Childish Gambino – Lithonia Donât you know that this is the moment youâre watching us throw it away?
Olive Jones – Nobody Knows Voices inside me silent once more, closing my eyes, float with the tide
W4RHORS3 – Struck By Lightning Need a sweet kiss of inspiration, it will come, Iâm not complaining
Phish – Monsters The wreckage of the past und the fear of tomorrow haunts my mind, Iâm searching for a way to make it all rewind
Shawn Mendes – Isnât That Enough Sweet is the sun, warm is the rain, June is the month, free is the day
Stoppok – Nicht das was ich brauch In deine Seele eingeklinkt halt ich Dich, so lang ich kann und es geht weiter
Eggy – Come Up Slow In the morning you must go, sun please come up slow
The Avett Brothers – We Are Loved If we are spirit or we are human, crossing the river or harboring change. If we deny it or if we face it, may we embrace it: we are loved
Lawrence – Watcha Want Headline reads fine, oh, but at this rate itâs sort of looking like clickbait, deepfake
The Decemberists – Long White Veil I married her. I carried her. On the very same day I buried her
Royel Otis – Merry Mary Marry Me Dig in this mess, thereâs a line that I should keep. Itâs drawn out a light Iâm yet to see.
Bright Eyes & Cat Power – All Threes I was dressed in a costume, a cosplay escape room, this puzzle makes no sense
The Whips – Emily She never learned her lesson but got her degree
Orebolo – Amongster Fire burning down at monastery road, why’d you do it lover throwing matches in my home
Medium Build – You Canât Be Cool Forever You canât be cool forever but you can learn to stay alive
Meine Lieblingslieder 2024 gibtâs hier als Spotify-Playlist.
Wie singt Niels Frevert doch gleich? Wenn die Sache dir zu nahe geht / Und dein Herz in Schutt und Asche liegt / Ist da immer noch die Musik: Wie gut, dass ich mich darauf auch in diesem recht anstrengenden Jahr verlassen konnte und einige tolle Konzerte erleben durfte.
Mit der Dave Matthews Band habe ich in Köln in meinen Geburtstag reingefeiert und sie am Tag darauf gleich nochmal in Hannover genossen (und wenig spĂ€ter erneut in Berlin). Bei den Jazz Open in Stuttgart haben uns erst Lawrence und dann The Cat Empire umgehauen – letztere habe ich zum ersten Mal in neuer Besetzung gesehen.
Auch zuhause in Leipzig gabâs wunderbare Abende, etwa bei Dota an der Geyserhaus-ParkbĂŒhne, Hannes Wittmer im Naumanns oder Stoppok mit Band im Anker. Der bestmögliche Abschluss dieses Livemusikjahres? Niels Frevert im Columbia Theater in Berlin. Und wenn sie merkt: Du gehst zu nah am Abgrund / Und wenn sie sieht: Du stehst zu dicht an den Klippen / Begleitet sie Dich mit einem Lied / Auf deinen Lippen âŠ
Was hatte ich im letzten Jahr an dieser Stelle geschieben?
Ich wĂŒnsche mir sehr, dass sie bald zurĂŒck kommt, die Livemusik. Und dass ich im nĂ€chsten Jahr dieser Stelle wieder von wunderbaren Konzertmomenten schwĂ€rmen kann.
Das Foto ganz oben zeigt einen Ausschnitt aus meinem Feedreader, aus dem Ordner „Musik-Nachrichten“, Ende Dezember 2021. Eine US-Band nach der anderen cancelt ihre fĂŒr Silvester geplanten Konzerte. Hier in Deutschland ist schon seit ein paar Wochen wieder weitestgehend Schluss mit Livemusik, die aktuelle Covid-Situation macht ein business as usal fĂŒr Bands, KĂŒnstler*innen, Veranstaltungsagenturen, BĂŒhnenarbeiter*innen u.v.a.m. nach wie vor unmöglich. Bei allem VerstĂ€ndnis fĂŒr die dringend nötigen pandemieeindĂ€mmenden MaĂnahmen: fĂŒr viele Menschen, die im weitesten Sinne in der Unterhaltungsbranche arbeiten, ist die Lage erneut existenzbedrohend geworden.
Was fĂŒr diese Leute an die Substanz geht, ist fĂŒr Livemusikfreund*innen wie mich erstmal „nur“ schade: auch in diesem Jahr waren Live-Momente die groĂe Ausnahme fĂŒr mich, ich konnte nicht annĂ€hernd so oft wie „vor Corona“ zu Konzerten gehen, geschweige denn zu Konzerten reisen. Es fehlt mir ungemein, dieses Erlebnis, zusammen mit vielen anderen tollen Menschen beim Musikmachen zuzuschauen. Wie sehr ich das vermisse, spĂŒrte ich bei den paar Gelegenheiten, die sich dann doch im zurĂŒckliegenden Jahr ergaben:
In dieser herrlich entspannten Sommernacht auf der Koppel in Fraureuth etwa, in der Stoppok fĂŒr uns aufspielte. Oder Ende August, als Gisbert zu Knyphausen und Kai Schumacher mit ihrem fantastischen „Lass irre Hunde heulen“-Franz-Schubert-Programm auf der Geyserhaus-ParkbĂŒhne in Leipzig gastierten. Oder bei diesem inspirierenden Orgelkonzert mit Prof. David Franke im Regensburger Dom.
Na klar, auch in diesem Jahr gab es Livestreams. Die wöchentlichen „Thirsty Thursday Happy Hours“ von Chris Barron haben mich sicher durch den Winter und das FrĂŒhjahr gebracht (Chris hat uns ĂŒber ein gutes Vierteljahr hinweg ohne gröĂere Wiederholungen mit mehr als 100 gespielten Songs einen Ritt durch sein gesamtes Oeuvre geschenkt, das war schon Weltklasse). Auch die wunderbaren Goose-Konzertmitschnitte bei Youtube haben mir das Jahr verschönert. Da waren auch noch Streams von – da isser wieder – Stoppok (sein legendĂ€rer Geburtstagslivestream im Februar war Ă€uĂerst amĂŒsant), Damien Dempsey, Dawes und zuletzt die Abschieds-Show von The Cat Empire. Und doch sind Livekonzerte auf dem Bildschirm fĂŒr mich kein vollstĂ€ndiger Ersatz fĂŒr das „echte Erlebnis“.
Bleibt zu hoffen, dass 2022 auch im Blick auf Livemusik besser wird als 2020 und 2021 – insbesondere fĂŒr die, die in der Livebranche arbeiten und dringend wieder sowas wie NormalitĂ€t im Job brauchen. Aber auch fĂŒr Musikfreunde und passionierte KonzergĂ€nger*innen wie mich.
Normalerweise liste ich an dieser Stelle immer zehn Konzerte in eher willkĂŒrlicher Reihenfolge auf, an die ich mich im jeweils zu Ende gehenden Jahr am liebsten erinnere. Das ist 2020 aus allgemein bekannten GrĂŒnden nicht möglich: Corona hat auch im Kulturbereich gewĂŒtet; das war alles, nur kein gutes Jahr fĂŒr Livemusik.
Insofern bin ich dankbar, sowohl am Anfang als auch gegen Ende des Jahres dann doch zwei „relativ normale“ Konzerte erlebt zu haben, lustigerweise auch noch von miteinander befreundeten Musikern. Als Stoppok Anfang MĂ€rz mit seiner Band im pickepackevollen Leipziger Anker aufspielte, bat er noch das werte Publikum fĂŒr den Fall, dass unter den Anwesenden nachtrĂ€glich Corona festgestellt wird, doch bitte anzugeben, man sei bei Helene Fischer gewesen, nicht bei ihm … damit er seine Tour noch fertig spielen könnte … Daraus wurde nichts, wenige Tage danach musste Stoppi seine Konzertreise abbrechen – wie so viele andere KĂŒnstler*innen auch.
Als dann im Oktober Danny Dziukund Karl Neukauf im Neuen Schauspiel gastierten, war die Welt eine andere: das HĂ€ufchen Publikum saĂ auf Abstand, man ging mit Maske zum Tresen GetrĂ€nke holen und die ersten KlĂ€nge von Klavier und Gitarre genĂŒgten bei mir fĂŒr GĂ€nsehaut und feuchte Augen – irre, wie sehr mir das alles fehlt, die kleinen Clubs, laute Musik, selbst das GedrĂ€nge und von mir aus sogar der immer ein wenig zu groĂ geratene Vordermann!
Lichtblicke waren auch die Leipziger Abendlobe in der Propsteikirche, die den einen oder anderen Musikgenuss ermöglichten, so konnte ich das Calmus Ensemble und Vocalkonsort Leipzig hören und sehen. NatĂŒrlich galt auch hier: Abstand, Masken, höchste Vorsicht. Nicht unerwĂ€hnt lassen möchte ich auch die vielen Donnerstagabende, an denen ich Woche fĂŒr Woche mit ein paar Dutzend anderer Fans via stageit.com im Wohnzimmer von Chris Barron in New York zu Gast sein durfte – wir haben ein paar Dollar Trinkgeld in den virtuellen Hut geschmissen; Chris hat uns dafĂŒr alte und neue Lieder vorgesungen, ĂŒber Gitarren und Ukulelen gefachsimpelt und von seinem selbstgemachten Meerrettichvodka geschwĂ€rmt. Die „Thirsty Thursday Happy Hour“ war ein wöchentliches Ritual, das einfach gut getan und SpaĂ gemacht hat.
Gov’t Mule in Torgau, Pinegrove in Hamburg, Bright Eyes in Berlin – die Tickets hĂ€ngen noch immer ungenutzt an meiner Pinnwand, einige Shows wurden verlegt, andere abgesagt. Frustrierend fĂŒr den Musikfan, existenzgefĂ€hrdend fĂŒr die, die in der Eventbranche arbeiten, komplett nebensĂ€chlich wiederum angesichts des Leids und der Trauer, die das Coronavirus in diesem Jahr in so viele Familien gebracht hat. Wenn ich in diesem Jahr meine LebensqualitĂ€t mal tatsĂ€chlich als spĂŒrbar eingeschrĂ€nkt empfunden habe, dann durch die Abwesenheit von Livemusik – mit echten Bands, mit echten anderen Menschen, zur selben Zeit, am selben Ort, klatschen, mitsingen, ĂŒber den Sound lĂ€stern, noch eine Runde Bier besorgen …
Ich wĂŒnsche mir sehr, dass sie bald zurĂŒck kommt, die Livemusik. Und dass ich im nĂ€chsten Jahr dieser Stelle wieder von wunderbaren Konzertmomenten schwĂ€rmen kann. Es mĂŒssen ja nicht gleich wieder zehn sein.
10 The Avett Brothers – Ain’t No Man There ain’t nobody here who can cause me pain or raise my fear because I got only love to share. If you’re looking for truth I’m proof you’ll find it there
9 Ove – Wo Du schlĂ€fst In all die Löcher, die Du grĂ€bst, fall ich rein. Da, wo Du schlĂ€fst, möcht ich sein
8 The Tallest Man On Earth – Time Of The Blue Now, is it fear? How does it ring? How does it teach young birds to sing? And riot through the orchestra? When is quiet coming?
7 Yeasayer – I Am Chemistry My mama told me not to fool with oleander and never handle the deadly quaker buttons again
6 Ansel Elgort – Home Alone At the end of the night when I turn off the lights and the bullshit fades away, I don’t wanna go home alone
4 Die Höchste Eisenbahn – Erobert & Geklaut Was ich nicht kenne, muss ich fĂŒrchten, es könnte meine Rettung sein. Unter der Wolkendecke ist Platz fĂŒr alle – nur wenn es regnet, gehen nicht alle rein
3 Jake Bugg – Love, Hope And Misery They say it comes in threes; love, hope and misery, and the first two have gone and tell me if Iâm wrong, I hope that I am and you donât hate me
2 Dawes – Quitter Quit wasting my time because pretty soon you’ll find it’s the only thing of value that we own. You’re gonna have to quit everything, until you find one thing you won’t
1 Stoppok – 1 Weg hier raus Es muss n Weg hier raus geben, raunzt der Teufel, mir wird die Sache hier zu heiss
Meine zehn Lieblingslieder 2016 gibtâs hier als Spotify-Playlist.
10 Stoppok – Operation 17
Schafft auch nicht jeder: Stoppok kam dieses Jahr mit dem 17. Studio-Werk seiner Karriere um die Ecke. Allein dafĂŒr gebĂŒhrt Deutschlands unkapputbarstem Barden höchster Respekt. Dass dieses Album dann aber auch noch bergeweise tolle Songs enthĂ€lt, ist umso feiner – StĂŒcke wie „Rausch ab“, „Regenlied II“, „1 Weg hier raus“ oder „Planlos durch das All“ sind frisch, geistreich, absolut geschmackssicher produziert und performt; es ist eine wahre Freude. Stoppoks neues Material ist so gut, dass man ihm den einzigen Ausrutscher der „Operation 17“ („Friss den Fisch“, ein unnötiges „Dumpfbacke“-Ripoff) lĂ€chelnd nachsieht.
9 John Legend – Darkness And Light
SpĂ€testens seit er das letzte Studioalbum der Alabama Shakes veredelt hat, gilt Blake Mills als einer der angesagtesten Produzenten der Stunde. Zu Recht: was auch immer dieser schluffihaft-schlacksig wirkende Kerl zur Zeit auch anfasst, wird zu Gold. Das gilt fĂŒr eine Platte ganz besonders, von der hier spĂ€ter noch zu lesen sein wird. Das gilt aber auch fĂŒr das fantastische neue Soloalbum von Jim James und eben fĂŒr „Darkness And Light“ von R’n’B-Star John Legend. Ganz und gar nicht platte Soulmusik, der Mills clevere Arrangements spendiert, die den Kern des Songs jeweils zielsicher herausarbeiten. Dazu grandiose GesĂ€nge und ein unfassbar cooler, knackiger Gesamtsound – das macht den Herren Mills und Legend so leicht keiner nach.
8 Open Hearts Society – Driftwood Radio
Als „Rural Folk Boogie“ bezeichnet das Trio seine Musik, und diese Beschreibung passt wie die Faust aufs Auge. FĂŒnf Jahre nach „Love In Time“ folgt nun also „Driftwood Radio“, eine komplett unaufgeregte, wunderschöne Platte irgendwo zwischen Folk, Country und Blues. Dass Eric Schenkman in dieser Band so ganz und gar nicht nach seiner Hauptband Spin Doctors klingt, sondern wesentlich sanfter, versponnener und relaxter, ĂŒberrascht zunĂ€chst, passt aber hervorragend. Mit seinen gerade mal acht Songs mag diese Veröffentlichung wie ein Minialbum wirken. Wer sich drauf einlĂ€sst, merkt aber schnell, wie groĂ(artig) „Driftwood Radio“ geworden ist.
(Zu den Songs von „Driftwood Radio“ gibt’s noch keine Videos, daher hier ein Ă€lterer Song der Band. You get the idea.)
7 Ben Harper & The Innocent Criminals – Call It What It Is
HĂ€tte ja auch schief gehen können. Ben Harper trommelt seine Innocent Criminals nach fast sieben Jahren Funkstille wieder zusammen. In den Urlaub geschickt hatte er sie damals, weil er ihrer wohl ein wenig ĂŒberdrĂŒssig war. Doch das ist lange her – nach einer gefeierten Comeback-Tour kam dieses Jahr nun „Call It What It Is“. Das Album ist durchweg kurzweilig und bunt, Harper glĂ€nzt mit starken Songs und die Band groovt so famos wie eh und je. Meine einzige Kritik ist, dass das Ganze leider etwas ĂŒberraschungsarm geraten ist. Doch das sei als Kritik auf allerhöchstem Niveau verstanden.
6 PROSE – Home Of The Brave
Meine Neuentdeckung des Jahres. Ein junges Trio aus Manchester, das Rap, Akustik-Folk und Pop auf eine Weise vermischt, wie ich sie bisher noch nicht gehört habe. Dabei spĂŒrt man deutlich, dass die Jungs tief im Hip Hop verwurzelt und beheimatet sind; andererseits aber auch ein HĂ€ndchen fĂŒr groĂe Melodien haben. Kurzweilig, clever, wunderbar.
5 Bon Iver – 22, A Million
Album Nummer drei von Bon Iver also. Auf WaldhĂŒttenliebeskummerfolk und groĂen Kammerpop folgt ein sperriger Hybrid aus klassischem Songwriting, (w)irren Samples, unzĂ€hlbaren Grooves und kruder Zahlenmystik. Was bei den ersten paar DurchlĂ€ufen erstmal gehörig fordert und ĂŒberfordert, entpuppt sich nach und nach als Meisterwerk. Justin Vernon weiĂ in jeder Sekunde ganz genau, was er da tut und spendiert der Welt damit so ganz nebenbei auch noch eine Handvoll wunderbarer Melodien, die sich souverĂ€n aus den komplexen Klanglandschaften herausschĂ€len. Und immer wieder tönt aus der Ferne ein Saxophon. Im besten Sinne ein anstrengendes VergnĂŒgen.
4 The Avett Brothers – True Sadness
Produzentenguru Rick Rubin und die GebrĂŒder Avett scheinen einen Narren aneinander gefressen zu haben – immerhin ist „True Sadness“ bereits das vierte Album, dass die Alternative-Folk-Helden mit dem bĂ€rtigen Soundgenie aufgenommen haben. Es ist ein groĂer Wurf geworden! Die Avett Brothers tasten sich angstfrei in neue musikalische Gefilde vor und erkunden dabei weniger wie in der Vergangenheit eher schrammelige Rock-Ecken, sondern vielmehr elektronisches und Progrock-Terrain. Das geht deshalb gut, weil im Kern stets rustikale, leidenschaftliche Songs zu finden sind. Und so klingt dieses Album halt sowohl klassisch-zeitlos als auch modern und experimentierfreudig.
3 Die Höchste Eisenbahn – Wer bringt mich jetzt zu den Anderen
Was einst als loses Nebenprojekt begann, wurde spĂ€testens 2016 zur obersten Instanz in Sachen Songwriter-Pop in Deutschland. Irre, wie viele Menschen unterschiedlichster musikalischer „Heimaten“ sich derzeit auf diese Band und ihre Songs einigen können. „Wer bringt mich jetzt zu den Anderen“ ist ein in jeder Hinsicht gelungener Nachfolger von „Schau in Lauf Hase“; die Herren KrĂ€mer und Wilking haben den Stil, wie sie die kleinen groĂen Dramen des Erwachsenseins in lakonische Lieder gieĂen, weiter perfektioniert. Schlau, aber nicht binsenweise. EingĂ€ngig, aber nicht beliebig. Herzlich, aber kein bisschen kitschig. Okay, nur ein ganz kleines bisschen.
2 Lawrence – Breakfast
Als diese Platte erschien, hatten Lawrence noch keinen Plattenvertrag. Kurz vor Jahresende konnte die Band um die höllisch talentierten Geschwister Clyde (23) und Gracie (19) bei einem der letzten Majorlabels unterschreiben. Wenn man sich anhört, wozu die beiden und ihre durchweg hervorragenden Mitmusiker im Stande sind, wird schnell klar, warum das geklappt hat: das hier ist geschmeidiger Pop mit ganz viel Funk und Soul, handwerklich ĂŒber jeden Zweifel erhaben, dennoch frisch und zeitgemĂ€Ă. WĂŒrde mich nicht wundern, wenn uns die Lawrence-Bande in KĂŒrze von den oberen Charts-RĂ€ngen aus zuwinkt.
1 Dawes – We’re All Gonna Die Schonwieder Dawes? Ja, schon wieder. Aber nicht, weil ich halt ein treudoofer Fan bin, sondern weil dieses nur 15 Monate nach „All Your Favorite Bands“ wie aus dem Nichts gekommene Album einen Triumph auf ganzer Linie darstellt. Blake Mills (siehe oben) ist es zu verdanken, dass Dawes nicht einfach zum fĂŒnften Mal eine Platte im Ă€hnlichen Stil aufgenommen haben, sondern ihren Sound deutlich erweitern konnten: viel mehr Keyboard, klangliche Spielereien an Schlagzeug und Bass, harmonisch gewagtere Songstrukturen und und und. Herz und Seele der Band sind dabei aber nicht auf der Strecke geblieben, im Gegenteil. Was einem hier so modern und frisch entgegentönt, sind einige der stĂ€rksten Songs im an starken Songs wahrlich nicht armen Dawes-Katalog.
Meine zehn Lieblingsalben 2016 gibtâs hier als Spotify-Playlist.
10 – Malky, Leipzig, 24. Januar
Das Video zum Song „Diamonds“ war lĂ€ngst drauĂen, in Leipzig erzĂ€hlte man sich von DER groĂen nĂ€chsten Live-Sensation der Stadt – Ende Januar hatte ich Gelegenheit, mir davon ein Bild zu machen. Und tatsĂ€chlich: Malky waren an dem Abend im Werk II eigentlich „nur“ die Vorband, hinterlieĂen bei mir aber einen bleibenden Eindruck. Kommt ja selten genug vor, aber … der Hype war gerechtfertigt.
9 – Orgelkonzert, Leipzig, 15. MĂ€rz
Die Orgel in der Evangelisch-Reformierten Kirche am Leipziger Tröndlinring feierte ihren 45. Geburtstag. Da nicht nur Menschen, sondern auch Orgeln in diesem Alter die eine oder andere Schönheits-OP brauchen, organisierte die Gemeinde kurzerhand ein gelungenes Benefizkonzert. Hauptteil des Konzerts war die Messe fĂŒr Chor und Orgel von Anton Dvorak aus dem Jahr 1887, aufgefĂŒhrt mit der Kantorei der Gemeinde und tollen Solisten. AuĂerdem bot UniversitĂ€tsmusikdirektor David Timm anschlieĂend noch einige gewagte Improvisationen an der Jehmlich-Orgel. Ein spannender, packender Musikgenuss.
8 – Spaceman Spiff & Enno Bunger, Leipzig, 4. Dezember
Das Vorurteil: das wird ein Abend mit zwei ganz gefĂŒhligen Boys, die schĂŒchtern ihre durchaus schönen Problemlieder zum Besten geben. Die Ăberraschung: Spaceman Spiff und Enno Bunger können auch richtig laut und sogar tanzbar und sind auf der BĂŒhne so gar nicht die maulfaulen Schwerstmelancholiker, sondern unterhaltsame RampensĂ€ue mit, gewiss, in der Mehrzahl eher balladesken Songs. Das Ergebnis: ein wirklich kurzweiliger, toller Abend.
7 – Selig, Leipzig, 23. August
Ach Mensch, Selig. Ende August an der ParkbĂŒhne konnte ich noch nicht ahnen, dass ich mich spĂ€ter im Jahr tierisch ĂŒber Euch Ă€rgern wĂŒrde. Die CD „Die Besten“ gefiel mir nĂ€mlich gar nicht, lieblose und blutleere Eigen-Cover waren das, in einem halbakustischen, seltsam schaumgebremsten Gewand. Und dann verlĂ€sst auch noch Keyboarder Malte die Band? Was mir Freunde von der Herbst-Tour berichten, lĂ€sst mich ahnen, dass die PUR-Werdung meiner einstigen Lieblingsband gerade im Eiltempo voranschreitet. Zum GlĂŒck war von all dem an diesem viel zu kĂŒhlen Sommerabend im August noch nichts zu spĂŒren: meine fĂŒnf Helden spielten sich lautstark und ohne Wenn und Aber durch die derbsten Bretter ihrer Karriere – ich war völlig ĂŒberrascht und geplĂ€ttet und begeistert. Umso trauriger, wie es dann im Herbst mit der Band weiterging. Aber hey hey hey, natĂŒrlich bleibe ich voller Hoffnung und gespannt auf das, was da noch kommen mag.
6 – Stoppok, Leipzig, 20. November
Ein Dauergast in meinen Lieblingskonzertlisten. Auch 2014 lieferte der alte Recke mit seiner in Teilen neuen Band ein wunderbares Konzert ab.
5 – Die Höchste Eisenbahn, Leipzig, 12. Februar
Eine zum Bersten volle NaTo. Und eine höchst spielfreudige Höchste Eisenbahn, die auf der ganzen Linie ĂŒberzeugte. Francesco Wilking und Co. intonierten die Songs ihrer ersten beiden Platten, wechselten nach fast jedem Song die Instrumente und machten den Abend durch ihre Ă€uĂerst lustigen Ansagen und Anekdoten erst so richtig rund. Ich glaub ja, dass hier gerade DIE deutschprachige Pop-Instanz der nĂ€chsten Jahre entsteht.
4 – The Hilliard Ensemble & Jan Garbarek, Halle, 20. Oktober
Ein wohliger Schauer nach dem nĂ€chsten jagte mir in Halle in der Marktkirche an diesem Abend ĂŒber den RĂŒcken: die Herren vom Hilliard Ensemble waren gekommen, um ein letztes Mal in unseren Breitengraden ihre unfassbar gute Vokalkunst zum Besten zu geben. Und das Publikum war gekommen, um von diesen groĂen KĂŒnstlern Abschied zu nehmen: Ende 2014 sangen sie das letzte Konzert ihrer Karriere. Mit dabei war der norwegische Jazzsaxofonist Jan Garbarek, mit dem die Hilliards drei Alben aufnahmen. Schade, dass ich das wohl nie wieder live erleben werde. Schön, dass ich in Halle dabei sein durfte.
3 – Spin Doctors, Paris, 24. Februar
Auch in diesem Jahr durfte ich die Lieblingsband ein paar Mal live erleben. Drei Mal, um genau zu sein: in Paris, Amsterdam und Leuven. Die Pariser Show soll exemplarisch fĂŒr diesen Ă€uĂerst spannenden Run stehen. Die Band variierte die Setlisten von Nacht zu Nacht wie zuletzt in den frĂŒhen 90er Jahren, alte und neue StĂŒcke fĂŒgten sich zu tollen Gesamtkunstwerken ineinander. Chris, Aaron, Mark und Eric sind und bleiben die coolsten SĂ€ue unter dieser Sonne und ich freu mich schon aufs nĂ€chste Dutzend Shows.
2 – Conor Oberst & Dawes, Hamburg, 11. August A match made in heaven: Dawes, die sich 2013 in mein Herz spielten, als Backing Band fĂŒr Conor Oberst, den ich bislang noch nie live gesehen hatte. Praktischerweise gaben Dawes auch gleich noch die Vorband, was mich natĂŒrlich doppelt freute. Das neunminĂŒtige „Peace In The Valley“ am Ende des Dawes-Sets in der restlos ausverkauften Hamburger „Fabrik“ war fĂŒr mich der Konzertmoment des Jahres. Das Set mit Conor Oberst war bis zum letzten Song erstklassig und einnehmend, verstörend war jedoch dann die Zugabe: Dawes mussten fast acht Minuten instrumental ĂŒberbrĂŒcken, bevor Oberst schlieĂlich doch völlig verwirrt und neben sich stehend zurĂŒck auf BĂŒhne wankte und die letzten beiden StĂŒcke mit MĂŒhe und Not durchhielt. Ein seltsames Ende einer sonst tadellosen, berauschenden Show, die mir lange in Erinnerung bleiben wird.
1 – Niels Frevert, Dresden, 22. November
Was fĂŒr ein Genuss! Frevert mit Band in der Dresdener Scheune. Niels war an dem Abend gut drauf und zum Plaudern aufgelegt, und die Band war aufeinander eingespielt wie in diesem Jahr sonst nur die deutsche FuĂball-Nationalelf. Das Schönste: live kommen auch die Songs der jĂŒngeren Frevert-Platten etwas rauher und gitarrenlastiger daher, was ihnen extrem gut bekommt. Ob neue Meisterwerke wie „Muscheln“ oder alte Gassenhauer wie „Seltsam öffne mich“ und „DoppelgĂ€nger“ – was fĂŒr ein GlĂŒck, dass es Niels Frevert gibt.
10 Brothers Keeper – Todd Meadows
Bei diesem Album drĂŒckt man auf Play und fĂŒhlt sich sofort „wie zuhause“. Das Trio Scott Rednor, Michael Jude und John Michel ist an sich schon ’ne Ansage: drei gestandene Musiker, die es nach Jahren des Tourens und Backing-Band-fĂŒr-andere-seins nach Colorado verschlagen hat. Wenn dann aber noch Jono Manson und John Popper dazukommen und mit den dreien ein Album schreiben und aufnehmen, hat man im Handumdrehen DAS Rootsrock-Projekt des Jahres mit gleich fĂŒnf bemerkenswerten FrontmĂ€nnern und – welche Seltenheit – nicht einem einzigen miesen Song.
9 Royal Blood – Royal Blood
Ich glaube, der Erfolg ist den beiden Jungs von Royal Blood selber ein wenig suspekt. Das Bass-und-Drums-sonst-nix-Duo aus England war in diesem Jahr Nummer 1 der britischen Charts und wird im nĂ€chsten Jahr diverse Festivals headlinen. Doch in der Tat hat in diesem Jahr nichts hĂ€rter gegroovt als das DebĂŒtalbum der beiden. Songs wie „Out Of The Black“, „Little Monster“ und „Figure It Out“ sind mĂ€chtige Hits, und dieser auf’s Wesentliche konzentrierte, harte Sound von Royal Blood ist ein stolzes und gelungenes Statement gegen den auch 2014 in den Charts allgegenwĂ€rtigen ĂŒberproduzierten Bubblegum-Schlager-Pop.
8 Stoppok – Popschutz
Nie und nimmer hĂ€tte ich geglaubt, dass es mal eine Stoppok-Platte in meine Jahresbestenliste schafft: so sehr ich seine Konzerte auch liebe, seine Alben waren schon oft zwiespĂ€ltige Angelegenheiten. Freilich, mindestens eine Handvoll Hammersongs gab’s eigentlich immer, aber halt meistens auch ein paar StĂŒcke, die mir entweder egal oder aber deutlich zu cheesy waren. Nicht so auf „Popschutz“. Hier ist wirklich jeder Track gelungen, die Platte hat einen ganz eigenen, eigenstĂ€ndigen Gesamtsound und Stoppoks aktuelle Band (u.a. mit Keyboarder und Gitarrist Sebel und Schlagzeuger Wally Ingram) ist schlichtweg ein Traum.
7 The New Basement Tapes – Lost On The River
Schon die Geschichte hinter den „New Basement Tapes“ ist toll: Starproduzent bekommt bislang unveröffentlichte Songtexte von Bob Dylan zur VerfĂŒgung gestellt, trommelt ein halbes Dutzend Weltklasse-Songwriter zusammen und lĂ€sst diese innerhalb von zwei Wochen neue Songs zu den Texten schreiben und aufnehmen. TatsĂ€chlich ĂŒbertrifft das Resultat die Geschichte noch einmal. Was Jim James, Rhiannon Giddens, Marcus Mumford, Taylor Goldsmith und Elvis Costello da unter der Leitung von T-Bone Burnett aus den 47 Jahre alten Dylan-Lyrics gemacht haben, ist fantastisch und hat das Zeug zum Klassiker.
6 Malky – Soon
Zwei bestens vernetzte Musiker aus dem Raum Mannheim (u.a. gearbeitet als BackingsĂ€nger und Songschreiber fĂŒr Max Herre und Xavier Naidoo) „flĂŒchten“ nach Leipzig, um hier in aller Ruhe und ohne Druck an einer eigenen Platte zu arbeiten. Schnell sprach sich rum, dass Malky live absolut sehenswert sind, und im Sommer 2014 war dann endlich „Soon“ fertig: ein Album zwischen Pop und Soul, zwischen Moderne und Retro-Sounds, das bundesweit fĂŒr Aufsehen gesorgt hat. Bindeglied zwischen all den verschiedenen KlĂ€ngen, EinfĂ€llen, Samples und VersatzstĂŒcken ist die Stimme von Daniel Stoyanov – ein Naturereignis.
4 Blake Mills – Heigh Ho
US-Weltklassemusiker liegen dem kalifornischen Gitarristen und Songschreiber seit Jahren zu FĂŒĂen, Mills ist gefragter Sessionmusiker und Produzent. „Heigh Ho“ ist sein zweites Soloalbum und beweist eindrucksvoll, warum er so ein hohes Ansehen genieĂt. Klar, die Songs sind ĂŒber jeden Zweifel erhaben, die Performances sowieso. Was diese Platte so besonders macht, sind die ungewöhnlichen Arrangements, die den Hörer herausfordern und fordern, aber eben auch ĂŒberraschen und begeistern.
3 Damien Rice – My Favorite Faded Fantasy
Acht Jahre hat sich Damien Rice fĂŒr sein drittes Album Zeit gelassen. „O“ und „9“, die VorgĂ€nger, fand ich nett und interessant und so, sie hauten mich aber nie vom Hocker. Völlig anders war das in diesem Jahr bei „My Favorite Faded Fantasy“: vom ersten bis zum letzten Ton packt mich das, was der Ire hier zusammen mit Rick Rubin geschaffen hat. Lieder, deren Melodien sofort im Kopf bleiben, die sich Zeit lassen, um sich zu entwickeln und zu wachsen und die derartig schlau und einfallsreich arrangiert sind, dass man einfach nur applaudieren möchte.
2 Niels Frevert – Das Paradies der gefĂ€lschten Dinge
Wie schön, Neues von Niels! Das war mein erster Gedanke, als ich die AnkĂŒndigung von „Paradies“ las. Wie bitte, neues Plattenfirma, und dazu der Peter-Fox-Produzent? Waren meine nĂ€chsten Gedanken beim Lesen der Presseinfo. Warum sollte es gut sein, dass es Niels Frevert vom liebenswerten Indie Tapete zu Grönland Records, dem gar nicht mal so kleinen Label von Herbert Grönemeyer, zog? Alle Sorgen waren unberechtigt. Was Frevert hier gelungen ist, ist das vielleicht stimmigste Album seiner Solokarriere – opulenter aufgezogen als die letzten beiden Kammerpop-Platten; mit Liedern und Arrangements, die auch an die deutlich rockigeren Zeiten des Ex-Nationalgaleristen erinnern. Daran gibt es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen.
1 Conor Oberst – Upside Down Mountain
WĂ€hrend seine Band Bright Eyes im Dornröschenschlaf ruht, kommt Conor Oberst mit seinem dritten Soloalbum um die Ecke. Und das ist derartig schön, unkompliziert, eingĂ€ngig und reichhaltig, dass es sich mit deutlichem Abstand zu meiner absoluten Lieblingsveröffentlichung des Jahres hochrotiert hat. Conors Musik mag schon mal wĂŒtender, lauter oder abgedrehter gewesen sein – auf „Upside Down Mountain“ muss er nichts beweisen, sondern liefert „einfach nur“ einen ĂŒber jeden Zweifel erhabenen Liederzyklus im Alterative-Country-Gewand ab. Fast schon nebenbei, im Vorbeigehen quasi. Oberst, Du Genie.
10 – Amarcord, Leipzig, 5. Oktober
Festkonzert zum 20. JubilĂ€um des Ensembles im GroĂen Saal des Gewandhauses. Mit einem Querschnitt aus ihrem Repertoire, von Renaissance-Madrigalen bis hin zu einer UrauffĂŒhrung. Am Ende stehende Ovationen, völlig zu Recht.
9 – Kraftklub, Leipzig, 21. Oktober
Deutschlands Band des Jahres bringt das Haus Auensee zum Ăberlaufen. Selten ein derart euphorisches und durchgeschwitztes Publikum erlebt. Einfach nur groĂartig.
8 – Ray’s Guesthouse, Berlin, 24. Mai
MTV-Legende Ray Cokes mit neuer Live-BĂŒhnen-Show im Berliner Postbahnhof. Triggerfinger performen „I Follow Rivers“, kurz bevor es zum Ăberraschungs-Sommerhit wurde. AuĂerdem dabei: Fiva und das Phantomorchester, die frisch wiedervereinten Plan B aus Berlin, Me & My Drummer, Admiral Black und Two Trick Pony. Und ein bestens aufgelegter Ray Cokes, natĂŒrlich.
6 – Stoppok, Leipzig, 8. Dezember
Stefan Stoppok, ganz alleine im proppevollen Anker. Die vorweihnachtlichen Besuche des Barden im Leipziger Norden haben inzwischen eine gewisse Tradition, aber ganz und gar keine Routine. Stoppok ist in Spiellaune, das Publikum singt eifrig mit und am Ende, wie so oft bei Stoppok, gehen alle glĂŒcklich nach Hause.
5 – Wolke, Leipzig, 2. Juni
Gerade mal zwanzig Menschen wollten Wolke in der Moritzbastei sehen. Wenn die restlichen 500.000 Leipziger nur wĂŒssten, was sie verpasst haben! Das Duo stellte die Songs ihres neuen Album „FĂŒr immer“ vor und sangen natĂŒrlich auch Klassiker wie „Kleine Lichter“. Ich war, Ă€hem, auf Wolke 7.
4 – Selig, Dresden, 19. November
Muss man sich auch erstmal trauen: Selig performen ihr komplettes neues Album „Magma“, obwohl das noch keiner kennt, weil es erst im neuen Jahr kommt. Experiment geglĂŒckt: die Fans im ausverkauften Beatpol fraĂen der Band aus der Hand, das neue Material hört sich fabelhaft an, und der XXL-Zugabenblock bot dann von „Ist es wichtig“ bis „Schau Schau“ alles, was der Fan sich noch gewĂŒnscht hat.
2 – Spin Doctors, Hamburg, Köln, Berlin, Erfurt, 22.-27. Januar
Wie schon 2011 hatte ich das GlĂŒck, die lieben Spin Doctors auf einem Teil ihrer Tour begleiten zu können. Diesmal ging’s durch Deutschland. Und es war surreal gut. Wie ich an „meinem“ ersten Abend das lang ersehnte, seit mehr als einem Jahrzehnt ungespielte „Prey To Bears“ als Zugabe gewidmet bekam. Wie die deutschen Fans die Band gefeiert haben. In Hamburg zum Beispiel. Oder wie selbst das mies besuchte Erfurt-Konzert rockte. Die Docs waren sympathisch wie immer, und fĂŒr mich war das eine Deutschland-Rundfahrt der ganz besonderen Art. Hoffentlich bald wieder.
1 – The Cat Empire, Berlin, 14. Dezember
Dass die Jahresbestenlisten-DauergĂ€ste The Cat Empire in diesem Jahr Platz 1 einnehmen, ĂŒberrascht mich selbst ja am meisten. Denn das war ein starkes Konzertjahr, ohne jede Frage. Aber kein Abend war so perfekt wie diese Show in der Columbiahalle. Selbst in den Toiletten tanzten die Menschen verzĂŒckt – und trotz restlos gefĂŒllter Halle gab es nicht einen, der nach dem Konzert genervt oder unzufrieden wirkte. Das macht den Australiern so schnell keiner nach. Kann das neues Album und die 2013er Auflage des alljĂ€hrlichen Berlin-Konzertes kaum erwarten.
8 Beer – Jay Bennett …you say I drink too much, you say I think too much, you say I laugh too much when things are really serious…
7 Reasonably Fine – The Cat Empire …but you’re the same as you and I’m the same as me and hopefully we can find ways to let us be reasonably fine…
6 Lantern – Josh Ritter …light and guide me through, hold it high for me, and I’ll do the same for you, hold it high for me…
5 The Dreamer – The Tallest Man On Earth …sometimes the blues is just a passing bird and why can’t that always be…
4 Gone – Chris Barron …I know that there will be a song for every broken heart and soul, I know that there will be a coin to drop in every begging bowl. But me, I’m going down…
3 Fuck You – Cee Lo Green …although there’s pain in my chest I still wish you the best with a Fuck you…
2 With Whom You Belong – Fistful Of Mercy …you find your way to write your song. And come what may, I hope you find friends with whom you belong…
1 The Bear That Wasn’t – Fizzy Good (Make Feel Nice) …just buckle up, don’t look behind, and you’ll be fine…