Neue Musik: Moritz Krämer, Bright Eyes, Clueso, The Cave Singers, The View, William Fitzsimmons, Admiral Fallow

Moritz Krämer – Wir können nix dafür (2011)
Zufallsbekanntschaft, dieser Herr Krämer. Und inzwischen fester Bestandteil meines Frühlings 2011. Der Typ hat nicht nur eine sehr eigene Art, Vokale in die Unendlichkeit auszudehnen, nein, er schreibt überdies auch noch ganz hervorragende Texte und macht einfach schöne Musik dazu. Ob er die „Mitbewohnerin“ von einem Freund singend verehrt oder über die seltsamen Besucher seiner eigenen Beerdigung sinniert, Moritz Krämer macht das absolut unpeinlich und kriegt diese vermeintlichen Kleinigkeiten ganz, ganz groß hin.

The View – Bread And Circuses (2011)
Und dann gibt’s ja diese Alben, mit denen man überhaupt nicht mehr gerechnet hätte. Das von The View kam für mich völlig überraschend – das letzte Album „Which Bitch“ war zwar keineswegs schlecht, nur ganz schön übermotiviert und mit ein paar überflüssigen Songs belastet. Auch hat man ja von der Band, besonders von Sänger Kyle Falconer, in letzter Zeit eher Geschichten aus der Amy-Winehouse-Pete-Doherty-Saufen-und-Drogen-Kategorie vernommen und weniger Musikalisches. Doch jetzt „Bread And Circuses“, ein wirklich rundes Album. Die Schotten (und inzwischen Wahl-Liverpooler) rocken, sind immer noch melodieverliebt wie Bolle und besitzen einen sympathischen Hang zum soundtechnischen Größenwahn. Kurzum: tolle Platte und jede Menge Ohrwürmer – „Underneath The Light“, „Girl“, „Best Lasts Forever“ oder „Witches“ sind alles Songs, die hoffentlich in diesem Jahr nicht nur in den Kneipen und Clubs Großbritanniens aus voller Kehle mitgegröhlt werden.

Admiral Fallow – Boots Met My Face (2011)
Bleiben wir gleich in Schottland und reden wir kurz über eine Band aus Glasgow. Obwohl für Admiral Fallow im Grunde längliche Lobeshymnen viel angebrachter wären. Ist es die ungewöhnliche Instrumentierung mit Klarinette und Kontrabass neben klassischem Rockzeugs? Vielleicht. Sind es die wunderbar unaufgeregt dargebotenen Songs? Klar, auch. Die herrlichen Arrangements und Satzgesänge? Sowieso. Eben eine eigenständige, liebenswürdige Band mit ebensolcher Musik – und doch kann man sie guten Wissens Menschen ans Herz legen, denen Bands wie The Decemberists oder Okkervil River am Herz liegen.

Clueso – An und für sich (2011)
Clueso zu kritisieren ist ein bisschen so, als würde man in aller Öffentlichkeit sagen, Hundewelpen wären scheiße. Wirklich jeder scheint diesen Mann zu mögen und seine Musik gut zu finden, und ich bin da gar keine Ausnahme. Aber so sympathisch mir der Kollege aus Erfurt ist, so schwer tue ich mir mit seiner neuen Platte. Der Knabe hat alles erreicht, was man in Deutschland als junger Künstler erreichen kann. Und gerade deswegen habe ich mir nun etwas Mutigeres erhofft als „An und für sich“. Clueso ist hier sehr nachdenklich, sehr sophisticated, sehr tiefsinnig – und damit auf Albumlänge leider einfach sehr langweilig. Also: die Sympathien bleiben, für’s nächste Mal wünsche ich mir aber, dass Clueso aufhört, so schrecklich erwachsen zu sein.

The Cave Singers – No Witch (2011)
Wieso hat mir eigentlich noch keiner von The Cave Singers erzählt? Quartett aus Seattle, seit 2007 zusammen, neuerdings beim Jagjaguwar-Label unter Vertrag. „No Witch“ ist ihr drittes Album, und es ist famos. Rock ist die Grundlage, mal driftet das ganze in flächig-epische Neil-Young-Gefilde, mal in Richtung Americana und Folk. Schöne Chöre, verwegene Melodien, im richtigen Moment auch mal laut und dreckig, um nicht zu gefällig zu klingen. Gefällt mir, und zwar sehr.*

William Fitzsimmons – Gold In The Shadow (2011)
Grönland Records, das ist doch das Grönemeyer-Label, oder? Keine Ahnung, wie der Mann aus Illinois zu einem Plattendeal mit Grönland kam, aber letztlich auch egal. Die Story von William Fitzsimmons kann man an jeder Ecke des Internets nachlesen, hier die Stichworte: blinde Eltern, Bart, verarbeitet mit jeder Platte bestimmte Phasen seines Lebens (Beziehungen und so), Grey’s Anatomy und so weiter. „Gold In The Shadow“ ist eingängig wie nix, sanft, melancholisch, optimistisch, an manchen Stellen fast zu süßlich, aber andererseits genau richtig, wenn man im Frühling einfach mal was hören will, was einfach schön und gut und richtig ist. Für solche „Ach ja“-Momente ist das Album der perfekte musikalische Begleiter.

Bright Eyes – The People’s Key (2011)
Weil Bright Eyes in den letzten Wochen in so ziemlich allen Magazinen und Musikblogs allgegenwärtig waren, mache ich es hier ganz besonders kurz und teile meiner verehrten Leserschaft schlicht und einfach mit, dass ich sehr mag, was Conor Oberst und seine Freunde hier zusammengebastelt haben. Schön, dass es wieder ein wenig dreckiger und rauer zugeht als zuletzt, schön, dass Oberst noch immer ein Talent für einnehmende Songs und großartiges Storytelling hat und dieses nutzt. Feines Album.

* Beim Cave Singers-Video handelt es sich um einen Song von einem früheren Album der Band.

Wie geht’n Beten?

Die Idee war eine Reihe über’s Beten für unser wöchentliches Magazin bei RADIO PSR. Wie geht das, was sollte ich beachten, was, wenn nix „passiert“ oder mir die Worte fehlen oder oder oder. Quasi ein kleiner „Crashkurs“ für Menschen, die das Bedürfnis spüren, dieses „Reden mit Gott“ auszuprobieren, aber nicht genau wissen, wie sie das anpacken sollen.

Schnell war klar, dass ich dafür einen Experten brauchen würde, der einerseits Ahnung von der Materie hat, es aber andererseits auch versteht, dieses Wissen privatfunkgerecht (also kurz, knapp, prägnant, bündig und trotzdem gehaltvoll) zu vermitteln. Schnell war daher Pfarrer Gregor Giele aus der Leipziger Propsteigemeinde der Wunschpartner für diese Reihe. Anfang Januar saßen wir schließlich zusammen und haben uns übers Beten unterhalten. Mit dem Material, das ich mit zurück ins Büro nehmen konnte, war ich sehr zufrieden – Gregors Antworten waren pointiert, fundiert und damit genau richtig für mein kleines Projekt.

Gestern schließlich lief die letzte von insgesamt acht Folgen bei den „Themen, die Sachsen bewegen“. Ich freue mich, dass solche für’s kommerzielle Formatradio ja doch eher ungewöhnlichen Serien und Themenschwerpunkte in dieser Sendung und bei diesem Sender möglich sind und wünsche mir sehr, dass es den einen oder anderen Hörer angeregt hat, „das mit dem Beten“ auch mal selbst auszuprobieren.

Wer mag, kann sich hier die ersten vier Beiträge der Reihe am Stück anhören…

…und hier die letzten vier Folgen unseres „Radio-Grundkurses Beten“:

John Popper & The Duskray Troubadours @ KINK.FM’s Bing Lounge (2011-02-25)

Um dem gestrigen Review der neuen John Popper-Soloplatte ein paar Bilder und Klänge hinzuzufügen, hier die Videos, die der Radiosender KINK.FM von der Bing-Lounge-Session von John Popper & The Duskray Troubadours bei Youtube zur Verfügung stellt: vier Songs aus dem besprochenen Album und ein nettes kleines Interview.

Video: John Popper & The Duskray Troubadours – Something Sweet (live acoustic)

Video: John Popper & The Duskray Troubadours – What Can I Do For You (live acoustic)
Weiterlesen „John Popper & The Duskray Troubadours @ KINK.FM’s Bing Lounge (2011-02-25)“

John Popper & The Duskray Troubadours (2011)

Let the song inside you
Rise and grow and then
Play me something sweet
And your sweet song
Will help me smile again

Es war einmal, im August 2010, als Blues Traveler-Sänger John Popper das Veröffentlichungsdatum seines dritten Soloalbums via Twitter verkündete. „Erster März Zweitausendelf“ – das schien unendlich weit weg zu sein. Wie unfair, wo die Platte doch längst fertig war! Die kleine Ewigkeit ist nun vorbei, seit ein paar Tagen ist das Album online als Stream verfügbar, ab heute ist es bei allen Downloadstores und CD-Händlern zu finden.

Endlich.

Die Geschichte zur CD kann man dieser Tage in vielen einschlägigen Musikmagazinen lesen, deshalb hier nur die Schnellzusammenfassung: Popper will Album mit altem Freund und Wegbegleiter Jono Manson aufnehmen, schart weitere Freunde um sich, alle schreiben gemeinsam Songs, werden quasi über Nacht zu einer echten Band, am Ende liegt weniger ein Soloalbum, sondern eher das Debütalbum einer neuen Combo namens „The Duskray Troubadours“ vor.

Das Debütalbum, bei dem es nur um eines geht: um gute Songs. Gekleidet in ein zeitloses Roots-Folk-Rock-Alternative-Country-Gewand, mit herrlichen Harmoniegesängen, kleinen Licks, großen Melodien und prägnanten Refrains. John Popper hält alles zusammen – mit seiner Stimme, die selten so soulig-warm klang wie hier. Und natürlich mit seinem Mundharmonika-Spiel, das sich hier aber stets in den Dienst des Liedes stellt und nie ausufert.

Natürlich ist das alles nicht wirklich neu, natürlich sind es auch diesmal wieder besonders die ruhigen Momente, in denen Popper am stärksten ist, etwa in „Hurts So Much“ oder „A Lot Like You“. Hier und da hört man Dinge, die an sein erstes Solowerk „Zygote“ aus dem Jahr 1999 erinnern, und auch seine Stammband Blues Traveler ist letztlich allgegenwärtig. Dennoch ist John Popper und seinen Troubadours etwas ganz Besonderes gelungen: ein Album, wie aus der Zeit gefallen; gefertigt von einer nagelneuen Band, die klingt, als begleite sie einen schon ein Leben lang. Ein Album, auf das viele schon sehr lange gewartet haben.

Endlich.

Fleißige Studenten halten „Erntedank“


Studierende beenden Grundkurs Theologie an der Katholischen Akademie des Bistums Magdeburg

Halle/Saale. Mit einem „Tag der Theologie“ ging in Halle am 15. Januar erneut ein Grundstudium „Theologie im Fernkurs“ zu Ende. 20 Kursteilnehmer, die sich seit Januar 2008 mit theologischen Fragen befassten, erhielten ihre Teilnahmebescheinigungen. Sieben von ihnen wurden zudem Zertifikate überreicht, da diese am Ende der Ausbildung eine freiwillige Prüfung absolvierten. Der Direktor der Katholischen Akademie Magdeburg, Hans-Joachim Marchio, ist stolz auf die Studierenden, die sich in ihrer Freizeit mit theologischen Grundfragen beschäftigen: „Mit Ausdauer und hoch motiviert haben die Kursteilnehmer aus den Bistümern Magdeburg, Dresden-Meißen und Erfurt die Mühen des dreijährigen Studiums auf sich genommen und dürfen nun ‚Erntedankfest‘ feiern.“

Nach wie vor sei das Interesse an den von der Akademie in enger Zusammenarbeit mit der Domschule Würzburg und der Fachakademie für Gemeindepastoral in Magdeburg angebotenen Kursen groß: „Von unseren aktuellen Grundkurs-Absolventen haben sich 22 entschieden, mit dem Aufbaukurs Theologie ihr Studium fortzusetzen. Sie schließen also noch einmal knapp drei Jahre Ausbildung an, um ihr Wissen weiter zu vertiefen. Außerdem begann bereits im August ein weiterer Grundkurs, bei dem 19 weitere Teilnehmer aus den drei Bistümern dabei sind.“ Aber auch andere Kooperationsprojekte der Katholischen Akademie wie zum Beispiel die „Hallenser Gespräche zu Psychotherapie, Religion und Naturwissenschaften“ würden sehr gut angenommen.

Während des Tages der Theologie wurde in der Kapelle des Krankenhauses „St. Elisabeth und St. Barbara“ in Halle auch Gott in einer Eucharistiefeier für die reiche geistige Ernte gedankt. In einem Festvortrag erörterte Akademiedirektor Hans-Joachim Marchio grundlegende religiöse Fragen unter der Überschrift „Gott – der Fund meines Lebens.“

Hintergrund: Diesen Artikel habe ich für die katholische Wochenzeitung „Tag des Herrn“ geschrieben, wo er in der Ausgabe vom 6. Februar 2011 erschienen ist. Ich bin selbst Teilnehmer des erwähnten Studiums „Theologie im Fernkurs“ im Bistum Magdeburg. Links zum Thema: Tag des HerrnTheologie im FernkursKatholische Akademie Magdeburg. Die Grafik oben zeigt den Leitspruch des theologischen Fernkurses und stammt von der Website von „Theologie im Fernkurs“.

Gratis-MP3s: Chris Barron – Live At Radio Woodstock

Chris Barron war im Jahr 2009 zu Gast bei Radio Woodstock in Woodstock, NY und hat dort im Studio ein paar Lieder gesungen. In diesem Jahr nun spielt er beim Mountain Jam-Festival mit, das der Sender zusammen mit Gov’t Mule-Mastermind Warren Haynes ausrichtet. Im Vorfeld werden auf der Festivalseite die Künstler porträtiert, gestern war der Spin Doctors-Sänger dran. Wer (s)eine eMail-Adresse rausrückt, bekommt zwei Stücke von Chris‘ 2009er Studiosession geschenkt: „Broken Hearted Serenade“ und „Two Princes“ – genau hier.

Radio Woodstock logo taken from Mountain Jam website.

siebenSACHEN vom 31. Januar 2011: Heldenstadt.de, 2zueins!, Spin Doctors Archive, Chris Barron, Ben Folds

– Seit Ende Oktober gehöre ich zum Autorenteam von heldenstadt.de – hier veröffentlichen wir jeden Werktag gegen halb neun eine Leipzig-Morgenschau mit den wichtigsten Links, den kuriosesten Fundstücken und allem möglichen und unmöglichen Zeugs aus und über Leipzig, über das wir bei unseren Internetstreifzügen so stolpern.

– Endlich hatte ich mal wieder Zeit für ein Update des Spin Doctors Archive – neben der Diskographie hab ich alle aktuellen News aus 2010 und 2011 nachgetragen, auch sind sämtliche (mir bekannte) online legal erhältliche Liveshows der Band und diverse Nebenprojekte verlinkt.

More Than Meets The Ear – The Spin Doctors Archive ist jetzt außerdem auch bei diesem Facebook, von dem immer alle reden.

Neues von 2zueins!, Teil 1: Heiko und ich basteln derzeit an zehn neuen Songs, die wir in diesem Jahr nach und nach aufnehmen. Daraus soll dann ein weiteres Album werden. Wann das fertig wird, können wir natürlich noch nicht sagen.

Neues von 2zueins!, Teil 2: zum ersten Mal hören könnt Ihr einige der frischen Stücke bei unserem nächsten Konzert. Am Freitag, dem 18. März 2011 bitten wir zum Halali im Platzhirsch in der Leipziger Südvorstadt. Außerdem darf das werte Publikum sich auch Lieder wünschen, sofern Bedarf besteht.

– Mitte Januar war ich in Rom, um dort Jono Manson und Chris Barron live zu erleben – das wirklich hörenswerte Set von Chris Barron und die gemeinsamen Zugaben habe ich mitgeschnitten, die Aufnahme (mp3s) kann hier als .zip-Datei runtergeladen werden.

– …und schließlich: Vorfreude! Anfang März spielt Ben Folds live in Berlin:

Mein 2010: Ein Fazit

2010. Die Goldene Hochzeit meiner Eltern erlebt. Zum ersten Mal Asien bereist. Zweimal Musik veröffentlicht. Durch Solo- und Band-Konzerte bleibende Erinnerungen erspielt. Jede Menge Musik gehört. Entdeckt. Verschenkt. Filme gesehen. Bücher gelesen. Mitglied bei Pro Asyl geworden. Alte Freundschaften wiederbelebt. Neue Menschen kennengelernt. Bergfest beim Theologie-Fernstudium gefeiert. Medienpreis gewonnen. Regensburg. Bonn. Bamberg. Frankfurt. Hamburg. Berlin. Mich mächtig geärgert über vieles. Mich mächtig gefreut über so viel mehr. Ein gutes, anstrengendes, erfülltes und hin und wieder konfuses Jahr war das, an dessen Ende ich dankbar zurückschaue.

Hier noch einmal meine diesjährigen Lieblings-Listen im Überblick:

Lieblingsalben 2010
Lieblingskonzerte 2010
Lieblingslieder 2010

Danke, werter Besucher, für’s Mitlesen, Dabeisein, Begleiten und Beobachten im Jahr 2010 – ich freue mich auf 2011 und viele neue Lieder, Bücher, Reisen, Eindrücke, Momente und Blogeinträge.

Ältere Jahresrückblicke:
2009
2008
2006
2005
2004

Mein 2010: Lieblingslieder

10 Die Antwort – Stoppok & Worthy
…mit Tinte und mit Tränen schreibst Du ihr ein Gedicht, Du zündest eine Kerze an, ein winzig kleines Licht…

9 Song To The Siren – Sinéad O’Connor (Tim Buckley)
…I’m as puzzled as a newborn child, I’m as riddled as the tide. Should I stand amid the breakers? Or shall I lie with death my bride…

8 Beer – Jay Bennett
…you say I drink too much, you say I think too much, you say I laugh too much when things are really serious…

7 Reasonably Fine – The Cat Empire
…but you’re the same as you and I’m the same as me and hopefully we can find ways to let us be reasonably fine…

6 Lantern – Josh Ritter
…light and guide me through, hold it high for me, and I’ll do the same for you, hold it high for me…

5 The Dreamer – The Tallest Man On Earth
…sometimes the blues is just a passing bird and why can’t that always be…

4 Gone – Chris Barron
…I know that there will be a song for every broken heart and soul, I know that there will be a coin to drop in every begging bowl. But me, I’m going down…

3 Fuck You – Cee Lo Green
…although there’s pain in my chest I still wish you the best with a Fuck you…

2 With Whom You Belong – Fistful Of Mercy
…you find your way to write your song. And come what may, I hope you find friends with whom you belong…

1 The Bear That Wasn’t – Fizzy Good (Make Feel Nice)
…just buckle up, don’t look behind, and you’ll be fine…

Mein 2010: Lieblingskonzerte

10 – Dave Matthews Band, Hamburg, 16. Februar
Das Auftaktkonzert der DMB-Europatour 2010 war sicherlich keines für die Ewigkeit, weder von der Setlist noch vom Sound oder der Performance her. Aber wir hatten eine großartige Zeit in der Hansestadt, und selbst ein mittelmäßiges Dave-Konzert ist besser als das meiste, was man sonst so zu sehen bekommt.

9 – Get Well Soon, Leipzig, 3. März
Ziemlich artsy, das ganze. Mit großer Videoprojektion, ganz wichtiger, großer Pose und so. Aber dennoch hat mich diese Band hervorragend unterhalten und für zwei Stunden in ihren Bann gezogen.

8 – Götz Alsmann & Band, Leipzig, 14. Oktober
Götzimausi wirkte im ersten Teil seiner Show doch ziemlich routiniert und ein wenig kaputtgetourt. Das zweite Set jedoch war sensationell, die Zugaben nicht von dieser Welt und ein locker aus drei Generationen bestehendes Gewandhauspublikum war am Ende außer Rand und Band.

7 – Unbekannter Sänger, Bangkok, 30. August
Wir saßen in irgendeiner Rooftop-Bar in Bangkok, und irgendein Thai-Musiker würde schon das übliche Set mit mäßigen Coverversionen von „Hotel California“ und „House Of The Rising Sun“ abgniedeln. Dachten wir. Was wir – kurz vor dem Rückflug nach Deutschland – zu hören bekamen, war ein brillianter junger Mann, der den Groove mit Löffeln gefressen hatte und uns mit Howie Day, Joseph Arthur, Jason Mraz und Dave Matthews begeisterte. Das einzig wirklich mittelmäßige an diesem Abend war der Gin Tonic.

6 – Alberta Cross, Berlin, 17. Februar
Die Band, die mein Fast-Lieblingsalbum 2009 verzapfte, durfte ich gleich zwei Mal sehen in diesem Jahr, wieder als Vorband für Dave Matthews. Das Set, das die AC-Jungs in Berlin hingelegt hatten, unterschied sich nur unwesentlich von dem am Vortag. Das Hauptstadt-Publikum war der Vorband gegenüber jedoch wesentlich aufgeschlossener als das in Hamburg. Gitarrenwände wie eine Naturgewalt, darüber dieser erhabene Gesang – immer wieder toll. Ich hoffe daher sehr auf ein neues Alberta-Cross-Album und wünsche mir einen weiteren großen Wurf.

5 – Dave Matthews Band, Berlin, 17. Februar
Bleiben wir gleich im Tempodrom, selber Abend, eine Stunde später: DMB mit einem derart beseelten, detailversessenen Set, dass der Unterschied zum Vorabend (siehe Platz 10) kaum hätte größer sein können. Ich stand mit offenem Mund im Zuschauerraum und ließ es einfach geschehen. Und als dann am Ende in einem epischen 12-Minuten-„So Damn Lucky“ auch noch „Thank You (Falletin Me Be Mice Elf Agin)“ eingebaut wurde, war ich mir mal wieder sicher, dass DMB die so ziemlich beste Band der Welt sein muss.

4 – Selig, Leipzig, 17. Dezember
Warum auch immer das Haus Auensee derart mittelprächig gefüllt war – Band und Publikum ließen sich durch die spärlich gefüllten Reihen nicht runterziehen. Im Gegenteil: inzwischen hab ich ja nun schon so einige Selig-Auftritte sehen dürfen. Aber die diesjährige Show war wirklich besonders und zeigte eine vor Spielfreude und Euphorie kaum zu bändigende Band. Still Selig after all these years…

3 – Fettes Brot, Leipzig, 1. Dezember
Mehr als einen halbwegs coolen Abend hab ich gar nicht erwartet, als ich zum Fettes-Brot-Konzert eingeladen wurde. Dass mir das Konzert derart großen Spaß machen würde, hätte ich nie gedacht. Die Brote verfügen über eine erstklassige Band und sind tatsächlich echte Entertainer. Zwei kurzweilige, schweißtreibende Stunden, die ich nicht missen möchte. Im Gegenteil: zu Fettes Brot würde ich jederzeit wieder gehen.

2 – Stoppok & Worthy, Leipzig, 27. November
Die von mir besuchten Stoppok-Konzerte zu zählen, hab ich schon Ende der neunziger Jahre aufgegeben. Umso schöner, dass Stoppok-Shows bis heute zu meinem Leben dazugehören. Das diesjährige war bemerkenswert – im Duo mit Bassist Worthy und in zwei ausladend langen Sets hat der Sänger mal wieder unter Beweis gestellt, dass bei ihm vielleicht nicht jeder Reim ein Volltreffer sein mag, er mit seinem musikalischen Können und Gefühl aber nach wie vor in der Champions League spielt.

1 – The Cat Empire, Berlin, 5. Oktober
Zum dritten Mal The Cat Empire. Zum dritten Mal ein Erlebnis, das in jeder Hinsicht berührt. Wie sich hier leise, filigrane Momente an lautstarke Gefühlsausbrüche reihen; wie hier Rock, Jazz und Funk zu etwas ganz Eigenem verschmelzen; wie viel diese Musik mit mir anrichtet, das in Worte zu fassen ich nicht in der Lage bin! Dieses Konzert war der vielleicht intensivste Augenblick meines an kostbaren Momenten nicht eben armen Musikjahres 2010.