private Glücksmomente behalte ich lieber für mich. Social Media macht mir immer dann Freude, wenn es kein Wettrennen ist: Wer hat den hottesten Body? Wer führt führt die romantischste Bilderbuchbeziehung? Sondern wenn ich echten Menschen begegne, und erahnen kann, was sie wirklich denken, glauben oder lieben.
Hinweis: Diesen Text habe ich für die Leipziger Volkszeitung geschrieben, in der er am 25. Oktober 2024 in der Kolumne “Der Gedanke zum Wochenende” erschienen ist.