Spin Doctors – If The River Was Whiskey (live 2012)

Ein Vorbote auf das hoffentlich bald erscheinende, auf alle Fälle bereits fix und fertig eingespielte neue Bluesalbum der Spin Doctors: der Titelsong „If The River Was Whiskey“ in einer Liveversion aus dem Juli 2012. Warum ich am Entstehen dieser Platte tatsächlich nicht ganz unschuldig bin, muss ich bei Gelegenheit mal hier aufschreiben – auch zur Sicherheit, damit ich mir das selbst noch glaube, wenn ich einmal alt und grau bin. Für den Moment erfreue ich mich aber erstmal an der tollen Musik. Und Ihr, werte Leser, Euch hoffentlich auch.

2zueins! – Irgendwo bei Bonn (2012)

Empfehle hiermit einen kleinen neuen Song meiner Band 2zueins!: mit dem in nur zwei Tagen aufgenommenen und abgefilmten Stück “Irgendwo bei Bonn” stellen wir unter anderem unter Beweis, dass wir über bestenfalls durchschnittliche Geographiekenntnisse verfügen – aber immerhin in der Lage sind, leidenschaftlich liebe Menschen zu vermissen, die plötzlich ganz woanders wohnen … Viel Freude mit einem Lied, das mir persönlich ’ne Menge bedeutet.

Das Video zum Song entstand an einem sonnigen Junisonntag im Leipziger Süden:

„Ich steh‘ vor Dir mit leeren Händen, Herr“: Huub Oosterhuis.

Vor zwei Wochen sollte ich in der Leipziger Nikolaikirche das Kirchenlied „Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr“ von Huub Oosterhuis und Lothar Zenetti (deutsche Übertragung) vorstellen. Im Rahmen der Reihe „Musik und Besinnung“ hielt ich zu diesem mir enorm ans Herz gewachsenen Lied als katholischer Gast in der evangelischen Nikolaikirchgemeinde eine Art Laienpredigt. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welche Kontroversen es derzeit in der katholischen Kirche um dieses Stück Musik und seinen Urheber gibt.

Das Lied (und weitere Texte von Oosterhuis) sollen im neuen „Gotteslob“, dem für 2013 geplanten neuen katholischen Gesangbuch, nicht mehr enthalten sein, weil der niederländische Dichter und Theologe in konservativen katholischen Kreisen in Ungnade gefallen ist: der ehemalige Priester und Jesuit ist seit über 30 Jahren verheiratet.

Ein „Gotteslob“ ohne „Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr“? Eine traurige Vorstellung. Und wenn es stimmt, dass bestimmte Instanzen der Amtskirche Oosterhuis aufgrund seines Privatlebens aus dem überarbeiteten Gesangbuch kicken wollen, dann empfinde ich das als Skandal und Bevormundung der singenden, betenden Gemeinden im ganzen Land.

Wen das Thema „Oosterhuis und das neue Gotteslob“ genauer interessiert, der findet bei musikundtheologie.de jede Menge Hintergründe und Links (und freilich auch einige recht polemische Kommentare, die meines Erachtens aber nur unterstreichen, wie emotional die ganze Geschichte im ‚Kirchenvolk‘ diskutiert wird – und welch Frust entsteht, wenn derartige Entscheidungen in nicht transparenten Gremien und unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen werden).

Vielleicht war es ja ganz gut, dass ich von der Debatte um Oosterhuis erst nach meiner kleinen Ansprache erfahren habe – so konnte ich mich voll und ganz dem Inhalt des Liedes widmen, ohne jeden Frust und ohne der Versuchung zu erliegen, im falschen Rahmen tagesaktuelle kirchenpolitische Dinge zu thematisieren. Im Folgenden dokumentiere ich nun meine am 7. März in der Nikolaikirche vorgetragenen Gedanken zu besagtem Lied.

Weiterlesen „„Ich steh‘ vor Dir mit leeren Händen, Herr“: Huub Oosterhuis.“

siebenSACHEN vom 17. Januar 2012: Daniel Ek, Spotify. Kraftklub. Deutschlandfunk. E-Books. Rebekah Brooks. Der qualvolle Tod des Indie-Rock.

The Mystery Woman Behind the Murdoch Mess (ausführliches Rebekah Brooks-Porträt, Suzanna Andrews, vanityfair.com):

Brooks was the woman almost everybody had heard of, but about whom almost nothing was known. She rarely spoke in public or gave interviews, and when she did, she revealed nothing about herself. She was said to be closer to Rupert Murdoch than any of his six children, but of that relationship she never uttered a word.

Why e-books will be much bigger than you can imagine (Trey Ratcliff, gigaom.com)

Musik, die keine sein darf (Über die Zwischenmusiken im Tagesprogramm des Deutschlandfunks, Thomas Winkler):

Sie müssen Musik finden, die […] „niemandem wehtut und trotzdem allen gefallen soll“. Die Folge: „Die Musik ist deshalb oft gesichtslos, das wissen wir durchaus.“ Das aber wiederum tut wieder Menschen weh, die Musik mögen. Wer tagsüber Deutschlandfunk hört, stellt dennoch Unterschiede fest: Es läuft langweilige, sehr langweilige und tödlich langweilige Musik.

Top 10 Disappointing Follow-Ups (Liste mit enttäuschenden Nachfolge-Alben, Dorian Rogers, neonfiller.com)

Indie rock’s slow and painful death (Dorian Lynskey, guardian.co.uk)

Spotify’s Daniel Ek: The Most Important Man In Music (Steven Bertoni, forbes.com):

The music industry has been waiting more than a decade for Ek. Or more specifically, someone—anyone—who could build something (a) more enticing to consumers than piracy while (b) providing a sustainable revenue model

Interview mit Kraftklub (Johnny Haeusler spricht mit Kraftklub über’s Indie-Sein, verkorkste Musikvideos und alte vs. neue Fans, spreeblick.com):


Spreeblick-Podcast bei Soundcloud

siebenSACHEN vom 10. Januar 2012: Kunming, China. E-Reader ohne Zukunft? Taizé wird katholisch. Die YouTube-Story. The Black Keys.

China-Reisetagebuch (Mein Freund Jakob ist gerade in Kunming in China und bloggt von dort, jamue.wordpress.com):

Wir stapften durch so so enge Gassen, es stank nach Kloake und Müll und die Eingänge waren dunkel und dreckig. Dennoch schien es in diesem Viertel alles zu geben. Kleine Garküchen versorgten auch dort die Bewohner mit frittierten Hühnerkrallen, verkauften halbe Hunde (vor allem das Hinterteil mit Schwanz) und kleine Kioske sorgten für den Rest der Waren des täglichen Bedarfs.

mittelfinger hoch 2011 (Frank Lachmann über 2011, argh.de):

zwanzigelf war das jahr, in dem fingernägel schneller wuchsen als sonst, in dem kontakte zu bekannten wurden und bekannte zu freunden und freunde zu guten und gute zu todesanzeigen und menschen zu weit weg. die initialen des jahres waren schwarz/weiß, und genau deswegen war die tinte unter der haut bunt.

“The E-Reader, as we know it, is doomed” (Gegenrede von Instapaper-Macher Marco Arment auf eine düstere E-Reader-Prognose von The Loop-Autor Matt Alexander, marco.org):

I don’t think the e-reader is “doomed” at all. It may just be relegated to a fringe device for reading nerds, but that’s what it’s been for most of its lifespan as a category and it’s been fine.

The Stoner Arms Dealers: How Two American Kids Became Big-Time Weapons Traders (Guy Lawson, rollingstone.com)

„Dude, if you had to leave the country tomorrow, how much would you be able to take?“ — „In cash?“ — „Cold, hard cash.“ — Diveroli pulled the car over and turned to look at Packouz. „Dude, I’m going to tell you,“ he said. „But only to inspire you. Not because I’m bragging.“ Diveroli paused, as if he were about to disclose his most precious secret. „I have $1.8 million in cash.“

Taizé wird katholisch (Christian Modehn, publik-forum.de):

Über Jahrzehnte pflegte die Bewegung von Taizé eine ökumenische Spiritualität. Doch ihr europäisches Jugendtreffen in Berlin offenbarte jetzt: Die Bruderschaft – einst vom Protestanten Roger Schutz gegründet – ist sehr katholisch geworden.

Streaming Dreams (Wie aus der Idee für YouTube ein Millardengeschäft wurde. John Seabrook, newyorker.com):

YouTube was created by three former employees of PayPal, in a Silicon Valley garage, in early 2005. […] the idea grew out of a dinner party at Chen’s home in San Francisco, in the winter of 2004-05. Guests had made videos of one another, but they couldn’t share them easily. The founders envisioned a video version of Flickr, a popular photo-sharing site. All the content on the site would be user-generated: “Real personal clips that are taken by everyday people,” as Hurley described his vision.

– Zum Schluß… Musik! Ein schöner Clip zu „Tighten Up“ von den Black Keys, den ich bis gestern noch nicht kannte:


The Black Keys – Tighten Up bei Youtube

„Ohne Blues kein Rock’n’Roll“: Ein Interview mit Spin Doctors-Schlagzeuger Aaron Comess

In ein paar Tagen starten die Spin Doctors auf eine Tour durch Frankreich, die Niederlande, Deutschland und Italien. Nach Großbritannien im Mai und den USA im Oktober ist das nun die dritte Tour, auf der die New Yorker Band ihr Erfolgsalbum “Pocket Full Of Kryptonite” in Originalreihenfolge zum Besten gibt. Der Grund? Die bahnbrechende Platte mit den Überhits “Two Princes” und “Little Miss Can’t Be Wrong” hat genau zwanzig Jahre auf dem Buckel. Im Vorfeld der Europatour habe ich mit Schlagzeuger Aaron Comess gesprochen – über das 20-Jahre-Jubiläum und Marius Müller-Westernhagen, über Blues-Wurzeln und die Zukunftspläne der Spin Doctors.

Aaron, wird das nicht langweilig, jeden Abend das gleiche Album aufzuführen?

Absolut nicht. Im Gegenteil, es ist ein Riesenspaß. Es ist eine tolle Platte und die Songs fühlen sich immer noch frisch an. Klasse, dass wir Gelegenheit haben, so etwas zu tun. Normalerweise spielen wir ja keine ganzen Alben live. Toll, das feiern zu dürfen: zwanzig Jahre später, uns gibt’s alle noch, alle sind gesund, fröhlich und machen noch gemeinsam Musik.

Wie reagieren denn Eure Fans darauf, live das ganze Album am Stück zu hören?

Großartig! Ob in England oder im Herbst in den Vereinigten Staaten, die Leute scheinen es echt zu genießen. Wir gehen raus auf die Bühne und spielen das komplette Album. Aber nicht in 50 Minuten – wie auf CD. Nein, wir lassen uns Zeit, improvisieren, machen lange Schlagzeug- und Bass-Soli im Song “Shinbone Alley” – und schon wird eine Show von etwa 75 Minuten draus. Danach gibt’s noch die Zugaben, und da sind Songs, die wir wirklich ewig nicht mehr gespielt haben. Also gibt’s nach dem Album immer noch ein paar echte Raritäten obendrauf.

Pocket Full Of Kryptonite war euer erstes Studioalbum, und es war ein Riesenerfolg. Mal abgesehen von den Verkaufszahlen – warum ist die Platte so etwas Besonderes?

Die ersten Platten von Bands sind immer etwas ganz Besonderes, so auch bei uns. Pocket Full Of Kryptonite enthält das allerbeste aus den Bergen von Songs, die wir in unseren Anfangsjahren geschrieben haben. Wir konnten uns die besten Songs rauspicken. Außerdem waren die Lieder wirklich ausgereift – bei 200 Shows im Jahr hatten wir die Songs also schon hundertfach performt. Wir hatten sie einfach im Blut. Ich stehe ja hinter allen Alben, die wir gemacht haben und liebe sie. Aber es stimmt schon: Pocket Full… ist tatsächlich was Besonderes.

Es ist verblüffend, wie frisch und zeitgemäß die Platte immer noch klingt.

Wir haben immer versucht, “organische” Musik zu machen, die auch nach vielen Jahren noch zeitlos wirkt. Deshalb war es uns wichtig, nicht allzuviel hübschen Produktions-Schnickschnack mitzumachen, der damals gerade in war. Das kann nämlich zum Problem werden. Wenn Du Dir Platten einer bestimmten Zeit anhörst, auf denen die Leute zu viel modernen Schnickschnack gemacht haben, dann sind die recht schnell veraltet. Als wir damals ins Studio gingen, waren die Achtziger gerade vorbei, in denen alles total “groß” klingen musste. Wir standen aber mehr auf organischen Rock’n’Roll, auf die Stones und solche Gruppen. Deshalb war es uns bei den Studiosessions wichtig, dass unsere Musik einfach “echt” klingt. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Platte auch nach 20 Jahren noch recht unverbraucht anhört.

Erinnerst Du Dich, wann die Spin Doctors zum letzten Mal in Deutschland gespielt haben?

Boah, also das muss wirklich lange her sein! Nee, kann mich nicht erinnern. Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir zuletzt in den Neunzigern bei Euch waren. Wir waren zwar zwischendurch immer mal wieder in Europa, in England und Spanien und so – aber nie in Deutschland.

Es war im Spätherbst 1994, es war die Tour zu Eurer zweiten Platte Turn It Upside Down

Wirklich ewig her also. Dann hoffe ich mal inständig, dass ihr jetzt aber alle zu den Konzerten im Januar aufschlagt. Kommt, Leute! Es ist an der Zeit!

Du hast vorhin schon über die Raritäten gesprochen, die Ihr derzeit in Euren Zugaben einstreut. Was sind das für Songs?

Wir haben zum Beispiel ein ganzes Repertoire voller eigener Blues-Songs. Etwa in der selben Zeit, in der wir alle diese Songs für Pocket Full Of Kryptonite geschrieben haben, traten wir auch in New Yorker Blues-Schuppen auf. Um an solche Gigs ranzukommen, brauchten wir Bluessongs. Und die haben wir jetzt wieder aus der Versenkung geholt!

Eine Rockband wie die Doctors in Blues-Läden?

Der ganze Rock’n’Roll kommt doch vom Blues! Es ist für jede Band eine tolle Grundlage, ein paar Bluesstücke zu haben. Unsere Wurzeln sind nun mal im Blues. Aber der wahre Grund, warum wir das gemacht haben: wir brauchten Geld! In New York gab es zwei Läden, in denen hast Du als Band eine feste Gage bekommen, und nicht nur einen Teil dessen, was an der Tür am Abend eingenommen wurde. Alle wollten in diesen Bluesläden spielen – in der Woche gab es 250 Dollar, am Wochenende sogar 500 Dollar garantiert. Verdammt viel Geld, wenn Du 20 Jahre alt bist und Dir in den Kopf gesetzt hast, mit Musik Dein Geld verdienen zu wollen. Also haben wir ein Blues-Demo aufgenommen, es dem Booker gegeben und uns so halt reingemauschelt. Blues Traveler und Joan Osborne haben es damals genauso gemacht. Tja, und dann haben wir im ersten Set nur Blues gespielt. Im zweiten auch, aber gemischt mit dem einen oder anderen eigenen Song. Im dritten und vierten Set haben wir dann einfach gespielt, was wir wollten – die Leute vom Club und die Fans fanden es super. So wurde daraus ein regulärer Brot-und-Butter-Gig für uns.

Diese Blues-Songs fügen sich auch heute noch super in Euer restliches Repertoire ein.

Ja, und sie gehören einfach in diese Zeit mit hinein, in der wir Pocket Full… aufgenommen haben. Sie sind ein wichtiger Teil dessen, was diese Band ist.

Letztes Jahr hast Du mir erzählt, dass Ihr überlegt, ein ganzes Album mit diesen Blues-Songs aufzunehmen. Was ist aus dieser Idee geworden?

Ich denke, wir werden das auf alle Fälle machen, wir haben nur noch nicht den genauen Zeitpunkt vereinbart. Ich bin überzeugt davon, dass diese Songs von damals ein sehr gutes Album hergeben – und vielleicht schreiben wir ja auch noch ein paar neue Stücke dafür. Es ist uns also ernst damit – und Du bist der erste, der’s erfährt, wenn es losgeht – versprochen!

Sehr gut, vielen Dank! Sag mal, wie kam es eigentlich dazu, dass Du 2010 auf der Tour von Marius Müller-Westernhagen Schlagzeug gespielt hast?

Marius’ musikalischer Direktor Kevin Bents kommt aus New York, er ist ein Freund von mir. Marius bat Kevin, eine neue Band für die Tour zusammenzustellen. Da hat Kevin mich und ein paar andere Musiker gebucht. Wir hatten eine tolle Zeit. Marius ist großartig, ich arbeite gerne mit ihm. Er ist ein freundlicher, bescheidener Typ und ich kann fühlen, warum er bei Euch in Deutschland so beliebt ist. Es gibt übrigens ein Livealbum von der Tour. Ach ja, und ich werde wiederkommen: Marius hat für den Herbst eine Tour geplant und will uns wieder dabei haben.

Abgesehen von Westernhagen und den Spins, was planst Du noch so für 2012?

Ich hab gerade ein tolles Album mit Eddie Brickell aufgenommen, das kommt irgendwann in diesem Jahr raus. Letztes Jahr habe ich mit Joan Osborne eine fantastische R’nB-/Blues-/Soul-CD gemacht, die am 27. März veröffentlicht wird. Danach gehen wir mit der Platte auf US-Tour. Dann spiele ich hin und wieder Gigs in New York mit den Jungs, mit denen ich letztes Jahr meine Solo-Platte “Beautiful Mistake” aufgenommen habe. Und in ein paar Tagen erscheint eine neue Single von James Maddock, auf der ich mitgespielt habe und die wir betouren werden. Im Frühling und Sommer gibt’s dann sicher viele weitere Gigs mit den Spin Doctors, und dann machen wir hoffentlich wirklich diese Blues-Platte. Wie Du siehst: ich hab’ gut zu tun.

Aaron, Danke für das Interview und alles Gute für die Europa-Tour.

Dankeschön, Daniel. Wir sehen uns auf der Tour!!

Die englische Version des Interviews erscheint in Kürze auf der von mir betreuten Website Spin Doctors Archive. Das Album „Pocket Full Of Kryptonite“ ist einer 20th Anniversary Deluxe Edition mit Bonus-CD im Handel erhältlich. Und hier noch die deutschen Tourdaten der Spin Doctors:

21.01.2012 Aschaffenburg, Colo-Saal
22.01.2012 Cologne, Yard Club
25.01.2012 Hamburg, Fabrik
26.01.2012 Berlin, Columbia Club
27.01.2012 Erfurt, Club Centrum
28.01.2012 Memmingen, Kaminwerk

Fotos von Paul LaRaia, 2005. Used by permission.

siebenSACHEN vom 4. Januar 2012: Wulff, Guttenberg, Bild. Musiker auf Google+. Sinéad O’Connor. Paul Haggis vs. Scientology. Niels Frevert.

Wulff und Guttenberg: Sex, Lügen und Mailboxtapes (Malte Welding, malte-welding.com):

Das Einzige, was ein nur zu Repräsentationszwecken existierendes Staatsoberhaupt tun muss, ist, moralische Autorität zu besitzen: Das ist im Falle von Wulff eine lachhafte Vorstellung. […] Das Einzige, was die Presse braucht, um in einem Land, in dem Pressefreiheit herrscht, frei zu sein, ist, sich dieser Freiheit würdig zu erweisen: Way to go.

Der Wulff, die Medien und die Bigotterie (Don Dahlmann, dondahlmann.de)

Sinéad O’Connor – Take Off Your Shoes (Vorbote auf das im Februar erscheinende neue Album der Irin):


Weiterer Vorab-Track auf Soundcloud!

Another tacky divorce, another album full of promise – nothing compares to Sinéad (Hintergründe zu den aktuellen yellow press-Schlagzeilen um Sinéad O’Connor, Ed Vulliamy, guardian.co.uk)

There is a dichotomy in O’Connor’s appeal: that which compels also repels. And that dichotomy was nowhere more strident than during her initially lonely and heroic crusade against sexual abuse and its cover-up within the Catholic Church. By stroking Ireland’s rawest nerve too roughly, O’Connor was reviled, and revered for her bravery. After tearing a picture of Pope John Paul II on American TV, O’Connor was cheered and booed at Madison Square Garden.

The Musicians Guide to Google + (Ariel Hyatt erklärt, warum Musiker G+ nicht ignorieren sollten, musicthinktank.com)

„Mich hat einfach interessiert, wie ein Lied von Hermann van Veen ohne rollendes R klingt“ (Songschreiber Niels Frevert im Interview, clubkinder.de):

Meine Hoffnung ist, nicht mehr nebenbei arbeiten zu müssen und mein Ziel, unter meinem Namen mindestens die 10 voll zu machen – jetzt sind wir bei Album Nummer 4.

The Apostate. Paul Haggis vs. the Church of Scientology (Liest sich wie ein Thriller, ist aber wahr: wie ein Hollywood-Mann nach 34 Jahren von Scientology loskam, Lawrence Wright, newyorker.com):

„I really wish I had found a good therapist when I was twenty-one,” he said. In Scientology, he always felt a subtle pressure to impress his auditor and then write up a glowing success story. Now, he said, “I’m not fooling myself that I’m a better man than I am.“

Post aus Tansania

Heute hatte ich eine Postkarte aus Tansania im Briefkasten! Meine Freunde Benjamin und Maurice haben sie Mitte Dezember am Viktoriasee geschrieben und abgeschickt. Ein paar Tage zuvor waren sie auf dem Kilimanjaro, um dort für ihren Dokumentarfilm „The Teacher’s Country“ zu drehen, in dem es um das seit fünfzig Jahren unabhängige afrikanische Land und seine Menschen gehen soll. Um diesen Film Wirklichkeit werden zu lassen, gab’s letztes Jahr eine Crowdfunding-Aktion, bei der ich ein wenig mitgemischt habe. Und jetzt haben die beiden Filmemacher aus Leipzig wahrscheinlich wunde Finger, weil sie allen Unterstützern eine Postkarte von der Reise versprochen haben… So sieht meine aus:

Postkarte aus Tansania

Jungs, alles Gute für die letzten Drehtage in Tansania und Danke für die Karte – das mit dem Bier geht klar! Kommt gut wieder heim!

siebenSACHEN vom 30. Dezember 2011

Schämt Euch! Eine Litanei zum Jahresende (Florian Felix Weyh, Deutschlandradio Kultur):

Schämt Euch für den Satz „Ich habe ein Recht darauf, dass es mir gut geht“, weil er einschließt, dass es anderen schlechter geht. Schämt Euch, die Kirche als kostenloses Serviceunternehmen anzusehen, das Ihr nicht bezahlen müsst. Schämt Euch, das Ende von „Wetten, dass … ?“ für wichtiger zu halten als das Ende unserer Ölreserven.

Soziale Kluft: Maria und Josef im Ghetto des Geldes (Was passiert, wenn man die wohlhabendsten Deutschen mit den teuersten Häusern um Hilfe bittet? Henning Sußebach, Die Zeit):

Wir waren nicht so naiv, zu glauben, dass uns irgendein Vorstandsvorsitzender sein Kingsize-Bett aufschüttelte. Wir wären ein scheinheiliges Paar, wenn wir uns ein einfaches Urteil anmaßen würden über die Tatsache, wieder und wieder abgewiesen worden zu sein. Aber über den Ton, in dem das meistens geschah? Und über dieses verbissene Schweigen?

Journalisten und Greenpeace & Co: Auf der Seite der Guten (Miriam Bunjes über das Verhältnis von Presse und NGOs, evangelisch.de):

„Wir wollen keinen unkritischen Journalismus“, sagt Volker Gassner von Greenpeace. „Ich bin immer unzufrieden, wenn einfach von uns abgeschrieben wird.“ Ein nachrecherchierter Beitrag über ein Greenpeace-Thema sei ein „Glaubwürdigkeits-Filter“ für die NGO, sagt Gassner. „Die Bevölkerung weiß dann, dass sie sich auf unsere Angaben verlassen kann.“

My Summer at an Indian Call Center (Andrew Marantz, motherjones.com):

„I remember quite well this guy who just called me up and said out of nowhere, ‚You fucking Paki,'“ Arnab told me during a break. „We don’t take those things personally; it’s part of the job. So I just said, very calmly, ‚Yes sir, if I am a Paki, then this Paki would be helping you fix your computer.‘ By the end of the call, he apologized and gave me a five-star feedback rating.“

The year in media errors and corrections (Craig Silverman, poynter.org)

Alben des Jahres 2011 (Lukas Heinser, coffeeandtv.de)

Wenn Schwäche zur Stärke wird. Gedanken zur Losung 2012 (Bischof Jochen Bohl, sonntag-sachsen.de):

Gar nicht selten kann man beobachten, wie Menschen, die sich stark wähnen, geradezu verzweifelt darum kämpfen, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Darüber leugnen sie das menschliche Maß und meinen, sie kämen auch ohne Gott zurecht. […] Wer dagegen gelernt hat, die eigene Schwäche zu akzeptieren, weiß um seine Grenzen und hat verstanden, dass wir auf andere angewiesen sind.

In eigener Sache:
Kurz vor Jahresende hab ich mich entschlossen, meiner „siebenSACHEN“-Rubrik neues Leben einzuhauchen. Wenn ich lesens- und teilenswerte Artikel, Texte, Dinge usw. im Internet gefunden habe, veröffentliche ich die Links hier im Blog. Unregelmäßig, wenn’s halt grade passt. Rein tagesaktuelles Zeugs lasse ich hier weg – wer alle Sachen mitlesen will, auf die ich so Tag für Tag im Netz stoße, darf mir gerne bei Twitter und/oder Google+ folgen.