Calexico – Carried To Dust (2008)

Calexico haben also ein neues Album rausgebracht. Es gab mal Zeiten, da hätte mich diese Information riesig gefreut. Calexico, das war Musik, die nach fremden Orten klang, die man selbst nie besucht hat, aber vielleicht gerne mal besuchen würde. Das waren unerhörte Melodiebögen, originelle Arrangements, eine Ahnung von Lateinamerika gepaart mit amerikanischer und bisweilen europäischer Folklore und, ganz klar, Rock. Sicher sind das alles Qualitäten, die man „Carried To Dust“, dem neuen Album, auch bescheinigen könnte. Wenn man es nicht so enttäuschend langweilig, farblos und unspektakulär fände wie ich. Schade, ich mag Calexico wirklich – aber dieses Album bringt mich leider nur zum Gähnen.

siebenSACHEN vom 9. September 2008. Mit Radiohead, Ben Kweller, Phish u.a.

– Ein komplettes 2008er Radiohead-Konzert in bester Qualität zum Gratis-Download – NPR macht’s möglich (mp3).

– Viele neue Songs vom demnächst erscheinenden neuen Ben Kweller-Album gibts bei dieser Liveshow zu hören.

Phish haben sich wiedervereinigt – wenn auch vorerst nur für eine Nacht.

– Bob Lefsetz fand die MTV Video Music Awards am Sonntag ganz ganz gruselig (was ich nachvollziehen kann, hab den Mist gestern gesehen…).

– Im NPR-Porträt: Joan Osborne anläßlich ihres heute erscheinenden neuen Album „Little Wild One“ (mp3)

– Berkeley Place und Leser kürten vor geraumer Zeit die 25 besten Indie-Rock-Alben aller Zeiten.

John Popper zu Gast bei einer Chris Barron & The Time Bandids-Show (Mai 2008):

Randomi7er vom 6. September 2008

Neue Rubrik, einfaches Prinzip – ich höre Musik auf meinem iPod im Shuffle/Random/Zufalls-Modus und schreib was zu den ersten sieben Titeln, die da eben so kommen. Und ich schwöre, dass ich nicht bescheiße: sonst machts ja gar keinen Spaß. Übrigens: wer mitmachen will, möge mir seine aktuellen sieben iPod-Shuffle-Songs in den Kommentaren posten, ich find sowas ja unglaublich spannend. Wer betrügt und heimlich skipt, kommt aber in die Hölle. Okay, los gehts:

Leftover Salmon – Boogie (Live @ Irving Plaza, NYC). Naja, war noch nie Riesenfan von denen, aber unterhaltsam sind die Shows von Leftover Salmon schon – Bluegrassrockpop, irgendwie.

Foo Fighters – Halo. Oh je, die Foo Fighters – mir ist grade nicht so ganz klar, wie die es auf meinen iPod geschafft haben, aber egal – dieser Song ist sympathisches Mittelmaß, aber nix besonderes.

Bob Dylan – In The Summertime. Geil, Dylan dillettiert an der Mundharmonika, aber sonst ist der Song ganz großartig, keiner singt so schräg das Wort „suhhmmmataihme“ wie er.

Bob Dylan & The Band – Goin‘ To Acapulco. Nicht unbedingt ein Lieblingssong von mir, aber schön – immer wieder interessant, wie der Shuffle-Modus dann doch seinen eigenen Kopp hat und eben auch mal den gleichen Künstler hintereinander bringt.

Echt – In dieser Gegend. Lacht da jemand? „Recorder“ war ein Superalbum, schade, dass die Band danach implodiert ist – „In dieser Gegend“ ist ein Stück Popmusik, das auch im Jahr 2008 noch frisch, sympathisch und glaubwürdig klingt; und dieser Franz Plasa ist ein Hammerproduzent.

Dave Matthews Band – So Right. Der beste Song vom umstrittenen „Everyday“-Album: starke Hookline, super Arrangement, unmöglich, diesen Track zu hören, ohne an LeRoi Moore zu denken.

Regina Spektor – Fidelity. Yeah, perfekter letzter Song für diese Runde – Regina ist toll, und da fällt mir doch glatt ein, dass ich bei Gelegenheit mal was schreiben sollte über diese neue Single, die Regina grade mit Ben Folds rausgebracht hat.

siebenSONGS John Popper Special

Mit einem neuen Blues Traveler-Album in den Läden und einer anstehenden US-Herbsttour der Band ist es doch geradezu logisch, dass im Hause Daniel derzeit mal wieder John Popper-Mania herrscht. Ich höre derzeit kaum was anderes als BT oder in irgendeiner Art zu BT passende Acts. Und das ist auch der Grund für diese Extraausgabe der siebenSONGS. Popper live – als Bandleader, solo oder auch als Gast.

John Popper Band – Love For Free (Drink, Las Vegas, November 7, 1999) (mp3)

Chan’s Fruits & Vegetables (Spin Doctors + Blues Traveler) with Warren Haynes and Phil Cramer – Baby What You Want Me To Do (Wetlands, New York City, May 12, 1990) (mp3)

John Popper – To & Fro (Wetlands, New York City, August 21, 1991) (mp3)

Spin Doctors with John Popper – Sweet Widow (The Cooler, New York CIty, February 26, 1994) (mp3)

Blues Traveler – Decision Of The Skies (Red Rocks Amphitheatre, Morisson, July 3, 1998) (mp3)

John Popper with Todd Horton, Garrett Alarcon & Chris Barron – Alone (Here Arts Center, New York City, December 16, 2002) (mp3)

Blues Traveler with Warren Haynes – Sweet Talkin‘ Hippie (CBGB, New York City, February 21, 1994) (mp3)

siebenSACHEN vom 4. September 2008. Mit Ben Folds Five, Ani DiFranco, Okkervil River u.a.

– Von Jackson Browne bis Queen, von Brian Wilson bis George Clinton – Popdose benamst 21 Platten, die man im Herbst 2008 gehört haben sollte.

Phantom Planet haben eine Daytrotter-Session aufgenommen und spielen vier Songs vom aktuellen Album „Raise The Dead“ – Download hier.

– Wiedervereinigung für eine Nacht: Ben Folds Five spielen ihr Album „The Unauthorized Autobiography of Reinhold Messner “ in voller Länge im Rahmen einer Myspace-Veranstaltung.

We can’t help but absorb what’s around us: Joey Burns von Calexico im Interview mit dem Aquarium Drunkard.

– Neues von Ani DiFranco – die Dame veröffentlicht am 30. September das Album „Red Letter Year“, den Song „Emancipated Minor“ gibts vorab gratis (mp3).

– Der US-Rolling Stone findet die neue Okkervil River nur so mittel.

Sinéad O’Connor singt „Hey Jude“ im italienischen Fernsehen:

siebenSACHEN vom 1. September 2008. Mit Selig, Grateful Dead, Joseph Arthur u.a.

– Reunion: Selig sind wieder zusammen und wollens noch mal wissen – mit Konzerten und einer neuen Platte im Frühjahr.

– Carried To Dust: hier kann man sich schon mal das am Freitag erscheinende neue Calexico-Album in voller Länge anhören.

– Und gleich noch eine Wiedervereinigung: Grateful Dead gehen für Barack Obama (vielleicht) noch mal auf die Bühne.

Joseph Arthur live bei KEXP (mp3)

– Frisch im Live Music Archive eingetroffen: eine tolle String Cheese Incident-Show von 1997 (mp3/flac / Winamp-Stream)

Seriously, you’re almost more likely to get a blowjob after a gig than sell an MP3: hinreißender Artikel übers Musikverkaufen und -machen im Music Think Tank.

– Weil mir mal wieder nach The Cat Empire ist: der Car Song.

In eigener Sache: Ab jetzt wieder ohne Radio…

Nur, damit sich keiner wundert: ich habe mein laut.fm-Radio-Experiment heute beendet. Grundsätzlich finde ich die Idee des user generated radios immer noch ziemlich klasse. Aber um mich da richtig intensiv dran zu beteiligen, fehlt mir dann doch der Enthusiasmus und die Muße. Hut ab vor den Entwicklern und Machern von laut.fm, die mit viel Liebe zur Sache die Beta-Phase dieses Projektes betreuen. Denen wünsche ich alles Gute, besonders beim (Weiter-)Entwickeln der ganzen Geschichte – doch, das könnte irgendwann eine feste Größe im Netz werden. Vielleicht ja irgendwann auch wieder mit mir. Und Musik, von der ich überzeugt bin, und die mir gefällt, die werde ich natürlich weiterhin vorstellen und anpreisen – hier, im Blog, wie bisher.

siebenSACHEN vom 27. August 2008. Mit Okkervil River, John Mayer, Josh Ritter u.a.

Let’s face it though, music blogs are mostly a joke: Chad von „Everbody Cares, Everybody Understands“ ist fertig mit Musik-Blogs.

John Mayer live im Darien Lake Performing Arts Center am letzten Freitag – die komplette Show hier, als Vorgeschmack „Good Love Is On The Way“ (mp3).

– Die Felice Brothers haben eine Daytrotter-Session abgeliefert, zwei der vier Songs sind bislang unveröffentlicht.

– Noch mehr Livemusik: Josh Ritter live auf der NPR-Mountain Stage – hier gehts zum Stream.

– …und gleich noch eine großartige Show, zum dringenden Download empfohlen: eine Art Jamband-Gipfeltreffen bei der Mickey Hart Band (Mickey Hart – Grateful Dead, Steve Kimock, George Porter Jr. und Jen Durkin – Deep Banana Blackout auf einer Bühne) am 15. Juli 2008 in New York (flac/mp3/Winamp stream).

– Der neue Sonic Reducer ist da, und die Nummer 10 ist mal wieder bestens gelungen – hier entlang zur aktuellen Ausgabe, bitte.

Bon Iver covert den Song „Blue Tulip“ vom demnächst erscheinenden Okkervil River-Album „The Stand In’s“:

Blues Traveler – North Hollywood Shootout (2008)

Eine halbwegs objektive Kritik über das neue Album von Blues Traveler zu schreiben, ist mir natürlich nicht möglich. Dafür bin ich viel zu sehr Fan und begeistert von den allermeisten Tönen, die die Band um John Popper so von sich gibt. Und so bleibt mich an dieser Stelle eigentlich nur, als Fan in die Welt hinauszuposaunen, wie geil, toll, super die neue Platte ist, die heute endlich erscheint!

North Hollywood Shootout“ ist an vielen stellen luftiger und zugänglicher als andere Traveler-Alben der letzten Jahre, es groovt und tänzelt und schwingt und singt, dass es eine wahre Freude ist. Selten klang die Band so bei sich selbst, so entspannt und direkt. „Love Does“, „Forever Owed“, „You, Me And Everything“, „Orange In The Sun“ und selbst dieser seltsame Funktrack am Schluss, über den Bruce Willis sechs Minuten lang palavert („Free Willis“) werden wohl mein Leben lang der Soundtrack zu meinem summer of 08 bleiben.

Ich bin grade alles auf einmal: dankbar, stolz, glücklich, froh usw., diese unglaubliche Band zu kennen – „North Hollywood Shootout“ ist ganz groß, und das werden hoffentlich auch ne ganze Menge Leute bemerken, die nicht schon seit weit mehr als einer Dekade zu den Hardcore-Fans von Blues Traveler gehören.

Die Pestle verpasst: sehr schade…

Doch, so im Nachhinein ärgert mich das doch ziemlich. Wir erklommen ja am 4. Juli – wie bereits berichtet – das gigantische Red Rocks Amphitheatre in Colorado, um endlich mal eines der traditionellen Blues Traveler-Independence-Day-Konzerte dort zu erleben. Dass Live und Collective Soul da vorher auch spielten, war für mich eher Nebensache – deshalb war es für mich auch nicht schlimm, erst im dritten oder vierten Song von CS anzukommen, mit der Show von Live erlebte ich dann sogar eine ziemlich angenehme Überraschung.

Nach der ganzen Show, tief in der Nacht, schwänzelte ich dann um den gemeinsamen Merchandisingstand der Bands herum, um mich ordentlich mit Traveler-Devotionalien einzudecken. An dem Stand stand auch Hana Pestle, die attraktive junge Dame, die vor Collective Soul dran war und den ersten paar Pünktlichkommer-Hanseln auf Red Rocks einheizen sollte – zu denen wir allerdings ja nicht gehörten. Wir kamen ins Gespräch, und ich hab Hana am Ende ihre 4-Track-EP abgekauft, als Entschuldigung fürs Zuspätkommen quasi und weil wir uns so prächtig verstanden.

Heute hab ich endlich mal mit Verstand in das Teil reingehört (an die nette Widmung konnte ich mich gar nicht mehr erinnern); bei Hanas Version des gerne mal gecoverten Leonard Cohen-Songs „Hallelujah“ hat es mir dann die Sprache verschlagen – ja, so im Nachhinein ärgert mich das doch ziemlich, Frau Pestle auf der Bühne verpasst zu haben („Hallelujah“-Stream auf Myspace, unbedingt anhören!).