Eric Schenkman, Aaron Comess & Friends – Rockwood Music Hall, 11. März 2010

Das war ein regelrechtes Gipfeltreffen, gestern Abend in der Rockwood Music Hall in New York. Die Spin Doctors Eric und Aaron luden zur Jamsession, und zahlreiche Freunde folgten der Einladung. Wäre gerne dabei gewesen – der winzige Club ist toll, war 2008 selbst schon mal dort. Und kann mir daher vorstellen, dass das gestern Abend ein grandioses kleines Jamfest war… Hier ein paar Videobeweise:

Spooky:

Stop Breaking Down:

Killing Floor:

Eric Schenkman- guitar & vocals (Spin Doctors)
Aaron Comess- drums (Spin Doctors)
Andy Hess -bass (Gov’t Mule, Black Crowes, John Scofield)
Rob Clores – piano (Black Crowes, Enrique Iglesias)
Erik Lawrence – saxophone (Levon Helm Band)
James Maddock- acoustic guitar & vocals

siebenSONGS 31. God Street Wine Edition.

Irre. Am Montag verkünden God Street Wine ihre (Kurzzeit-)Rückkehr nach 10 Jahren Bandruhestand – zwei Benefizshows in New York sollten es werden. Heute begann der Vorverkauf – nach 30 Minuten waren beide Konzerte ausverkauft. Jetzt überlegen die Herren Tom, Lo, Dan, Jon, Aaron und Mike, vielleicht doch noch ein wenig weiter zu machen: „While we don’t have plans currently for additional shows you have made it very clear that there is a calling for such. Please bear with us while we consider our options.“

Sollnse mal considern – da die Band ihre Musik seit neuestem nur noch verschenkt („God Street Wine is no longer a profit-making entity; we are engaged in trying to make as much of our music and media available for free download and sharing as is legally possible. For those who wish to spend money on us, we ask that you download our music for free instead and save your money to make a donation to the charity of your choice“), stöber‘ ich natürlich gern für meine werten Leser in den großzügig zur Verfügung gestellten ersten drei Alben aus den Neunzigern und den zahlreichen Demotapes auf archive.org. Hier sind – quasi als „Crashkurs GSW“ – siebenSONGS einer retired jamband, die plötzlich wieder da ist…

God Street Wine – Borderline (mp3)

God Street Wine – Feel The Pressure (live) (mp3)

God Street Wine – Nightingale (1994 version) (mp3)

God Street Wine – Into The Sea (mp3)

God Street Wine – Better Than You (mp3)

God Street Wine – Wonderful Westchester Women (1995 demo) (mp3)

God Street Wine – Driving West (live) (mp3)

siebenSACHEN vom 8. März 2010

God Street Wine melden sich zurück – mit generalüberholter Website und zwei Benefiz-Reunionsshows im Juli

Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: der Zölibat und Männer, die sich sexuell ein Rätsel sind – Zeit Online.

– Mein Freund Matthi war vier Wochen in Los Angeles, um seine Fotografenkarriere anzukurbeln – auf seiner Seite berichtet er über seine Shootings, die Stadt und ihre Menschen.

– Mashable gibt acht nützliche Tipps für noch schöneren Spotify-Genuss.

– Herzlichen Glückwunsch an die Kollegen von den Neon Pingu Pussys aus Königswalde. Die haben nämlich unlängst den f6 Music Award gewonnen – und das sehr verdient, wie man hört.

Popdose hat sich noch mal Sinéad O’Connors „I Do Not Want What I Haven’t Got“-Album angehört, genau 20 Jahre nach Erscheinen.

– …und zum Schluß die großartige Mrs. Van Zula Hunt – Jelly Sellin‘ Woman:

Spin Doctors Sunday: Neueste News & alte Schätze…

Heute war mal wieder ein Update im Spin Doctors Archive fällig, dem kuscheligen virtuellen Spa für alle, die bei den Worten „Mow’b’jow“ selig grinsen und die Frage „What time is it?“ geradezu zwanghaft mit „4:30“ beantworten. Neben einem News-Rundumschlag hab ich die Konzert-Datenbank und den Downloadbereich überarbeitet. Somit sind jetzt nicht nur sämtliche im Netz kursierenden Spin Doctors-Livekonzert-Downloads auffindbar, sondern auch alle im Umlauf befindlichen Aufnahmen der relevanten Nebenprojekte und -bands. Im eigenen CD-Archiv hab ich auch gewühlt und vier Shows hochgeladen, die bislang nicht verfügbaren waren:

Spin Doctors – 1997-06-27, Jack Frost Ski Ressort
Legendäres, ziemlich schräges Konzert aus dem Sommer 1997 mit Eran Tabib an der Gitarre und Ivan Neville an den Keyboards. Und dem besten „Prey To Bears“ aller Zeiten.

Spin Doctors – 1997-07-19, Gurtenfestival, Bern, Schweiz
Gleiches Line-up, anderer Kontinent: eines der letzten Europakonzerte der Band für lange, lange Zeit. Erst 2005 kamen sie wieder mal rüber, dann bekanntlich wieder im Original-Line-up mit Eric Schenkman.

Chris Barron & The Give Daddy 5 – 2000-03-01, Baby Jupiter, NYC
Die erste Show nach Chris‘ Zwangs-Gesangspause wegen einer akuten Stimmbanderkrankung.

Chris Barron & The Give Daddy 5 – 2001-04-06, Lion’s Den, NYC
GD5 ein Jahr später…: großartiges Kurzkonzert inkl. „The Faded Tattoo“.

Und den allerersten, den isst er immer noch sofort…: hier ist „Cleopatra’s Cat“ vom Gurtenfestival 1997:

Get Well Soon, Centraltheater Leipzig, 3. März 2010

Zurück von der Get Well Soon-Show im Centraltheater. Und angetan. Davon, dass es mehr war als ein aufgewärmter Musebeirutcalexicoradiohead-decemberistsplacebo-Eintopf. Das war nämlich meine leise Befürchtung im Vorfeld. Doch nein: diese Herrschaften plus bezaubernder Dame wissen sehr genau, was sie tun, haben dieses Laut-Leise-Dingens perfekt drauf und bieten echt guten, bisweilen ergreifenden Melancholie-Rock-Zauber, wunderbar unterstützt durch detailversessene Videoanimationen und dezente Lichtshow.

Klar, ich könnte jetzt kritisch anmerken, dass da für meinen Geschmack schon zuviele Halbplaybacks waren, die das ganze erst so richtig „groß“ wirken ließen. Logisch, ich könnte dann auch noch hinzufügen, dass diese neunzigminütige Dauereuphorie-Inszenierung so in der Summe ganz schön kitschig war. Und notieren, dass da zwar jede Menge Leidenschaft, aber auch eine gewisse professionelle Kühle von der Bühne aus ins Publikum strahlte. Get Well Soon sind halt keine knuffige Lieblingsband, mehr so ein Künstlerkollektiv mit einer Vorliebe für Pathos. Ich könnte diese ganzen Meckereien aber auch stecken lassen und mich einfach nur darüber freuen, dass mich Get Well Soon heute Abend bestens unterhalten haben.

Genau das mach ich jetzt auch.

siebenSACHEN vom 1. März 2010

Konstantin Wecker über Käßmann und den „moralinsauren Mäuseaufstand

– Tolle Fotoserie der New York Times: „One in 8 Million“ – everyday people im Porträt

– Irgendjemand in New York nächste Woche (10. März)? Wenn ja, unbedingt hier hingehen (und mitschneiden!): Eric Schenkman & Aaron Comess (Spin Doctors) feat. Andy Hess (Gov’t Mule, Black Crowes), Rob Clores (John Popper, Black Crowes), Leslie Mendelson, James Maddock, Erik Lawrence u.a. Unfassbares Lineup, und das in der winzigen Rockwood Music Hall.

– Die Top-5-Gründe, warum Unternehmen sich vor Social Media fürchten (PR-Fundsachen.de)

– Vorerst kein Spotify-Start in Deutschland (Heise.de)

– Duett: Dave Matthews macht gemeinsame Sache mit Herbie Hancock (dmbnews.net)

Ben Harper & Relentless 7 – Why Do You Always Dress In Black / Red House

Missbrauch und Promille: Kirchen-PR und Kirchen-Kritik in „Zeiten wie diesen“

Im Moment ist es nicht gerade leicht, Kirchenredakteur zu sein.

Das ist es, womit ich einen Teil meines Geldes verdiene: im Auftrag der katholischen Kirche bei diversen privaten Radiosendern über kirchliches Leben und christliche Inhalte zu berichten. Dabei ist „im Auftrag“ ein wichtiges Detail: ich sehe mich selbst eher als Auftrags-Kommunikator denn als Journalist; ja, im weitesten Sinne mache ich Hörfunk-PR für die Kirche, besonders die katholische. Und in Zeiten von Mißbrauchs-Skandalen und betrunkenen Bischöfinnen PR für Kirche zu machen, ist eine echte Herausforderung.

Sexueller Mißbrauch an Kindern durch Priester und Ordensleute? Ich schwanke hin und her zwischen meiner persönlichen Betroffenheit (es widert mich an, dass „so etwas“ in „meiner Kirche“ vorkommt) und einem professionellen Anspruch an den Beruf (wenn ich schon für und über die Kirche berichte, kann und darf ich „so etwas“ nicht verschweigen). Eine Landesbischöfin der Schwesterkirche, die betrunken Auto fährt und daraufhin ihr Amt als EKD-Ratsvorsitzende und Bischöfin aufgibt? Hier changiere ich zwischen Ratlosigkeit (Was ist denn bloß in die gute Frau gefahren?) und Respekt (Mist, dass der evangelischen Kirche so eine an der Spitze verloren geht). Okay, das sind halt die Spannungsfelder, denen ich mich aussetzen muss, weil ich meinen Job nun mal nicht von meiner Person und meinen persönlichen Überzeugungen, Ansichten und Konflikten trennen kann.

Was mich aber mindestens genau so nachdenklich stimmt, ach was – ärgert, sind die geballte Häme und der unverhohlene Spott, der dieser Tage über die Kirche(n) hereinbricht. Dass die jüngsten Ereignisse für Kabarettisten und Fernsehtalker wie Harald Schmidt gefundene Fressen sind: geschenkt. Es ist ihr Job, sich lustig zu machen und herumzuspötteln. Das kann ich nicht nur ertragen, das finde ich stellenweise auch selbst unterhaltsam bis befreiend. Mir geht es eher um die, die jetzt geradezu genüßlich und mit einer Art boshafter Genugtuung mit dem Finger zeigen und anmerken, die Kirchen sollten runterkommen von ihrem hohen Ross, sie hätten ihren Anspruch auf moralische Autorität endgültig verspielt und letztlich hätte man es ja schon immer gewusst, dass Kirche nichts weiter sei als ein Unrechtssystem voller Heuchelei und Kriminalität.

Doch, doch: derartige Kommentare habe ich in den vergangenen Tagen mehrfach gelesen und auch selber zu hören bekommen. Es ist schlicht und einfach unseriös, jetzt alle zölibatär lebenden Menschen unter einen diffusen Generalverdacht zu stellen, Frau Käßmann ein permanentes Alkoholproblem anzudichten, der katholischen Amtskirche fehlendes Problembewußtsein zu unterstellen usw. Derartige Polemiken bringen niemanden weiter und sind alles andere als hilfreich.

Was aber dann? Aufarbeitung und Sachlichkeit, ganz klar. Gut, dass die katholischen Bischöfe in der vergangenen Woche Klartext geredet haben und konkrete Maßnahmen beschlossen haben, um eine vollstädnige Aufklärung aller Missbrauchsfälle zu gewährleisten. Wohltuend, dass nach dem Käßmann-Rücktritt Worte des Bedauerns und der ehrlichen Betroffenheit überwogen. „Die Sache“ mit der Promillefahrt ist mehr oder minder ausgestanden und vorbei, die Missbrauchsproblematik wird die katholische Kirche – und die Öffentlichkeit! – noch eine ganze Weile beschäftigen. Es wäre nur fair, meiner Kirche die Chance zu gewähren, beweisen zu können, dass die Bitten um Vergebung und das Versprechen der Aufklärung aller Fälle mehr waren als Lippenbekenntnisse.

PR wird ja gerne definiert als das Bemühen um öffentliches Vertrauen. Mir ist völlig klar, dass die jüngsten Skandale das Vertrauen in Kirche stark beschädigt haben. Ich wünsche mir sehr, dass sie es schafft, dieses Vertrauen zurückzugewinnen und will gern meinen Teil dazu beitragen. Das kann und wird aber andererseits auch nur gelingen, wenn die, die sich derzeit in Häme und „Ichhabsschonimmergewusst“ ergehen, gewillt sind, auch in Wochen oder Monaten mal wieder auf die Kirche zu schauen – wenn die Aufreger-Schlagzeilen aus den Zeitungen und Nachrichtensendungen verschwunden sein werden, wenn Aufarbeitung, Reue und Veränderung aber hoffentlich noch andauern.

Ja, es ist nicht gerade leicht, zur Zeit Kirchenredakteur zu sein. Aber es war auch selten spannender.

Natürlich gibt es zahlreiche gute, sachliche und kritische Einlassungen zu den aktuellen Problemen. Hier eine kleine Auswahl an lesenwerten Links:
Katholische Kirche: Gnade vor Recht? (zeit.de)
Das massive Zerstören einer Persönlichkeit (von P. Heinz Lau SCJ, Orden.de)
„Unglaublich, wie ahnungslos du tust“ -Brief einer Nichte an ihren (Priester-)Onkel (Publik Forum)
Aufbruch zu neuer Glaubwürdigkeit (Kommentar bei kath.de)
Thema Missbrauch in den Medien: Verzerrte Darstellung? (evangelisch.de)
Respekt für Margot Käßmann (Johanna Haberer im Publik-Forum-Blog)
Der Sieg der Krokodile (Kommentar bei zeit.de über den Käßmann-Rücktritt)

2zueins! – Simsalaboom (2010)

Vor ein paar Tagen ist sie endlich erschienen, die neue EP meiner Band 2zueins! Ein gutes Dreivierteljahr haben wir an „Simsalaboom“ gebastelt. Rausgekommen sind sechs Songs, jeweils drei von Heiko und drei von mir, allesamt gemeinsam aufgenommen und arrangiert mit Matthias Frommann in dessen Studio Dunkelblau zu Leipzig. Unterstützt wurden wir unter anderem von special guests wie Kayode Eschrich von Takayo und Andreas Moisa. Ja, wir sind ziemlich stolz auf diese kleine CD, die auch optisch durchaus was hermacht dank der Fotokünste von Wiemer Wiemers und den Designskills von Stefanie Wolf. Die EP gibt’s zu kaufen – entweder in Form einer guter alten CD inkl. 12seitigem Hochglanzbooklet auf unserer Bandhomepage 2zueins.com, oder aber digital bei Amazon MP3, CD Baby oder iTunes).

Ach ja, eine „Single“ gibts natürlich auch – den Song „Festnetztelefon“ gibt’s hier zum Gratis-Download. Eine zünftige Record Release-Party haben wir Ende Januar im Leipziger Telegraph gefeiert – ein paar Bilder dieser rauschenden Ballnacht finden sich auf unserem Facebook-Bandprofil – hier entlang, bitte.

Und hier schließlich noch ein kleines Video zu „Festnetztelefon“, das wir im letzten September gedreht haben:

Willkommen!

So, geschafft: ich bin mit Sack und Pack umgezogen – vom siebenSÄTZE-Blog hier rüber in dieses Blog. Hintergrund war der Wunsch, künftig nicht mehr ganz so viele Baustellen im Internet zu haben. Stattdessen bündele ich künftig alles hier auf dieser Seite: gelegentliche Blogeinträge, in der rechten Spalte die jeweils aktuellsten Links und Einträgen aus Twitter, Google Reader usw., und oben unter „Meine Musik“ meine kleine Diskografie. Allen, die ihr siebenSÄTZE-Lesezeichen aktualisiert haben und jetzt hier weiterlesen ein herzliches Danke fürs Mit-Umziehen, allen neuen Besuchern ein nicht minder herzliches Willkommen und viel Spaß beim Stöbern.

Dave Matthews Band – Dive In

Dave Matthews Band gehen schon wieder auf Europa-Tour, was mich natürlich mächtig freut. Diesmal hab ich die Gelegenheit, die Band gleich zwei Mal sehen zu können. Als kleine Einstimmung auf die bevorstehende DMB-Woche: „Dive In“, live in London 2009.

Eben hab ich gesehen, dass die wunderbaren Alberta Cross auch diesmal wieder DMB in Europa begleiten: celebrate we will…!